Der Süßwarenhersteller Niemetz mit Hauptsitz in Wien befindet sich offenbar in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Zahlreiche Mitarbeiter hätten seit Monaten ihr Gehalt gar nicht oder nur teilweise ausbezahlt bekommen, berichtet das Wochenmagazin "Format" in seiner aktuellen Ausgabe. Ein baldiger Insolvenzantrag sei nicht ausgeschlossen, heißt es in der Meldung. Niemetz ist vor allem für seine "Schwedenbomben" bekannt, auch der Schoko-Haselnuss-Riegel "Manja" gehört zum Sortiment.
Wegen der ausständigen Löhne seien derzeit 75 Klagen anhängig, wird Niemetz-Betriebsrat Robert Ettmayer im "Format" zitiert. Rund 100 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Die Fabrik wies 2010 - aus diesem Jahr stammt der letzte verfügbare Jahresabschluss - ein negatives Eigenkapital von 3,16 Millionen Euro aus.
Niemetz: Wiener Tradition seit 1890
Offenbar trafen sich in dieser Woche Niemetz-Gläubiger, darunter auch Lieferanten, um weitere Schritte zu analysieren. Als eine Option gilt auch ein Insolvenzantrag. Die Geldprobleme sollen laut "Format" u.a. mit dem Engagement des Unternehmens in den USA (New York), mit gestiegenen Rohstoffpreisen und gescheiterten Marketingstrategien zusammenhängen.
Niemetz gehört zu den Wiener Traditionsunternehmen. 1890 als Konditorei eröffnet, wurde genau 40 Jahre später die Süßwarenmanufaktur in Betrieb genommen. Weder die Dynastie-Erbin Ursula Niemetz noch der Mehrheitseigentümer und Geschäftsverantwortliche Steve Batchelor wollten sich gegenüber "Format" zur aktuellen Situation äußern.
(APA)
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