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Schlecker-Kauf: "Österreich ist overstored"

31.07.2012 | 15:14 |   (DiePresse.com)

Handelsprofessor Schnedlitz ist skeptisch, was das neue Schlecker-Konzept mit "daily" betrifft. Die Standortgarantie kommt für ihn überraschend.

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"Vielleicht gelingt den neuen Schlecker-Eignern die Lösung des Gordischen Knotens. Ich hoffe darauf, allein mir fehlt der Glaube." Das sagte Peter Schnedlitz, Vorstand des Instituts für Handel und Marketing, am Dienstag zur APA. Schließlich sei Österreich mit 6000 Geschäften bereits "overstored". An den meisten Standorten seien in der Vergangenheit schon Lebensmittelketten wie Adeg, Nah und Frisch oder Spar gewesen. Auch mit Lebensmitteln oder Tierfutter sei am Land von Schlecker bereits gehandelt worden und die Läden seien neu einzurichten, "vor allem bei neuen Waren".

Er könne sich derzeit beim "Daily"-Konzept noch "keinen Unterschied zu zum Beispiel Adeg-Geschäften am Land" vorstellen. Die Standortgarantie "hat mich am meisten überrascht", so der Professor. "Am Land war Schlecker ja auch bereits als Nahversorger tätig", so Schnedlitz. "In Nebenlagen war man auch in Wien plötzlich Tierfutterhändler. Die Sortimente waren schon sehr lokal adaptiert. Auch Getränke wurden von Schlecker schon immer verkauft."

Kleine Geschäfte nicht mehr zeitgemäß

Auch der Abzug von Lebensmittelhändlern, deren Standorte Schlecker oftmals bezog, "ist wohl nicht ohne Grund erfolgt". Zudem seien "Geschäfte mit weniger Fläche als 250 Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß" und Schlecker habe davon "Einige".

Die Forderung nach einer Mietreduktion der Investoren sei "sehr überraschend": "Gerade Schlecker dürfte eine sehr niedrige Miete zwischen zwei und 3,5 Prozent vom Umsatz zahlen."

Eine "Welt außerhalb von Bipa und dm, die allerdings einen sehr guten Job machen, wäre aber für alle gut", so Schnedlitz. dm und Bipa hätten auch die guten Standorte. "Insgesamt gibt es im Drogeriemarktbereich in Österreich, wo die Gewinnspannen geringer sind als in anderen Handelsbereichen, aber kein Wachstum, sondern einen Verdrängungswettbewerb."

Jedenfalls wäre Schlednitz "ein begeisterter Zeitzeuge, wenn es gelingt nun eine Erfolgsstory zu schreiben".

(APA)

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4 Kommentare

Zudem seien "Geschäfte mit weniger Fläche als 250 Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß"

sagt der Fachmann Schnedlitz. Dann soll er sich die Konzepte "Billa-Box" und weitere von Spar und Merkur anschauen, der Handelsprofessor!

Diese Formate sind im Kommen.

Re: Zudem seien "Geschäfte mit weniger Fläche als 250 Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß"

da stimme ich ihnen zu.
der professor ist nicht umsonst professor und nicht pionier. diese leute können im nachhinein analysieren, aber sind in der gegenwart verloren.


Re: Zudem seien "Geschäfte mit weniger Fläche als 250 Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß"

Guter Einwurf, allerdings sind diese neuen Formate nur an Standorten mit hoher Laufkundschaft sinnvoll. Da wo sie Schlecker hat (am Land oder in wenig frequentierten Straßen von Städten) bringt so ein Konzept herzlich wenig.

Re: "Geschäfte mit weniger Fläche als 250 Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß"


Die Zukunft wirds zeigen. Den Charme kleiner Geschäfte schätzen mehr Menschen als wir glauben. Nachdem die Lebensmittelkettensupermärkte am Ortsrand, die Bürgermeister und Raumplaner dem kleinen Greißler den Garaus gemacht haben, entdecken nun die Profis den möglichen Profit kleiner Einheiten.

Wir werden sehen.

Hobbyökonom