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Handel: Der Pakt der Innenstadtkönige

02.08.2012 | 17:49 |  von Julia Kern (Die Presse)

Schöps-Eigentümer Jamal al-Wazzan steigt bei drei insolventen Firmen seines Konkurrenten Rakesh Sardana ein. Die Wiener Shopwelt wird neu aufgeteilt.

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Wien. So unterschiedlich die Charaktere der beiden Immobilienprofis Jamal al-Wazzan und Rakesh Sardana auch sind – der eine liebt schnelle Autos und Wohnungen in der Wiener Innenstadt, der andere fährt Gebrauchtwagen und lebt mit seiner Familie in einem Haus in Schwechat – in ihrem Leben gibt es gewisse Parallelen.

Beide stammen aus bescheidenen Verhältnissen: Der gebürtige Iraker Jamal al-Wazzan und der in Indien geborene Rakesh Sardana kamen als Kinder nach Wien und hatten es nicht leicht. Während Sardana sich zu Beginn als Seidenschalverkäufer mit Bauchladen im Prater herumgeschlagen hat, verdiente al-Wazzan mit 18 als Würstelverkäufer den Lebensunterhalt für sich und seinen jüngeren Brüder.

Jahrzehnte später teilten sich beide – grob gesagt – die Topgeschäftslokale in der Wiener Innenstadt auf. Sardana verfügte außerdem über ein Imperium von Handelsfirmen auf dem Wiener Flughafen. Dieses brach vor wenigen Wochen nach andauerndem Streit mit dem Flughafen zusammen. Über vier von Sardanas Firmen (inklusive der Holding) wurde der Konkurs eröffnet. Nun machen die beiden Konkurrenten – die schon zuvor einen „Nichtangriffspakt“ geschlossen haben sollen – gemeinsame Sache.

Neuordnung auf dem Flughafen

Al-Wazzan steigt über seine „Richard Schöps & Co AG“ zu je 50 Prozent bei sechs Unternehmen von Sardana ein, wie er der „Presse“ sagte. Dazu gehören drei der insolventen Unternehmen: die Sardana Holding, Artifacts und Saveria. Der Vertrag wurde am Mittwochabend unter Beisein der Masseverwalter unterschrieben, über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Kolportiert wird, dass al-Wazzan mit seinem Partner Joachim Knehs zumindest sechs Mio. Euro auf den Tisch legen musste. Die Konkursverfahren laufen jedoch weiter, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bestätigt.

Darüber hinaus beteiligt sich al-Wazzan an den noch nicht insolventen Gesellschaften Mostly Mozart, Lucky Chinese und Sardana Handels GmbH. Sardana bleibt weiterhin mit der Hälfte der Anteile an Bord.

Damit werden al-Wazzan und Sardana in 13 Läden in der Wiener Innenstadt und auch an sechs Standorten auf dem Wiener Flughafen gemeinsame Sache machen, wie sie versichern. Beim Flughafen bestätigt man dies nicht. „Es sind derzeit drei Geschäfte im alten Teil des Flughafens offen. Die Verträge laufen mit Jahresende aus“, sagt Kommunikationschef Stephan Klasmann. Dann müssten die Lokale wieder an den Airport zurückgegeben werden. Sardanas Standorte im neuen Terminal-Check-in 3 (Skylink) sind schon neu ausgeschrieben.

Rund sechs Standorte in der Wiener Innenstadt stehen laut al-Wazzan leer. Mittelfristig könnten dort Marken wie Hugo Boss, Tom Tailor und das erste Geschäft der Zara-Schwester Massimo Dutti hierzulande einziehen. Unterschrieben ist aber noch nichts.

Tally Weijl und Nespresso statt Schöps

Die meisten Geschäfte in der City, die besiedelt sind, sollen bleiben – so soll schon in der nächsten Woche wieder der Swarovski-Store in der Kärntner Straße aufsperren, der im Moment mangels Ware geschlossen sei. Zur Sardana-Gruppe gehören auch die Reiss-Bar, der Souvenirshop Mostly Mozart und das Restaurant Lucky Chinese.

Der Immobilienentwickler al-Wazzan, der die Textilkette Schöps aus der Insolvenz herausgekauft hat, vermietet die 35 Standorte heute als Handelsflächen. Mieter sind unter anderem Tally Weijl, Nespresso, s.Oliver und Tom Tailor. Außerdem gehört ihm das Kaufhaus „La Stafa“ in der Wiener Mariahilfer Straße. Auf die Standorte seines nunmehrigen Geschäftspartners hat er schon lange ein Auge geworfen. Seinen Anteil an den Sardana-Firmen weiter ausbauen will er jedoch nicht.

Auf einen Blick
Jamal al-Wazzan (Schöps, La Stafa) kauft 50 Prozent der Anteile an drei insolventen Firmen des Shopbetreibers Rakesh Sardana. Dazu gehören unter anderem Lucky Chinese, der Souvenirshop Mostly Mozart und die Reiss-Bar in der Wiener Innenstadt. Mittelfristig könnten in einige Shops Marken wie Hugo Boss und die Zara-Schwester Massimo Dutti einziehen, sagt der Unternehmer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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8 Kommentare
Gast: SoSön
03.08.2012 09:03
2 1

Wie immer...

... gibt es Menschen in diesem Forum, die anderen den Erfolg nicht gönnen können und den anderen unlautere Mittel unterstellen (siehe Kommentare weiter unten).

Neid? Oder nur der Frust darüber, dass man aus seinem unbedeutenden Leben nichts gemacht hat, seinem Arsch nicht aus der Comfortzone bekommt und lieber auf der sicheren Seite lebt.

Die österreichische Gemütlichkeit hat noch niemanden erfolgreich gemacht. Aber sie sorgt dafür, dass der Tellerrand eine solide und schützende Grenze ist. Dahinter, dass kann alles nicht mit rechten Dingen zugehen.

Hurra, ein hoch auf die Neider!

0 2

"wo bleibt bitte die fremdenpolizei" würde der gelernte österreicher hier sagen!

im land der kleinkarierten neider und intriganten etwas zu machen ist nicht leicht. ich gratuliere den herrschaften für ihr durchsetzungsvermögen!!!

was der eine an intrigen und geschichten am flughafen schon erlebt hat ist nicht normal würde ein außenseiter denken, aber wer die österreicher besser kennt, weiß auch dass es business as usual ist!!!

die seppis michis und peppis mit den marias und den theresias machen es doch möglich!!!

Gast: Meinninger
03.08.2012 02:26
0 1

gefundenes Fressen...

..die beiden nützen nur die laxen lokalen Gesetze, und die unendliche Gier der Hausbesitzer.
Da vermieten dann FPÖ/ÖVP Granden an ihre Intimfeinde. Dass die Wiener Innenstadt damit draufgeht, das kümmert keinen.
Und Frau Stenzel wird mit einem Gläschen ruhiggestellt. Prost.

Antworten Gast: freier Markt
03.08.2012 09:03
2 0

Re: gefundenes Fressen...

Schon einmal was von einem freien Markt gehört, oder funktionier Ihr Denken nur in Kommunistischen Strukturen?

Bürgschaft!

Gast: Brennstein2
02.08.2012 22:31
3 0

Neo-ÖSI

Die Herren spielen nach den Regeln ihrer Herkunftsländer.

Partner Joachim Knehs...

...vranitzky schwiegersohn.


Gast: Alien (Dauerzensuriert)
02.08.2012 19:33
2 0

Na das wird wieder teuer für alle anderen...

Der Kerl bewegt sich am Immobilienmarkt wie eine Zecke im Kindergarten...

Gast: b754
02.08.2012 19:26
3 0

und alles supersaubere geschäftsleute


Hobbyökonom