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Alu-Deal zwischen Hypo und Tojner geplatzt

19.07.2012 | 16:38 |  Von Christian Höller (Die Presse)

Die Hypo Alpe Adria wird eines ihrer größten Sorgenkinder nicht los. Denn der Investor Michael Tojner wird die kroatische Aluflex nun doch nicht übernehmen. Der Ende Jänner unterzeichnete Kaufvertrag wurde aufgelöst.

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[Wien] Für die angeschlagene Hypo Alpe Adria gibt es eine weitere Hiobsbotschaft: Sie kann eine ihrer größten Industriebeteiligungen, die kroatische Aluflex-Gruppe, nun doch nicht an den österreichischen Investor Michael Tojner verkaufen. Wie „Die Presse" erfahren hat, wurde jetzt der Ende Jänner unterzeichnete Übernahmevertrag einvernehmlich aufgelöst. Sowohl die Hypo als auch die Montana Tech von Tojner bestätigten am Donnerstag auf Anfrage, dass der Deal geplatzt ist. Über die Gründe geben sich beide Vertragspartner wortkarg. Bedingungen seien nicht erfüllt worden, heißt es.

Für die Hypo handelt es sich dabei um einen Rückschlag. Denn der Bank sitzt die Finanzaufsicht im Nacken. Diese verlangt, dass das Institut bis Jahresende ihr Kapital um bis zu 1,5 Mrd. Euro erhöht, um alle Risken abzudecken. Die Hypo hat nun zwei Möglichkeiten: Entweder sie reduziert schnell ihre Risikopositionen oder der Staat muss noch einmal Geld zuschießen.

Hohe Verbindlichkeiten als Problem

Hypo-Chef Gottwald Kranebitter hat sich dafür entschieden, sich von Beteiligungen zu trennen. Ganz oben auf der Verkaufsliste stehen die beiden kroatischen Aluminiumfirmen Aluflex und TLM. Zählt man beide Gesellschaften zusammen, handelt es sich um einen der führenden Industriekonzerne Kroatiens. Sie erwirtschaften mit 1100 Mitarbeitern an sechs Standorten Erlöse von 240 Mio. Euro. Aluflex ist der Bank schon 1999 nach einem stillen Ausgleich zugefallen, die TLM wurde später zugekauft. Die Firmen weisen hohe Verbindlichkeiten auf, den Betrag gibt die Bank nicht bekannt.

Bereits im Vorjahr begann Kranebitter mit der Interessentensuche für die Sorgenkinder. Ende Jänner schien das Problem gelöst. Damals unterzeichnete die Industriegruppe Montana Tech von Tojner einen Kaufvertrag für die Übernahme von Aluflex und TLM. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Der Verkauf ist ein weiterer Schritt in Richtung Verkleinerung der Gruppe und Konzentration auf das Kerngeschäft", erklärte ein Banksprecher. Das sogenannte Closing, die Übertragung der Aktien, sollte bis August erfolgen. Doch es kam alles anders.

Bereits im Juni sprang Tojner bei der TLM ab. Damals versicherte die Hypo jedoch, dass sich der Verkauf der Aluflex „im Zeitplan" befinde. Doch nun ist auch der Aluflex-Deal Geschichte. Es gibt unterschiedliche Meinungen, warum der Deal geplatzt ist. Angeblich soll bei Tojner die Finanzierungszusage einer Bank offengeblieben sein, was aus dem Umfeld des Investors anders gesehen wird. Dann ist zu hören, dass sich bei Aluflex die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtert haben sollen, was die Hypo aber bestreitet. „Aluflex geht es gut", heißt es.

Verhandlungen mit anderen Interessenten

Fest steht, dass die Bank nun mit anderen Interessenten über die Übernahme von Aluflex und TLM verhandeln will. Doch es dürfte nicht einfach werden, geeignete Bewerber zu finden. Denn Tojner ist aus dem ursprünglichen Verfahren als Bestbieter hervorgegangen. Es ist kaum anzunehmen, dass jetzt ein anderer Investor ein besseres Angebot machen wird.

Für die Hypo scheint es ohnehin nur darum zu gehen, die Verluste aus dem kroatischen Aluminiumabenteuer zu begrenzen. Dem Vernehmen nach soll die Bank 200 Millionen Euro in beide Firmen gesteckt haben. In der Bilanz soll der Wert beider Beteiligungen mittlerweile auf 70 Millionen Euro reduziert worden sein. Doch das dürfte immer noch zu hoch gegriffen sein.

 

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