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Selbstständige: Die großen Leiden der kleinen Firmen

19.07.2012 | 18:23 |  JEANNINE HIERLÄNDER (Die Presse)

Die SVA will die Versicherten mit finanziellen Anreizen zu einem gesünderen Leben animieren. Die heimischen Selbstständigen haben aber oft ganz andere Probleme.

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Wien. Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) will, dass ihre Kunden gesünder leben: Wer sich übermäßigen Alkoholkonsum und Rauchen abgewöhnt sowie den Blutdruck und das Gewicht senkt, wird dafür finanziell entlohnt. Das funktioniert so: Die Versicherten vereinbaren im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung mit ihrem Arzt Gesundheitsziele. Wenn diese in einem halben Jahr erreicht werden, zahlen sie in den zwei bis drei Folgejahren nur noch zehn Prozent Selbstbehalt bei Arztbesuchen, statt regulär 20 Prozent.

Das Programm läuft seit 1. Jänner, am gestrigen Donnerstag legte SVA-Obmann und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl die ersten Zahlen vor: In den vergangenen sechs Monaten ließen sich 35.518 Selbstständige im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung durchchecken, das seien um 43Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Leitl zeigte sich stolz auf „seine Versicherten“ und den neuen Weg der SVA: Es gelte, Gesundheit zu fördern statt Krankheit zu verwalten.

 

Protest der Versicherten

Aber nicht alle sind mit dem „neuen Weg“ der SVA so zufrieden. Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, ist skeptisch: „Wir werden zwei Dinge erleben: Die Gesunden werden sich ihre zehn Prozent abholen, während Hochrisikopatienten, die fest rauchen und sich Schweinsbraten reinstopfen, gar nicht hingehen werden“, sagt Plass, der die Grünen in der Wirtschaftskammer vertritt. Ob sich die SVA damit langfristig Geld spare, sei fragwürdig.

Der Selbstbehalt, der für die Versicherten – es sei denn sie sind befreit – bei jedem Arztbesuch anfällt, spült jährlich etwa 52 Mio. Euro in die Kassen der SVA. Außerdem gehen Selbstständige, wohl auch wegen des Selbstbehalts, nur drei Mal im Jahr zum Arzt, während Angestellte fünf Mal und Beamte (auch sie müssen einen Selbstbehalt entrichten) vier Mal jährlich einen Arzt aufsuchen.

Die SVA muss sich in letzter Zeit vermehrt mit Protest aus den eigenen Versicherten-Reihen auseinandersetzen. Vor allem Ein-Personen-Unternehmen (EPU) machten zuletzt ihrem Unmut Luft. Viele sind unzufrieden mit den Bedingungen für Einzelunternehmer in der SVA. Und ihre Stimme gewinnt an Gewicht: In Österreich gibt es bereits 280.000 EPU, von denen die meisten in der SVA versichert sind. Vor allem der Mindestbeitrag zur Sozialversicherung ist vielen ein Dorn im Auge. Denn er ist vergleichsweise hoch – und fällt auch dann an, wenn ein Selbstständiger in einem Jahr Verluste schreibt. Der Mindestbeitrag wird auf Basis fiktiver Gewinne berechnet und beträgt – für Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung – etwa 2200 Euro im Jahr. Egal, wie die Ertragslage ist.

Ein Selbstständiger, der sehr wenig verdient, müsse so schon einmal 50 Prozent seines Gewinnes an die Sozialversicherung abführen, sagt die Unternehmensberaterin Martina Schubert, die das „Forum zur Förderung der Selbstständigkeit“ gegründet hat. Das Problem sei, dass die Vorauszahlung an die Kasse immer auf Basis der Einkünfte von vor drei Jahren berechnet werde. „Das Geld wird den Leuten von der SVA nicht dann abgenommen, wenn sie es haben, sondern man muss es sich jahrelang selbst aufheben“. Wer dann nicht zahlen kann, werde exekutiert: Betroffen seien etwa zehn Prozent der SVA-Versicherten. Laut Statistik Austria verdient die Hälfte aller EPU jährlich weniger als 11.106 Euro.

 

Urbefragung unter Mitgliedern

Um der Kritik etwas entgegenzusetzen, hat die SVA eine „Urbefragung“ lanciert, mit der sie die Prioritäten ihrer Mitglieder abstecken will. Leitl zufolge haben bisher sieben bis zehn Prozent der Versicherten teilgenommen, die Befragung läuft bis Ende September. Sie ist nicht unumstritten: Kritiker um Schubert werfen der SVA vor, Suggestivfragen zu stellen und an der Oberfläche zu kratzen. So werden auf einer einzigen A4-Seite nur vier Fragen gestellt und es wird auch nicht erhoben, wie viel der Versicherte verdient oder in welchem Bundesland er lebt. Peter McDonald, stellvertretender Obmann der SVA, weist die Kritik von sich: Es sei gar nicht die Absicht der SVA gewesen, eine Tiefenanalyse zu stellen, sagte er zur „Presse“. Sondern es gehe darum, „die Rahmenbedingungen abzustecken“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

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146 Kommentare
 
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Gast: connecticut
21.07.2012 00:01
1 0

Besonders schlimm ist

die Mehrfachversicherung, wenn man selbständig ist und gleichzeitig auch z.B. Angestellte/r ist. - Man sollte sich für sein gesamtes Berufsleben bei einem einzigen Versicherungsträger versichern können.

3 0

eine frechheit

sind diese ganzen kämmerer, die doch auch mitverantwortlich sind, dass die beiträge nicht kleiner sind! diese ganzen aufgeblähten bonzen-apparate gehören radikal ausgeräumt!

Antworten Gast: nur gast hier
20.07.2012 23:07
0 0

eine frechheit

danken Sie nicht den kämmerern, danken Sie unserer Regierung!

Gast: swamivivekananda
20.07.2012 21:37
0 0

leitl...

diese ganze sva- misere ist so typisch für diesen staat,der die besten zeiten schon lang hinter sich hat:LA 2ieme REPUBLIQUE VIENT DE MOURIR. VIVE LA 3ieme REPUBLIQUE!

An den Gast "Johan Haderer"

Danke für Ihren brillanten Kommentar! Ich selbst war seit über 35 Jahren bei keinem Arzt (außer Zahnarzt). Dieses System akzeptiert aber keine Gesunden. Und wer weiß, daß er gesund ist, soll mittels Vorsorgeuntersuchung dennoch in diese medizinische Falle genötigt werden, welche in genau dem Moment zuschlägt und beginnt, krank zu machen, in dem man dort anstreift! Der Leitl-Fragebogen ist nichts anderes als eine unglaubliche Unverschämtheit und - wie Sie zu Recht formulieren - VERHÖHNUNG all jener, die nicht rauchen, nicht haschen, keinen Sport betreiben, dem sie konditionsmäßig nicht gewachsen sind, keine Coca-Cola und keine Chips in sich hineinfüllen. Falls irgendwer jetzt neugierig geworden ist, was noch zum Rezept gehört: Fernsehen, vor allem ORF, meiden, besser noch: Auf diese Form der zwangsfinanzierten Manipulation komplett verzichten; das schont die Nerven!

Gast: total crash
20.07.2012 18:52
0 0

Wenn ich an meinen Süchten festhalte ?

Meine Lebensfreude / Gewohnheiten auslebe und ah hetz & gaudi hab ,mich wohlfühle dabei,jo wos soi ih do daun ändern?
Das Leben ist so und so gefährlich genug es verläuft ohnedies tödlich, aber bis dahin ich hab mein Spaß !

Trotzdem müssen sie mich behandeln,zahl ich halt die 20% Selbstbehalt [^µ°]

Kammer zwang

das alleine ist schon eine Frechheit und dann noch der leitl a jammer

Antworten Gast: alexander marcus
20.07.2012 22:29
1 0

Re: Kammer zwang

wir sind ja hier eigentlich nicht im krone forum: bisschen mehr argumente wären doch wünschenswert... (und nicht nur diese kampfposter-kommentare, wie so oft hier)
ausserdem ist doch nicht der leitl a jammer, sondern unsre tolle regierung, die einfach nichts weiterbringt und sich gegen alle vorschläge (die verbesserungen bringen könnten) querstellt...

Willkommen ..

im vorletzten Land des real existierenden Sozialismus!

Gast: austronaut
20.07.2012 16:19
2 0

Der verlassene Mittelstand


Treffender kann man´s wohl nicht mehr ausdrücken:

http://www.krone.at/Das-freie-Wort/Titel-Story-203609

Mittelstand ade :(((

die besten zeiten liegen bereits hinter uns ...

das gilt nicht nur für die övp -

sondern auch für die WKO und deren chef leitl.

Gast: g g
20.07.2012 16:02
0 0

Es kommt noch viel schlimmer

Der Euro ist allerdings nur ein Zwischenschritt zur Errichtung einer neuen Weltwährung. Robert Mundell gesteht das ganz offen ein. Robert Mundell gilt als der Mafia-Pate unter den Ökonomen. Er arbeitet auch für das CIA-nahe Council on Foreign Relations und es gibt seit der Euro-Einführung nicht eine Prognose von ihm, die nicht Wirklichkeit geworden wäre, so war es zuletzt auch beim Schuldenschnitt für Griechenland. Die Nationalstaaten sollen abgeschafft werden und es soll eine neue Weltregierung mit einer Weltwährung kommen.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/die-eu-zerfaellt-wie-einst-der-ostblock.html

Gast: Reflector
20.07.2012 13:29
6 0

Alternativloser Alternativvorschlag

Abschaffung sämtlicher Zwangsvereine.

Neben der unmittelbaren Wirksamkeit der entfallenden Zwangsbeiträge gibt es einen mittelbaren, der durch die zukünftige Reduzierung der beamteten Nachwuchsblutsauger entsteht.

Wenn man zusätzlich noch alle die existierenden Blutsauger die sich im 'Ruhestand', der zwar bei diesen Exemplaren das ganze 'Berufsleben' andauert, aber nach einer relativ kurzen Zeit auch ohne Anwesenheitspflicht bei irgendeiner Ruhestelle eintritt, auf die ASVG Berechnung zurücksetzt und zumindest drei Jahre rückverrechnet, wird Ö schon einen Überschuss generieren.

Werden dann auch noch die ausgelagerten Privelegienvereine kurzerhand geschlossen, könnte man vor lauter Geldüberschuss, die von diesen unfähigen Blutsaugern angehäuften Schulden abzahlen, damit die nächste Generation nicht auch noch dieses Packerl schultern muss.

Bewegt man sich nicht in diese Richtung, was anzunehmen ist, bricht der Karren ohnehin bald zusammen.

Daher die beste Schlussfolgerung für die, die diesen Karren bisher zogen - dichtmachen und raus auf die Seitenlinie und zusehen wie das Gefährt die viel zu Vielen, die da bereits oben hocken, unter sich begräbt.

13 0

Das Schröpfen der EPU's einerseits und die Geldverschwendung der SVA auf der anderen Seite

Was mich richtig ärgert ist diese Scheinheiligkeit! Und am meisten vom Herrn McDonald, der ja nur um positive Presse bemüht ist und sich in Wirklichkeit nicht um die kleinen Selbstständigen schert!
Die Kleinunternehmer zu schröpfen und anschließend eine Veranstaltung nach der anderen zu schmeißen um mediale Aufmerksamkeit zu erhaschen und das exekutierte Geld aus dem Fenster zu schmeißen und sich mit Freunden zu betrinken, nachdem die Presse weg ist, zeigt ja wie sehr man sich für seine Versicherten einsetzt!
Vielen Dank Herr stv. Obmann für Ihren Einsatz!!! Ich fühl mich sehr gut betreut!!!


Gast: glau3
20.07.2012 12:18
9 0

Kammer der verderblichen Wirtschaft

Der Staat löst keine Probleme, der Staat ist das Problem.

Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 12:16
9 0

Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

Nach einer Meldung der BA befinden sich 43% der KMU perpanent in der Verlustzone!

Die gesamten Zwangsabgaben an den Staat können mehr als 50% der gesamten Wertschöpfung ausmachen!

Sollte trotzdem noch ein Gewinn erzielt werden, dann greift die Staatlichkeit wieder mit bis 53% zu!

Weil das aber so ist, auf gesetzlichen Grundlagen basiert, also von der Regierung so gewollt ist, so haben die Unternehmen / Unternehmer in Österreich folgenden Kennzahlen:

Eigenkapitalquoten:
Nach der KMU Untersuchung der Creditreform, Frühjahr 2012, hatten 21,9% der Unternehmen ein Eigenkapital von unter 10%. Bedeutet nichts anderes, als dass diese Unternehmen zu 90% den Banken und Lieferanten gehören!
Gleich 63,4% der Unternehmen müssen mit Eigenkapitalquoten von unter 30% arbeiten und sind dementsprechend gering Handlungsfähig. Bei dem großen Abkassieren der Staatlichkeit der erbrachten Leistungen von AG und AN auch kein Wunder.

Die Einkommensteuerstatistik 2009 gibt dann Auskunft über die Einkommen der Unternehmer:

55,9% haben ein Einkommen vor Steuern von unter 30.000.- EUR pro Jahr!

Weitere 22,7% haben es geschafft ein Einkommen von 30.000 bis 50.000.- Euro zu versteuern.

Der Rest, die hohen Einkommen betreffend, das werden wohl dann vorwiegend Unternehmer aus den geschützten Bereichen sein. Honorarschreiber, Zahnärzte, Notare, etc.

Unternehmen aus der Realwirtschaft haben in Ö keine Chance, sollen auch keine Chance haben. Der Gesetzgeber will es so!

Antworten Gast: Mai
20.07.2012 13:32
1 1

Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

Danke für Ihre wie immer präzisen Ausführungen.

Jedoch (schnell gerechnet):
Bei 30.000 / J vor Steuern müssen Sie ungefähr 41.000 / J inkl. SVA-Beiträge (rd. 11.000 / J) Einkommen vor Steuern haben (3.400 / Monat).
Das entspricht einem Bruttogehalt im ASVG von rd. 2.250 / Monat (14 x) oder 2.625 / Monat (12 x).
Durchschnittsverdienst in AT 2.605 / Monat inkl. Sonderzahlungen.
Von den 30.000 zahlen Sie 5.585 EST (21,40 %). Es bleiben also 24.415.
Der ASVG-ler im o.a. Beispiel bekommt 22.022 / Jahr "heraus".
Das um 10 % höhere Einkommen ist allerdings angesichts des Risikos (einschließlich Selbstbehalt in der KV von 20 %) eher als dürftig zu bewerten.

Es ist doch so:
Wenn jemand in seinem Beruf gut ist, muss er / sie keine Sorgen um den Arbeitsplatz haben und wird die Selbstständigentätigkeit eher nicht anstreben.
Dafür sprechen eher andere Gründe.

Aber daß der Staat in AT eher keine "unabhängigen" (als gäbe es das) Unternehmer und Selbstständige haben will, da haben Sie natürlich recht.

In AT liegt übrigens die Selbstständigenquote im europäischen Durchschnitt.
Nur die Griechen haben rd. doppelt so viel Anteil wie der Durchschnitt ...

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 13:52
7 0

Re: Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

Sie brauchen, um einen Einkommensvergleich herzustellen, gar nicht viel rechnen. Ein Blick auf die vorhandenen Daten reicht vollkommen.

Jahresbruttoeinkommen nach dem RH:
Arbeiter:................18.318.-
Selbstständige......23.657.-
Angestellte:...........34.146.-
Beamte:................51.228.-

Ich halte es für besonders krank, dass sogar der durchschnittliche Ruhegenuss (auch alle "Betriebspensionen der geschützten Bereiche, wie ORF, OeNB, Kammern, etc.) weit über den durchschnittlichen Einkommen der Selbstständigen liegen.

Staatliche Transferleistungen müssten, auch nach dem Sinn der Menschengrundrechte, auf jeden Fall unter den Aktiveinkommen der Menschen liegen, welche die Gesellschaft versorgen. Ich würde meinen, dass die Höchstpension durch staatliche Stellen auf jeden Fall unter dem Mindesteinkommen der Aktiven liegen müsste.

Zu bemerken ist noch, dass die Selbstständigenquote in Ö eine geschönte Darstellung ist, genauso wie die Zahl der Arbeitslosen. Es gibt eine Masse an fiktiven Unternehmen, welche nur gegründet wurden um ein anderes Unternehmen übernehmen zu können. Das wird so gemacht, weil es nur so USt. Vorabzug kommen kann. Einen anderen Sinn haben diese Unternehmen nicht und erbringen auch keine Leistung für die Gesellschaft. Der 2. wesentliche Fehler bei der Erfassung sind die vielen EPUs, welche zum Teil nur prekäre Arbeitsverhältnisse (zB importierte Pflegekräfte) sind. Auch die Honorarnotenschreiber, wie zB der Strasser?

Re: Re: Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

kann man es noch schöner sagen - Chapeau

Antworten Gast: Lesofant
20.07.2012 12:51
0 7

Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

Die 43% zahlen dann ja sowieso keine Steuern oder hat man bei Verlußten als Einzelunternehmer Steuern zu zahlen???

Und in den Jahren wo man dann Gewinne macht hat man als Unternehmer die Verlußtvortäge der vergangenen Jahre (80% des Gewinnes kann damit pro Jahr reduziert werden) und zahlt wiederum kaum oder gar keine Steuern.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 13:30
7 0

Re: Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

Unternehmen, welche Verluste schreiben, die bezahlen aber doch eine Menge an Staatsabgaben. Nicht nur, wie in diesem Artikel erkennbar, erhebliche SV Beiträgen, auch die Sozialabgaben für Beschäftige sind eine gewaltige Belastung und inzwischen auch Existenzbedrohend für das Unternehmen und die Arbeitsplätze.

Der Verlustvortrag bringt auch gar nichts, wenn die Unternehmen permanent in der Verlustzone sind. Das Argument ist also vollkommen sinnlos.

Der Staat Österreich hat aber ein todsicheres Geschäftsmodell für sich geschaffen, weil sogar Unternehmen mit Verlusten an diese Staatlichkeit bis über 50% der Wertschöpfung in Form verschiedener Zwangsabgaben abliefern. Der Staat braucht auch keinen Finger zu rühren, weil die Abrechnung, auf Basis immer komplizierterer Regelungen, eine Pflicht der Unternehmen ist und die Ablieferungen beim Staat eine Bringschuld der Unternehmen ist. Diese Staatlichkeit macht gar nichts, die kassiert nur voll ab. Abkassiert werden sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Dieses Geschäftsmodell der Staatlichkeit Österreichs ist auch deshalb Todsicher, weil es für viele Unternehmen den sicheren Tod bedeuten wird.

Genau aus diesem Grund sind die Unternehmen, welche die Möglichkeit dazu haben, auch verstärkt mit den Fluchtvorbreitungen beschäftigt. Wenn dieser Prozess abgeschlossen sein wird, dann wir Ö aus einem riesigen geschützten Bereich und Millionen an Transferleistungsbeziehern bestehen.

2 0

Re: Re: Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

ich meine die krankenversicherung sollte zu einer versicherungspflicht umgestaltet werden.
1 versicherung, egal ob man selbstständig oder/und unselbständig.

ist ja bei allen anderen versicherungen auch so. alleine das würde schon unmengen an verwaltung einsparen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 13:59
2 0

Re: Re: Re: Re: Nur Naive und Narren werden in Österreich noch Unternehmer!

Sie sprechen, betreffend der Krankenversicherung, das D Modell an. Ich sehe dieses auch brauchbarer als das Modell in Ö.

Betreffend der Zukunft von Unternehmen / Unternehmern in Österreich wäre das aber nur ein sehr kleiner Baustein bei der Gesundung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Disbalancen. Es gilt doch 1.000ende Details zu korrigieren. Wird aber nicht gemacht, der Trend geht genau zur weiteren Schädigung wie auch der letzten Bericht zum Standort Österreich deutlich gemacht hat. In diesen Kampf zu gehen hat doch keinen Sinn, weil dieser Kampf niemals gewonnen werden kann. Schlaue Menschen flüchten einfach nur.

Unternehmen, welche die Möglichkeit zur Flucht haben, die müssen das aus einem Selbstschutz heraus auch machen. Die Produktion und auch die Verwaltung wird verlagert werden, in Ö nur noch der Vertrieb, ev. Kundenservice, bleiben. Dem Beamtendespotentum in Österreich wird schon bald die Finanzierung abhanden kommen, den Österreichern die volkswirtschaftlich nützlichen Leistungen. Genau das ist in GR passiert.

Ich hab einen lässigen Zweitjob

als Radlkurier ablehnen müssen, wegen Scheinselbständigkeit, aber vor allem wegen der damit verbundenen SVA-Mindestbeiträge, die viel zu hoch sind gemessen an den Einkünften aus einer Halbtags- oder Teilzeitarbeit. Meine vier Mitbewerber wurden auch davon abgeschreckt. Ts, da wollen Leute von sich aus (mehr) arbeiten (gibt's eh schon immer seltener), aber die hohe Abgabenlast macht die Arbeit unrentabel.

Antworten Gast: 123abc
20.07.2012 16:36
0 0

Re: Ich hab einen lässigen Zweitjob

Sind Sie da auch wirklich richtig informiert worden?

Wenn Sie einen Zeitjob auf selbständiger Basis führen und der Erstjob eine unselbsändige Anstellung ist, dann werden auch die Versicherungsbeträge des Erstjobs bei der Berechnung der SVA-Beiträge berücksichtigt.

Haben Sie insgesamt die ca. 2.200.- an Versicheurngsbeiträgen geleistet, dann wird der Rest gestaffelt (je nach Bruttogehalt und Erträgen) berechnet.
Vielleicht liege ich mit dieser Info falsch.

An Ihrer Stelle würde ich noch mal nachfragen und die Aussagen in schriftlicher Form geben lassen.

Viel Erfolg!!!

Antworten Gast: Mai
20.07.2012 12:47
1 0

Re: Ich hab einen lässigen Zweitjob

Wenn Sie für Ihre Tätigkeit einen Gewerbeschein haben (lösen), zahlen Sie in den ersten 3 Jahren (später) als Mindestbeitrag / Monat:

8,25 Unfallversicherung, was angesichts dieses Jobs fair ist und in der Größenordnung einer Freizeitunfallversicherung beim Alpenverein liegt (kein Scherz, keine Ironie),
94,11 (114,60) Pensionsversicherung (mit entsprechendem Anspruch, wie auch immer Sie diesen sehen wollen) bzw. mehr entsprechend Ihrem Gesamtverdienst (bringt dann auch mehr Pension),
41,14 (51,33) Krankenversicherung bzw. mehr entsprechend Ihrem Gesamtverdienst
und ein paar Peanuts für die Selbstständigenvorsorge (die ich völlig unnötig finde).

Man kann natürlich finden, dass die Krankenversicherung unabhängig vom (Mehrfach)-Einkommen sein sollte (was ich finde), aber das ist ja nicht Sache der SVA.

Aber:
Sie sind jedenfalls in den ersten 3 Jahren für 49,39 und später bei geringem Einkommen für 59,58 / Monat unfall- und krankenversichert (wenn ich jetzt schnell richtig gerechnet habe).

Wenn der Job das nicht hergibt, sollte man diesen nicht annehmen.
Ich denke, da wird einfach zuwenig bezahlt.
Was aber auch nicht Sache der SVA ist.

MfG
Ein EPU

 
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