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Die Osteuropa-Zentrale Wien gerät unter Druck

23.07.2012 | 11:49 |   (DiePresse.com)

Immer öfter müssen die Vorteile vom Standort Wien gegen Konzernzentralen verteidigt werden. Die virtuelle Vernetzung macht Regionalzentren entbehrlicher.

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Wien ist als Standort für regionale Firmenzentralen insbesondere für die Märkte in Zentral- und Osteuropa nach wie vor sehr attraktiv - "aber die Anforderungen verändern sich laufend", sagt Leo Hauska von Headquarters Austria (HQ Austria). Zwar sei die Anzahl der Headquarters in Wien stabil, aber von den regionalen Headquarters seien nur noch rund zwei Drittel rein für CEE zuständig, sagte Hauska.

Die Wirtschaftskammer Wien hat in den letzten zweieinhalb Jahren mehr als 60 international tätige Headquarters in Wien befragt und dabei festgestellt, dass einige Standortverantwortliche gegenüber ihren Konzernzentralen immer öfter die Vorteile des Standortes Wien verteidigen müssen. Viele der Konzerne hätten nämlich in den CEE-Ländern selbstständig agierende Niederlassungen aufgebaut und die Bedeutung der regionalen Headquarters sinke wegen der modernen Kommunikationstechnologien und der virtuelle Vernetzung.

"Konkurrenz noch weit entfernt"

Dennoch sei Österreich und insbesondere Wien nach wie vor ein guter Headquarters-Standort, sagt Hauska. Auch im Vergleich zu anderen Ländern und Standorten, "wenn man jetzt beim Segment Headquarters für Zentral- und Osteuropa bleibt, da kommt niemand an Österreich und Wien derzeit noch heran." Auch die unmittelbaren Konkurrenten wie Prag, Budapest, Bratislava oder Warschau "sind noch weit entfernt von dem, wo sich derzeit Wien befindet".

Alleine in den letzten zwei Jahren hätten sich fünf internationale Unternehmen mit insgesamt mehr als 1.000 Mitarbeitern in Wien angesiedelt. Die derzeit rund 1430 ausländischen Investoren stellen laut WK-Zählung mit 102.000 Beschäftigten rund ein Fünftel der Arbeitsplätze in der gewerblichen Wirtschaft.

Anfang Oktober veranstaltet Headquarters Austria gemeinsam mit der Wirtschaftskammer in Wien den ersten europäischen Headquarters-Kongress.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
23.07.2012 16:37
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Die Branche "Headquarter" ist für Österreich durchaus sehr bedroht!

Wie im Artikel auch beschrieben geht es in erster Linie um die fortgeschrittene Selbstständigkeit der einzelnen lokalen Niederlassungen. Wenn die lokalen Einheiten selbständig funktionieren, dann ist die zusätzliche Organisationseinheit "Headquarter" zunehmend nicht mehr erforderlich. Kein Frage, dass verantwortliche Unternehmensleiter diese Kosten dann nicht mehr mittragen wollen / können. Je besser die Unternehmen funktionieren (werden), desto geringer wird der Bedarf an ausgelagerten "Headquaters". Eine laufende Schrumpfung der Beschäftigungszahlen in den administrativen Einheiten muss also erwartet werden.

Heute scheint es eher so zu sein, dass viele Verlagerungen von Produktionseinheiten und der Aufbau von lokalen Vertriebsstrukturen ein "Headquarter" zur Steuerung und Kontrolle brauchen. Mit dem Abschluss der Verlagerungen, dem erfolgreichen Marktaufbau, wird es aber zunehmend keine Aufgaben für die externen "Headquartes" geben. Der Wettbewerb, also der Kostendruck, wird zur beschleunigten Bereinigung führen.

Wahrscheinlich wird aber noch sehr viel umgebaut werden, besonders die Produktionsverlagerung aus F/I/A in die neuen EU Länder wird noch einige Zeit brauchen und sorgt so für den heutigen Bedarf. Leider werden mittelfristig dann für Ö die "Headquaters" genauso verloren gehen wie weitere Bereiche der Ö Produktionen. In Ö werden am Ende nur die lokalen Vertriebseinheiten bleiben, wenigstens solange die Österreicher noch was kaufen können.

Antworten Gast: Leo Hauska
24.07.2012 10:32
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Re: Die Branche "Headquarter" ist für Österreich durchaus sehr bedroht!

Headquarters werden immer gebraucht!

Headquarters sind notwendige Steuerungszentralen und werden durch das Anwachsen der Multinationalen Unternehmen sogar immer wichtiger werden. Die aktuellen Fragen sind aber: Wieviele HQ braucht ein Konzern in Europa? Welche Funktionen haben HQ von morgen? Und wo sind die besten HQ-Standorte?

Hobbyökonom