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Fekters Quartiersuche: Barockpalais oder Glaspalast?

20.07.2012 | 18:22 |  HEDI SCHNEID (Die Presse)

Die mit 200 Millionen Euro doppelt so teuer wie geplante Adaptierung des Stammsitzes in der Wiener Innenstadt ist abgeschlossen. Die 650 Ministeriumsmitarbeiter sollen zurückübersiedeln.

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Wien. Das Haus ist historisch extrem wertvoll und ein architektonisches Juwel, gleichzeitig aber eine Kostenbombe: Die Rede ist vom Stammsitz des Finanzministeriums in der Himmelpfortgasse im ersten Wiener Gemeindebezirk. 200 Mio. Euro hat die von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Jahr 2000 initiierte Renovierung des ehemaligen Winterpalais des Prinzen Eugen und des Gebäudes gegenüber mit allen Nebenkosten verschlungen – mehr als doppelt so viel wie geplant, wie der Rechnungshof (RH) feststellte.

Jetzt ist die Generalsanierung so gut wie abgeschlossen, „noch im Juli wird das Palais fertig“, berichtet der Chef der Burghauptmannschaft, Reinhold Sahl, der „Presse“. Die Probleme – abseits der Budgetüberschreitung – sind für Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) damit aber noch lange nicht beseitigt.

Sie muss nun ein Machtwort sprechen, ob die rund 650 Mitarbeiter des Ressorts in dem modernen, funktionellen Ausweichquartier in der Hinteren Zollamtsstraße bleiben oder in das Barockpalais zurückübersiedeln. Die Entscheidung, die laut Fekters Sprecher Gregor Schütze unmittelbar bevorsteht, könnte eine Überraschung bringen: Hatte es lange Zeit so ausgesehen, dass das Pendel in Richtung Moderne ausschlägt, so scheint nun eher die Rückkehr in die Himmelpfortgasse wahrscheinlich. Der Clou: Fekter selbst will dem Vernehmen nach mit ihrem Stab jedoch in der Zollamtsstraße bleiben. „Es ist noch nicht offiziell entschieden, ob wir übersiedeln, und wenn, wer“, sagt dazu Schütze.

 

„Österreichische Lösung“

Viel deute auf eine typisch „österreichische Lösung“ hin, heißt es im Ministerium. Dafür sprechen zwei Aussagen: „Wir arbeiten planmäßig auf den Einzug von rund 600 Beschäftigten hin“, sagt Sahl. Ernst Eichinger, Sprecher der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), der das Gebäude in der Hinteren Zollamtsstraße gehört, meint hingegen: „Der Mietvertrag mit dem Finanzministerium ist aufrecht, eine Kündigung ist uns nicht bekannt.“

Fekter ist in einer Zwickmühle: Die Übersiedlung in ein sündteuer renoviertes Innenstadtpalais dürfte just vor der Nationalratswahl für Gesprächsstoff sorgen, den die Politikerin tunlichst vermeiden möchte. Zumal das Projekt nicht nur wegen der vom Rechnungshof aufgezeigten Kostenexplosion umstritten ist. Es kam auch im Zusammenhang mit der Buwog-Affäre ins Kreuzfeuer der Kritik und war Thema im Korruptions-U-Ausschuss.

Als das Handelsgericht und das Finanzamt aus zwei Liegenschaften in der Riemergasse in den „Justiztower“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur Zollamtsstraße aussiedelten, wurden die Gebäude in der Riemergasse als Ausweichquartiere ins Auge gefasst. Dann änderte das Finanzministerium seine Strategie: Auf Wunsch Grassers wurden der Baukonzern Porr und der Immobilienmakler Ernst Karl Plech eingebunden. Diese empfahlen die Aussiedlung in die Zollamtsstraße sowie den Verkauf der Häuser in der Riemergasse und auch des vom Finanzressort genutzten Komplexes auf der Kärntner Straße, wie der RH betont. Plech, der zudem Mitte 2001 bis Mitte 2007 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BIG war, hatte eine Unvereinbarkeit und die Einbindung in das Projekt wiederholt in Abrede gestellt.

 

Maßgeschneiderte Adaptierung

Fekter ist Kritik aber ebenso sicher, wenn das Ressort nicht in die Himmelpfortgasse zieht. Zumal sich für die auf die Bedürfnisse des Finanzressorts maßgeschneidert adaptierten Häuser nicht so schnell neue Mieter finden dürften.

Eine „Verteilung“ des Finanzressorts auf mehrere Standorte bedeute nicht nur „zurück an den Start“ mit Logistik– und Kommunikationsproblemen: Sie sei auch teurer, weil das Ressort für die Zollamtsstraße und das Haus Himmelpfortgasse 9 Miete an die BIG zahlen müsste (für das im Bundesbesitz stehende Palais gibt es keine Miete).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)

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35 Kommentare
 
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Update

Mein Beitrag ist zwar obsolet, aber, wie ich prophezeit habe: Heute ist der 6.August, die Fassade Johannesgasse ist noch immer teilweise eingerüstet, die Innenhöfe eine riesige Baustelle, also von Fertigstellung keine Spur.

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Fekters Quartiersuche: Barockpalais oder Glaspalast?

wie wärs mit dem LG2 am Lärchenfeldergürtel ?

Dort wären dann auch einige Zellen sicher noch frei ;-)

1 0

Fertiggestellt

Ich gehe jeden Tag in der Früh an der Baustelle in der Johannesgasse vorbei. Wenn man in die Höfe schaut, sieht man, daß diese tief aufgegraben sind, die Fassade ist noch teilweise eingerüstet und die Bagger fahren ein und aus. Für mich sieht das nicht nach Fertigstellung aus.

Gast: schüsselfekter
21.07.2012 17:08
2 0

die grassergang hat wieder zugeschlagen


ein Zirkuszelt

hätt's auch getan

Gast: b754
21.07.2012 15:12
3 1

övp = wirtschaftspartei

wer wird da wieder mitverdient haben so ein vorhaben braucht viele berater

Gast: Defender
21.07.2012 14:24
6 0

Nötig war die Sanierung

des historischen Gebäudes ohnehin, Kostenüberschreitungen sind wir bei Neubauten leider schon gewohnt, bei der Sanierung eines solchen Gebäudes gibt es eben (noch mehr) Seigerungsquellen.

100 Mio Kostenüberschreitung für ein historisches Gebäude in Österreich ist mir jedenfalls wesentlich lieber als Kredite und Bürgschaften für gewisse Länder.

Antworten Gast: KHG's Bubi
21.07.2012 18:24
3 0

Re: Nötig war die Sanierung

Die Sanierung war überhaupt nicht nötig, weil große Teile des Palais kurz zuvor bereits saniert worden sind. Die Generalsanierung war für Graser nur der Vorwand, um das Gebäude Himmelpfortgasse 4 an P&K verscherbeln zu können. Ist sicher alles supersauber abgelaufen und keiner hat mitgeschnitten!

Gast: zenturiokl
21.07.2012 12:34
6 1

im rahmen

besser man saniert und restauriert das ehemalige wunderschöne winterpalais von prinz eugen, als ließe es verfallen. wieviele hunderte von millionen euro gehen für die scheinasylanten den bach hinunter und täglich wird es mehr.

Antworten Gast: Dietmar Scholkan
21.07.2012 13:10
3 1

Hunderte Millionen

gehen für Österreichs Korrupte drauf. Und die reden sich dann immer auf eine angeblich Schaden treibende Randgruppe aus. Ablenkungsmanöver.

Gast: m. maik
21.07.2012 12:14
3 2

Bei diesem Dilettantismus,

den wir Steuerzahler mit Millionen und Abermillionen finanzieren, stellen sich einem die Haare auf.
Da wird ein Haus für 200 Mio restauriert und exakt für das BMF adaptiert, ohne dass man wusste, ob dieses dort überhaupt wieder einzieht?

Bin auch neugierig, welche Freunderln bei den diversen Übersiedlungen von einer Adresse zur anderen wieder Millionenprovisionen und Beraterhonorare einstreifen werden.

Aber was soll's, wir ham's ja. Und sind eine geduldige Schafherde. Noch.

Gast: Grüße aus Lachtal
21.07.2012 12:00
1 1

... mit 200 Millionen Euro doppelt so teuer wie geplant ....

Die Frau Fekter hat von dem all nichts gewusst.

Antworten Gast: Peter Zugg
21.07.2012 13:08
1 0

Der FPÖ-Finanzminister Grasser

hat das in Auftrag gegeben. Dass da mal wieder Kostenüberschreitungen auftreten, war klar. Noch nicht klar ist, welcher Fler hier profitiert hat.

0 0

...

armes hascherl, jetzt weiss ich warum armut an gewalt gebunden ist und nicht an arme hascherl... ich mag das nicht!

Gast: friedhofsgärtner
21.07.2012 11:31
2 0

was sind das doch

alle für knickrige Korinthenkacker, wegen der lumpigen paar Euro so ein Getöse. Hättens dort eine Schottergrube machen sollen ? Sie haben es ohnehin geschafft , beim Finanzneubau bei
gleich hoher Miete die Fläche zu halbieren, das ist doch schon eine ökonomische Leistung. Ja, die Christlichen verstehen eben etwas vom Geld ( wer
verdient da eigentlich dick und fett ?).

Gast: friedhofsgärtner
21.07.2012 11:30
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was sind das doch

alle für knickrige Korinthenkacker, wegen der lumpigen paar Euro so ein Getöse. Hättens dort eine Schottergrube machen sollen ? Sie haben es ohnehin geschafft , beim Finanzneubau bei
gleich hoher Miete die Fläche zu halbieren, das ist doch schon eine ökonomische Leistung. Ja, die Christlichen verstehen eben etwas vom Geld ( wer
verdient da eigentlich dick und fett ?).

Gast: friedhofsgärtner
21.07.2012 11:30
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was sind das doch

alle für knickrige Korinthenkacker, wegen der lumpigen paar Euro so ein Getöse. Hättens dort eine Schottergrube machen sollen ? Sie haben es ohnehin geschafft , beim Finanzneubau bei
gleich hoher Miete die Fläche zu halbieren, das ist doch schon eine ökonomische Leistung. Ja, die Christlichen verstehen eben etwas vom Geld ( wer
verdient da eigentlich dick und fett ?).

Gast: friedhofsgärtner
21.07.2012 11:30
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was sind das doch

alle für knickrige Korinthenkacker, wegen der lumpigen paar Euro so ein Getöse. Hättens dort eine Schottergrube machen sollen ? Sie haben es ohnehin geschafft , beim Finanzneubau bei
gleich hoher Miete die Fläche zu halbieren, das ist doch schon eine ökonomische Leistung. Ja, die Christlichen verstehen eben etwas vom Geld ( wer
verdient da eigentlich dick und fett ?).

Wer hat...

der tut.

um des bürgers geld ist denen kein aufwang zu kostspielig



ob schwarz oder blau wie abgehoben dürfen finanzminister sein?

Antworten Gast: Gewerke
21.07.2012 11:12
2 1

Re: um des bürgers geld ist denen kein aufwang zu kostspielig

alles kein problem!! anständige unterkunft,anständige bezahlung, (von mir aus auch mehr als jetzt)genügend kompetentes personal,aber dafür auch top arbeit abliefern, u. top leistung bringen ohne wenn u. aber u. fehler werden wie in der privatwirtschaft bestraft,kein sozialisten larifari u. ahnnugslosigkeit a'la ? !! ansonnsten büro direkt an der triester ,ebenerdig mit wc am gang ,gemeinschafts- wc mit den anderen hausbewohnern damit man das gefühl für "die menschen draussen" nicht verliert,kapito !!

Gast: Alexandrit
21.07.2012 09:29
1 1

Wer hat

das bezahlt? Kommt das Geld noch von Österreich und seinen Bürgern? Oder war es ein Geschenk von der EU/ESM und Hochfinanz für den Hochverrat an diesem Lande???

Gast: Presseleser
21.07.2012 09:16
1 0

Keine Miete

in der Himmelpfortgasse.

Jedem Firmenchef fiele die Wahl leicht.



Gast: argesauge
21.07.2012 08:22
2 0

die himmelpforte

wurde genau auf die bedürnisse und nach wünschen des BMF umgebaut - jetzt nicht zu übersiedeln wäre ein Schildbürgerstreich!

Vorschlag:
Das Parlament wird generalsaniert - die Bediensteten übersiedeln in die Himmelpforte - diverse frenderln dürfen dabei wieder kräftig abcashen - die fekter darf im GlasBau bleiben - und alle sind zufrieden!


2 2

Geld des Steuerzahlers spielt keine Rolle

in Österreich wenn es um Befindlichkeiten unserer Oligarchen geht. In der Schweiz hätte man per direkter Demokratie abgestimmt und schon vor dem Unsinn eine vernünftige Entscheidung getroffen.

Aber bei und darf vom angeblichen Souverän nicht mal über Hundstrümmerln abgestimmt werden.

Gast: Gonzo
21.07.2012 01:17
1 0

Glasknast

natürlich.

 
12

Hobbyökonom