Der Mehlpreis in Österreich dürfte wegen der heimischen und weltweiten Getreide-Minderernte um 15 bis 20 Prozent anziehen. Einige Müller bestätigen das unter vorgehaltener Hand. Nur offiziell dürfte das nicht geschehen, da wohl nicht ein Eindruck von Preisabsprachen erweckt werden soll. Der Großeinkaufspreis für Bäcker dürfte pro Kilo Mehl von 40 in Richtung 50 Cent gehen. Eduard Langer, Innungsmeister der Müller in der Wirtschaftskammer, war am Freitag für eine Stellungnahme allerdings nicht erreichbar.
Auch Bäcker-Innungsmeister Josef Schrott bleibt am Freitag vorerst vage. Ob sich die Brotpreise in Österreich wegen der (weltweit) schwachen Getreideernte und dadurch wohl steigender Mehlpreise in Österreich erhöhen werden, werde man im Herbst sehen, sagte der Bäcker-Innungsmeister. "Wir haben von den Müllern noch keine neuen Preise", so Schrott. Auch wenn diese, wie teilweise angekündigt, den Großeinkaufspreis von Mehl "von 40 in Richtung 50 Cent" erhöhen würden, "kann ich leider keine Zahl nennen, wie sich das auf die Kalkulation der Bäcker auswirkt", so der Innungsmeister.
Mehrere Kostenfaktoren
Der Innungsgeschäftsführer des Lebensmittelgewerbes (Bäcker), Reinhard Kainz, schloss nach offiziellem Bekanntwerden der Getreide-Minderernte in Österreich mögliche Kostensteigerungen beim Gebäck wegen der im Vorjahresvergleich "um rund 30 Prozent höheren Getreidepreise" jedenfalls nicht aus. Einen Prozentsatz wollte er aber nicht nennen: "Das wäre wegen der vielen Kostenfaktoren unseriös", so Kainz. "Außerdem muss jeder Betrieb selbst kalkulieren.""
Auch müsse zuerst einmal jede Mühle für sich neu kalkulieren. Dann stünden ab 1. Oktober die Gehaltsverhandlungen der Bäcker an. Danach müsse wiederum jeder einzelne Bäcker neu kalkulieren. "Rohstoff-, Personal- und sonstige Kosten steigen schließlich in unterschiedlichen Ausmaßen", so Kainz. "Natürlich bilden sich wesentliche Kostensteigerungen in den nachfolgenden Produkten ab", erklärte Kainz. Auch Bäcker-Innungsmeister Schrott will nach den Bäcker-Lohnverhandlungen eine Rekalkulation durchführen. "Ein höherer Preis ist dann aufgrund aller Kosten nicht ausgeschlossen", sagte Schrott.
(APA)
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