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Unmut in Tirol: Deutsche Firma lässt 'Griaß di' schützen

08.08.2012 | 13:12 |   (DiePresse.com)

Die Wortmarke ist für zehn Jahre in deutscher Hand. Das bekam auch ein Tiroler zu spüren, der T-Shirts mit dem Gruß verkauft. Er will sich wehren.

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Der bei der Tiroler Bevölkerung gängige Gruß "Griaß di" hat einem Einheimischen beinahe rechtliche Schwierigkeiten gebracht, nachdem er T-Shirts mit der Formel bedruckt und sie im Internet auf einer Online-Plattform vertrieben hat. Eine Firma aus Deutschland hat nämlich die zwei Wörter 2011 markenrechtlich schützen lassen. Für 900 Euro ist "Griaß di" somit eine geschützte Wortmarke und für die nächsten zehn Jahre in deutscher Hand, berichtete "ORF Radio Tirol" anlässlich eines Berichts des Servicemagazins "Konkret" am Dienstag. Bei den Tirolern sorgt dies für Unmut.

Der "Erfinder" des "Griaß di"-T-Shirts, der Ötztaler Philipp Reindl, will sich jedenfalls gegen das Verwendungsverbot der Grußformel wehren. Er sei auf der Suche nach einem Anwalt, um den Wortmarkenschutz der deutschen Firma zu bekämpfen, kündigte er am Mittwoch an. Als ersten Schritt wird das "betroffene" T-Shirt im Internet mit der Grußformel "grieß enk" angeboten, "dafür gibt es derzeit keinen Wortmarkenschutz", sagte T-Shirt-Erfinder Reindl.

"Grüßen nur noch gegen Entgelt"

"Es kann doch nicht sein, dass plötzlich Grußformeln von den EU-Markenschützern registriert werden", meinte auch Martin Reiter von der Tiroler Versicherung, die bereits 2004 eine "Griaß di"-PR-Kampagne gestartet habe. "Wenn es jetzt nach der EU gehe, dann werde man wohl in Zukunft nur noch gegen Entgelt grüßen dürfen", kritisierte Reiter. Dürften zukünftig auch nicht mehr "Ciao", "Adieu" oder "Welcome" ohne Strafe abgedruckt werden, fragte Reiter.

Markenschutz und Patentrecht
Es handelt sich beim Markenschutz um das einfachste Schutzrecht für Waren und Dienstleistungen im Wirtschaftsleben. Nicht eine Erfindung - dann wäre das Patent als Rechtsform vorgesehen - steht im Vordergrund, sondern die Abgrenzung von anderen Produkten. Es gibt nationalen Markenschutz, EU-Schutzrechte und internationale Marken.

"Marke ist eine Bezeichnung, ein Bild oder zum Beispiel ein Logo, das als Kennzeichen für ein Produkt fungiert. Dieses Merkmal soll ein Produkt zu seinem Ursprung zuordenbar machen. Das ist die sogenannte Herkunftsfunktion", sagte Markus Stangl vom Österreichischen Patentamt.

"Eigentlich hat das als Spaßgeschichte begonnen", erzählte der 30-jährige T-Shirt-Erfinder Reindl. 2007 habe er im Internet ausprobieren wollen, wie ein Webshop funktioniere. Hauptberuflich betreibe er eine Werbeagentur. Ohne viel Werbung für seinen Shop zu machen, verkaufe er bisher "fünf bis sechs" T-Shirts in der Woche. Ob sich das durch das mediale Interesse jetzt ändere, könne er vorerst nicht abschätzen.

Erfolgschancen bei Anfechtung

Der Innsbrucker Patentanwalt Paul Torggler erklärte gegenüber "ORF Radio Tirol", dass die Marke nicht den abstrakten Begriff an sich, sondern nur im Zusammenhang mit Waren und Dienstleistungen, für die sie eingetragen sei, schütze. Die Marke "Griaß di" sei in diesem Fall für Papierwaren, Bekleidungsstücke und noch andere Warenklassen geschützt. Würde die Grußformel beispielsweise auf Fahrrädern appliziert, würde der Markenschutz nicht gelten.

Torggler sah diesbezüglich auch die Chance gegeben, "Griaß di" wieder vom Markenschutz zu befreien. Immerhin gebe es seiner Aussage nach eine Entscheidung des Deutschen Bundespatentgerichts über einen Markenschutz für "Bonsoir" (französisch "Guten Abend", Anm.), worin frühere Entscheidungen zu "Hallo", "Hey" oder "Ciao" und damit ähnlich wie "Griaß di" zitiert würden. "Ich glaube, wenn man die Marke 'Griaß di' anfechten würde mit einem Löschungsantrag, hätte man wegen mangelnder Unterscheidungskraft gute Erfolgsaussichten", sagte der Patentanwalt.

(APA)

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155 Kommentare
 
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Das Recht hat, wer blecht!

So funktioniert bei uns nun mal Markenrecht. Theoretisch sind auch ungeschützte Marken geschützt, jedoch wenn weranders die Marke anmeldet und dem Staat somit was zahlt, geht er vor.

"Griaß di" – überstaatlich bairisch

Die mundartliche Grußformel "Griaß di" ist weder österreichisch noch bundesdeutsch, da sie nichts mit Staatszugehörigkeit zu tun hat.
Vielmehr ist sie die bairische ("bayrisch-österreichische") Entsprechung der hochdeutschen (standarddeutschen, schriftdeutschen) Grußformel "Grüß dich".

Re: "Griaß di" – überstaatlich bairisch

Hier in Kärnten sagen wir auch "Griaß di".

Re: Re: "Griaß di" – überstaatlich bairisch

Selbstverständlich auch in Kärnten, wo südbarische Mundart gesprochen wird.

Re: Re: Re: "Griaß di" – überstaatlich bairisch

In Bayern wird Kärntner Mundart gesprochen! ;-)

Antworten Antworten Gast: sowerdensiereich
15.08.2012 21:47
0 0

Re: Re: "Griaß di" – überstaatlich bairisch

Lassen Sie sich "Ma he" schützen und werden Sie reich!

Gast: Young and good
09.08.2012 21:13
0 0

Was regen sich denn hier alle so auf?

"Griaß di" ist doch kein spezifisch österreichischer Spruch. Auch die Bayern sagen "Griaß di". Dort regt sich aber keiner auf, so wie hier. Die haben auch Wichtigeres zu tun. Drum stehen die auch wirtschaftlich besser da, weil die sich um das Wesentliche kümmern und sich nicht auf Nebensächlichkeiten konzentrieren. Weil heutzutage sagt man eh "Tschüss" und nicht mehr "Griaß di", wenn man ein moderner, fortschrittlicher Mensch ist.

Antworten Gast: Sepp
10.08.2012 20:59
0 0

Re: Was regen sich denn hier alle so auf?

Griaß di!

1. Tirol ist starkes Wirtschafts- und Tourismus-land und braucht mit Bayern keinen Vergleich scheuen.

2. Tschüss sagt man beim Abschied und Griaß di als Begrüßung. Also diese beiden Grußformeln bitte nicht vergleichen.

3. tschüss sagt nur "ein moderner, fortschrittlicher Mensch..." kein Kommentar

pfiad di!

Antworten Antworten Gast: Auch nicht von gestern
11.08.2012 13:21
0 0

Re: Re: Was regen sich denn hier alle so auf?

Meinst du das ernst?: 700.000 Tiroler zu vergleichen mit über 12 Millionen Bayern, die auf einer Fläche leben, die fast so groß ist wie Gesamtösterreich?
Und außerdem: Bei einer Begrüßung sagt man heutztage als "moderner, fortschrittlicher Mensch" überall "Hallo", bei der Verabschiedung "Tschüss". Da gibt es nichts mehr dran zu rütteln.

Und zum Schluss: Du kannst ja nicht mal deinen eigenen Gruß richtig schreiben!
Nämlich "Pfiat di"!!!

Und tschüss.... :-))

Antworten Antworten Antworten Gast: pfiaddigriasdihavidere
11.08.2012 18:17
0 0

Re: Re: Re: Was regen sich denn hier alle so auf?

pfiad di ! ist keine falsche schreibweise.
aufgrund der süddeutschen konsonantenneutralisierung ist das "d" völlig i.o.
"t"könnte den leser,der das schriftbild der schriftsprache gewohnt ist auf eine falsche fährte führen.er könnte nun denken,dass
"t" als aspirierten fortisklusil realisieren zu müssen.
dialektalaussprachlich geprägt wird aber nur ein nicht aspirierter mediaklusil realisiert.
also halte ich "d" für eine durchaus richtige ortografische lösung.
vergessen wir nicht,dass es keine 100%ig gültige verschriftung der bairischen mundarten gibt.es existieren mehrere systeme nebeneinander.
letztlich erfolge ohnehin eine regressive assimilation des endkonsonanten,werden nun meine gegner einwerfen,aber auf meiner meinung
werde ich trotzdem weiter beharren.
auch "d" ist eine vertretbare variante.

und pfiad di..

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Dorfschullehrer
15.08.2012 18:01
0 0

Re: Re: Re: Re: Was regen sich denn hier alle so auf?

Falsch!
"Pfiat di" ist bairisch und daher haben die 12 Mill. Bayern auch das Recht, dieses als Marke zu schützen, sind sie doch die Mehrheit.

Re: Re: Re: Re: Re: Was regen sich denn hier alle so auf?

Es gibt zwar mehr (bairische, fränkische und schwäbische)
Bayern als (bairische und alemannische) Österreicher, aber weniger bairische Bayern als bairische Österreicher!

Antworten Antworten Antworten Gast: hallihallo23456
11.08.2012 18:08
0 0

Re: Re: Re: Was regen sich denn hier alle so auf?

kennst du die typisch weanarische antwort auf "hallo"?
- da hallo is scho gschtuam!

Gast: Griaßdi
09.08.2012 11:01
0 0

Rettet Griaß di

Eine Schweinerei sondergleichen. Besucht doch bitte die auch Facebookgruppe: Rettet "Griaß di" und gebt auch dort Euren Unmut kund. Binnen einen Tages hat diese Gruppe bereits über 90 Mitglieder.

Antworten Gast: Huch
09.08.2012 21:18
0 0

Re: Rettet Griaß di

Komische Zahl. Da haben sich wohl 22,22 % der Rattenberger (kleinste Dof in Tirol mit 405 Einheimischen) geschlossen eingetragen. Wie geht denn das.

Antworten Antworten Gast: Westküstentante
10.08.2012 08:06
0 0

Re: Re: Rettet Griaß di

Ja "wie geht denn das"...
Sie scheinen ein besonderes Scherzkeks zu sein :-))

Gast: Quatsch
09.08.2012 07:15
2 0

"The important thing is not to stop questioning." -- Albert Einstein

. . . Narrenfreiheit patentiert!?

Servus

ist übrigens auch bereits als Wortmarke geschützt. Von einer Weinkellerei für Weine und von Red Bull für eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen.

Antworten Gast: wkgw
08.08.2012 21:43
0 0

Re: Servus

Ah ja, von Winzer Krems. Übrigens ein guter Wein :-)

Antworten Antworten Gast: Franz der Hamster
09.08.2012 09:52
0 0

Re: Re: Servus

"guter Wein" Aua. Naja, hängt davon ab, wie tief man die Latte legt.

Antworten Antworten Antworten Gast: weissweinfuersvolkrotweinfuermoechtegerns
15.08.2012 21:53
0 0

Re: Re: Re: Servus

Nur weil es billig ist? Außerdem: bevorzugen Sie Rotwein, Sie Schnösel?

Gast: Monopolist
08.08.2012 18:40
1 0

Grüß Gott!

Ich werde mir "Grüß Gott" als Wortmarke für die Klassen betreff Print sichern und dann die >Kirche< als Eintreiber der >Kirchensteuer< und das >Sonntagsblatt<, wie >auch alle anderen deutschsprachigen religiösen Printmedien< zukünftig verklagen.

Antworten Gast: pompfinewra
08.08.2012 22:10
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Re: Grüß Gott!

wia schauts mid seavas und dere aus?

Antworten Antworten Gast: dehreherrtennenbaum
15.08.2012 21:55
0 0

Re: Re: Grüß Gott!

'seas' sagen alle - aber "d'ehre" sagt niemand mehr.

Ich frage mich eher

wie krank die europäische gesetzgebung sein muß, um es zuzulassen, dass alltagsbegriffe und -formeln überhaupt markenrechtlich geschützt werden können. Vorallem bei der Grußformel "Mahlzeit" sollte man nachdenklich werden.

Re: Ich frage mich eher

bei der eintragung einer marke werden im vorhinein vom markenamt relativ wenig fragen gestellt. deshalb kommt es durchaus häufig vor, dass marken zwar eingetragen sind, aber es aus verschiedenen gründen nicht sein dürften. falls man aufgrund dieser marke geklagt wird, kann man sie mittels löschungsklage entfernen lassen. genau das trifft wohl auf diesen griaß di hier zu.

das hat übringes nichts mit "kranker" europäischer gesetzgebung zu tun, sondern ist im nationalen wie internationalen markenschutz genauso. aber unhinterfragt auf die eu hinzudreschen ist halt so einfach...

 
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