Am heimischen Arbeitsmarkt herrschen nach wie vor eklatante geschlechtsspezifische Unterschiede. Jede zweite berufstätige Frau ist atypisch beschäftigt, sprich arbeitet Teilzeit, geringfügig, in Leiharbeit oder mit einem freien Dienstvertrag. Hingegen sind es bei den Männern nur 14 Prozent der Erwerbstätigen, die keine unbefristete Vollzeitanstellung haben. Grund dafür ist die hohe Zahl der Teilzeitarbeitsverhältnisse bei Frauen. Fast 45 Prozent aller unselbstständig berufstätigen Frauen arbeiten Teilzeit - Tendenz steigend.
Insgesamt gesehen ist etwa ein Drittel der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich atypisch beschäftigt, geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor. "Im Krisenjahr 2009 betraf der Rückgang bei den Normalarbeitsverhältnissen in erster Linie Männer, für Frauen setzte diese Entwicklung schwächer und mit einem Jahr Verzögerung ein", kommentiert man bei der Statistik Austria.
Teilzeit spielt bei Männern nur geringe Rolle
Eine deutliche Reaktion auf die Konjunkturentwicklung gab es in den Jahren 2009/2010, in denen die Normalarbeitsverhältnisse zurückgingen, die Anzahl der Teilzeitarbeitsverhältnisse jedoch zunahm - eine Entwicklung, die überwiegend von Frauen getragen wurde. Für Männer spielt Teilzeit mit einem Anteil von 7,6 Prozent nahezu keine Rolle.
Normalarbeitsverhältnisse steigen bei Männern sukzessive mit dem Alter und erreichen bei den 40- bis 59-Jährigen einen Anteil von über 90 Prozent. Lediglich 40 Prozent der Frauen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren sind in einem Normalarbeitsverhältnis. Überwiegendes Motiv für die Teilzeitarbeit von Frauen sind Betreuungsaufgaben. Erst ab einem Alter von 40 Jahren steigt der Anteil an Frauen mit Normalarbeitsverhältnis wieder an, bleibt aber im Vergleich zu den Männern auf sehr niedrigem Niveau.
Atypische Beschäftigungsformen treten vermehrt am Beginn und Ende einer Berufslaufbahn auf. Befristungen und Leiharbeitsverhältnisse sind deutlich auf jüngere Altersgruppen konzentriert. Befristungen, Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung und freie Dienstverträge finden sich in jeder Bildungskategorie. Bei Menschen mit Universitätsabschluss spielt Leiharbeit keine Rolle, sie stehen allerdings doppelt so oft in befristeten Arbeitsverhältnissen wie der Gesamtdurchschnitt der unselbstständig Beschäftigten. Wiederum sind Frauen im Vergleich zu Männern in allen Bildungskategorien häufiger atypisch beschäftigt.
(APA)
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