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Eurokrise bremst Österreichs Wirtschaft

09.08.2012 | 10:50 |   (DiePresse.com)

Ein Test des Wifo zeigt, dass sich vor allem die Sachgüterproduktion verlangsame. In der Folge werde sich auch der Arbeitsmarkt eintrüben.

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Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sieht eine Schwächung der österreichischen Wirtschaft in Folge der Krise der europäischen Währungsunion. Zwar sei in Österreich die Konjunktur "nach wie vor robust", doch die Abschwächung des internationalen Umfelds bremse auch die Entwicklung in Österreich. Betroffen sei die Sachgütererzeugung, wo sich das Wachstum laut Wifo-Konjunkturtest verlangsame. Bauwirtschaft und Dienstleistungssektor entwickeln sich hingegen nach Einschätzung der Unternehmen weiterhin gut, so die Wirtschaftsforscher.

Als Folge dieser Entwicklung verschlechtert sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Inflation bleibt hingegen niedrig.

Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote betrug nach österreichischer Berechnungsmethode im Juli 7,1 Prozent, gemäß Eurostat im Juni 4,5 Prozent. Der Anstieg der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr betrug im Juni 2,2 Prozent und liegt damit in Österreich etwas unter dem Durchschnitt des Euro-Raums von 2,4 Prozent.

Auch Schwellenländer schwächeln

Die Weltwirtschaft wächst weiterhin mäßig, die Zeichen einer Konjunkturabschwächung mehren sich jedoch. Diese Dämpfung resultiert in erster Linie aus der Krise im Euro-Raum und einer Verlangsamung des Wachstums in den asiatischen Schwellenländern. In den USA und in Lateinamerika ist die Konjunktur hingegen noch verhältnismäßig robust.

Im Euro-Raum ist in den nächsten Monaten mit einer weiteren Eintrübung der Konjunktur zu rechnen. Die Unsicherheit der privaten Haushalte und Unternehmen ist angesichts der anhaltenden Krise des Vertrauens in die öffentlichen Finanzen und das Finanzsystem der Europäischen Währungsunion hoch.

Die Konjunkturindikatoren deuten auf eine Vertiefung der Rezession in mehreren südeuropäischen Ländern hin. Auch in Deutschland flaut die bisher kräftige Konjunktur etwas ab. Die Wirtschaft des Euro-Raums insgesamt dürfte im zweiten und dritten Quartal schrumpfen.

(APA)

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12 Kommentare
Gast: Blöder Hund
10.09.2012 16:42
0 0

Konsum durchs AMS gebremst

Schuld am entsetzlich niedrigen Konsum ist auch Hundstorfer.Durch Zwangsvermitteln von billist- und Teilzeitjobst würgt er den Konsum ab.

Auch ein höheres Arbeitslosengeld würde direkt in die Wirtschaft fließen - ganz anders als die Sozialhilfe für die Banken, die nur in Steueroasen oder Spekulationsblasen enden. Und daher nicht in österreich bleibt.

Gast: Tourist
10.09.2012 12:28
1 0

Die Eurokrise ist schuld?

Und ich dachte schon es waeren die ganzen Schuldenbremsen in Europa.

Wer meint eine Wirtschaft durch sparen zu sanieren, hat offensichtlich nicht den Kapitalismus verstanden.

Re: Die Eurokrise ist schuld?

Soweit richtig. Kommt drauf an, wie man´s tut.
Geht nicht: Radikale undifferenzierte Vollbremsung
Geht: Sparen durch Umstrukturierung

Haben wir eine Euro-Krise?

Nein, Krise was ist das? Haben wir eine Wirtschaftskrise? Ach woher denn. Ist die EU das Non plus ultra? Ja! Und wieso sagen dann diese Politiker etwas Gegenteiliges? Das sind doch nur "Scharfmacher" auf die man nicht hören darf. Und warum draf man auf sie nicht hören? Weil das Zweifler sind und Zweifler wollen wir nicht. Und warum zweifeln die am Euro und an der EU? Über die sollte man gar nicht reden. Ach so! Na dann sollte man diesen Artikel von Henryk M. Broder lesen, der sagt was Fakt ist und er hat Recht:http://www.welt.de/kultur/article108550411/Europa-Zweifler-die-Staatsfeinde-von-heute.html

Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 15:25
3 1

Re: Haben wir eine Euro-Krise? JA!

Dieser tolle Satz des Artikels verdient es ins Forum kopiert zu werden!

"Heute wird die Europa-Idee so verbissen verteidigt wie noch vor 25 Jahren die Idee des Sozialismus. Und sie wird genauso enden."

Wobei mit Europa wieder einmal die EU gemeint ist. Europa als Kontinent, die Europäer, die können ja auch ohne EU ganz gut leben. Nur, die EU kann ohne die Europäer nicht leben!

Ich denke auch, dass die Vision eines freien Europas für freie Menschen eine tolle Sache gewesen ist. Dass diese Idee so versemmelt werden konnte, das ist eigentlich schon ein galaktisches Versagen gewesen.

Es sind nur noch Ideologen am Werken, genauso wie Ideologen im Comecon Raum am Werken waren. Daher kann man auch die Prognosen für die EU so gut machen.

Auch wenn es eine Glaubensfreiheit als berechtigtes Grundrecht der Menschen gibt, so sollte die Glaubensfreiheit im privaten Bereich bleiben. Ideologen sind Gläubige und sollten von der Gesetzgebung, von Regierungen, von Ämtern ferngehalten werden. Die EU ist Heute nur noch Ideologie, also fanatischer Glauben. Nutzen für die Menschen konnte diese EU in den letzten Jahrzehnten den Menschen nicht bringen. Daher wird die Evolution dieses Gebilde auch wegspülen, weil die Evolution noch alles Lebensfeindliche weggespült hat. Dauert aber immer ein bisschen.

Antworten Antworten Gast: biersauer
15.08.2012 07:15
0 0

Re: Re: Haben wir eine Euro-Krise? JA!

...weilder gesetzliche Zwang eine natürliche Kursändeung verhindert!
Ansonsten wäre diese "Gemeinschaft" schon wieder ade.

Gast: Eurokriese
09.08.2012 13:18
1 0

Bankenkriese

Leider wurde das falsche Wort verwendet. Es handelt sich um eine Bankenkriese in Europa... Bitte zukünftig richtig bezeichnen!

Re: Bankenkriese

Auch nicht ganz: Demokratiekrise (mit kurzem i) i.S.v.: Politiker mit ausgeprägtem Sparwillen werden nicht gewählt.

Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 11:39
2 0

Teilweise weltfremde Betrachtungen!

Es stimmt schon, dass sich die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Ö Sachgüterproduktion verlangsamt haben und die kommende Rezession in der EU langsam bemerkbar macht. Dazu kommt aber noch der Effekt, dass die Produktionen zunehmend aus Österreich verlagert werden müssen, weil Zwangsabgaben bis über 50% der Wertschöpfung im globalen Wettbewerb niemals haltbar sind. Es gibt also min. eine 2. Begründung für den berichteten Effekt.

Es wird auch stimmen, dass sich das Baugewerbe in einer Umsatzbetrachtung gut hält. Die aktuell sehr hohe Arbeistlosenquote bei den Bauarbeitern, 9% im Juli, deutet aber doch darauf hin, dass die Beurteilung nur nach den Kosten gemacht worden ist. Es stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit, auch nach den "Provisionen" bei den staatlichen Bauaufträgen.

Der Dienstleistungssektor muss in Österreich als stabil erscheinen, weil dieser von den geschützten Bereichen dominiert wird. Deren laufenden Kostensteigerungen lassen diesen Bereich, bei reiner Umsatz / Kostenbetrachtung dann automatisch als "Leistungsfähig" erscheinen. Komisch ist nur, dass die Absolventen des staatlichen Bildungssystems, trotz dem Einsatz von 2,2 Lehrpersonen pro Schulklasse, immer geringere Fähigkeiten erwerben konnten.

Na ja, die Fr. Bures wird die Wirtschaft mit der 50 Mrd. Tunnelbauorgie schon retten. Wenn die 5 Löcher mit 10mm Durchmesser und einer Tiefe von 20 mm bohren lässt, dafür dann 50 Mrd. bezahlt, dann geht das BIP ja auch um 50 Mrd. nach oben!

Antworten Gast: Wirtschaftler
09.08.2012 15:20
1 0

Re: Teilweise weltfremde Betrachtungen!

Die Ausführungen sind teilweise zu unterstreichen.
Anzumerken ist aber auch, dass die Sachgüterproduktion deshalb zurückgeht, weil kaum wirkliche Innovationen von Österreich aus in den Markt gehen. Und das alte überholte Klumpert will halt kein Mensch in der Welt kaufen.
In Österreich wird zwar gern über Technologiezentren, Innovationsförderung usw. geredet, aber bei den Bedingungen wie beim AWS(möchte 49 % des Gewinns mit nur Büroarbeit) bleibt man lieber alleine und produziert im Ausland. Das Wort "Risikokapital" gibt es nicht oder nur kaum für innovative Betriebe, scheinbar nur für Banken, wo es als "Risiko" für die Boni verschwindet. -
Bald stehen wir auf der Produktionsebene wie die Elfenbeinküste.......

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.08.2012 16:26
1 0

Re: Re: Teilweise weltfremde Betrachtungen!

Nach meiner Beobachtung mangelt es in Ö nicht an wettbewerbsfähigen Produkten, auch nicht an wettbewerbsfähigen Produktionsprozessen. Innovationen sind ja keineswegs nur auf die Produkte beschränkt, sondern auch bei den Produktionsprozessen sehr wichtig. Viele dieser Ö Innovationen sind aber nicht Marktschreierisch und werden daher in der Öffentlichkeit nur wenig wahrgenommen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil diese Innovation oft bei den KMU zu finden sind.

Mit der Marktschreierei der Parteibonzen von wegen "Technologiezentren, Innovationsförderung" haben Sie aber durchaus recht. Das ist reine Propaganda der Ö Planwirtschafter aller Farben. Die gesunden KMU treiben das eigene Geschäft leise vorwärts. Wahrscheinlich gehen die Verlagerung auch so leise und von den Planwirtschaftern unbemerkt.

Der Finanzmarkt betreffend Risikokapital ist eine Katastrophe. Kommt wahrscheinlich auch daher, dass Österreichs Bankenlandschaft vorwiegend aus Genossenschaftsbanken besteht, also wieder Parteibonzenhochburgen der Planwirtschafter. Ich sehe es aber doch in der Verantwortung der Unternehmer das erforderliche Kapital zu haben, bzw. zu organisieren. Das ist nicht die Aufgabe der Staatlichkeit, auch wenn die Typen das von sich selber glauben.

In meinem Fall habe ich erst das Grundkapital als Angestellter verdient, dann Unternehmen gegründet und ohne Innovation gut gewirtschaftet Dann erst die Innovationen getrieben. Hat a bissl gedauert war aber sehr erfolgreich, allerdings nicht in Ö!

Antworten Antworten Antworten Gast: biersauer
15.08.2012 07:23
0 0

Re: Re: Re: Teilweise weltfremde Betrachtungen!

In Ö. warteten bereits die Aasgeier auf eine neue Firmengründung, daher ist sowas niemand anzuraten.

Hobbyökonom