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Linzer Finanzflop: "Stadt wurde über Tisch gezogen"

24.07.2012 | 13:22 |   (DiePresse.com)

Ein 2007 abgeschlossener Zins-Swap mit der Bawag lief aus dem Ruder. Die Stadt habe "dumm und überheblich agiert", sagt nun ein Gutachter.

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Der Schweizer Finanzexperte Martin Janssen, der von der Stadt Linz im Zusammenhang mit einem für sie verlustreichen Franken-Swap als Gutachter bestellt worden ist, hat am Dienstag sowohl sie als auch den Vertragspartner Bawag P.S.K. kritisiert. In der achten Sondersitzung des Kontrollausschusses sprach er von einem "unethischen Geschäft, bei dem die Stadt über den Tisch gezogen wurde". Die Stadt selbst agierte laut Janssen "dumm und überheblich".

Der Universitätsprofessor kritisierte zunächst, dass die Stadt überhaupt im Jahr 2005 bei der Kommunalkredit Fremdwährungskredite in Schweizer Franken aufgenommen hatte und damit Risiken, die schon aus damaliger Sicht nicht vernünftig gewesen seien. Der Swap habe das bestehende Fremdwährungsrisiko "noch dramatisch verschärft", so Janssen. Die Stadt sei ein Geschäft eingegangen, ohne es im Kern verstanden zu haben. Die Bawag wiederum handelte laut dem Finanzexperten "wider besseres Wissen". Er empfahl Linz in seinen Ausführungen zudem, aus den Fremdwährungskrediten auszusteigen. Die nächste Sondersitzung des Kontrollausschusses soll im September stattfinden.

Kurs-Zins-Wette ging schief

Die Stadt Linz hat - nach ihrer Darstellung durch ihren damaligen Finanzdirektor - zur Absicherung einer auslaufenden Kreditlinie über 195 Millionen Schweizer Franken (damaliger Kurs: 152 Millionen Euro) 2007 mit der Bank eine Art Kurs-Zins-Wette abgeschlossen. Durch den Kursanstieg des Franken ist der Wert des Swap 4175 inzwischen auf mehrere hundert Millionen Euro gewachsen, die zusätzlich zur Kreditschuld zu zahlen wären. Die Stadt hat beschlossen, nicht mehr zu zahlen und eine Klage über 30,64 Millionen Schweizer Franken (24,8 Millionen Euro) eingereicht. Die Bawag hat kurz nach der Zahlungsverweigerung den Vertrag gekündigt und ihrerseits auf 417,74 Millionen Euro geklagt.

(APA)

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32 Kommentare
 
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So läuft sowas

Stadt hat Idee mit toller Frankenwette

Stadt macht Vorschlag an BAWAG

Mitarbeiter bei BAWAG meint dass soewas riskant für Stadt ist

Stadt wendet sich über politische Kanäle (ÖGB) an Führung der BAWAG

Führung der BAWAG wird klar gemacht dass falls noch Karrierewünsche vorliegen, man besser den Mund hält und den Deal macht

BAWAG Mitarbeiter macht den deal

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Stadt begreift dass sie ins Klo gegriffen hat

Verantwortliche Politiker kriegen Panik und suchen verzweifelt Wege aus dem Schalmassel

Man kommt bei Stadt schnell überein dass es besser ist die Regeln auszuhebeln als die eigene Karriere zu gefährden

Stadt fühlt sich an Regeln oder Verträge nicht mehr gebunden

Stadt wird zum Kämpfer für Gerechtigkeit in der pösen Finanzwelt

Ich sage nicht das es so war, aber es würd mich wundern wenns anders war. Wir sind immerhin in Österreich. Sieht in anderen Bundesländern übrigens genauso aus.

Weg mit den staatnahen. Die sind unser Untergang.

Gast: Lucent
25.07.2012 00:28
2 0

"dumm und überheblich agiert"... eben typisch SPÖ!


Dumm und überheblich...

typisch SPÖ halt.

Gast: Hubertus
24.07.2012 21:33
2 0

Linz wurde über den Tisch gezogen?

Wer hat denn das Geschäft angeleiert? Trat Linz an die Bawag unter dem damaligen GD und nunmehrigen OeNB Gouverneur Nowotny heran oder war es umgekehrt? Hat die Bawag der Stadt Linz in der Vergangenheit nicht mehrfach einen Ausstieg aus dem Swap vorgeschlagen als dies noch deutlich günstiger für Linz gewesen wäre? Linz hat sich jedesmal verweigert. Wieso hat dann die Bawag die Stadt Linz über den Tisch gezogen? Und daß dieses Geschäft ohne Kenntnis des Bgm durchgeführt wurde, glaubt doch nicht einmal der Bgm selbst. Der Gutachter muß natürlich seinem Auftraggeber gerecht werden. Der zahlt auch das Honorar-und nicht zu knapp nehme ich an. Die lage muß aber katastrophal sein, wenn der Gutachter nicht umhin kann auch seinen Auftraggeber zu kritisieren.

Gast: willi1
24.07.2012 20:23
3 0

Handlungsbedarf

Kann mir irgendwer sagen ob diese "dummen und ueberheblichen" Volksvertreter noch immer auf ihrem Posten sitzen. Das waere absolut erschuetternd.

3 0

In Wien sind unter dem Teppich noch ganz andere Finanzierungspleiten

wie das Cross-Border-Leasing von Stadteigentum. Der Unterschied zu Linz ist, hier in Wien wird darüber kaum berichtet, da alles unter Verschluss gehalten wird. Allein an der Gesamtverschuldung der Stadt Wien (2010 rund 3 Mrd. Euro; 2012 rund 4 Mrd. Euro Schulden) ist das Finanzdesaster zu erkennen.

Wette

Es wäre interessant zu wissen:
ÖGB und Cerberus haben doch sicher eine Klausel im Kaufvertrag, welche die Haftung des ehemaligen Eigentümers für Rechtsstreite regelt. Kurios wäre, wenn der ÖGB für diese angeblich sittenwidrige Wette haftet.
Es wäre ein schönes Ergebnis für einen Deal zwischen zwei SPÖ Granden, ausgeschnapst in einem Luxusrestaurant in Wien.
Jetzt kann sich niemand mehr daran erinnern, weil ja eine Wette über mehrere hundert Millionen Franken damals für zwei so wichtige Persönlichkeiten nicht bedeutend genug war.

7 0

Immer wenn den Roten nichts mehr einfällt,

kommt die "Ethik" ins Spiel, da ist man nämlich an keine klaren Regeln gebunden. Ist bei Graf nicht anders.

Gast: Mai
24.07.2012 17:21
1 0

Unverständlich

Wien der ÖO-SPÖ-Chef Ackerl schon sagte:
"Das Volk ist nicht informiert genug"

Sie hätte ihn nur fragen müssen.
Der hat den vollen Durchblick.

"Tatsache ist aber, dass der Großteil der Menschen – auch von denen, die Entscheidungen treffen – sich mit diesen Dingen nicht auskennt und Zweifel hat."

Eben.

"Man hätte insgesamt mehr Durchblick schaffen müssen."

Ein Weiser.


14 0

Scheinheiligkeit der SPÖ

Immer hysterisch vor dem Heuschreckenkapitalismus warnen, aber selber fleißig mitspielen. Und dann sind sie noch zu blöd, um das System zu verstehen.

Gast: dummundüberheblich,soso
24.07.2012 16:46
9 0

so sind die sozialisten eben überall - die stecken den bankenmärkten das steuergeld der bürger in den A.. und betreiben dann systematischen sozialabbau beim volk(pensionen etc.); sozial und nachhaltig für die bürger dasein- das sind nur leere wahlphrasen bei den sozis;


Gast: Peterundich
24.07.2012 16:11
6 0

Nein!

Das sind Politiker. Die SIND Dumm und klar. Dummheit und Überheblichkeit sind Schwestern.
Faul, Korrupt, Dumm, Überheblich.
Merkmale der politischen Aristokratie und Schutzgelderpresser.
Wie lange lassen wir uns das noch gefallen...??

Gast: Vogel Strauss
24.07.2012 16:07
2 2

Man stelle sich vor, so ein Gutachten wäre im hl. Land NÖ aufgetaucht ...

Da wäre Feuer am LH-Dach ... und der Gutachter würde sofort verklagt werden, die Medien bekämen Maulkörbe verordnet. Dabei wäre es bitte notwendig, auch mal die Spekulationen des Landes NÖ zu untersuchen!

Antworten Gast: Andere Fälle
24.07.2012 19:49
1 0

Re: Man stelle sich vor, so ein Gutachten wäre im hl. Land NÖ aufgetaucht ...

In NÖ gibts noch andere interessante Fälle

http://www.landtag-noe.at/service/politik/landtag/LandtagsvorlagenXVI/03/353/353A.pdf

2 1

Re: Man stelle sich vor, so ein Gutachten wäre im hl. Land NÖ aufgetaucht ...

Sie haben schon recht. Aber deshalb tut die Linzer Pleite noch immer weh! Oder glauben Sie, wenn andere auch so leichtfertig sind, dann entschuldigt das was?

Gast: Gauwutzl
24.07.2012 16:05
5 0

Swappler

Ab mit den Swapplern in das Frankviertel,dort sind einige 50Qm Wohnungen frei, genug für diese Typen zum Wohnen. Und mit der Mindestsicherung werden sie schon ihr Auslangen finden.

15 0

in Wien sind von den ehemaligen 1,7 Mrd

aus dem Verkauf der ehemaligen Zentralsparkasse und späteren BankAustria (Unicredit) auch nur noch weniger als 200 Mill. übrig, und eine ehemalige Bankerin sitzt heute sogar im Ministerium für Bildung ?!

0 4

Das wsr doch ein "Anti-Hedge-Geschäft"

Keine Frage, die beteiligten Politiker (und Beamten) haben DUMM agiert, aber ist die ganze Konstruktion nicht sittenwidrig gewesen?

Der Eskimo, der sich einen Kühlschrank aufschwatzen lässt,

ist - schlicht - blöd!

Re: Das wsr doch ein "Anti-Hedge-Geschäft"

wenn ich jemanden finde der blöd genug ist etwas zu kaufen was er nicht versteht, ist nicht der Verkäufer schuld!

Gast: yvn
24.07.2012 15:27
17 0

"unethischen Geschäft, bei dem die Stadt über den Tisch gezogen wurde".

Ja sie Sozis wissen wie man wirtschaftet, bin immer wieder begeistert.

5 0

Linz ...

Ist Linz insolvent?

Gast: total crash
24.07.2012 15:10
6 0

Dumm,dümmer,

österreichische PolitikerInnen!

(Durch die Bank,alle)

Ich bezweifle, dass die SPÖ aus dem Vertrag rauskommt, der Vertrag ist klar, die Frager ist wieso die Stadt spekuliert hat!?

Sie hätte ja nur das Grundgeschäft eingehen müssen, dann wäre nichts passiert! Die BAWAG soll die Stadt Linz laufend vor den Risiken gewarnt haben und immer wieder empfohlen haben, das Geschäft aufzulösen. Die Stadt hat aber nicht reagiert ... unglaublich, oder?

Antworten Gast: Reflector
24.07.2012 17:44
3 0

Re: Ich bezweifle, dass die SPÖ aus dem Vertrag rauskommt, der Vertrag ist klar, die Frager ist wieso die Stadt spekuliert hat!?


Wieso die 'Stadt' spekuliert hat?

Im Markt gibt es nur Handlungen von Personen nicht von 'Städten'.

Naja und wenn man sich die Charts ansieht, haben diese 'Personen' immerhin von 2005 bis 2007 5% € Kursgewinn, damit also ca. 5% Kreditschuldminderung 'erzielt'.

Und wer Klein Maxis Psychologie an der Börse studiert hat, der weiss um die Gier die solche 'Gewinne' auslösen können.

Und da hat der Haberer eine noch bessere Idee gehabt, wenn wir nun ein schönes Hebelchen, na sagen wir mal mit 20 (warum wohl 20 hm?) in 2005 abgeschlossen hätten, wären wir schuldenfrei!

Feuchte Allmachtsphantasiejubel machte sich da wohl in den Genossenresthirnen ob dieser grandiosen Idee bei den regelmässigen Internas breit.

Die Winzigkeit, dass die Sache nach hinten losgehen könnte, wurde dabei eben beiseite geschoben, auf Grund der vergangenen € Steigerungen.

Lineardenker extrapolieren eben auch linear.

Die gewaltige Blödheit, einen Zinscap (lediglicher Kauf von Optionsscheinen auf eine Nominale die bei der Bank hinterlegt und bei Bedarf eingetauscht werden - einige Häuslbauer haben diese unproblematischen Kreditzinsenabsicherungen) mit einem 20 fachen Währungskurshebelprodukt 'verwechseln' zu können, kann man nichteinmal dem Paddeioberdepp zutrauen.

Oder doch?

Man zweifelt eben schon, wegen der derzeitigen Ausmasse der Dummheit ...

Antworten Antworten Gast: gast45
24.07.2012 21:45
0 0

Re: Re: Ich bezweifle, dass die SPÖ aus dem Vertrag rauskommt, der Vertrag ist klar, die Frager ist wieso die Stadt spekuliert hat!?

und dann kommt noch eine fesche mitarbeiterin der bawag dazu .. mit einem exotischem touch und den alten dilletanten im rathaus wird ganz warm ums .. na sagen wir halt herzerl dazu :-)
und schon wird das denken langsamer, weil auf die beine der dame zu schauen und gleichzeitig dabei denken .. na des ist wirklich zu viel verlangt :-):-):-)

 
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Hobbyökonom