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Zerfall der Metallerrunde: Gewerkschaft droht mit Kampf

19.07.2012 | 18:20 |   (Die Presse)

Nach der Maschinen- und Metallwarenindustrie schert auch der Fachverband Bergbau-Stahl aus dem Verhandlungsverbund aus.

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Wien/Eid/Sat. Das Säbelrasseln rund um die Metaller-Lohnrunde beginnt heuer mitten im Sommer – und der Grund ist nicht allein die deutlich abkühlende Konjunktur. Seit der Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) bekannt gab, aus dem seit 40 Jahren bestehenden Verhandlungs-Verbund mit fünf weiteren Verbänden und insgesamt 180.000 Beschäftigten auszuscheren, ist bei der Gewerkschaft Feuer am Dach. Zumal auch die anderen Branchen getrennte Kollektivvertragsrunden anstreben. Am Donnerstag bekräftigte dies der Obmann des Fachverbands Bergbau-Stahl, Franz Friesenbichler.

Für Rainer Wimmer, den Bundesvorsitzenden der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) und Chefverhandler auf Arbeitnehmerseite, kommt die Vorgangsweise einer „Kriegserklärung“ gleich. Er ortet hinter der Aufspaltung eine klare Strategie der Arbeitgeber. „Sie wollen unsere Position schwächen und so einen niedrigen Abschluss durchdrücken“, sagt Wimmer zur „Presse“. Im Vorjahr fiel die KV-Runde mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 4,2Prozent üppig aus. Wimmer fürchtet zudem, dass die Rahmenvereinbarungen bei der Arbeitszeit aufgebrochen werden könnten.

Wimmer setzt jedoch genauso wie Karl Proyer von der GPA darauf, dass die Fachverbände wieder auf eine gemeinsame Linie einschwenken. Sechs einzelne KV-Runden seien nicht durchdacht. Derzeit liefen Gespräche mit den Wirtschaftskammer-Vertretern.

 

Entscheidung im August

„Wir werden bis zum Umfallen verhandeln“, meint Wimmer. Sollte sich jedoch abzeichnen, dass die Arbeitgeber auf eine Zertrümmerung des gemeinsamen KVs abzielen, „dann werden wir Kampfmaßnahmen ergreifen“. Anfang August soll dazu auf einer Sitzung der Gewerkschaftsführung eine Entscheidung fallen. „Ein Zerfall der Metaller-Lohnrunde ist ein sehr bedenklicher Schritt, der uns 40 Jahre zurückwirft und die Sozialpartnerschaft schwer belastet“, erklärte ÖGB-Präsident Erich Foglar dazu am Donnerstag. Man befinde sich in einer „kritischen Situation“.

Die Arbeitgeber sehen das naturgemäß anders: Sie halten getrennte Verhandlungen für wirtschaftlich notwendig, weil sich die Branchen – neben Maschinen-Metall und Bergbau-Stahl sind das die Gießerei-, Fahrzeug- und Nichteisen-Metallindustrie sowie die Gas- und Wärmeversorger – unterschiedlich entwickelten.

Jede müsse sich auf spezifische Rahmenbedingungen einstellen, meinte FMMI-Obmann Christian Knill im Frühjahr, als der Fachverband seine Pläne ankündigte. Als die Elektro- und Elektronikindustrie 2003 ausscherte, habe es auch keine Probleme gegeben. Die Gewerkschaft wiederum führt ins Treffen, dass schon bisher innerhalb des Metaller-KVs Einzelabschüsse für die Branchen fixiert worden seien.

Abseits der Diskussion um den KV erwartet der Fachverband Bergbau-Stahl heuer für seine 200 Mitgliedsbetriebe einen Ertragsrückgang. Der Umsatz soll bei rund acht Mrd. Euro stagnieren. Die Zahl der Beschäftigten dürfte ebenfalls bei 15.000 bleiben. Von Kurzarbeit sei man „weit entfernt“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

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4 Kommentare

lohnerhoehung sind humbug

was wir brauchen ist eine kaufkrafterhoehung!

das geht a) durch rueckzug des staates und senkung der horrenden steuern & abgaben
und b) durch eine grundsolide ausgeglichene fiskalpolitik und eine hartwaehrungspolitik der notenbank

Gast: 1. Parteiloser
19.07.2012 20:18
4 0

Das spielt doch keine besondere Rolle!

Diese Kollektivverträge betreffen vorwiegend die Beschäftigten von Produktionsstandorten in Österreich und nur noch 180.000 Beschäftigte.

Die Regierung hat es aber erfolgreich geschafft, dass sich die Produktion in Österreich nur noch für die Regierung lohnt, nicht aber für die Unternehmen, nicht Arbeitgeber nicht Arbeitnehmer.

Durch den kommenden Produktionsabschwung werden wohl um die 20% der Arbeitsplätze ohnehin verloren gehen. Dazu kommt noch, dass die Unternehmen unter Druck sind die Produktion zu verlagern und daher in den nächsten Jahren bis zu 50% der Arbeitsplätze verloren gehen werden. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig, eher nur der lokale Vertrieb, welcher aber besser unter dem Handelskollektivvertrag geführt wird.

Ob die verschieden Bonzen der Sozialpartner streiten oder sich vertragen spielt doch für die Menschen schon lange keine Rolle mehr. Die letzte Lohnrunde wurde real auch nur eine Stagnation für die Beschäftigten, nur der Staat hat mit der kalten Progression eiskalt abkassiert. Den Unternehmen blieben aber die viel höheren Kosten picken.

Gast: raasdorfer
19.07.2012 19:37
4 1

Für alle Berufgsgruppen die gleiche erhöhung......... Das wäre gerecht!

die inflation ist ja auch für alle gleich.

Jene Berufsgruppen unterscheiden sich ohnedies durch den Kollektiv Vertrag.

Das kann ja nicht so schwer sein.

Da kocht jede Gewerkschaft mit einen anderen Wasser.

Re: Für alle Berufgsgruppen die gleiche erhöhung......... Das wäre gerecht!

... und jeder kriegt nur noch schnitzel zum essen. Wir sind doch alle gleich viel hungrig...

Hobbyökonom