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Konjunktur: Solides Wachstum – wenn der Euro hält

26.07.2012 | 16:46 |   (Die Presse)

Das Institut für höhere Studien (IHS) zeigt sich für Österreichs Wirtschaft vorsichtig optimistisch. Auf den Kopf gestellt würde die eigene Prognose allerdings, wenn Griechenland den Euro verlässt.

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Wien/SAT. Österreichs Wirtschaft soll bis 2016 jährlich um durchschnittlich 1,7 Prozent wachsen. Das errechnete das Institut für höhere Studien (IHS) im Zuge seiner mittelfristigen Prognose, die am Donnerstag in Wien vorgestellt wurde. Für heuer erwartet das Forschungsinstitut ein Wachstum von 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung. In den kommenden vier Jahren soll es sich dann bei etwa zwei Prozent einpendeln. Deutlich schlechter die Prognose für die Eurozone: Hier rechnet das IHS mit durchschnittlich 1,1 Prozent Wachstum (siehe Grafik).

Freilich sind Prognosen unter den jetzigen Bedingungen oft wenig verlässlich. Das weiß man auch beim IHS. So könne man die politischen Entwicklungen der nächsten Jahre „nur schwer vorhersehen“, erklärt Direktor Christian Keuschnigg. Er geht in den Berechnungen davon aus, dass kein Land die Eurozone verlässt. Allerdings: Mit „großer Wahrscheinlichkeit“ könne man „nicht sagen, dass Griechenland in der Eurozone bleibt“. Die Chance sei etwa 50:50.

Wenn Griechenland seine Auflagen nicht erfülle, müsse man „grundsätzliche Entscheidungen treffen“, meint der Wirtschaftsforscher und spricht damit einen möglichen Austritt aus der Währungsunion an. Dies würde auch die Wachstumsprognose für Österreich auf den Kopf stellen. Ein „Worst-Case-Szenario“ für so einen Fall hat das IHS nicht berechnet. Jedoch könne man von einem Wirtschaftseinbruch ähnlich jenem nach dem Kollaps von Lehman Brothers 2008 ausgehen.

Um dieses Szenario zu vermeiden, müsse der künftige Rettungsschirm ESM notfalls auch Spanien und Italien im großen Stil unter die Arme greifen. Deshalb sei „im Krisenfall auch eine Bankenlizenz für den Hilfsfonds“ gerechtfertigt, befindet der IHS-Chef. Damit könnte sich der ESM – so wie Geschäftsbanken – Geld von der Europäischen Zentralbank leihen.

Kauft EZB wieder Staatsanleihen?

Deren Chef, Mario Draghi, sorgte am Donnerstag für Aufruhr an den Märkten. Die EZB sei „bereit, alles Nötige zu tun, um den Euro zu erhalten“, sagte er. Das löste Spekulationen aus, die Zentralbank werde weitere Staatsanleihen von Krisenländern aufkaufen. Derzeit hat die EZB Anleihen von Euroländern im Umfang von mehr als 200 Mrd. Euro in ihren Büchern.

Die Rendite auf spanische und italienische Anleihen ging daraufhin deutlich zurück. Zehnjährige spanische Papiere notierten wieder bei unter sieben Prozent.

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8 Kommentare

Griechenland erfüllt seine Aufgaben nicht, hat sie nicht erfüllt und KANN sie nicht erfüllen!

Wieso werden wir Steuerzahler permanent verarscht?

Von der Politik, diesen Wirtschaftsfuzzis, von den Banken, ... nur um stillzuhalten und den geistig unterbemittelten "Entscheidungsträgern" nicht die Hucke voll zuhauen?

Gast: machmuss verschiebnix
26.07.2012 20:07
4 0

Wenn jetzt den Griechen noch immer nicht die Chance gegeben wird,

die Eurozone zu verlassen um sich mit eigener Währung wieder aufrappeln
zu können, dann ist das für mich der Beweis, daß all die Milliarden bisher
gar nicht den Griechen gegolten hatten, sondern Französischen und
Deutschen Banken (!)

Re: Wenn jetzt den Griechen noch immer nicht die Chance gegeben wird,

zumindest hat Ottonormal-Grieche nix davon gesehen, habe heute interessante Ö1 Sendung gehört: viele Griechen ziehen wieder aufs Land und werden Landwirte, züchten Bienen, Schnecken etc.

Antworten Antworten Gast: ido
27.07.2012 00:06
0 0

Re: Re: Wenn jetzt den Griechen noch immer nicht die Chance gegeben wird,

das Geld waren auch keine Spenden für griechische Haushalte... *kopfschüttel*

Gast: 1. Parteiloser
26.07.2012 12:50
4 0

Vollkommen unseriös!

Prognosen und Hochrechnungen bis ins Jahr 2017 zu veröffentlichen kann nur maximal unseriös sein. Solche Prognosen werden ja oft weiterverwendet und dienen auch zur Planung der Staatsfinanzen.

Eine Studie, welche Grexit mit 50/50% Wahrscheinlichkeit beschreibt, dann aber die Auswirkungen vollkommen ausblendet, kann doch nur sinnlos sein.

Eine Studie, welche die Prognosen auf der schnellen Bewältigung der Banken- und Schuldenkrise im Euroraum zu Grunde legt kann nur eine schwer kranke Studie sein. Tatsächlich wurde die fehlerhaften Strukturen, welche die Probleme verursachten in den letzten 3 Jahren eher verschärft als gelöst. Bis heute fehlen brauchbare Lösungsansätze, es wird doch laufend dramatischer. Wie kann man bei dieser Sachlage von einer schnellen Bewältigung ausgehen

Es gibt aber keinen einzigen Entscheidungsträger, welcher über einen Zeitraum von 6-8 Monaten hinausschauen kann.

Die Prognose zur Teuerungsrate ist doch nur Schwachsinn. Wenn der Euro noch schwächer wird, dann wird die Teuerung in die Eurozone importiert werden und alleine diese Effekte weit über 2% liegen. So richtig lustig wird es aber dann, wenn die erfolgte exzessive Geldschöpfung doch in der Realwirtschaft ankommt. Dann könnte es auch Richtung 10% p.a. gehen.

Diese Prognose zeigt doch eher, dass ein Mensch denkt er muss es Moses nachmachen.

Antworten Gast: Fprester
27.07.2012 17:25
0 0

Re: Vollkommen unseriös!

Ich teile Ihre Meinung. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland aus dem Euro austritt gleich null, einfach deshalb, weil die EU-Politik dies nicht zulässt.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
27.07.2012 17:57
0 0

Re: Re: Vollkommen unseriös!

Keine Korrekturen in der Eurozone bedeuten dann aber weiter die riesigen Probleme in der Eurozone. Dann ist die Prognose erst recht ein Unsinn.

3 0

so?

na da wird wohl wieder locker gefaelscht... allerdings wird es dann auch aufgedeckt...

Hobbyökonom