19.06.2013 23:38 Merkliste 0

Kärntner Hypo wird wohl weitere Milliarden brauchen

20.07.2012 | 10:11 |   (DiePresse.com)

Das wirtschaftliche Umfeld sei schlechter als erwartet, sagt HAA-Chef Kranebitter. Auch ÖVAG und KA-Finanz werden Geld brauchen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Hypo-Alpe-Adria-Chef Gottwald Kranebitter reagiert verärgert über Berichte, wonach in der Hypo größere Milliardenlöcher mit Staatsgeld zu stopfen wären. "Crash-Szenarien sind nicht unser Weg. Wir wollen mit möglichst wenig Geld auskommen", sagte Kranebitter Donnerstagabend vor Journalisten. Wieviel die notverstaatlichte Bank mit ihren besonderen Risiken im Zuge der jetzt laufenden Kapitalbedarfsermittlung tatsächlich braucht, rechnet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) über den Sommer durch. Laut Kranebitter hat sich das Umfeld freilich verschlechtert.

Unter Berufung auf vertrauliche Papiere der Kärntner Hypo Alpe Adria für das Finanzministerium hat das Magazin "Format" geschrieben, dass die Bank noch einmal zwei Milliarden Euro vom Staat braucht, in Stress-Szenarien vielleicht auch fünf Milliarden. Für den Fall eines beschleunigten Abverkaufs werde, so das Magazin, ein Verlust von mindestens zwei Milliarden Euro prognostiziert. Eine sofortige Liquidation, die eine Insolvenz der Holding samt Notverstaatlichung der Balkan-Tochterbanken zur Folge hätte, würde einen Verlust von mindestens fünf Milliarden Euro bedeuten, zitierte das Magazin aus einem Papier zur Umstrukturierung. In einem Worst Case, bei einem Schuldenschnitt von 50 Prozent, würde die Gesamtbelastung für die Republik bei rund zehn Milliarden Euro liegen, so "Format".

EU erwartet mehrere Szenarien

Die EU-Kommission verlange von jeder Bank in einem Beihilfeverfahren, verschiedene Szenarien durchzurechnen, sagte Kranebitter. Also optimistische, pessimistischere, Stress- und schließlich Abwicklungsszenarien und absolute Worst-Case-Rechnungen, die am teuersten wären. "Szenariorechnungen, die die EU verlangt, sind nicht der Plan der Bank", sagte Kranebitter.

Plan der Bank sein, mit möglichst wenig Kapitalbedarf auszukommen. Er wolle die Aufsicht nicht präjudizieren. In die neue Notenbank-Bewertung seit der letzten (die auf Basis der Bankdaten von Ende 2010 einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 1,5 Milliarden Euro ergab) würden laut Kranebitter die positiven Fortschritte der Bank beim Risikoabbau einfließen, anderseits aber auch das aktuelle schwierige Umfeld. Im übrigen habe man zu jedem Zeitpunkt das regulatorische Kapitalerfordernis erfüllt.

Man müsse realistisch sein, die konjunkturellen Einschätzungen von vor zwei Jahren seien nicht eingetreten. Laut Kranebitter ging damals niemand davon aus, dass in der Eurozone Italien und Spanien in solche Krisen gerieten und die Region Südosteuropa - wo die Hypo mit Banken in fünf Ländern aktiv ist - derart in der Rezession sei.

Kommunalkredit und ÖVAG kosten auch

Für die ebenfalls notverstaatlichte Kommunalkredit/KA Finanz ist für heuer nochmals von einer halben Milliarde die Rede, sie sitzt auf umfangreichen Anleihenbeständen und Credit-Default-Swaps von Euro-Krisenstaaten. "No comment", verlautete dazu aus dem Finanzressort. KA-Finanz-Vorstandschef Alois Steinbichler sprach der Causa am Freitag eine "akute Thematik" ab. Freilich würden aber laufend Szenarien im Zusammenhang mit dem Risiko-Abbau erörtert und gerechnet, sagte er.

Bei der Volksbanken AG (ÖVAG) hat der am Dienstagabend bestellte neue Chef Stephan Koren gleich vorweg nicht ausschließen können, dass bis zum Ende des Restrukturierungsprogramms (2017) nochmals ein Nachschlag an Staatshilfe nötig wird. Restrukturierungen kosteten oft mehr als angenommen, sagte Koren. Das hätten nationale wie internationale Beispiele schon gezeigt. Der Bund ist seit April mit 43 Prozent ÖVAG-Aktionär.

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

21 Kommentare
Gast: Test Again
24.07.2012 12:58
0 0

Mehr Geld?

...soll doch auch mal das Direktorium der Nationalbank und die hohen Herren der FMA direkt einzahlen, und die ORANGE Clique nicht vergessen...die belügen uns alle!!!

Gast: irgendwaslaeuftschief
21.07.2012 16:23
0 0

seltsame Logik

bei Konkurs wird das, was vorhanden ist, versilbert und die Gläubiger anteilsmässig ausbezahlt - punkt

Warum sollte es bei der HGAA anders sein? die Haftungen müssten überprüft werden, ob diese verbindlich sind, und überdies müssten auch die Verantwortlichen zur Haftung herangezogen werden, dann dürten wohl keine 5 Milliarden an Kosten mehr übrig bleiben

Wo kann man die tolle Berechnung der angeblichen 5 Milliarden nachlesen?


Gast: irgendwaslaeuft
21.07.2012 02:38
2 0

wer denn nun schon wieder

hat diese zahlen "gutachterlich" festgestellt? Wohl wieder das Gespann Altenberger-Siart - die schon birnbacherst Millionenhonorar für angemessen begutachtet haben - auch hier offenbar "auftragsgemäss"


Gast: growing_grass_listener
20.07.2012 23:13
3 0

Sofort abwickeln,

wegen Alternativlosigkeit!
Oder soll der Bürger noch mehr zahlen? Jeder weitere Tag kostet unglaubliche Summen.

Selbst wenn es jetzt nur noch ein "paar" Milliarden sind, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Bereits seit langer Zeit wussten die Bürger, dass die HAA noch öfter Hilfe brauchen wird - nur unsere Wirtschaftsweisen und Politiker wussten es scheinbar nicht!
Und die Story wird noch lange nicht zu Ende sein - deshalb: ABWICKELN!!

5 3

Danke Pröll Junior für die tolle Rettung!

Na, wer hat nun davon profitiert das die Bayern die Bank losgeworden sind?

Jede Bankenverstaatlichung ist Diebstahl am Steuerzahler!

Antworten Gast: TT1
20.07.2012 21:06
5 0

Re: Danke Pröll Junior für die tolle Rettung!

Und ich dachte, der Haider Jörg und die FPÖ haben dieses Milliardengrab geschaufelt. Der, der uns nie belogen hat.

Re: Re: Danke Pröll Junior für die tolle Rettung!

... das ist schon richtig, dass der Jörgl und seine Kumpanen für die Misswirtschaft verantwortlich sind.

Und Kulterer und Co, sollten für ihre Gier und Managementfehler zur Verantwortung gezogen werden.

Jedoch hat der Haider die Bank (rechtzeitig) wenn auch unter fragwürdigen Aspekten die Hypo an die Bayrischen Landesbank verkauft...

Warum nun der österr. Steuerzahler zum Handkuss kommt, dass kann halt nur der Pröll Jun. erklären...

Oder der Christian Konrad, nur den traut sich ja keiner Fragen...^^

Sind ja nur 5 Mrd.! Pff... kein Problem für den österr. Steuerzahler. Muss mann) halt im Hamsterrad einen Zahn zulegen...

Antworten Antworten Antworten Gast: Österreichischer Steuerzahler
21.07.2012 13:08
1 1

Re: Re: Re: Danke Pröll Junior für die tolle Rettung!

Ohne Verstaatlichung wäre die Hypo Konkursreif gewesen. Laut Bürgschaftsvertrag des Landes Kärnten mit den Gläubigern der Hypo wären die daraus resultierenden Haftungen 2009 über 21 Miliarden EURO bereits bei ERÖFFNUNG eines Insolvenzverfahrens schlagend geworden.

Ohne Pröll wäre heute auch Kärnten insolvent.

Mit Konrad hatte die Hypo absolut nichts zu tun!

Gast: Man könnte ja bei den Behinderten und Armen noch ein paar Euro einsparen.....FRÜHER wurden Banckster eingesperrt, HEUTE werden sie belohnt!....WARUM???
20.07.2012 15:41
1 1

ich frage mich schon länger ganz etwas anderes......

....WO werden die Erdlöcher sein, von denen man die 3löcher rausholen wird.......in Südamerika?(Chile?).....Südafrika?.....Russland?.....Attnang-Puchheim?.....

Gast: wie wahr
20.07.2012 14:46
1 0

Es gebe eine Verantwortung für den Finanzplatz, eine unternehmerische Verantwortung, so Fekter, "und ich trage die Steuerzahler-Verantwortung."


Kärntner Hypo wird wohl weitere Milliarden brauchen


Aber die Verantwortlichen putzen sich ab: das BZÖ, die FPK, die ÖVP und FPÖ.

Die Sonne lacht über Kärnten - nur, jetzt mit einer völlig anderen Bedeutung!

Re: Kärntner Hypo wird wohl weitere Milliarden brauchen

es ist ein altes Muster: die Gruppe/Partei, die lange zusehen musste wie die anderen sich alles aufteilten, kaum kommt sie dran, macht sie es besonders extrem, um aufzuholen; all die jahr hatte man sich ja geärgert, das man nicht mitnaschen konnte :-)

Um das Muster zu brechen, muss man ehrlich sein und alle entlarven-das System entblößen, nicht immer nur die die jeweils gerade leicht zu erwischen sind.

Kärnten ist

eben das Griechenland Österreichs,aber vermutlich noch korrupter?

Re: Kärnten ist

was ich besser kenne, halte ich schnell für das beste (Land etc) oder das schlechteste

Wenn das wirtschaftliche Umfeld schlechter ist als erwartet dann werden auch die maroden Staaten mehr Geld brauchen

http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/politik/petition-vorabpruefung-von-voelkerrechtlichen-vertraegen-d224564.html

6 1

Kommentar vom März 2010


Die Verstaatlichung hat kein einziges Problem gelöst. Lediglich die Hauptgeschädigten wurden ausgetauscht. Nicht die bayerischen Steuerzahler, sondern die österreichischen.

Der Gesamtschaden der Hypo AA wird 10 Milliarden übersteigen. Eventuell sogar noch höher, wenn wesentliche Teile der Haftung Kärntens schlagend werden.
Wenn das gesamte derzeitige Kreditportfolio 42,7 Milliarden ausmacht, dann kann der Gesamtschaden sogar 20 Milliarden erreichen.

Danke Herr Pröll, dass wir das zahlen dürfen. Für Kindergärten, Mindestsicherung und Universitäten ist dann tatsächlich kein Geld mehr da.

Ein Faß

ohne Boden

Dank Jörg Haider und seine Bubalan!

Antworten Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 12:26
5 0

Re: Ein Faß voller Horror!

Diese Bank, wo Parteibonzen Kapitalisten spielen wollten, hat einen gewaltigen Schaden über Österreich gemacht. Die, sozialdemokratisch geführte, Bundesregierung hat dann diesen Schaden noch erweitert, weil diese Bank plötzlich als "Systemrelevant" betrachtet worden ist. So wurde eine Heilung des Marktes durch unfähige Marktteilnehmer verhindert.

Das Problem von planwirtschaftlichen Parteibonzen beim Kapitalistenspielen kann aber nicht alleine bei den Blau- Orangen Misthaufen festgemacht werden.

Die Bawag war ja das Spielzeug des Roten Misthaufens Österreichs und hat auch einen gewaltigen Schaden verursacht und hat fast den ganzen Streikfonds (gut gefüllt über Dekaden!) verbraucht. Das Verwirtschaften der "staatlichen Privatstiftung" (pervers, oder?) der Stadt Wien steht auch im Zusammenhang mit einer Bank. Richtig krank war dann das Zusammenspiel der Bawag mit den Parteibonzen der Stadt Linz wo ohne Kapitaleinsatz gleich 100erte Millionen in den Sand gesetzt wurden.

Der Schwarze Misthaufen ist aber auch nicht schlecht beim Verwirtschaften. Die Schwarzen Planwirtschafter von Tirol haben" deren Bank" schon 2 x in den Bankrott getrieben und mit Zwangsabgaben retten müssen.

Das Verwirtschaften von Parteibonzen scheint ein Naturgesetz zu sein, welches auch in den Bereichen ÖBB, Bildung, Flughafen, Telekom, Kammern, etc. ersichtlich wird. Das Verwirtschaften von volkswirtschaftlichen Leistungen durch Parteibonzen kann nur durch vollständige Privatisierungen beendet..

Antworten Antworten Gast: TT1
20.07.2012 21:10
3 0

Re: Re: Ein Faß voller Horror!

Sie können mir sicher ebenso wortgewaltig die Landeshaftung von Kärnten auf diese Bank erklären, die dank dem Jörgl um mehr als das Zehnfache des Landesprodukts beträgt. Diese wäre schlagend geworden. Ihre Erklärung bitte!

kein Cent mehr in das Fass ohne Boden !

abwickeln und die (ueberlebenden) Verantwortlichen ENDLICH ALLE vor Gericht bringen und die Verfahren NICHT wieder vorzeitig einstellen !

Hobbyökonom