"Vielleicht gelingt den neuen Schlecker-Eignern die Lösung des Gordischen Knotens. Ich hoffe darauf, allein mir fehlt der Glaube." Das sagte Peter Schnedlitz, Vorstand des Instituts für Handel und Marketing, am Dienstag zur APA. Schließlich sei Österreich mit 6000 Geschäften bereits "overstored". An den meisten Standorten seien in der Vergangenheit schon Lebensmittelketten wie Adeg, Nah und Frisch oder Spar gewesen. Auch mit Lebensmitteln oder Tierfutter sei am Land von Schlecker bereits gehandelt worden und die Läden seien neu einzurichten, "vor allem bei neuen Waren".
Er könne sich derzeit beim "Daily"-Konzept noch "keinen Unterschied zu zum Beispiel Adeg-Geschäften am Land" vorstellen. Die Standortgarantie "hat mich am meisten überrascht", so der Professor. "Am Land war Schlecker ja auch bereits als Nahversorger tätig", so Schnedlitz. "In Nebenlagen war man auch in Wien plötzlich Tierfutterhändler. Die Sortimente waren schon sehr lokal adaptiert. Auch Getränke wurden von Schlecker schon immer verkauft."
Kleine Geschäfte nicht mehr zeitgemäß
Auch der Abzug von Lebensmittelhändlern, deren Standorte Schlecker oftmals bezog, "ist wohl nicht ohne Grund erfolgt". Zudem seien "Geschäfte mit weniger Fläche als 250 Quadratmeter nicht mehr zeitgemäß" und Schlecker habe davon "Einige".
Die Forderung nach einer Mietreduktion der Investoren sei "sehr überraschend": "Gerade Schlecker dürfte eine sehr niedrige Miete zwischen zwei und 3,5 Prozent vom Umsatz zahlen."
Eine "Welt außerhalb von Bipa und dm, die allerdings einen sehr guten Job machen, wäre aber für alle gut", so Schnedlitz. dm und Bipa hätten auch die guten Standorte. "Insgesamt gibt es im Drogeriemarktbereich in Österreich, wo die Gewinnspannen geringer sind als in anderen Handelsbereichen, aber kein Wachstum, sondern einen Verdrängungswettbewerb."
Jedenfalls wäre Schlednitz "ein begeisterter Zeitzeuge, wenn es gelingt nun eine Erfolgsstory zu schreiben".
(APA)
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