22.05.2013 17:37 Merkliste 0

Einzelhandel: Kleinere Fläche, höherer Umsatz

26.07.2012 | 16:45 |   (Die Presse)

Im Vorjahr gab es erstmals weniger als 50.000 Einzelhandelsgeschäfte. Zugleich ist die Verkaufsfläche um ein Prozent oder 140.000 m2 gewachsen. Diese Entwicklung sei einem tiefgreifenden Strukturwandel geschuldet.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/ES. Immer auf die Kleinen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte um fünf Prozent (2100 Geschäfte) gesunken. Zugleich ist die Verkaufsfläche um ein Prozent oder 140.000 m2 gewachsen. Physische Größe ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Eine Studie der „KMU Forschung Austria“ zeigt, dass Großunternehmen ihr Filialnetz weiter ausbauen. Die Verkaufsfläche wachse auch durch neu eröffnete Einkaufszentren wie Gerersdorf. Parallel dazu verschwinden immer mehr kleinflächige Unternehmen von der Bildfläche. Gab es im Jahr 2005 in Österreich 53.700 Einzelhandelsgeschäfte, waren es 2010 nur noch 50.100. Im Vorjahr sank die Schwelle mit 48.400 erstmals unter die Fünfzigtausender-Marke.

Konsumlage günstig

Diese Entwicklung sei einem tiefgreifenden Strukturwandel geschuldet, sagte Bettina Lorentschitsch, WKO-Spartenobfrau Handel, anlässlich der Präsentation der aktuellen Konjunkturentwicklung des stationären Einzelhandels. Die Konsumlage sei derzeit sehr günstig, die Sparquote sinke und die Kauffreudigkeit der Österreicher steige. Allerdings könne der stationäre Einzelhandel davon nicht im gewünschten Ausmaß profitieren. Denn vor allem der an Bedeutung gewinnende Internethandel untergrabe das klassische Geschäft.

Dementsprechend uneinheitlich ist das Bild auch in den einzelnen Branchen. Während 25 Prozent der Standorte ein nominelles Umsatzplus von über zehn Prozent melden, verzeichneten 22 Prozent einen Rückgang von über zehn Prozent. In der Gesamtheit blieb die Konjunkturentwicklung im physischen Handel im ersten Halbjahr 2012 trotzdem stabil. Das nominelle Umsatzwachstum betrug zwei Prozent, inflationsbereinigt ist der Umsatz jedoch mit -0,1 Prozent leicht rückläufig (im Vergleich zu -1,7 Prozent im Vorjahr).

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare
Gast: Die Monotonie der Einfalt!
26.07.2012 21:21
1 0

Zitat: Im ersten Quartal 2012 wurden bereits 38 Prozent aller Geschäfte von filialisierten Ketten betrieben.

Wenn ein Einzelhändler für die Waren im Einkauf mehr bezahlt als die Ketten diese an den Endkunden verkauft wird das Aussterben des Einzelhandels schnell sein Ende finden, er kann nur mehr mit Produkten überleben bei denen die Ketten zu geringe Umsätze haben und die Regalfläche nicht den maximalen Gewinn abwirft.

Das wäre noch kein Problem wenn nicht gleichzeitig die Ketten die Produzenten dahin erpressen, das sie einen Lieferstopp auf die gesamte Herstellergruppe verfügt, und damit ist der Einzelhändler schlicht von der Einkaufsquelle abgeschnitten.

Dazu verstehen die Produzenten wiederum mit den Handelsketten über den Geschmackschutz bis zum Patentwesen das sie auf die Produkte ein sehr weitreichendes Monopol besitzen das selbst die Kleingewerbetreibenden zum zusperren zwingt.

Zur schlimmsten Sowjetzeit gab's bei einigen Dingen mehr Produktvielfalt damals als heutigen "bösen" Westen!

Das Ende ist keine schöne neue alles wird gut Welt, sondern schlicht eine an Einfalt nicht zu unterbietende Monotonie!

Gast: Kibietz
26.07.2012 17:46
2 0

Fürn Hugo

3000 Euro gibt ein durchschnittlicher österr. Haushalt aus. Woher denn? Es gibt Familien die mit bedeutend weniger auskommen müssen, Es kann sich dabei nur um eine willkürlich gewählte Zahl handeln.

Ausserdem wird der msaatz im Handel generell zurückgehen da den Bürgern durch staatliche Eingriffe immer weniger Geld bleibt und das natürlich die Wirtschaft allgemein mittelfristig schädigt.

Eine Sparneigung ist bei den meisten Leuten gar nicht mehr möglich da sie alles Kapital zur Lebenserhaltung aufwenden müssen. Dem Geldgeiern aus Staat und Wirtschaft sei Dank.

Hobbyökonom