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Billigst-Umbau soll aus Schlecker "dayli" machen

02.08.2012 | 20:27 |   (DiePresse.com)

In die Umstellung werden pro Filiale nur rund 7400 Euro investiert. Schlecker veranschlagte für eine Geschäftsrenovierung mindestens 20.000 Euro.

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Der neue Schlecker-Eigentümer Rudolf Haberleitner will die Rettung der Drogeriemarktkette mit einem Billig-Umbau in einen Nahversorger schaffen. Nur 7400 Euro sollen heuer und 2013 pro Filiale investiert werden, insgesamt zehn Millionen Euro. Die alte Schlecker-Geschäftsführung hatte für Renovierungen rund 20.000 bis 30.000 Euro pro Filiale veranschlagt. Für Haberleitner hat das Auffüllen der Regale aktuell Vorrang. "Gestern haben wir Waren für sechs Millionen Euro bestellt", sagte der neue Eigentümer.

Den Kaufpreis habe er mit seinem Geschäftspartner, dem Wiener Anwalt Franz Guggenberger, und "Freunden" finanziert. "Wir hätten diese Firma nicht bekommen, wenn wir nicht zahlen hätten können", betonte Haberleitner. Der Umbau und die Expansion soll dann über über die Restrukturierungsgesellschaft von Haberleitner TAP 09 finanziert werden, für die es Zusagen in der Höhe von 40 Millionen Euro gibt. Bis 2016 will er insgesamt 52 Millionen Euro in die Filialen stecken. Die "Commitments" für den Fonds sollen von Privatstiftungen, Privatbanken und Private-Equity-Fonds sowie vermögenden Privatanlegern stammen. Davon 90 Prozent aus dem Ausland, vor allem Deutschland, und 10 Prozent aus Österreich.

Schlecker: ''Dafür gibt es eh schon Spar und Copyshops''

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In zwei Wochen neue Logos

In zwei Wochen sollen die Schlecker-Schriftzüge durch "dayli" überklebt werden. Der ursprünglich geplante Name "daily" sei markenrechtlich nicht zu schützen gewesen, deswegen die kurzfristige Änderung. Für Dezember ist geplant, das Drogeriemarktsegment um Lebensmittel zu ergänzen. Bei der "Umgruppierung" der Regale sollen auch die Mitarbeiter mithelfen. Für 2013 ist dann der Vollausbau in einen Nahversorger für den "täglichen Bedarf" geplant.

Weiter zwei Drittel über Drogerieartikel

Rund 60 Prozent des Umsatzes will "dayli" weiterhin mit Drogerieartikeln erzielen und bis zu acht Prozent mit Lebensmitteln (u.a Milch, Butter, Brot). Dienstleistungen - von Kopieren bis zum Leihauto - sollen fünf bis sechs Prozent der Erlöse ausmachen, Markenartikel (u.a Wäsche, T-Shirts) rund zehn Prozent und "Homeshopping" deutlich mehr als zehn Prozent. Um die zusätzlichen Aufgaben zu bewältigen, soll pro Filiale mindestens ein neuer Mitarbeiter eingestellt werden.

Für 2012 visiert "dayli" in allen fünf Ländern einen Umsatz von 399 Millionen Euro (Österreich 235 Millionen Euro) und einen Betriebsverlust (Ebit) von 7 Millionen Euro an. 2011 erzielte Schlecker in Österreich noch einen Umsatz von 305 Millionen Euro. Im kommenden Jahr sollen die Erlöse hierzulande 290 Millionen Euro betragen und insgesamt auf 516 Millionen Euro steigen. 2016 will man laut Businessplan 430 Millionen Euro in Österreich und 1,23 Milliarden in allen vetretenen Ländern erzielen. Die Forderungen von Schlecker Österreich gegenüber dem insolventen Schlecker-Mutterkonzern in der Höhe von 175 Millionen Euro sollen in der Bilanz 2012 abgeschrieben werden. Vielleicht werde es zwei bis drei Prozent retour geben.

Unternehmen schuldenfrei

Zweifel am Geschäftskonzept, wie vom Wiener Handelsprofessor Peter Schnedlitz geäußert, wischt Haberleitner vom Tisch. "Wir werden kein Lebensmittelhändler, sondern Nahversorger und nehmen damit allen etwas weg." Seit Februar sei am Konzept gearbeitet worden. "Herr Schnedlitz kennt unser Geschäftsmodell noch gar nicht." Bevor die Warenversorgung wegen der Insolvenz der Mutter zurückgegangen sei, seien "alle Filialen profitabel" gewesen. Außerdem sei das Unternehmen schuldenfrei.

Haberleitner schmiedet noch weitere große Pläne: Derzeit laufen noch Verhandlungen mit dem Schlecker-Massseverwalter Arndt Geiwitz um die Online-Tochter "schlecker.de" zu übernehmen, und möglicherweise könnten noch 600 ehemalige Schlecker-Filialen in Süddeutschland von "dayli" übernommen werden.

Mietreduktion gegen Kündigungsrecht

Sparen will der neue Eigentümer vor allem bei den Miet- und Logistikkosten: Durch Outsourcing könnten die Aufwendungen für die Logistik von 13 auf 9,5 Millionen Euro gedrückt werden. Den Vermietern der Schlecker-Filialen ist außerdem ein "Deal" angeboten worden: Im Gegenzug für einen Kündigungsverzicht des Mietvertrages für die nächsten zwei oder drei Jahren sollen die Vermieter ihre Mieten um 20 Prozent senken oder für sechs Monate auf ihre Miete verzichten. 300 Vermieter hätten bereits zugestimmt.

Mit einer weiteren unkonventionellen Idee will "dayli" Kunden anziehen: Vor jeder Filiale soll es einen Bauernmarkt geben, der von lokalen Landwirten betrieben werden kann. Das sei ein Frequenzbringer, der keine Kosten verursache.

(APA)

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41 Kommentare
 
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Gast: international_
04.08.2012 12:37
0 0

6 millionen ware sind nicht viel

6 millionen ware bestellt klingt ja recht viel. für rund 1000 geschäfte sind das aber nur 6000,- je laden. diesen betrag wird die firma wohl allerspätestens nach 2 wochen wieder brauchen - außer der umsatz ist total im keller.

Und dayli grüsst das Murmeltier


Was will "90% ausländisches Committment" ausgerechnet in Österreich?

In der Formel 1 kanns passieren, dass bei der Siegerehrung die Ösi-Hymne gespielt wird. Leider ist das Auto dann aus England, der Fahrer Deutscher oder Australier, und das stinkende Zeugs aus der Dose ist irgendwas mit gefärbtem thailändischen Quallenpipi. GENAUSO international darf man sich auch einen "österr." Fonds vorstellen ganz gleich, welcher Vorzeigekasperl da vorgeschoben wird.

So weit so klar, nur hat man in Österreich mit Vorzeigekasperln für anonym bleibende Geldgeber in den letzten Jahren extra schlechte Erfahrungen gemacht: Mirko Kovats (A-Tec), Tilo Berlin (Hypo Alpe Adria), André Rettberg (Libro), Cevdet Caner (CLC und Level One) waren einst auch so "echt österr." Sammelbüchsen-Investoren wie Haberleitner jetzt mit seinem gaily Dayli.

Skepsis ist mehr als angebracht und muss daher erlaubt sein! Sollte es aber den Schuppen in 5 Jahren noch geben, und die kumulierte Bilanz nicht rot ausfallen (damit der Steuerzahler nämlich auch etwas Geld zurück bekommt), werde ich mich mitsamt allen Experten total überrascht und reumütig dem Jubel der begeisterten Aasgeier des Schleckerkonkurses anschliessen.

4 10

hands on!

so etwas was hier passiert, gehört absolut gewürdigt! Herr haberleitner und sein team haben eine vision und packen an, was andere fallen gelassen haben. auch die idee mit dem nahversorger - übersetzt quasi ein moderner greissler mit drogerie schwerpunkt - hat einen gewissen charme! bleibt nur zu hoffen, dass mit dem personal besser umgegangen wird als noch zu schlecker zeiten. sofern das passiert bin ich der erste, der zu dayli einkaufen geht und das gerne unterstützt!

Re: hands on!

"drogerie schwerpunkt",
"schlecker zeiten".
Welch geniales Deutsch. Haben Sie das selbst erfunden?

Re: Re: hands on!

Thema verfehlt, setzen 5*

Re: Re: hands on!

Mein Gott Sie haben Probleme...
wichtig ist der Inhalt des Postings - und der ist ermutigend un positiv - ganz im Gegensatz zu den vielen Läusesuchern und Untergangs Propheten. Das Posting scheint mir vom Mobiltelefon aus geschrieben zu sein und wenn da mal der eine oder andere Buchstabe abhanden kommt - na und? Wenn´s ein bisser sinnerfassen lesen könnten, würden Sie den Inhalt verstehen.

Re: Re: Re: hands on!

Zwei plus vier ist gleich acht. Ich schreibe nämlich auch auf einem Mobiltelefon, und wenn die Rechnung nicht ganz stimmen mag, dann ist es auch egal, weil der Sinn sollte ja verstanden worden sein. Das richtige Ergebnis kann sich ja eh leicht jeder Leser ausrechnen. Haben Sie das gemeint? Oder verteidigen Sie ihn, weil Sie selber in der gleichen Unterliga spielen?

jetzt rettet der Fond Jobs, kommt sogar aus Österreich

und trotzdem ist's böse!

Gast: nicholasblarney
03.08.2012 13:38
5 1

Mit 7.400 Euro kann er...

...eine Filiale grad einmal ausmalen...

Re: Mit 7.400 Euro kann er...

womöglich muss er nicht ausmalen, womöglich stellt er eine kühlvitrine, keine ahnung was er tut. vielleicht ist er gut weil er etwas auf die füsse stellt anstelle kluger kommentare.

Gast: hellgate
03.08.2012 13:04
8 8

Der Grund warum Europa untergehen wird

sieht man am Großteil der Postings hier.
Anstatt einen Unternhemer zu würdigen der was anfasst, wird ausschießlich rumgenörgelt und kluggeredet.
Was wäre denn die Alternative? Schlecker zusperren und die Leute auf die Straße setzten?
Wenn jemand so viel Geld investiert, dann hat er sich im Normalfall auch was dabei gedacht!
Ich gehe davon aus, dass der Großteil der Poster hier sich in einem Angestelltenverhältnis befindet. Also überlegt euch mal, woher die Kohle kommt die ihr jeden Monat aufs Konto kriegt und wie froh ihr sein würdet, wenn euer Unternehmen pleite macht und es jemand auffängt.

Antworten Gast: emerging markets
04.08.2012 11:35
2 0

Der Grund warum Europa untergehen wird...

... ist viel eher die "dayli" Routine von "Geldgebern", mit dubiosen Geschäftsmodellen und noch dubioseren Geldquellen über den Umweg von Förderungen, Verlustabschreibungen und anderen Steuersparkonzepten die Allgemeinheit abzuzocken. Oder glaubt irgendwer die Haberleitners dieser Welt sind barmherzige Samariter?

Auch ihr Argument von den "frohen" aufgefangenen Beschäftigten dürfte mit ein Grund für die Krise in Europa sein. Denn mit Beschäftigten, die sich fröhlich alle paar Jahre auffangen lassen (und sei es nur vom AMS), statt engagiert, effektiv und ideenreich um ihre Arbeitsplätze zu kämpfen, kann sich ein Unternehmen im freien Wettbewerb nicht dauerhaft über Wasser halten.

Re: Der Grund warum Europa untergehen wird

abwarten, Herr Selbstständiger!
Sie wissen ja sicher genau, woher das Geld kommt! 10-15% Eigenkapital, der Rest Bankkredite, die bei einer wiederholten Pleite abgeschrieben werden. Und das trifft letztendlich wieder den Steuerzahler.
3000 Arbeitnehmer finden in der heutigen Zeit (zumindest in Österreich) einen Arbeitsplatz.
Der Trend im LEH geht einfach Richtung Grossmärkte und "Einkaufserlebnis". Mit "Renovierungskosten" von € 7.400,-/Filiale wird das "Erlebnis" wohl nicht sehr groß werden. Einen Mitarbeiter pro Filiale mehr erhöhen zudem die Kosten.
Aber ich freue mich sehr, wenn Herr Haberleitner dieses Wunder vollbringt.

In der jetzigen Phase geht es um große Worte, um kreditwürdig zu wirken.

Harald Sukür (ex McDonald Chef) ist leider mit seinem neuen Konzept auch gescheitert.

Antworten Gast: nicholasblarney
03.08.2012 13:40
2 0

Re: Der Grund warum Europa untergehen wird

Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Doch DIESEM "Investor" traut man wede die gute Absicht, noch das können zu.

dayli

Herr Haberleitner muss wirklich vom Fach sein, wenn er gedacht hat, er könne "daily" schützen lassen.
Als Wortbildmarke oder sogenanntes "Geschmacksmuster" (Alicante) wäre es aber möglich gewesen!

Immer wieder diese super-gescheiten Quereinsteiger-Sanierer!

Wenn schon, dann würde ich die Geschäfte "Day-Li" nennen! Dann sieht's wenigstens nicht wie ein Schreibfehler aus!

Gast: international_
03.08.2012 12:36
3 0

bitte nicht drogerie

liebe redaktion - bitte verwenden sie im zusammenhang mit diesem laden nicht mehr das wort drogerie!

damit hat schon schlecker nichts zu tun gehabt (oder haben sie im schlecker jemals eine geprüfte drogistin angetroffen?) und der neue lebensmittel-copy-faxshop schon gar nicht!


Gast: dailydayli
03.08.2012 12:36
2 0

wieder mal

ein Dealy, der uns alle noch jede Menge Dellen kosten wird. Wer braucht in diesem kleinen Landf noch weitere Drogeriemärkte, DeliDiskonter- oder sonstige Filialen? Schon die Schleckerfilialen waren in jeder Hinsicht ein Alptraum! Aber es werden natürlich die voraussichtlichen Verluste und Entgeltfortzahlungen der Allgemeinheit umgehängt werden und: wie weit der neue "Investor" tatsächlich eigenes Geld einbringt und nicht nur öffentliche Mittel vergeudet, bleibt zu untersuchen!

Die Schlecker-Mitarbeiter...

...sind wirklich nicht zu beneiden. Zuerst den "Anton Schlecker" überlebt und jetzt der nächste "Topmanager" mit noch viel "tolleren" Ideen.

Schlecker Mitarbeiter werden in Zukunft als Synonym für besonders nervenstark gelten.

AR

voranstellen

Antworten Gast: Das Sommerloch
03.08.2012 11:18
0 0

...

Ardayli?

Firma Schlatzfatz & Kroetlin

renovieren um 99,99 pro Filiale inkl 10.000 Euro Management Kickback.

Hier geht`s nur um Bevorschussung von staatlichen Förderungen...
In ein paar Wochen schon wird das ganze Tam-Tam dann abgeblasen und die Förderung ist futsch.

- Projektrisiko -

Antworten Gast: nicholasblarney
03.08.2012 13:42
3 0

Re: Firma Schlatzfatz & Kroetlin

So wird es laufen - wie immer bei Haberleitner.

"DAYLI"

Der Name ist eine totale Lachnummer. Das ist von Anfang an eine Missgeburt. Da lernen die Kinder gleich falsch Englisch.

Wo soll denn der Bauernmarkt stehen? Auf dem Gehsteig?

Schlecker will alles anbieten, wie der Interspar, nur auf einem Zehntel der Fläche, haha, ich lach mich tot.

Entweder ist das eine Betrügerei, oder der Haberleitner ist ein Vollpfos...

Glaube eher Ersteres.


Werden die ihre Angestellten besser behandeln als Schlecker?

Wenn die ihre Angestellten genau so behandeln wie Schlecker werde ich sie weiter boykottieren...

Und ich hoffe, alle Andern werden das auch.

Zahlt ordentliche Gehälter und haltet eure Angestellten nicht wie Sklaven. Dann werden wir - die Konsumenten - den neuen Markt annehmen...

Ansonsten könnt' ihre den Bach runterfahren...

0 2

Re: Werden die ihre Angestellten besser behandeln als Schlecker?

und wo wollen sie dann einkaufen??

 
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Hobbyökonom