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Immofinanz: „Buwog zu verkaufen“

06.08.2012 | 16:56 |   (Die Presse)

Die Wohnbaugesellschaft hat seit der umstrittenen Privatisierung ihren Wert vervielfacht. Die Immofinanz wartet auf ein gutes Preisoffert.

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Wien/Eid/jps. Exakt 961,57 Mio. Euro hat die Immofinanz im Jahr 2004 für die Bundeswohnbaugesellschaft (Buwog) gezahlt. Die Vorgänge rund um die Privatisierung sind seit Jahren Gegenstand eines der größten Strafverfahren der Republik. Jetzt, acht Jahre später, könnte die Buwog wieder den Besitzer wechseln. Die Immofinanz, die nach dem Zusammenbruch der Constantia Privatbank und der von ihr gemanagten Immogesellschaften neu aufgestellt worden ist, würde sich von der Buwog wieder trennen. „Wenn der Preis stimmt, verkaufen wir“, sagte Immofinanz-Chef Eduard Zehetner am Montag bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2011/12.

Den Wert der Immobilien bezifferte Zehetner mit 2,5 bis 2,6 Mrd. Euro – und zwar für die nun gemanagten rund 33.000 Wohnungen. Zum Vergleich: Bei der Privatisierung umfasste die Gesellschaft rund 58.000 Wohnungen. Für Teile der Buwog gebe es auch schon Interessenten.

Sachwerte zählen mehr als Rendite

Immobilien als Geldanlage seien nach wie vor sehr gefragt, sagte Zehetner. Von einem Preisrückgang wegen der Krise sei noch nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die Nachfrage steige. „Es geht weniger um Renditen, vielmehr um Vermögenssicherung.“ So habe die Immofinanz auch eine Reihe von Zinshäusern verkauft. „Wir haben diese vor 15 Monaten angeboten und jetzt den gewünschten Preis erzielt.“ Verkauft wurde etwa im Februar das Palais Batthyány in der Wiener Innenstadt.

Diese Verkäufe passen gut in die Strategie des Unternehmens. Denn „wir wollen den Takt der Immobilienmaschine erhöhen“. Das heißt, dass der Anteil der Objekte, die jährlich abgestoßen werden, von derzeit fünf auf gut zehn Prozent steigen soll. An das angepeilte Verkaufsvolumen von rund einer Mrd. Euro sei man im vergangenen Geschäftsjahr schon knapp herangekommen. „Wir machen unser Geschäft, indem wir Immobilien kaufen, entwickeln und rasch wiederverkaufen“, erklärte Zehetner. Außerdem sei es von Vorteil, sich von Immobilien, „die auch nicht jünger werden“, zu trennen.

Im Gegenzug expandiert die Immofinanz kräftig. Ein Beispiel: Im März wurde das Golden Babylon Rostokino in Moskau, eines der größten Einkaufszentren in Zentraleuropa, komplett übernommen. Die Finanzierung in Höhe von 715 Mio. Dollar (577 Mio. Euro) kam von der russischen Sberbank.  Die Immofinanz hat schon mehr als die Hälfte ihrer Investitionen in Gewerbe- und Wohnimmobilien in Osteuropa getätigt. Weshalb Zehetner ein Listing an einer osteuropäischen Börse anstrebt.

Geld für die Expansion hat die Immofinanz jedenfalls genug, die liquiden Mittel liegen bei 560 Mio. Euro. Das Ziel eines operativen Ergebnisses (Ebitda) von 600 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr 2012/13 hält Zehetner für realistisch. Im Vorjahr lag der Vergleichswert bei 479 Mio. Euro. Die Mieterlöse stiegen leicht um 1,2 Prozent auf 585,7 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) wuchs um 62,9 Prozent auf 691 Mio. Euro. Grund dafür waren neben dem besseren Geschäft auch höhere Bewertungen der Immobilien. Negative Kurseffekte (gegenüber Ostwährungen) haben das Nettoergebnis jedoch um 13,4 Prozent auf 271,4 Mio. Euro gedrückt.

Wie berichtet, erhöht das Unternehmen auch die Dividende, die steuerfrei ausgezahlt wird: Nach 15 Cent je Aktie für das Vorjahr kündigte Zehetner für 2012/13 eine Dividende von 20 Cent je Aktie an. Da die Ausschüttung steuerlich als Einlagenrückzahlung definiert wird, entfällt für Aktionäre in Österreich, die natürliche Personen sind, die Kapitalertragssteuer.

Unzufrieden ist Zehetner mit der Aktie. Der Kurs, der am Montag nahezu unverändert bei 2,63 Euro im Plus tendierte, liegt bei der Hälfte des Nettovermögenswerts (Net Asset Value/NAV). Dieser hat sich mit 5,33 Euro kaum verändert.

Prozesse auf Eis

Bei den zivilrechtlichen Schadenersatzklagen, die die Immofinanz gegen das ehemalige Management rund um Karl Petrikovics angestrengt hat, gibt es nichts Neues. Laut Zehetner liegen alle Verfahren auf Eis, weil man auf die Strafprozesse warte. Der erste, der noch heuer beginnen soll, habe nicht unmittelbar mit der Immofinanz zu tun. Es gehe um Optionsgeschäfte bei der Constantia Privatbank (diese hat die Immofinanz/Immoeast gemanagt). „Manchmal wäre es hygienischer, ein bisschen mehr zu arbeiten“, konnte sich Zehetner Kritik an der Justiz nicht verkneifen.

Auf einen Blick
Die Immofinanz würde die Bundeswohnbaugesellschaft (Buwog) wieder verkaufen, wenn der Preis stimmt. Bei der umstrittenen Privatisierung 2004, die nun auch Gegenstand eines umfangreichen Strafverfahrens ist, lag der Preis bei 961,57 Mio. Euro. Jetzt wird der Wert von 2,5 bis 2,6 Mrd. Euro geschätzt. Für Teile gibt es laut Immofinanz-Chef Eduard Zehetner schon Interessenten.
Pro Jahr will sich die Immofinanz von älteren Objekten im Wert von einer Mrd. Euro trennen, um so „Spielgeld“ für neue Akquisitionen zu haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

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8 Kommentare

Exakt 961,57 Mio. Euro hat die Immofinanz im Jahr 2004 für die Bundeswohnbaugesellschaft (Buwog) gezahlt...„Wenn der Preis stimmt, verkaufen wir"...weil man auf die Strafprozesse warte...

.
Teil 3:

.Zu: " ... Zum Vergleich: Bei der Privatisierung umfasste die Gesellschaft rund 58.000 Wohnungen. ...

Die BUWOG verfügte zum Zeitpunkt des Verkaufs über 19.701 Wohnungen.

Hier sollte nun endlich Klarheit geschaffen werden.

http://so-for-humanity.com2000.at


Exakt 961,57 Mio. Euro hat die Immofinanz im Jahr 2004 für die Bundeswohnbaugesellschaft (Buwog) gezahlt...„Wenn der Preis stimmt, verkaufen wir"...weil man auf die Strafprozesse warte...

.
Teil 2:

Zu: "... ...„Wenn der Preis stimmt, verkaufen wir"...:

Eine interessante Meldung, die ins Gesamtbild passt. Die Kernfrage , die nach wie vor ungeklärt ist, lautet:

Wurden die " Bundeswohnbaugesellschaften" zu billig verkauft? Wenn ja, warum?

Um diesen Komplex zu überblicken erscheint das Studium folgender Unterlagen empfehlenswert:

SFH-5043 Zusammenstellung aller relevanten Dokumente zum Spannungsfeld : BUWOG - RECHNUNGSHOF - PARLAMENTARISCHER UNTERSUCHUNGSAUSCHUSS ( Stand 26.7.2012 )
Was wird dabei erkennbar?

http://so-for-humanity.com2000.at/index.php?modul=content&rubrik=291&aid=5805&page=

http://so-for-humanity.com2000.at


Exakt 961,57 Mio. Euro hat die Immofinanz im Jahr 2004 für die Bundeswohnbaugesellschaft (Buwog) gezahlt...„Wenn der Preis stimmt, verkaufen wir"...weil man auf die Strafprozesse warte...

.
Teil 1:

Wieso ist es so schwer, die Fakten auseinanderzuhalten?

1. Das Konsortium um die IMMOFINANZ hat nicht nur die BUWOG, sondern " alle " Bundeswohnbaugesellschaften gekauft.

Und zwar:

BUWOG, EBS Wohnbaugesellschaft mbH Linz, ESG Wohnbaugesellschaft Villach, WBG Wohnen und Bauen Gesellschaft mbH sowie Wohnanlagen Gesellschaft mbH

2. Für die Gesellschaftsanteile wurden 860, 78 Mill EURO bar erlöst, für die gleichzeitig verkauften Forderungen des Bundes gegenüber diesen Gesellschaften weiter 155,5 Mill EURO. Zusätzlich zu diesem Kaufpreis erfolgte die Übernahme der auf den 81.684 Wohnungen lastenden Schulden inder Höhe von 1.436,4 Mill EURO

Quelle:

Umfassende Sachvrehaklstdarstellung...

http://so-for-humanity.com2000.at/files/2108.pdf

Kapitel:

32. Eine kritische Detailanalyse der Wahrnehmungsberichts des Rechnungshofs „Verkauf von Bundeswohnbaugesellschaften"

http://so-for-humanity.com2000.at


„Es geht weniger um Renditen, vielmehr um Vermögenssicherung.“

erzählung eines freundes, der auf der suche nach einer eigentumswohnung in wien ist.

mehrere personen warten auf den besichtigungstermin. als der makler kommt, ruft einer: "ich nehme die wohnung und zahle den geforderten preis." die besichtigung war hiermit schon wieder beendet.

nachfrage beim käufer: OHNE besichtigung? ja, ich will eh nicht drin wohnen und das vermieten ist mir auch zu mühsam. es ist eine geldanlage für mich.

und der aufgerufene mondpreis, der auch bei vielen anderen immobiliengeschäften gilt, verhindert erfolgreich, dass junge familien oder nicht top-verdiener auch zu wohnungseigentum kommen.

ich hoffe sehr, dass die sich bei uns bildende immobilienblase bald platzt. damit solche ärsche einen (groß)teil ihrer geldanlage verlieren. denn ansonsten müsste über wirklich massive vermögenssteuern nachgedacht werden. nicht in form einer deppensteuer wie sonst für die breite masse sondern in form einer arschloch-steuer.

Kaufpreis

Von einer "Qualitätszeitung" hätte ich mir schon etwas anderes erwartet, als den Vergleich des Wertes der Wohnungen mit dem Kaufpreis des Unternehmens. Dass beim Wert des Unternehmens die Schulden die das Unternehmen gemacht hat, um die Wohnungen bauen zu können und die noch offen sind vom Wert der Wohnungen abgezogen werden müssen, um zum Wert des Unternehmens zu kommen, hätte aber selbst den aufgeregten Polstern hier auffallen müssen.

so ko##upt und idi##sch verkauft eben nur der staat:

58.000 Wohnungen für ca. 960 Mio, von denen allein rund 33.000 heute auf wundersame weise rd 2,6 Mrd wert sind.

macht bei allen unschärfen im schnitt mehr als eine Vervierfachung/ whg , schon ein wenig üppig für inflation, aufwertungen durch den neuen eigentümer, etc.
gegen diese lächerliche preisbildung und die marktenge unprofessionelle paketgestaltung die das erst ermöglichte sind die peanuts die von meischi und co dabei auch noch eingesteckt wurden noch der geringste aspekt an diesem verbrechen an der allgemeinheit.
gratulation an die immofinanz: sowas auf der verkäuferseite werdet ihr nimmer so schnell finden...

Gast: Kenner der Szene
06.08.2012 20:17
1 0

Das war wieder ein Meisterstück der Heimatpartei, damals noch unter HAIDER!

Gewusst haben es alle!

Wie heißt es so schon: UNser Geld für unsere Leut, die HEIMATPARTEI FPÖ&FPK!

Genau das gleich passiert in Kärnten!

Betreutes Wohnen und FPK nahe Firmen!!!!!

Gast: b754
06.08.2012 19:46
0 0

und den gewinn sofort enteignen

und grasser in häfen

Hobbyökonom