Wien/ES. Immer auf die Kleinen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte um fünf Prozent (2100 Geschäfte) gesunken. Zugleich ist die Verkaufsfläche um ein Prozent oder 140.000 m2 gewachsen. Physische Größe ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Eine Studie der „KMU Forschung Austria“ zeigt, dass Großunternehmen ihr Filialnetz weiter ausbauen. Die Verkaufsfläche wachse auch durch neu eröffnete Einkaufszentren wie Gerersdorf. Parallel dazu verschwinden immer mehr kleinflächige Unternehmen von der Bildfläche. Gab es im Jahr 2005 in Österreich 53.700 Einzelhandelsgeschäfte, waren es 2010 nur noch 50.100. Im Vorjahr sank die Schwelle mit 48.400 erstmals unter die Fünfzigtausender-Marke.
Konsumlage günstig
Diese Entwicklung sei einem tiefgreifenden Strukturwandel geschuldet, sagte Bettina Lorentschitsch, WKO-Spartenobfrau Handel, anlässlich der Präsentation der aktuellen Konjunkturentwicklung des stationären Einzelhandels. Die Konsumlage sei derzeit sehr günstig, die Sparquote sinke und die Kauffreudigkeit der Österreicher steige. Allerdings könne der stationäre Einzelhandel davon nicht im gewünschten Ausmaß profitieren. Denn vor allem der an Bedeutung gewinnende Internethandel untergrabe das klassische Geschäft.
Dementsprechend uneinheitlich ist das Bild auch in den einzelnen Branchen. Während 25 Prozent der Standorte ein nominelles Umsatzplus von über zehn Prozent melden, verzeichneten 22 Prozent einen Rückgang von über zehn Prozent. In der Gesamtheit blieb die Konjunkturentwicklung im physischen Handel im ersten Halbjahr 2012 trotzdem stabil. Das nominelle Umsatzwachstum betrug zwei Prozent, inflationsbereinigt ist der Umsatz jedoch mit -0,1 Prozent leicht rückläufig (im Vergleich zu -1,7 Prozent im Vorjahr).
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