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Sinkende Milchpreise: "Folge fataler Milchmarktpolitik"

24.07.2012 | 13:34 |   (DiePresse.com)

Gestern sanken die Preise für Milchprodukte. Nun kritisiert die IG Milch eine österreichisch-europäische Überschuss-Politik auf Kosten der Milchbauern.

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"Wohl oder übel" müssten die Milchbauern die "Folge fataler Milchmarktpolitik" - die Senkung der Preise mancher Milchprodukte im Handel am gestrigen Montag (mehr dazu...) - hinnehmen, hat die Interessensvertretung IG Milch am Dienstag in einer Aussendung mitgeteilt. Die Preissenkung sei eine "logische Konsequenz der praktizierten Überschuss-Milchmarktpolitik", die von der österreichisch-europäischen Agrarpolitik auf dem Rücken der Milchbauern betrieben werde.

Die geforderte Aussetzung der jährlichen Quotenaufstockung, "um den Markt nicht weiter unter Druck zu setzen", gab es nicht. Regulierende Maßnahmen seitens der Politik blieben aus, schlechte Verhandlungsergebnisse der Milchverarbeiter (mit dem Handel, Anm.) würden "immer auf die Bauernmilchpreise abgewälzt".

Die Preissenkungen bringen die heimische Milchwirtschaft und damit auch die Milchbauern unter immensen Druck, heißt es in einer Aussendung der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) vom Dienstagnachmittag. Dabei seien etliche Milchprodukte 2012 billiger als vor dem EU-Beitritt Österreichs 1995.

IG Milch fordert flexible Mengenanpassung

Mit einem Modell der flexiblen Mengenanpassung könne der Markt stabilisiert, die Wettbewerbsfähigkeit erhöht und Planungssicherheit geschaffen werden. Im Zuge der Reform des EU-Agrarmarktordnung ab 2014 fordert die IG Milch eine Monitoringstelle, "damit Angebot und Nachfrage am Milchmarkt wieder ins Gleichgewicht kommen". Die Zuckerquote zeige, dass dies machbar sei.

Inzwischen gab es auch bereits wieder die ersten Milchbauernproteste - in Brüssel und in England. Die britischen Bauern fürchten eine Milchpreiskürzung seitens der Molkereien um bis zu zweieinhalb Cent je Liter. Sie blockierten die Milchanlieferung. In Brüssel wurde vom European Milk Board, dem die IG Milch angehört, bereits vor zwei Wochen mit dem Slogan "Die Milch läuft über - die Preise stürzen ab!" vor dem Europäischen Parlament auf die "gegenwärtige Überproduktion" hingewiesen.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: Dorothea Volland
26.07.2012 11:59
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Die Bauern sind das Rückgrat unseres Landes!

Ich kann gar nicht glauben wie hier manch einer über die Bauern spricht. Ich würde diesen Menschen einmal wünschen, dass es für sie keine Bauern mehr geben würde, damit sie einmal sehen, wer dann verhungert!!!
Die Bauern wollen einfach nur überleben. Es sterben in Europa stündlich Familienbetriebe!!! Die deutschen Milchbauern produzieren unsere Lebensmittel und dies noch nicht einmal kostendeckend für ihre eigenen Betriebe. Und da erzählen hier welche etwas von Zuschüssen und Abnahmegarantien ohne die die landwirte nicht mehr überleben? Die Landwirte können auch so nicht überleben, nicht mehr lange. Und ich schätze unsere Bevölkerung nicht so dämlich ein wie greebo. Den Menschen liegt sehr wohl etwas an der Produktion unserer Lebensmittel und auch an den Bedingungen unter denen Landwirt und Tier diese herstellen. Und wie schon in vielen Statistiken belegt, sind die Verbraucher auch bereit einen höheren Preis dafür zu zahlen!!
Auch zu behaupten, dass die Bauern keine Tierschützer sind finde ich kurios. Wenn es keinen Bauern mehr in unserem Land geben würde, wäre das Land in Industriehand. Und wo leben die Hasen dann? Es sind, die Landwirte, die unsere Nahrung produzieren, die das Land erhalten und die Tiere schützen. Dabei wird es immer negative Ausnahmen geben, die nur wirtschaftlich denken und nicht an die Umwelt. Doch die gibt es wie man hier sieht auch in der Bevölkerung.

Re: Die Bauern sind das Rückgrat unseres Landes!

Mir als Konsument liegt sehr viel an der Lebensmittelproduktion. Aber ich sehe diese Jammerei nicht ein. Sie hat nämlich keine Grundlage.

Sie schreiben "Es sterben in Europa stündlich Familienbetriebe". Dieses Sterben sollten wir uns mal näher anschauen: Meistens haben diese Bauern schon längst Jobs außerhalb der Landwirtschaft angenommen, waren also sogenannte Nebenerwerbsbauern. Nach dem "Sterben" als Bauern verpachten sie die Flächen an einen Nachbarn der daraus meistens erfolgreicher wirtschaftet und noch mehr Lebensmittel erzeugt, weil er es offensichtlich besser kann. Durch weniger Bauern steigt der Lebensmittelpreis nicht, er sinkt, weil größere Betriebe effizienter und mehr produzieren.

Der "gestorbene" Bauer lebt dann nicht nur in meist großen Gebäuden mitten im Grünland, er verdient auch noch neben der normalen Arbeit nicht unerhebliche Pachteinnahmen. Das erhöht die Lebensqualität ganz gewaltig.

So schlimm ist es also nicht. Besonders wenn dann Bauern über das "Bauernsterben" jammern die ihre Betriebe selber nur deshalb vergrößern haben können, weil eben die Nachbarn in den letzten Jahren "gestorben" sind.

Gast: checka
24.07.2012 16:58
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Die IG Milch ist ein Lobbyverein, der selbst Milch gebündelt verkaufen wollte, und dabei die mitwirkenden Bauern schwer geschädigt hat

Jetzt, wo sie den Karren krachend an die Wand gefahren haben, schreien sie nach Kontingentierung und Planwirtschaft wie im Ostblock.

1 0

Adam Smith lässt grüßen

Der Milchpreis wird so lange unter Druck sein, wie ein Überangebot existiert. Und das wird es geben, solange Milchbauern Zuschüsse und Abnahmemengengarantien bekommen. Ansonsten hätte es hier schon lang die notwendigen Rationalisierungen gegeben.

Viele Kunden sind nicht bereit, für Milch einen Euro pro Liter zu zahlen, dafür akzeptieren sie eine Herstellung ohne (vorgegaukelte) Almromantik. Dazu kann man stehen wie man will, aber es ist nun einmal eine Sache von Angebot und Nachfrage.

Gast: Yvonne 222
24.07.2012 14:34
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"flexible Mengenanpassung"

damit die Bauern die Leute maximal ausnutzen können.

Gast: Harro von Wenen
24.07.2012 14:33
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Jeder anständige Staatsanwalt

hätte die Bauern näher angeschaut - nicht die Tierschützer. Letztere nützen der Bevökerung anstatt zu schaden. Bei vielen Bauern ist es umgekehrt.

Gast: Karlo Mann
24.07.2012 14:32
2 1

Wissen diese Subventionskaiser

noch, wie schwer es für manche Familien in diesem Land ist, die überhöhten Lebensmittelpreise an der Kasse zu bezahlen?

Antworten Gast: nuckythompson
24.07.2012 17:41
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Re: Wissen diese Subventionskaiser

...und wie würden sich die "überhöhten" Endverbraucherpreise ohne Agrarsubventionen entwickeln?
mal kurz überlegen...

Re: Re: Wissen diese Subventionskaiser

Nicht anders als mit den Förderungen. Ein großer Teil der Förderungen wird ohnehin an die Eigentümer der Flächen durchgereicht.

Gast: Errrka
24.07.2012 14:32
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Die sind gegen alles

das gut für uns Bürger ist.

Hobbyökonom