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Staat fördert Bauern stärker als nötig

03.08.2012 | 18:49 |  MATTHIAS AUER (Die Presse)

Österreich hat 741 Millionen Euro zu viel an die Bauern ausgeschüttet, kritisiert der Rechnungshof. Fördergeber in den Ländern verteilten das Geld dabei auch gern an sich selbst.

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Wien. Der EU ist die Entwicklung des ländlichen Raumes in Österreich viel wert. Gut vier Mrd. Euro hat Brüssel von 2007 bis 2013 dafür vorgesehen. Österreich wollte da nicht zurückstehen und verdoppelte den Betrag auf in Summe acht Mrd. Euro. Nur so könne man „jeden Euro aus Brüssel abholen“, argumentierten Landesagrar-Referenten ihr 2006 gefälltes „Verdoppelungserfordernis“. Stimmt nicht, kritisiert der Rechnungshof (RH). Auch deutlich weniger Kofinanzierung hätte ausgereicht, um dieselben EU-Mittel zu lukrieren. 741 Mio. Euro seien so freiwillig zu viel an die Bauern ausgeschüttet worden, heißt es an die Adresse von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP). Dort wehrt man sich: Die „nationale Regelung sei „umfassend rechtlich legitimiert“. Einen Ministerratsbeschluss für die Übererfüllung gab es aber nicht.

 

Wald sanieren statt Kinder hüten

Der RH hat auch nachgesehen, was mit dem Geld aus dem prallen Subventionstopf geschehen ist – und stieß dabei auf einige unangenehme Details. So floss deutlich mehr Geld an Bauern als vorgesehen, Projekte wurden finanziert, die gar nicht förderwürdig waren, und die vergebenden Personen bedachten sich mitunter gern selbst mit Subventionen. Genauer unter die Lupe nahm der RH etwa das Projekt Leader.

Auch hier habe Österreich 47 Mio. Euro mehr „beigesteuert“ als notwendig. Ziel des Programms ist es, „innovative Entwicklungen im ländlichen Raum“ zu fördern. Gemeint ist nicht klassische Agrarförderung. Im Gegenteil. Hier sollen Ideen der Bevölkerung umgesetzt werden, Bürgerbeteiligungsmodelle erprobt, Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Kein Wunder, dass Leader auf dem Land beliebt ist. Gelandet sei das Geld aber wieder bei den Bauern, kritisiert der RH. 65 Prozent aller Leader-Projekte seien „unecht“. Statt Kinderbetreuung zu schaffen seien Wälder saniert worden, so das Urteil der Kontrollore. Der Umgang der Landesfürsten bzw. ihrer Förderstellen mit dem Steuergeld war dabei recht locker. Kärnten etwa hat bei einem Projekt mit Slowenien 40 Mal mehr beigetragen als die Nachbarn. Unangenehm wird so viel Großzügigkeit, wenn man sieht, dass sich die Fördergeber mitunter selbst finanziert haben.

 

Prüfer ohne Problembewusstsein

So genehmigte ein Kärntner Beamter Fördermittel für ein Projekt einer Firma, in dessen Aufsichtsrat er saß. Ein Salzburger gab Geld für die Gemeinde frei, dessen Bürgermeister er war. „Ein schwerwiegender Fall von Unvereinbarkeit“, so der RH. Aber immerhin war das Projekt subventionswürdig. Auch das war nicht immer der Fall. So wurden in Kärnten Projekte gefördert, die den Kriterien nicht entsprachen. Das Land habe seine Kontrollpflicht „gröblich“ vernachlässigt, so der RH.

Auch mit der Agrarmarkt Austria (AMA), mit der Kontrolle der Agrarförderungen beauftragt, geht der RH hart ins Gericht. Dort kann man die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Indirekt bestätigt der RH diese Meinung sogar: Was der AMA laut Bericht vor allem fehle, sei das „Problembewusstsein“.

Grafik: Die Presse

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)

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114 Kommentare
 
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Gast: Mixnixkorl
06.08.2012 23:14
0 0

Wo Taubn sind

Fliegen Taubn zu. Einer der genug Geld hat wird immer mehr bekommen. Der keins hat wird nie was erreichen. Die einen bekommen das Geld für keine Leistung. Die andern Arbeiten 6 Tage in der Woche und denen bleibt auch nichts übrig. Nicht weil die nicht umgehen könne Ganz einfach. Weil das Leben zu teuer ist. Ein Wocheneinkauf. 150,- Lebenskosten etc. Aber unser einer wird ja nicht gefördert, fall jemand Geld braucht. . Wir sind halt Normal Bürger. Da ist ja wurst ob wir zu grunde gehen. Finaziell. Banken werden gestützt. Unsere einer ist ja wurst. gehst halt pleite. Falls sichs irgendwann nimma ausgeht. Da Bauer fährt an Neuen Traktor. weil er gefördert wird. Andere Fahren kein Neues Auto weil sie nicht gefördert werden.
Ist doch alles soooooooo Gerecht.

Gast: Plach2
06.08.2012 21:03
1 0

90% der Bauern zahlen IM JAHR nur € 200 Steuern!

Bauernförderung (lt. Regionalzeitung)

Hannes E. 132.830 Vorjahr 84.267 +58%
Christa E. 125.311 44.042 +185%
Herbert S. 122.210 87.859 +39%
Gutsv. 122.008 83.009 +47%
Leopold Z. 121.368 52.239 +132%
Helmut K. 120.542 60.274 +100%
Wolfgang L. 118.840 41.829 +184%
Josef K. 116.914 43.461 +169%
Maria S. 113.300 27.925 +306%
Herbert B. 112.326 38.699 +190%
Karin S. 111.114 18.992 +485%

und noch weitere 20 solcher Beispiele

Bauern bekommen auch die MÖST rückvergütet....

Die AMA

meldet sich Wochen vorher bei dem zu prüfenden Bauern an. Wenn die AMA dann am Ort ist, werden die Herrn mit gedecktem Tisch empfangen. Vorher werden aber noch schnell die "Giftkisten" aus dem Stall entfernt. Nach dem man gespeist und sich gut unterhalten hat, folgt ein Rundgang durch den Stall, der Bauer erhält seine Plankette, die Herrn verabschieden sich und der Bauer stellt die Giftkisten wieder in den Stall!

oder

die Groß-Bauern bedienen sich wie immer überdimensional am Steuertopf!

Gast: MH
04.08.2012 17:01
8 0

Umverteilung

Man sollte die "Umverteiler" überall genauer kontrollieren.
Allein die Förderungen die die Stadt Wien vergibt werden kaum bzw. gar nicht veröffentlicht.
Dann käme man vielleicht auch auf Schlagzeilen wie "Staat fördert Einwanderung stärker als nötig" "Öffentliche Gelder werden verschwendet " "EU verschwendet das Geld der Nettozahler" ...

aber da hüten sich Medien allen voran der rot-grüne Propagandasender darüber zu berichten...

Gast: Bürgerzweiterklasse
04.08.2012 16:33
9 0

Die Bürger

fördern den Staat mehr als nötig!

Gast: Pächter_gesucht
04.08.2012 15:53
4 1

ganz einfach: Bauer werden

gibt doch genug Landwirtschaften zu verpachten die fleissige Leute suchen.

Also ich hab kurz durchgerechnet: 5 % der österreichischen Bevölkerung arbeiten/lebt von der Landwirtschaft - also ca. 400.000 Personen. Diese haben (über welchen Zeitraum?) 741 Mio Euro zuviel erhalten? Also wenn das ein Jahr war - sind das pro Kopf ca. 1.800 Euro pro Jahr ... also 150 Euro pro Monat. Dafür müssen Formulare ende nie ausgefüllt werden, werden die Bauernhöfe auf illegale Futtermittel durchsucht, wird per Luftbild jede Weide auf m2 genau abgerechnet ....

Wie hoch ist die Mindestsicherung? Was müssen die Leute dafür machen? ....


Antworten Gast: 1. Parteiloser
05.08.2012 12:15
1 0

Re: ganz einfach: Bauer werden

Ich schätze die Österreichischen Landwirte sehr. Deine Darstellung mit der Mindestsicherung ist aber Unsinn!

Es sind ja keine 400.000 Menschen, welche von der Landwirtschaft leben. Es gibt nur noch 174.000 Betriebe, welche eine Durchschnittsgröße von nur noch 42 Ha haben. Für deren Bewirtschaftung braucht es bei der zunehmend Automatisierung ja keine 2,5 Beschäftigte pro Betrieb. Tatsächlich sind schon viele Betriebe im Nebenerwerb geführt. Das auch sehr erfolgreich, welches den realen Arbeitsaufwand deutlich aufzeigt.

Es ist auch nicht so, dass die Zuwendungen nur aus den zu viel bezahlten Förderungen bestehen, sondern eine jährliche direkte Förderung von etwa 3.000 Mio. haben. Nur diese direkte Förderung liegt also bei durchschnittlich 17.000.- Euro pro Jahr pro Betrieb, also weit über der Mindestsicherung. Die Einnahmen durchs Wirtschaften kommen dann noch dazu.

Dazu kommen noch die indirekten Förderungen der Landwirte mit den Steuerbefreiungen / Pauschalierungen, aber durchs Auffetten der Pension mit der Ausgleichszulage.

Das Problem ist wohl weniger das Fördervolumen, vielmehr das Problem der Verteilung der Fördergelder. Die Masse der Gelder geht doch direkt an die Großgrundbesitzer, an die Nahrungsmittelindustrie und komische Genossenschaften. Die Landwirte werden doch von den eigenen Vertretern nur noch beraubt!

Re: ganz einfach: Bauer werden

Wo gibt es denn Landwirtschaften zu pachten? Ich suche schon seit Jahren eine einigermaßen leistbare Liegenschaft für mich und finde nichts.

Bitte um Links, anscheinend wissen Sie mehr als ich.

Antworten Antworten Gast: WohnenamLand
04.08.2012 17:13
2 3

Re: Re: ganz einfach: Bauer werden

Sie wollen eine Landwirtschaft pachten? Oder wollen Sie ein großes Haus mit viel Garten rundherum und einen Traktor zum Rasenmähen? Und "leistbar" heisst gratis, oder?
Wenn Sie Bauer sind haben sie im Sommer keine Zeit am Nachmittag Zeitung zu lesen .... und zu posten ....

Re: Re: Re: ganz einfach: Bauer werden

Was sorgen Sie sich darum? Kann Ihnen doch völlig egal sein, was ich mit meinem Geld mache.

Antworten Antworten Gast: Fundgrube
04.08.2012 16:50
0 0

Re: Re: ganz einfach: Bauer werden

wir wollen 3 ha in Stadtlage (bei uns fährt sogar die Straßenbahn vorbei) verpachten. EUR 300,-/Monat inkl. Pflichtversicherung (die ist ca. 150,-/Monat) aber es findet sich niemand.
(Strasse zu nahe, keine Wohnmöglichkeit für 10 Leute, keine neuen Geräte, usw., lieber Leibrente)
Interessenten bitte einfach in der Fundgrube schaun ;-)

Re: Re: Re: ganz einfach: Bauer werden

Das klingt sehr interessant, welches Bundesland?

Bei der Online-Fundgrube habe ich gerade geschaut, aber da kann man keine Inserate abfragen, ohne dafür zu bezahlen. Das ist mir schon unsympathisch. Haben Sie das Inserat auch noch woanders? Willhaben?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Fundgrube
04.08.2012 19:06
0 0

Re: Re: Re: Re: ganz einfach: Bauer werden

sorry, Fundgrube ist erst ab nächster Woche wieder gratis, aber in willhaben ist es drinnen, Flohmarkt.at und derLandwirt war es auch schon

Re: Re: Re: Re: Re: ganz einfach: Bauer werden

Tut mir leid, ich finde es einfach nicht. Ich hab bei willhaben.at nach Landwirtschaft gesucht, da ist nichts zur Pacht drinnen (außer ein Stall in Voitsberg, aber da fährt sicher keine Straßenbahn dran vorbei).

Können Sie das vielleicht eingrenzen oder den Link online stellen? Ich schreibe Sie auch gerne an, wenn Sie mir sagen, wie ich Sie erreichen kann.

Gast: der Österreicher
04.08.2012 14:03
4 0

..



..aber jetzt sind wir aber überrascht.

Mikrobauern mit durchschnittlich 20 ha, die bis zu 90% von Forderunge leben.

"Förderung zur Sicherstellung eines gerregelten Einkommens."

Almen die ungerechtfertigt angegeben wurden, die gar nicht vorhanden waren.

Förderungen auf jeder möglichen Ebene. "Besamungsprämie der Gemeinden"

etc, etc, etc...

In Neuseeland hat man 75 die landwirtschaftlichen Förderungen komplett gestrichen. E

Ergebnis 15% der Bauern mussten zumachen.

In Österreich Mrd an Förderungen.

Ergebnis für die letzten 10 jahre: 20% mussten zumachen.

Wow


3 1

Österreich hat 741 Millionen Euro zu viel an die Bauern ausgeschüttet, kritisiert der Rechnungshof. Fördergeber in den Ländern verteilten das Geld dabei auch gern an sich selbst.

deshalb ja auch das stetige Gerede besonders seitens der VP, "wir haben vom € mehr profitiert als viele andere", obwohl auch das falsch ist da wir immer schon Nettozahler waren und weiterhin übrigens mehr denn je, sind !

All dies geschieht allerdings auch im "kleineren" Rahmen Wien bspw, wo das Fördersystem ebenso abläuft.


Es ist schön langsam zum verzweifeln

Jeden Tag wird über neue Fälle von Korruption, Freunderlwirtschaft, Vorteilsnahme, dubiose Finanzströme, illegale Absprachen und Kartelle zu Lasten der Konsumenten (Libor!) berichtet. Dazu noch die Probleme in der Eurozone und Politiker die uns für dumm verkaufen. Leben wir in einem Irrenhaus?

2 0

Re: Es ist schön langsam zum verzweifeln

"Irre" wäre ein Euphemismus. Das sind Kriminielle. Hoffentlich wird das als mehr als nur "peinlich" behandelt, wie das bei allen anderen bisherigen kriminellen Handlungen der Entscheidungsträger gehandhabt wurde.

Sofort in Untersuchungshaft wegen Verabredungsgefahr.

Gast: Schlauberger
04.08.2012 12:59
4 0

Wo bleibt die Transparenz - Datenbank?


War da nicht mal was, sämtliche Subventionen und Goodies einsehbar zu machen? Ist wohl wieder eingeschlafen.

Ich denke, wir sind, was die Korruption betrifft, von Griechenland nicht so weit entfernt.

Wenn von unserem ach so tollen Rechtsstaat nicht demnächst auch noch die Fassade fallen soll, wäre es höchst an der Zeit, derartigen Betrug als solchen zu ahnden.

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?


2 0

Re: Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

derzeit auf mehrwöchigen Urlaub und danach auf Befehl mit anderen Dingen beschäftigt.

Siehe Elsner; der tanzt der Justiz auf der Nase herum (angeblich haft- verhandlungsunfähig) weil er weiss, dass er das ohne Konsequemnzen tun darf .....

5 1

Und das ist noch lange nicht alles, auch beim korrupten Ökostromförderregime

kassieren die Bauern kräftig mit.
Für ein Windrad kassiert der Bauer ca. 800 € monatlich an Pachteinnahmen. Bei einem Windpark mit 10 Windrädern ergibt das ein höheres Monatseinkommen, als bei einem Sektionschef, ohne dass der Bauer auch nur einen Finger rührt. Abgaben zahlt er dafür auch nur minimal,
Mittlerweile macht das korrupte Ökosstromförderregime des verlogenen Milchbubis von Wirtschaftsminister ca. 600 Mio Euro p.a. aus und kein Mensch regt sich über diese Gaunerei auf. Kein Wunder, dass sie auch anderswo zugreifen, wenn es so leicht geht.
Schuld sind wir selber, weil wir das alles einfach hinnehmen.
Gezahlt wird der ganze Betrug von den ca. 3 Millionen Haushalten über die Ökostromabgaben u. die Netzkosten.

2 0

Aus der Grafik entnehme ich:

Die Ernte war heuer um ca. 30% schlechter, aber die Preise sind um 30% besser wie 2011.

Landwirt müsste man wieder sein. Die Aussichten sind sehr gut, denn die Preise für landwirtschaftliche Produkte werden weiter steigen.
Mais: http://finviz.com/futures_charts.ashx?t=ZC&p=w1
Sojabohnen: http://finviz.com/futures_charts.ashx?t=ZS&p=w1

Die letzten Spitzenpreise aus dem Jahr 2008 werden wieder erzielt. Tendenz langfristig steigend.

Die EU Förderungen können vermutlich bald zurückgefahren werden.


Antworten Gast: ein Bauer
04.08.2012 19:33
0 0

Re: Aus der Grafik entnehme ich:

und schon mal überlegt, dass vielleicht Diesel, Dünger, Pflanzenschutzmittel auch teurer geworden sind?

Re: Aus der Grafik entnehme ich:

Hoffentlich hat dieser Umverteilungszirkus bald ein Ende.
Viele würden sich dann ein neues Etikett für ihre liebgewonnenen Zuzahlungen suchen müssen.
Und meinesgleichen müßte nicht für jeden Bödsinn als Begründung herhalten.

 
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Hobbyökonom