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Wenn Casino-Sozialisten mit der ÖGB-Bank wetten

24.07.2012 | 18:19 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Die Bawag habe die „dumm und überheblich“ agierende Stadt Linz bei Zins- und Währungswette „über den Tisch gezogen“, sagt ein Experte.

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Die Stadt Linz ist, wie berichtet, mit einer Franken-Spekulation (Franken-Kredit plus „Absicherung“ durch eine Kurs-Zins-Wette mit der Bawag) grässlich auf die Nase gefallen und könnte im Extremfall auf einem Verlust von mehr als 400 Mio. Euro sitzenbleiben. Blöd gelaufen!

Beide Kontrahenten haben geklagt. „Ob die Linzer schlicht zu dämlich für die internationale Finanzwelt waren oder von den Bankgenossen in Wien über den Tisch gezogen wurden, wird also ein Gericht klären“, war in der „Presse“ am 10.November 2011 unter dem Titel „Casino-Sozialisten auf glattem Eis“ dazu zu lesen.

Jetzt ist eine Art „Vorklärung“ geschehen: Ein von der Stadt Linz beauftragter Schweizer Finanzexperte hat sich die leidige Angelegenheit angesehen und ist zu dem (für seinen Auftraggeber wenig schmeichelhaften) Schluss gelangt: sowohl als auch.

Die Bawag habe die Stadt Linz mit einem „unethischen Geschäft über den Tisch gezogen“, diese wiederum habe dabei „dumm und überheblich“ agiert, sagte der Schweizer Uni-Professor Martin Jannsen laut APA gestern im Linzer Kontrollausschuss. Muss irgendwie unlustig sein, eine solche Diagnose vom Gutachter, den man selbst beauftragt hat, zu hören.

Das Ganze ist auch politisch „g'schmackig“, denn die wirklich wüste Spekulation ist zwischen zwei der deklarierten Anti-Spekulanten-Partei SPÖ zuzurechnenden „Partnern“ passiert: Linz ist fest in SPÖ-Hand und die damals vom SPÖ-Wirtschafts-Schwergewicht Ewald Nowotny geführte Bawag gehörte bei Abschluss des Geschäfts noch dem roten ÖGB.

Die Diagnose des Schweizer Experten im Detail: Es sei schon „nicht vernünftig“ gewesen, dass die Stadt Linz 2005 bei der Kommunalkredit einen Franken-Kredit in dreistelliger Millionenhöhe aufgenommen habe. Der danach mit der Bawag abgeschlossene „Swap“, der eigentlich zur Absicherung des Währungsrisikos hätte dienen sollen, habe das Risiko in Wahrheit aber noch „dramatisch erhöht“.

Dass der damalige Finanzchef der Stadt keine Ahnung hatte, was er da unterschrieb, hat der Bürgermeister ja (als versuchte Rechtfertigung) zwischenzeitlich schon auf der Website der Stadt Linz veröffentlicht. Dass die Bawag den Linzern dieses Spekulationsprodukt „wider besseres Wissen“ untergejubelt hat, hat ihr jetzt der Schweizer Experte bescheinigt.

Für die Steuerzahler ist dieser Finanzschwank aber nur mäßig lustig: Wenn sie Pech haben, begleichen sie die Rechnung des Ausflugs der Linzer Casino-Sozialisten in die Welt der Hochfinanz mit 417,5 Mio. Euro.

 

E-Mails an: josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2012)

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36 Kommentare
 
12
Gast: *** Mark Poller ***
26.07.2012 23:10
2 0

24 Jahre SPÖ-Bürgermeister, das hält eben keine Stadt aus!

Man sollte den Bürgermeister und seine gesamte Mannschaft dem Amtsarzt vorführen. 417 Millionen Euro Steuergeld zu verspekulieren, das ist ein Fall für die Psychiatrie!

Gast: werbistdu
26.07.2012 18:24
8 0

Den Roten sollte

...man kein Geld anvertrauen.
Diese Weisheit ist doch seit Kreisky bekannt.

Gast: Moshe Weisbaum
26.07.2012 17:25
4 0

Bald kommt der “Europäische Frühling”!

Vielleicht schon diesen Herbst!

Gast: sozialistenalsbanker
25.07.2012 16:19
7 2

die heutigen casinosozialisten und die ÖGB bank mit nowotny(SPÖ)haben wieder einmal gezeigt, was sie am besten können- auf kosten der steuerzahler und arbeitnehmer unmengen an steuergeldern verzocken und verwetten;


Antworten Gast: Enttäuschter Sozi
26.07.2012 17:24
3 0

Re: die heutigen casinosozialisten und die ÖGB bank mit nowotny(SPÖ)haben wieder einmal gezeigt, was sie am besten können- auf kosten der steuerzahler und arbeitnehmer unmengen an steuergeldern verzocken und verwetten;

Wir leben in VORREVOLUTIONÄREN ZEITEN!

...

2005 war man der Meinung, dass es bei dem damaligen gepushten Markt so weiter geht wie bisher...
tja und da wollten sie mitmischen!
hatten aber leider keine Ahnung davon!
sowie wie viele andere Politiker...
traurig, dass wir für solche Blödheiten gerade stehen müssen!

Gast: gast45
25.07.2012 11:45
11 2

ja mei ...

sitzt doch die gröste spekulantin österreichs, als unterrichtsministerin auf der regierungsbank.
mir kommt immer das grinsen, wenn der schieder oder der faymann gegen die bösen heuschrecken und spekulanten wettern ..und dabei sitzt eine frisch geschminkte heuschrecke (die nicht mal ihr geld sondern das geld des steuerzahlers verzockt hat) direkt neben ihnen.

Antworten Gast: willi fredi
25.07.2012 12:04
3 0

Re: ja mei ...

Wenn das nächste mal ein Politiker schwafelt, dass die bösen Spekulanten die Krise verursacht haben, und es daher nur fair ist, dass diese ihren Beitrag leisten müssen, wissen wir wenigstens wer damit gemeint ist. Ich fürchte nur, dass alle die neuen Steuern, die mit dieser Rechtfertigung argumentiert werden, so gestaltet sind, dass sie genau diese Leute nicht treffen.

Antworten Antworten Gast: gast45
25.07.2012 12:24
2 0

Re: Re: ja mei ...

merken und diese leute, die nicht mal den anstand haben zurückzutreten, wenn sie schon nie in der lage sein werden den schaden wieder gut zu machen, einfach abwählen.

.. genau dafür gibt es demokratie, dass unfähige und betrüger eben nur eine begrenzte zeit schaden anrichten können ..

hätten sie sich halt von der meinl-bank und KHG beraten lassen


dann wär ihnen das nicht passiert.

wie gehts übrigens ihren meinl-aktien, herr ursch?

Re: hätten sie sich halt von der meinl-bank und KHG beraten lassen

Sie glauben, dass jemand, der auf die Entwicklung von Wechselkursen und Zinsen in Fremdwährungen wettet und das nichteinmal weiss "Beratung" braucht?

Ist das jetzt die Umschreibung von "Sachwaltschaft" oder von "Therapie"?

1 9

QUALITÄTSZEITUNG

Ein Titel, der eher kleinformatigen Blättern zustehen würde. Verantwortungslose Zocker gibt es bei Menschen aller politischen Richtungen. Was ist mit jenen konservativen b.z.w. neoliberalen Politikern denen Europa den Istzustand verdankt? Schon vergessen, dass die schwarz/blaue Schüsselregierung mit dem "dritten Pensionsstandbein" die Pensionsansprüche von Arbeitnehmern dem Casinoglücksspiel von Aktienfonds zugespielt haben?

Re: QUALITÄTSZEITUNG


das ist das, was die khg-adoranten in der presse unter "humor", "witz", "geist" und "esprit" verstehen. genieß es, denn damit hat urschi sein pulver verschossen. so lustig wird's nie wieder in seinen artikeln...

Gast: sepplmair
25.07.2012 10:03
15 0

verbrecher

des muss ma sich mal geben!
spekulieren mit steuergeld und lassen sich übern tisch ziehen.
und einer davon is jetzt auch noch nationalbank gouverneur!!!
wahnsinn. aber mi schröpfn´s wos geht.

Antworten Gast: XXa7
25.07.2012 10:47
2 8

Schröpfen tun uns seit Jahren

entweder blaue oder schwarze Finanzminister. Dsa beweist, dass die alle unter einer Decke stecken.

Antworten Antworten Gast: Besenkammerln
25.07.2012 12:14
10 0

Re: Schröpfen tun uns seit Jahren

da haben`s aber alle SPÖ Finanzminister von 1970 - 2000 vergessen!
Sie glauben wohl nicht, dass man auf so billige Tricks wie "wenn man nur die Schüssel Ära verdammt, vergisst man die Gemeinheiten der SPÖ"? hereinfällt.
Das haben sie vielleicht im Renner-Institut so gelernt, in der Praxis funktioniert das aber nicht!

Typisch Sozis

Da sieht man es mal wieder man darf diesen SoziMarxisten einfach kein Steuergeld in die hand geben - da werden aus "Umverteilungs-Gerechtigkeits-Steuerdiktatoren" ganz plötzlich kapitalisten ohne Ahnung - na boom - Bin sicher schuld ist "jemand anderer" und noch sicherer aus (Natürlich) Solidarität und Sozialer Gerechtigkeit (wem gegenüber???) MUSS wie bei den SoziMarxistischenHinterhofkommis WER ANDERER BEZAHLEN - FREUNDSCHAFT

Gast: tv
25.07.2012 09:27
1 18

Wort- und Begriffwahl in diesem Artikel ist geschmacklos.

Ein für die Zeitung Die Presse einfach zu populistischer Artikel. Oder muss der Herr Redakteur auf dem Niveau der »Krone« und »Österreich« auf die Prisch nach neuen Lesern gehen? …

Re: Wort- und Begriffwahl in diesem Artikel ist geschmacklos.

Ich persönlich halte es eher für geschmacklos, Geld anderer Leute im Wert von 400Mio. zu verspielen und sich dann darauf auszureden, leider zu blöde zu sein. Es mag sein, dass letzterer Umstand reicht um sowohl südlich als auch nördlich der Alpen straffrei zu bleiben.
Mich als Steuerzahler kotzt es trotzdem an.

Antworten Gast: daswars
25.07.2012 10:25
11 0

Re: Wort- und Begriffwahl in diesem Artikel ist geschmacklos.

Aus meiner Sicht sind die Wortwahl und die Art der Berichterstattung aeusserst moderat.

Ich kann sowieso nicht verstehen, das bei solchen "Taten" nicht oefters schon der Zellenschluessel geschwungen wird. Es kann doch nicht sein, dass nur weil die Taeter Parteikarrieristen sind, die Verantwortung nicht eingefordert wird.

18 0

Was in diesen Artikel total untergeht...

Die Kommunalkredit wurde zu dieser Zeit, als der Schweizer Franken-Kredit an die Stadt Linz vergeben wurde, von einer gewissen Claudia Schmied geführt. Ja, die rennt tatsächlich noch frei rum und treibt in einen Ministerium ihr Unwesen.

Re: Was in diesen Artikel total untergeht...

Was möchten's denn lesen? Dass intelligente Sozialisten 400Mio verzockt haben? Dann sind sie bei Heute u.Krone besser aufgehoben!

16 0

Rote Freunde

Der Bürgermeister der Stadt hat schon zugegeben, dass er eigentlich keine Ahnung hatte, was er hier unterschrieben habe. Was so viel bedeutet, dass er im blinden Vertrauen auf die rote Parteigenossenschaft unterschrieben habe. Ganz nach dem Motto, meine Parteifreunde werden mich schon nicht hinters Licht führen

Antworten Gast: tv
25.07.2012 09:26
1 0

Re: Rote Freunde

das ist ja bei den Schwarzen Parteikollegen vollkommen anders …

Gast: Ein Witz
25.07.2012 09:07
2 21

Bitte was soll das?

Herr Urschitz sollte lieber zur ÖVP wechseln und für deren Parteizeitung schreiben.

Warum glauben manche Journalisten, dass deren persönliche Meinung irgend jemand interessiert?

Sehr ärgerlich - wechselns den Beruf.

Antworten Gast: zwickerl
25.07.2012 10:52
11 0

Re: Bitte was soll das?

eben, was soll das? Da schreibt ein Journalist über Vorgänge und deren teuren Irrungen in der SPÖ und dann soll er den Job wechseln?
Jetzt wird das antidemokratische Verhalten der SPÖ immer deutlicher: jede andere Meinung als die von SPÖ Politikern oder SPÖ Funktionären wird mit Job- bzw. Amtsverlust sanktioniert:
Darabos-Entacher
Schmied-Märk
Huntsdorfer-Friehs
und jetzt alle deren Felle schön langsam wegschwimmen, dann wir haben ja noch den Untersuchungsausschuss über die Inseratenaffäre der Herren Faymann und Ostermayer?!


 
12

Hobbyökonom