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Damenwahl: Schwierige Suche nach neuem ÖIAG-Chef

09.08.2012 | 16:11 |  Von Hanna Kordik und Hedi Schneid (DiePresse.com)

Aufsichtsratspräsident Mitterbauer möchte eine Frau an die Spitze der Staatsholding setzen. Am 7. September fällt die Entscheidung.

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[Wien] Peter Mitterbauer kann heuer seine Sommerferien vergessen. Seit dem plötzlichen Abgang von Markus Beyrer Mitte Juni sucht der Aufsichtsratspräsident der ÖIAG einen neuen Chef. Genau genommen lässt Mitterbauer suchen - vom Headhunter Egon Zehnder. Aber natürlich hat der ÖIAG-Präsident schon bei der Auswahl der Kandidaten ein gewichtiges Wort mitzureden.
Nicht nur die Politik, die bei der Staatsholding traditionell eine nicht unwesentliche Rolle spielt, macht die Sache kompliziert. Mitterbauer pocht auf die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats.

Außerdem stößt er mit seinem Wunsch, den Posten erstmals mit einer Frau zu besetzen, auf Widerstand. Denn die Damen, die er bisher ins Visier genommen hat, haben nicht angebissen. Dazu gehört Brigitte Ederer, die bei Siemens einen Top-Posten bekleidet und auch im ÖIAG-Aufsichtsrat sitzt, so wie die Bankerin Regina Prehofer, die derzeit WU-Vizerektorin ist.

Mitterbauer gab nicht auf - und wurde in der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien fündig. Michaela Steinacker, die dort in der Geschäftsleitung für Immobilien zuständig ist und zuvor Chefin des ÖBB-Immobilienmanagements war, soll in die Staatsholding wechseln. Die Crux: Während die gut in der ÖVP vernetzte Steinacker, die nicht nur von Mitterbauer unterstützt wird, als Favoritin umworben wird, wurde der „Presse" in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien klar mitgeteilt: „Frau Steinacker hat sich nicht beworben."

Eine offizielle Bewerbung sei jedoch unabdingbar, auch wenn die Rückendeckung von Politik oder Holding-Spitze groß sei, heißt es beim Headhunter, der oft in Diensten der ÖIAG stand. Auch Beyrer hat sich im Vorjahr beworben, nachdem er aufgrund des Widerstands gegen Wolfgang Ruttenstorfer und Boris Nemsic bekniet worden war, den Job zu machen.

Lanthaler ist ein Favorit

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats, dem neben Mitterbauer sein Vize Siegfried Wolf und Theresa Jordis sowie die Arbeitnehmervertreter Leopold Abraham (OMV) und Helmut Köstinger (Post) angehören, wird Mitte August eine Shortlist mit bis zu fünf Namen erhalten, auf der möglicherweise keine Frau steht. Außer es kommt jene nicht namentlich genannte „Kapazität", die Zehnder noch im Köcher haben soll.

Einige Kandidaten sind schon gut bekannt: Werner Lanthaler, derzeit Vorstandschef des Hamburger Biotech-Unternehmens Evotec und einst unter Mitterbauer Kommunikationschef der Industriellenvereinigung, Ex-ÖVP-Landesrat Herbert Paierl und Ex-AUA-Chef Peter Malanik. Alle drei haben sich beworben. Ob das auch Wolfgang Mayerhuber getan hat, ist nicht bestätigt. Mit dem gebürtigen Österreicher, der bis 2010 die Lufthansa führte, wird noch gesprochen, heißt es. Neu im Spiel soll Rudolf Kemler sein, der sich kürzlich bei Hewlett-Packard-Österreich verabschiedet hat.

Bis zur Entscheidung am 7. September darf also noch fest taktiert, intrigiert und interveniert werden. Schließlich gilt der Job als Schlüsselposition, auch wenn die ÖIAG nur die Staatsbeteiligungen an Post, Telekom Austria und OMV verwaltet. Eines fällt diesmal auf: Alle bisher genannten Kandidaten (außer Ederer) gehören dem bürgerlichen Lager an. Die SPÖ habe ihr Interesse verloren, heißt es, zumal sie ohnedies für eine Auflösung der Holding eintritt. Sie glaubt die Unternehmen bei den entsprechenden Fachministerien besser aufgehoben.

Anders die ÖVP: Das Finanzministerium, das für die ÖIAG zuständig ist, ist die seit Jahren diskutierte große Lösung für die ÖIAG zwar bisher schuldig geblieben. Klar ist aber, dass die „Schwarzen" in Richtung Aufwertung tendieren. Die ÖIAG könnte mit Teilen der ÖBB oder dem Verbund neue Unternehmen und auch neue Aufgaben erhalten. Der Mangel an Strategie macht die Suche nach einem ÖIAG-Chef nicht gerade leichter. Denn vom Konzept hängt eigentlich der Managertyp ab, der gebraucht wird. Die Frage lautet also: Verwalter(in) oder Visionär(in)?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10. August 2012)

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16 Kommentare
Gast: Elendiglicher Filz
10.08.2012 18:19
0 0

Immer wenn es um Immobilienschacherei geht, wird von einer ÖVP-Clique sofort der Name "Steinacker" ins Spiel gebracht. Warum?

Lesenswert:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/668104/PowerPaar-fuer-den-Flughafen-Wien?from=suche.intern.portal
Nicht von schwarzen Eminenzen gepushte, sondern aus eigener Tüchtigkeit emporgekletterte echte Karrierefrauen werden hingegen bezeichnenderweise gleich von vorn herein ausgetrickst bzw. weggeekelt.


Die Frage lautet also: Verwalter(in) oder Visionär(in)?

Nein, liebe Presse, die Frage lautet: Verwalterin oder Visionärin.

scheinheilige politische Korrektheit

Gast: Alfred
10.08.2012 10:38
1 0

Bestens vernetzt


Wenn das nicht mehr als ausreicht, weiß ich nicht.



Gast: Austroporsche
10.08.2012 09:33
2 0

Diese Diskussion

schlägt den Fass des Wählers den Boden aus.
Wenn sich die ÖVP noch lange so weiterspielt, bleibt von ihr nichts mehr übrig. Also bitte zurück zur Vernunft.

Gast: hansibua
10.08.2012 08:52
1 0

es soll institutionen geben ...

.... die ihre posten anhand von kompetenz vergeben...

wenn es eine frau gibt die alle anforderungen erfüllt spricht überhaupt nichts dagegen, nur als einzige anforderung "frau sein" anzugeben kann nicht mal im sinne der frauen sein - die wollen ernst genommen werden und aufgrund ihrer fähigkeiten was werden und nicht weil sie eine frau sind

man überlege was los wäre, wenn man sagte: der neue öiag chef sollte ein mann sein....

Gast: Analyst
10.08.2012 08:34
1 1

Verwalter oder Visionär?

Wenn man den gerade abgewanderten Chef der Holding als Maßstab annimmt, dann braucht die ÖIAG vor allem einen dumpf-dummen Verfechter neoliberalen Gedankenguts mit Hang zur eitlen Selbstdarstellung. Dementsprechend dürfte auch der Kriterienkatalog aussehen, der die Auswahl begrenzt. Jeder einigermassen vernünftige Manager wird sich hüten , in diese Schlangengrube zu steigen!

Gast: UKW
09.08.2012 21:16
3 0

Was hätte er denn gerne für eine? Eine Blonde oder Schwarze?

Wird in den Ausschreibungsbedingungen auch eine bestimmte Beinlänge vorgeschrieben?

Gast: Immobiliendeals im Graubereich gefällig?
09.08.2012 20:25
4 0

Wieso zur Abwechslung nicht einmal eine Tüchtige, sondern immer nur parteipolitisch gepushte Quotenfrauen wie m.E. die Steinacker, nur weil Mitterbauer eine ihm genehme "schwache" (Pseudo-)Lösung sucht?

Wer Gitti Ederer jemals in natura erlebte, weiß worauf es den Herren bei der Damenwahl in Wirklichkeit ankommt.

Prehofer wäre eine exzellente Wahl, doch die wird ihren reputablen WU-Posten nicht für einen Schleudersitz mit ungewisser Perspektive aufgeben.

Ist ein Posten für Männer zu unattraktiv, dann erinnert man sich plötzlich an die Fluchtoption Damenwahl.

Handverlesen werden dann jedoch nur Quotenfrauen. Echt kompetente Kaliber bekommen hingegen bei diesem infamen Spiel nie eine Chance. Gibt es dann Probleme, gilt es gleich hinter vorgehaltener Hand viel über die Unfähigkeit der Frauen zu lästern. Dabei wurde das Debakel vom perfiden Machoclub selbst verursacht.

Entscheidend ist immer wen frau kennt, nicht die bewiesene Leistung. Und daß frau für denjenigen "ungefährlich", d.h. ein allzeit fügsames Quotenweibchen als Aufputz ist. Traurig, aber wahr.

Wäre nicht wieder die widerliche Parteipolitik im Spiel, könnte man sich über zahlreiche topqualifizierte, durchsetzungsfähige Bewerberinnen freuen.

So aber erleben wir gerade eine Wiederholung des altbekannten Trauerspiels.

Selber schuld, ihr Herren!


Gast: from another point of view
09.08.2012 19:27
2 0

Steinacker?

Die Dame, die die Filets der ÖBB (mit Herrn Huber und seiner Frau) vergreisselt hat. Wem würde sie nun in der ÖIAG zu Willen sein?

Antworten Gast: Alfred
10.08.2012 12:01
1 0

Re: Steinacker?


Jawohl!

Das ist jene Dame, die in der 3. Führungsebene der ÖBB (geholt von GD Huber) 230.000 Euro + 50% Erfolgsbonus + 20% Sonderbonus Jahresgehalt erhielt (siehe Presseartikel vom 29.02.2008).

Nach ihrem unrühmlichen Verriss durch den Rechnungshof bei den ÖBB (2008)
3. Geschäftsführerin der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien.

Bestens vernetzt im Netz von ÖVP und Raiffeisen!

*** BREAKING NEWS ***

Weitere geplante Postenbesetzungen:

Ein Schwuler als Familienminister.

Ein Rollstuhlfahrer als Sportsstaatssekretär.

Ein Moslem als Kardinal.

Qualifikation: Angehörige einer bona-fide-Opfergruppe.

Schön

Beim Staat kann man es sich offensichtlich noch leisten, nach Ideologie und nicht nach Kompetenz zu besetzen.

Gast: view from london
09.08.2012 17:38
6 3

austria doesnt learn ....

... and will probably never capture and understand what corporate governance is: how on earth can the chairman of the state property holding demand a woman .... i mean: any other criteria, maybe? ... such as: muslim, born in portugal? .... -- this is a level of unprofessionalism which is amazing ...

Re: austria doesnt learn ....

Völlige Zustimmung -

typisch österreichisch ist aber auch, dass Sie sich dafür einige rote Stricherln eingefangen haben.

Was wäre

mit der "Schotter-Mizzi"?

Gast: Anna aus Luising grüsst Wien.....Griaß eich die Madln, servus die Buam!
09.08.2012 16:53
7 0

Aufsichtsratspräsident Mitterbauer möchte eine Frau an die Spitze der Staatsholding setzen???......

.....ja dann nehmts doch die Rauch Kallat, die hat ALLE Voraussetzungen die man in so einen Job braucht......als Vize könnte man ihren Mann nehmen, eventuelle Absprachen sind ausgeschlossen, die reden ja eh NICHTS miteinander!
be.es: die Beiden hätten zumindest eine einschlägige Ausbildung!

Hobbyökonom