Bei den Investitionen hat die Tourismusbranche die Nase vorne. Immerhin machen die heimischen Hoteliers jährlich rund drei Milliarden Euro locker, die Freizeitwirtschaft mit eingerechnet (Gastronomie, Golfplätze, Tennishallen, etc.) sind es den Schätzungen der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) zufolge sogar fünf Milliarden Euro. Investitionen in Seilbahnen und Lifte sind darin noch nicht enthalten. "Der Tourismus entwickelt bei den Investitionen eine deutlichere Dynamik als die Gesamtwirtschaft", betonte ÖHT-Chef Franz Hartl am Dienstag vor Journalisten.
"2012 wird etwa das Niveau von 2011 erreichen, also ein eher hohes Niveau", erwartet Hartl. 2011 sei ein Boomjahr gewesen, nachdem sich die Investitionen davor eher zögerlich entwickelt hatten. Vor allem in der Hotellerie werde weiter Geld für Investitionen ausgegeben. Die anderen Wirtschaftszweige seien deutlich zurückgelassen worden. Das Geschäft mit dem Tourismus läuft. "Auch wenn man Ängste hat, der Österreicher fährt in Urlaub - Krise hin oder her", so Hartl. Man spare vielleicht vor Ort, aber Erholung müsse sein, umriss er die Einstellung.
Konkurrenzfähigkeit verbessern
Die großen Trends bei den Investitionen seien schon klar - "es wird viel in Betriebsgrößen investiert, Wellness ist im Abklingen und Personalzimmer sind im Kommen", so Hartl.
Die Hotels hierzulande haben im Schnitt nur 45 Betten - bei Vier- und Fünf-Sterne-Häusern sind es durchschnittlich etwas über 100 Betten. Im internationalen Vergleich ist das wenig. "Um international konkurrenzfähig zu sein, ist es ein Gebot der Stunde, in die Betriebsgröße zu investieren", betonte der Chef der Tourismus-Spezialbank.
Stärkung der lokalen Wirtschaft
Rund 1000 Hotels investieren heuer in die allgemeine Qualitätsverbesserung. Deutliche Summen werden laut Hartl auch für die Errichtung von Personalzimmern aufgewendet, um den Mitarbeitern adäquate Unterkünfte zu bieten. Der Bau von Tiefgaragen für Gäste sei in erster Linie in Wien und den anderen Landeshauptstädten ein Thema.
Mehr als die Hälfte der Tourismus-Investitionen stärken die lokale Wirtschaft: 54 Prozent des Geldes werden in einem Umkreis von rund 30 Kilometern um den Investitionsstandort ausgegeben. "Das heißt der Tourismus befruchtet die Wirtschaftszweige rund um den Standort", so Hartl.
(APA)
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