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Schlechteste Getreideernte: "Wetter passte nie"

03.08.2012 | 10:53 |   (DiePresse.com)

So geringe Erntemengen wie seit 40 Jahren nicht brachte das Jahr 2012 den Getreidebauern. Die Qualität der Ernte sei aber besonders gut, sagt die AMA.

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Das Getreidejahr 2012 ist von enttäuschenden Ergebnissen geprägt, vor allem im Osten, der "Kornkammer" Österreichs. "Mit der prognostizierten Gesamternte von etwas mehr als 2,3 Millionen Tonnen wird heuer um rund ein Viertel weniger geerntet, als im Vorjahr.  Damit ist die heurige Ernte die schlechteste seit über 40 Jahren und deutlich unter dem langjährigen Schnitt von knapp drei Millionen Tonnen", erklärte der Vorstandschef der Agrarmarkt Austria (AMA), Günter Griesmayr am Freitag in Wien. Die Qualitäten seien aber ausgezeichnet. Der noch stehende Mais ist in diesen Zahlen nicht inkludiert.

Seit vergangenen Herbst passte das Wetter für eine ertragreiche Getreideernte - vor allem in den Getreidehauptanbaugebieten Weinviertel, Marchfeld, südöstliches Niederösterreich, Burgenland - so gut wie nie. Im Herbst und Winter zu trocken, massive Fröste ohne Schneedecke im Februar, gefolgt von Spätfrost im Mai und zu viel Regen bzw. Hagelschlag in den vergangenen beiden Monaten unterboten die geringen Ernte-Erwartungen der Getreidebauern noch.

Extreme Unterschiede

"Ein Jahr der Extreme", so Griesmayr. "Vor allem in der Kornkammer im Osten gibt es sehr schlechte Erträge." Die Qualitäten des geernteten Weizens seien aber "ausgezeichnet": "Proteinwerte von großteils bis zu 20 Prozent habe ich persönlich noch nicht erlebt", sagte AMA-Präsident Stefan Hautzinger. "Grundsätzlich gibt es heuer aber nicht viel zu lachen - ein Jahr der Negativrekorde." Nur in Oberösterreich bzw. westlich von der niederösterreichischen Bezirksstadt Tulln habe es eine "super Ernte" gegeben - "und diese Mengen brauchen wir auch dringend".

Für die heimischen Mühlen, die jährlich rund 500.000 Tonnen Getreide vermahlen, gebe es "genügend Mengen", so Hautzinger. Insgesamt würden die Kapazitäten heuer aber nicht zur Gänze aus der heimischen Ernte gedeckt werden können. Österreich ist Nettoimporteur. Vom hochqualitativen Weizen werde aber weiter nach Italien exportiert.

Preisanstieg bis zu 30 Prozent erwartet

Importiert werden müssen geringere Qualitäten für die industrielle Verarbeitung, vornehmlich aus CEE-Nachbarstaaten Österreichs. Insgesamt wird 2012/2013 ein Getreideverbrauch von drei Millionen Tonnen erwartet. Es fehlen also 700.000 Tonnen, ohne die Exporte abzuziehen.

Der Import bringe aber Wertschöpfung, weil hochwertiger Weizen "zu guten Preisen" exportiert werde, während minderwertiger Weizen importiert werde, um diesen hier zu veredeln. Der Premiumweizenpreis liegt derzeit, so Hautzinger, bei rund 240 Euro, um 30 Euro höher als vor einem Jahr. Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent seien wegen weltweiter Missernten (USA, Schwarzmeerregion) möglich.

Produktion kostet 600 Euro auf einem Hektar

Trotz der höheren Erzeugerpreise würden viele Getreidebauern heuer aber "mit Null aussteigen": Die Produktionskosten auf einem Hektar Weizen betragen 600 Euro. Um diese Kosten wieder hereinzubringen, sei eine Ernte von 2,5 Tonnen notwendig - "und diese Marke haben heuer viele, vor allem im Osten, nicht überschritten", sagte Griesmayer um gleichzeitig auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Ausgleichszahlungen in der Landwirtschaft zu verweisen, die schließlich auch Qualitätsregeln mit sich brächten. Im Vorjahr sind die Bauerneinkommen im Schnitt um 34 Prozent gestiegen.

Optimistisch sei man für die Maisernte im Herbst: "Was für das Getreide wettermäßig schlecht ist, ist für den Mais gut", so Griesmayr. Erwartet wird eine österreichweite Ernte von 2,3 Millionen Tonnen - also in gleicher Höhe wie die gesamte Getreideernte.

(APA)

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11 Kommentare
Gast: HB4242
03.08.2012 18:32
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Schlechteste Getreideernte: "Wetter passte nie"

... das ist eine unentgeltliche Werbeeinschaltung der Lebensmittelbörsen und Nahrungsmittelspekulanten .....

Gast: A.B.C.
03.08.2012 18:29
1 0

Das richtige Wetter

Ich bin sicher, das gab es noch nie und wird es nie geben.

Ist es für die eine Art Getreide ideal, ist es für die Trauben schlecht, ist es für die Spargel ideal, ist ein anderes Gemüse nicht so ertragreich, usw...

Also ein Spiel ohne Ende und ohne happy end !

Re: Das richtige Wetter

Stimmt. Heuer haben wir dafür eine Wahnsinns-Apfelernte!

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"Mit der prognostizierten Gesamternte von etwas mehr als 2,3 Millionen Tonnen wird heuer um rund ein Viertel weniger geerntet, als im Vorjahr. Damit ist die heurige Ernte die schlechteste seit über 40 Jahren

und ein weiteres Beispiel von vielen, welches eigentlich unnötige Preiserhöhungen rechtfertigen versucht ?!

Die Formel lautet scheinbar weiterhin: hoher Preis ergibt mehr Steuereinnahmen, und ist wohl (scheinbar) sinnvoll bei der bisherigen Belastung um all den Kramuri welcher sich Solidarität nennt, bezahlen zu sollen und müssen ?!


Gast: Mahlzeit, Österreich!
03.08.2012 18:11
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Dinkel

Ich und viele meiner Bekannten möchten mehr Dinkelbrot auf dem Markt sehen.

Gibt es Gründe, warum Dinkel fast komplett von unserem Speiseplan verschwunden ist?

Antworten Gast: HB4242
03.08.2012 18:42
1 0

Re: Dinkel

Ja es gibt Gründe,

Dinkel ist einfach zu gesund, ist zu teuer und bringt daher zuwenig Profit ...

Re: Re: Dinkel

Naja, rein von der Herstellung her ist Dinkel ja sicher nicht teurer, als Weizen. Ist halt ein blöder Teufelskreis. Der Konsument beginnt, sich einseitig zu ernähren, um Geld zu sparen, dadurch wird das bevorzugte Produkt noch günstiger etc.

Ojeoje

- jetzt koennen sie keinen minderwertigen 'Biosprit' daraus panschen.

ich wette

es ist noch genug weizen da um ihn zu verbrennen... damit der preis oben bleibt...

unglaublich wieviele tonnen jährlich den flammen zum opfer fallen, wegem dem preis

Gast: hihu
03.08.2012 13:00
3 1

bauerngejammere

dieses bauerngejammere ist unerträglich!
ich bin für eine sofortige streichung von SÄMTLICHEN Förderungen!
die bauern gehören gesellschaftlich wieder dorthin, wo sie schon einmal waren!
momentan fallen sie nur als gagenkaiser auf

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Re: bauerngejammere

wohin gehören sie denn gesellschaftlich?

Hobbyökonom