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Post: Aufregung um erfundene Werbe-Interviews

24.07.2012 | 12:55 |   (DiePresse.com)

Die Post verwendete für eine Inseraten-Kampagne erfundene Interviews mit Mitarbeitern. Bis zu 100 Postler sollen betroffen sein. Die Aufregung ist groß.

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Aufregung herrscht derzeit wegen erfundener Statements in einer Inseratenkampagne der Post AG, in denen Zusteller ihren Arbeitsalltag schildern, wie "orf.at" berichtet. "Österreichweit erschienen in Bezirkszeitungen ganzseitige Werbeeinschaltungen, in denen sich Aussagen finden, die von den Zustellern gar nicht gemacht worden waren", sagte Martin Palensky von der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten. Insgesamt seien an die 100 Personen betroffen. "Wir entschuldigen uns bei den Betroffenen, aber 100 sind es sicher nicht", so Post-Sprecher Michael Homola.

Laut dem Unternehmenssprecher seien "da und dort Fehler bei den Inseraten passiert, großteils haben die Zusteller die ganzen Inserate aber wie geplant vorab gesehen". Wie viele Zusteller vor Erscheinen keine Durchsicht erhielten, ließ Homola allerdings offen. "Es war klar vorgesehen, dass die Zusteller das ganze Inserat vorab sehen; leider wurde das nicht überall durchgeführt. Wir recherchieren erst warum." Es tue der Post leid, was passiert ist. "Wenn sich jemand übergangen fühlt oder verärgert ist, dann entschuldigen wir uns bei ihm oder ihr - keine Frage."

Gewerkschaft: "Höchst befremdend"

Als "höchst befremdend" bewertete Gewerkschafter Palensky die Vorgänge. Er werde Medienrechtler konsultieren, um rechtliche Schritte zu beraten. Offiziell seien den Zustellern nur zwei Fragen für das Inserat gestellt worden: Wo sie in ihrer jeweiligen Region zustellen und wie lange sie bereits bei der Post beschäftigt sind. "Alle andere Fragen, die in der Werbung von den Zustellern beantwortet werden und ihnen namentlich zugeordnet sind, haben sie nicht beantwortet."

Homola wiederum sagte, er habe sich bei etlichen Zustellern inzwischen versichert, dass diese das Inserat vorab gesehen hatten - was ihm auch bestätigt worden sei.

Beschwerdebriefe von Postlern

Palensky habe "zahlreiche" Beschwerdebriefe von Postlern erhalten, in denen es heiße, man habe bestimmte Dinge so nicht gesagt bzw. gar nichts von zusätzlichen Fragen gewusst. "Jetzt werden wir den Postvorstand einmal mit dieser Beweislage konfrontieren. Der Schaden wird wohl in irgendeiner Form gut zu machen sein", so der Gewerkschafter.

Die Botschaften, die die Post in ihren teilweise missglückten Inseraten senden wollte, waren laut Homola folgende: Die Arbeit der Zusteller sollte von Zustellern selbst erklärt werden und auch die "immer wiederkehrende Sorge, die Post könnte nicht mehr täglich zugestellt werden, ausgeräumt werden".

(APA)

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9 Kommentare

Verkehrte Welt

Noch doe ein Paradeunternehmen. Für ein paar Euro Gewinn, der von den Boni aufgefressen wird wurden 70% der Dienstleistung gestrichen. Keine Post. Falsche Post. Dafür höhere Gebühren, weil ja durch den "freien" Markt jetzt alles günstiger wird. Keine Postämter. Öffnungszeiten (1000-1400 Uhr) schlimmer als früher die Banken. Ja, wenns wirklich wichtig ist, dann sicher NICHT mit der Post. Bald werden wir uns die Briefe selbst holen müssen und trotzdem Gebühren bezahlen müssen.
Früher hatten die Briefträger Zeit täglich 2-3 Stunden während der Arbeitszeit im Wirtshaus zu sitzen, jetzt hat ein Zusteller 3 Zustellgebiete, was auch ein Problem ist.
Und wie überall im Osten die Katastrophe im Westen meist super Personal.

Antworten Gast: Affffe
06.08.2012 14:23
1 0

Re: Verkehrte Welt

Also bitte, sind Sie doch froh, wenn Sie den Brief nicht selbst austragen müssen und die Post dafür auch noch Strafporto einhebt.

Gast: gezwungener Massen postkunde
24.07.2012 14:44
5 0

katastrophales Unternehmen

Dieser BEtrieb ist wahrscheinlich das schlechteste im Lande! Gebühren ständig steigend, Zustell-Qualität völlig daneben. schätzungsweise 15%!! werden bei uns falsch oder nicht zugestellt. Zuletzt habe ich eine Hinterlegung erhalten ohne Angabe des Postamtes in dem der Brief zu holen sei. Unser Postamt wurde aber geschlossen. Wo soll ich den jetz holen? EIne PAkethinterlegung landete beim NAchbarn, der auf Urlaub ist. Das Paket geht retour - neuzustellung kostenpflichtig. WEr zahlt das?
Wenn ich als Dienstleister so schlecht arbeite zahlt mir keiner das Honorar. Zurecht! Aber die Post hat ja auch noch Behördenfunktion! Und der Bürger hält für die mangelnde Erfüllung dieser Aufgabe den Kopf (und sein Geldbörsel) hin! OHNMÄCHTIG sind wir denen ausgeliefert! Assoziale Schlampertatsche die auch noch von der Gewerkschaft verteidigt werden! Das ganze ist leider eine bodenlose Frechheit!

Gast: Ein Eigentor!
24.07.2012 14:32
0 0

Wenn man so etwas macht, sollte man auch das Handwerk können!

Wem dieses Interview nicht sauer aufgestoßen ist der denke ich hat ohnedies andere Probleme, wie der Hase läuft war unklar, glasklar hingegen das Stinkt zum Himmel, selbst wenn alles richtig gewesen wäre, hätte sich die Post damit mehr geschadet als genutzt.

Gfraster die Chefs in dieser Firma

anders sind die an Tage gebrachten Skandale nicht möglich.
Natürlich gilt die Unschuldsvermutung.


Gast: podiru
24.07.2012 13:01
2 0

befremdent

sehr befrendent das mitarbeiter nicht einmal für interviewes der eigenen firma zur vefügung stehen wollen.natürlich ist gut das die unsinnigen freigestellten gewerkschavter sich der sache annehmen.vielleicht gibts einen sondergehalt als wiedergutmachnung..

Re: befremdent, mitarbeiter nicht einmal für interviewes der eigenen firma zur vefügung stehen wollen:

"Bei d i e s e r Post"
und d i e s e m Management
doch kein Wunder!

Antworten Gast: Pustefix
24.07.2012 15:04
1 0

Re: befremdent

Sehr befremdlich ist vielmehr, dass sie sich anscheinend nicht einmal die Mühe gemacht haben den ganzen Artikel zu lesen.
Denn daraus geht hervor, dass die Mitarbeiter der Post sehr wohl für die Werbung/Interviews zur Verfügung gestanden sind. Nur wurden dann Fragen bzw. Antworten abgedruckt, die so nie gestellt bzw. beantwortet wurden.

Antworten Antworten Gast: Richtigstellung!
25.07.2012 19:49
0 0

Re: Re: befremdent

Wenn irgendein Postler in Österreich diesen Artikel gelesen hätte würde er nie, niemals sein Foto oder seinen Namen dazu abdrucken lassen.
So eine blöde Ausrede des Postsprechers.
Es wird einfach nur gelogen und betrogen.
Aber so ist anscheinend die Wirtschaft und die Politik derzeit in Österreich.
Das ist die FÜHRUNG. Sehr Traurig.

Hobbyökonom