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"Wir sind keine Jugendmarke - das kann man mögen oder nicht"

26.07.2012 | 18:14 |  NICOLE STERN (Die Presse)

Silhouette-Miteigentümer Arnold Schmied ist davon überzeugt, dass eine Brille die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen unterstreichen sollte. Das Unternehmen hat lange auf Tradition gesetzt und wagt nun den Bruch mit dieser: Silhouette bietet künftig Brillen mit Rand an.

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Die Presse: Was muss eine Brille Ihrer Ansicht nach eigentlich können?

Arnold Schmied: Eine Brille ist dazu da, um besser sehen zu können. Die optische Qualität muss genauso passen wie der Komfort. Das Gestell sollte leicht sein und gut halten. Das sind die einfachen Grundvoraussetzungen. Außerdem wird niemand eine Brille tragen, ohne sich damit zu gefallen. Wir streben danach, Schmuckstücke für das Gesicht zu machen, unser Ziel ist es, schöne Brillen herzustellen. Da haben wir in den letzten Jahren sehr viel von der Kosmetik gelernt. Dort wird sehr sorgsam mit dem Gesicht umgegangen.

 

In den vergangenen Jahren ist die Brille als modisches Accessoire beliebter geworden. Was denken Sie darüber?

Das ist eine tolle Modeerscheinung, doch wie alle Erscheinungen wird auch sie vergehen. Eine Brille soll ein Gesicht möglichst wenig verändern. Da muss man unserer Ansicht nach nicht jeden Trend mitmachen.

Silhouette bietet vor allem randlose Brillen an. Verlieren Sie durch dieses doch recht schmale Angebot Kunden, die bereit wären, ausdrucksstarke Fassungen zu tragen?

Wir haben uns kürzlich dazu entschlossen, Fassungen mit leichtem, feinem Rand mit anzubieten.

 

Aber das wiederum ist ein Bruch mit Ihrer Tradition.

Wir haben erkannt, dass randlose Brillen unser Nonplusultra sind. Diese Grundströmung wird sich auch nicht ändern. Wir müssen aber auch erkennen, dass man Kunden verärgert, wenn zu stur agiert wird. Fängt man einen Kunden einmal mit einer randlosen Brille ein, kann man ihn auch mit anderen Themen an Bord holen.

 

Von wem ging die Öffnung aus?

Von unseren Kunden. Die haben uns klar gemacht, dass wir potenziell Interessierte, die bereit wären, Geld für unsere Brillen auszugeben, verlieren, wenn wir uns nicht auch anderen Themen widmen.

 

Ihre Brillenfassungen kosten beim Optiker im Schnitt 300 Euro. Kommen noch teure Gläser hinzu, gibt man als Kunde schnell einmal 1000 Euro aus. Wer leistet sich das?

Unsere Zielgruppe fängt wahrscheinlich in der Altersklasse ab 40 bis 45 Jahren an. Über jüngere Kunden würden wir uns natürlich auch freuen, das Hauptaugenmerk liegt aber nicht auf ihnen. Wir sind keine Jugendmarke, das kann man mögen oder nicht.

Bei günstigeren Optikern gibt es Ihre Brillen nicht zu kaufen. Warum?

Jedes Produkt hat eine gewisse Wertigkeit. Aus einem Stück Titan kann man eine teure oder eine billige Brille fertigen. Wir brauchen jemanden im Markt, der sich der Wertigkeit unserer Brillen bewusst ist und dem klar ist, dass eine Brille die Persönlichkeit jedes Einzelnen unterstreichen soll. Viele Optiker arbeiten aber über große Volumina oder den Preis. Es gibt in allen Märkten oben und unten, wir haben uns dazu entschieden, oben tätig zu sein.

Die Queen trägt Ihre Brillen, aber auch einer der Hauptdarsteller der US-Serie CSI. Wie viel zahlen Sie dafür?

Der Queen kann man kein Geld zahlen, damit sie unser Produkt trägt. Wir sind aber stolz darauf, dass sie das seit 20 Jahren trotzdem tut. Auch die Astronauten der Nasa tragen unsere Brillen, das haben wir anfangs gar nicht gewusst. Und weil Sie CSI ansprechen: Der Darsteller hat die Brille selbst gekauft. Als wir dann auf die Idee kamen, mit ihm Werbung zu machen, mussten wir feststellen, dass wir uns das im Ansatz nicht hätten leisten können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)

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1 Kommentare
Gast: DJS
27.07.2012 14:05
0 0

Ich trage seit nunmehr 15 Jahren Silhouette

Meine Erste habe ich mir mit 20 gekauft. Seitdem gibt es für mich keine anderen Brillen mehr, jecoh würde eine Brille mit Rand für mich nicht mehr in Frage kommen.

Erst vor 5 Jahren habe ich vom Kerngeschäft erafhren als ich geschäftlich im Werk war.

Hobbyökonom