Wien/b. l. Ihr Anteil wächst langsam, aber stetig: 31 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen gingen im Vorjahr keiner regulären, unbefristeten Vollzeitarbeit nach. Im Jahr 2004 lag ihr Anteil bei 26,1 Prozent. In Summe befinden sich 1,097 Millionen unselbstständig Erwerbstätige in einem „atypischen“ Beschäftigungsverhältnis. Das gab die Statistik Austria am Mittwoch bekannt. Während Männer zu 14 Prozent atypisch beschäftigt sind, liegt der Anteil der Frauen bei 49 Prozent.
Die häufigste Form dabei ist die Teilzeit. Vier Prozent der Männer und 34 Prozent der Frauen fallen ausschließlich aufgrund der Tatsache, dass sie nicht Vollzeit, aber mindestens zwölf Stunden pro Woche arbeiten, in die Kategorie der atypisch Beschäftigten.
Bleiben zwölf Prozent der Arbeitnehmer, die geringfügig beschäftigt, befristet angestellt, Leiharbeiter oder freie Dienstnehmer sind. Auch von ihnen arbeiten einige Teilzeit, sodass die Teilzeitquote der Frauen in Summe bei 45 und jene der Männer bei acht Prozent liegt.
Akademiker jobben oft befristet
Welcher Form von atypischer Beschäftigung man nachgeht, hängt auch stark vom Alter ab. Während Jüngere oft befristet oder als Leiharbeiter jobben, sind freie Dienstverhältnisse sowohl am Anfang als auch am Ende der Erwerbslaufbahn häufig. Sie werden laut Statistik Austria oft mit geringfügiger Beschäftigung kombiniert. Eine solche lässt sich gut mit dem Studium oder aber der Pension kombinieren.
Höhere Bildung schützt nicht vor atypischer Beschäftigung, die Gewichtung ist jedoch unterschiedlich: So ist es für Pflichtschulabsolventen wahrscheinlicher, als Leiharbeiter zu arbeiten, als für Akademiker. Letztere werden dagegen häufiger (zu elf Prozent) befristet angestellt als der Durchschnitt (sechs Prozent).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

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