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Raiffeisen: Bedenken gegen weiteren Kapitalaufbau

20.07.2012 | 11:22 |   (DiePresse.com)

Der Chef der Raiffeisen Bank International, Herbert Stepic, sagt, dass der Markt für eine weitere Kapitalaufnahme ungünstig ist.

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Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) arbeitet derzeit an einem Sparprogramm, das Filialkürzungen und einen Mitarbeiterabbau nach sich ziehen wird. Dass die strengen Kapitalvorgaben der europäischen Aufsicht EBA dauerhaft gelten sollen, hat Raiffeisen nicht überrascht. Bedenken äußerte RBI-Chef Herbert Stepic im Interview im "WirtschaftsBlatt" zu Anregungen der Notenbank, die Großbanken mögen weiter Kapital aufbauen.

Raiffeisen hat die von der EBA per Ende Juni vorgegebene neue Kapitalvorschrift (neun Prozent hartes Kernkapital) erfüllt. Dass diese neun Prozent weiter gelten, hat Stepic erwartet. "Alles andere wäre eine Überraschung gewesen."

"Markt gegen Kapitalaufnahmen"

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat den heimischen Großbanken empfohlen, weiter Kapital aufzubauen. Befragt, ob die RBI dem Wunsch nachkommen wird, sagte Stepic: "Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht für sinnvoll halte, vor allem in einer Zeit, wo die Marktgegebenheiten gegen Kapitalaufnahmen sprechen".

"Wir haben nach wie vor einen schlecht funktionierenden Aktienmarkt", gab der RBI-Chef zu bedenken. Auf der anderen Seite forderten die Regulatoren wie die EBA eine Kapitalerhöhung innerhalb von sieben Monaten "und der Staat versteuert uns über die Bankensteuer das Geld weg. Wir werden von drei Seiten kontradiktorisch gefordert."

"Bankaufsicht sinnvoll"

Für sinnvoll hält der Banker den Vorschlag, die Bankenaufsicht künftig bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anzusiedeln. Das sei "wesentlich sinnvoller als bei der EBA". Stepic tritt für ein Zusammenziehen von Geldmarktstabilität und Bankenaufsicht ein.

Vom aktuellen Sparpaket im RBI-Konzern sind keine Märkte ausgenommen. "Wir wollen nicht nur keine Kostensteigerung, sondern eine flache Kostenentwicklung haben, und das auf Eurobasis, stellte Stepic fest. "Damit solle die Inflation in der gesamten Gruppe abgefedert werden.

Personalabbau

Das bedeutet auch Filialkürzungen und Personalabbau. "Das werden nicht mehr riesige Ziffern sein. Personalmäßig wird das aber in allen Ländern ein Thema sein."

Russland werde absolut der Haupttreiber für die RBI bleiben, bekräftigte der RBI-Chef. "Das ist meiner Meinung nach das zweite Rückgrat für uns."

"Schlechte Entwicklung in Ungarn"

Bei den notleidenden Krediten der RBI geht er im heurigen Jahr von stabilen Raten aus. "Wir haben Länder, die sich schlecht entwickeln wie Ungarn oder langsam erholen wie die Ukraine oder Länder, die sich sehr rasch erholen wie Russland. Dort haben wir hohe Reserven aufgelöst."

Österreich entwickle sich auch gut, weil es keine Schadensfälle gebe. In Ungarn dürfte die neue Transaktionssteuer die Bank etwas über 30 Millionen Euro kosten. Frisches Kapital werde die Ungarn-Tochter heuer keines brauchen, sie bleibe jedoch leider in der Verlustzone. Kein neues Geld brauche die Tochter in Slowenien, die sei ausreichend kapitalisiert.

"Bleibe, solange es Aktionäre wollen"

Im Frühjahr hat Stepic die Chancen auf einen Euro-Austritt Griechenlands mit 50 zu 50 beziffert. Daran habe sich leider nichts geändert. "Der Euro-Austritt ist für das betroffene Land und die anderen Staaten die teuerste und unbequemste Lösung. Daher werden sie alles tun, um das hintanzuhalten."

Auf die Frage, wie lange er den Job als Vorstandsvorsitzender der RBI noch machen will, sagte Stepic, er "bleibe, solange es die Aktionäre wollen und bis das Riesenschiff wieder in ruhigen Gewässern fährt. Ein vorzeitiger Rücktritt wäre verantwortungslos."

(APA)

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9 Kommentare
Gast: Test Again
23.07.2012 13:20
0 0

Auuutsch

Also nach 10 Jahren und vielen Bilanzmanipulationen gibt er es zu = doch ein riskantes Spiel sein "Go East Young Man"

wieso denn nicht einfach

mit zwangsanleihen (natürlich nicht für die reichen ;) )

Gast: growing_grass_listener
20.07.2012 13:24
3 0

Martgegebenheiten gegen Kapitalaufnahmen.....

nun, da liegt ein Banker wie Stepic mit seiner Menung ja völlig richtig........in Anbetracht der gegenwärtigen Situation am Bankenmarkt wäre es ein Wahnsinn weiteres Kapital einzubringen. Das zahlt doch ohnehin der Steuerzahler falls es zu finanziellen Krisen und/oder Verlusten in der Bank kommt.

Und in Österreich gibt es keinen Konkurs für Banken, die wird immer gerettet - zumindest so lange wir eine Regierung haben, welche keine Regeln/Gesetze für eine Abwicklung eines Bank-Konkurses erstellen kann!
Da scheinen mir die Pappenheimer völlig überfordert zu sein.

Viel einfacher ist es doch, eine Berechnung einer Konkurs-Situation (nach EU-Vorschrift) von der OeNB durchführen zu lassen - die berechnet immer mehr als die doppelte Summe als Konkurskosten für den Steuerzahler. Weshalb diese völlig untaugliche Schmierenkömödien-Einrichtung OeNB (siehe Skandale-Münze) überhaupt noch etwas zu melden hat, ist schleierhaft - die haben noch nie eine sinnvole Handlung erbracht, kosten dafür aber sehr viel....

Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 12:44
2 0

Weiterer Kapitalaufbau?

Der Typ muss doch einen Huscher haben, wenn er von weiteren Kapitalaufbau schwafelt. Der kann dann seine eigenen Bilanzen nicht kennen!

Tatsache ist, dass die RBI keinen Kapitalaufbau gemacht hat!

Eigenkapitalquotenentwicklung RBI, jeweils zum Jahresende:
2008: 7,63%
2009: 9,55%
2010: 7,93%
2011: 7,44%
Auch wenn man das, für die Banken sehr kritische, Jahr 2009 ausblendet, dann kann man erkenne, dass kein Kapitalaufbau betreffend der Eigenkapitalausstattung erfolgt ist!

Bei der RBI konnte der Eigenkapitalaufbau also nicht mit der Entwicklung der Bilanzsumme mithalten und hat damit die Substanz der Bank eher verschlechtert als verbessert. Diese Entwicklungen konnte nicht einmal von Milliarden an staatlichen Partizipationskapital kompensiert werden.

Das Problem der RBI ist aber weniger das fehlende Eigenkapital als die kranke Bilanzsumme in Verbindung mit viel zu hohen internen Kosten. Die Bilanzsumme wurde durch Stundungen und Umschuldungen immer weiter in de Höhe getrieben um eine bessere Lage bei den NPLs zu zeigen. Diente nur zum Risikoverstecken. Im Bankenkrisenjahr 2009 hatte die Bank 56.530 Mitarbeiter und bis Ende 2011 auf 59.261 Mitarbeiter erweitert. Das kann niemals Gut gehen.

Da war kein Kapitalaufbau, sondern nur Risikoaufbau und ein Kostenaufbau!

Wer stoppt den Stepic?

Antworten Gast: Erstdenkendannschreiben
20.07.2012 14:50
0 0

Re: Weiterer Kapitalaufbau?

Woher haben Sie diese falschen Eigenkapialquoten? Selbst errechnet mit Hilfe von Wikipedia?

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
20.07.2012 15:59
0 0

Re: Re: Weiterer Kapitalaufbau?

Diese nominellen Eigenkapitalquoten wurden der RBI Bilanz entnommen, welche für alle börsennotierten Unternehmen auf der Homepager der Schöllerbank veröffentlicht werden.

Vielleicht schauen Sie sich die einfachen Bilanzzahlen auch mal selber an. Sie brauchen ja nur das Eigenkapital duch die Bilanzsumme zu dividieren, dann noch mal 100 und Sie haben schon das nominelle Eigenkapital in % bekommen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Banking
21.07.2012 08:54
0 0

Re: Re: Re: Weiterer Kapitalaufbau?

Wenn die Bilanzsumme steigt und die Kapitalquote prozentuell gleich bleibt - kommen Sie da nicht auf die Idee, dass offenbar auch das EK zugenommen haben muss?

PS: wissen Sie eigentlich, dass das EK der Motor für die Kredite ist? Je höher die Quote, desto ineffizienter der Betrieb. Mehr EK für die Banken = weniger Kredite für den Markt. Ok, die Banken sind dafür "sicherer", aber es bedeutet auch, dass Leute/Firmen mit schlechteren Bonitäten kein Geld mehr bekommen .... kennen Sie die folgenden Auswirkungen auf Ihre persönliche Lebenssituation?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
21.07.2012 13:32
0 0

Re: Re: Re: Re: Weiterer Kapitalaufbau?

Je höher das EK desto höher die Effizienz?

Ich meine mich zu erinnern, dass erst kürzlich eine Schweizer Studie zu den besten Unternehmen betreffen Kapitaleffizienz gemacht wurde. Gewonnen hat ein Schwedisches Unternehmen, auch MM aus Ö war dabei. Der Beurteilungsparameter war die Gesamtkapitalrendite. Interessant war, dass die Sieger allesamt eine hohe EKQ hatten!

Ich würde meinen, dass Ihre Aussage in der Praxis dann doch nicht stimmen kann, auch wenn es eine einfache mathematische Funktion ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
21.07.2012 13:28
0 0

Re: Re: Re: Re: Weiterer Kapitalaufbau?

Klar hat die nominelle EKQ zugenommen. Es ist so, dass ein Tischer mit 2 Mitarbeitern weniger Kapital braucht als ein Industriebetrieb mit 5.000 Mitarbeitern. Genau daher wird auch immer die EKQ als Parameter herangezogen um eben im Verhältnis zur Unternehmensgröße die eigene Substnaz zu zeigen. Diese Substanz, im Verhältnis zur Unternehmensgröße hat sich bei der RBI aber verschlechtert.

Ich kenne auch den Leverage Effekt sehr gut, halte diesen aber, weil viele wichtige Parameter des Unternehmens nicht berücksichtig sind, für einen totalen Unsinn wenn es um gesundes Wirtschaften geht.

Ich bin auch überzeugt, dass in den letzen Dekaden die Kreditvergabe einfach nur fahrlässig erfolgt ist, weil Projete / Personen / Unternehmen ohne ausreichende Bonität mit Schulden abgefüllt wurden. Das ist heute genau das Problem der Banken, auch der Schuldner.

Kreditvergaben ohne Eigenkapital von min 30% von den Schulndern, oder Sicherheiten mit 150% der Kreditsumme (auch Immos) wären notwendig gewesen. Limits bei der Vergabe an Staaten wären auch zu ziehen gewesen sein.

Ich halte es im Unternehmen schon länger selber mit einer hohen EQK und bin damit auch im Krisenjahr 2009 sehr gut gefahren. Nach 2009 ging die Post ab, weil wir einfach stärker als der überschuldete WB aus der Krise Gefahren sind.

Ich kann sehr gut ohne Kredite leben und auch das Unternehmen weiter ausbauen.

Es hat doch keinen Sinn, wenn versucht wird, dass die ganze Gesellschaft in Schulden erstickt!

Hobbyökonom