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Budget: SPÖ will Agrarsubventionen kürzen

12.08.2012 | 13:51 |   (Die Presse)

SP-Finanzstaatssekretär Schieder fordert ein Zukunftskonzept vor der Wahl des Vorstands. VP-Landwirtschaftsminister Niko Berlakovich verspricht er einen "heißen Herbst".

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[Wien/apa] In wenigen Wochen beginnen die Budgetverhandlungen, und SPÖ-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder macht keinen Hehl daraus, bei wem er massiv einsparen möchte: bei den Bauern. Dem Koalitionspartner ÖVP, namentlich Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich, prophezeite Schieder in einem Interview mit der Austria Presse Agentur jetzt einen „heißen Herbst“.

Schieder bezieht sich in seinem Vorstoß auf einen Bericht des Rechnungshofs. Dieser kam zu dem Schluss, dass die Förderungen für „ländliche Entwicklung“ seit 2007 um 741 Mio. Euro höher ausfielen als von der EU für die vollständige Ausschöpfung der EU-Mittel gefordert. „Wir sind dafür, dass man alle Förderungen in Brüssel abruft. Wir haben aber kein Verständnis dafür, wenn man mehr fördert, als vorgeschrieben und vorgesehen ist. Am Schmäh halten können wir uns auch selbst, dazu brauchen wir kein anderes Ressort“, polterte Schieder.
Dem SPÖ-Politiker geht es aber nicht nur darum, Förderungen zu streichen. Er will auch die Art der Förderungen hinterfragen. Laut Schieder würden derzeit Großbetriebe die meisten Subventionen „absaugen“. Künftig müsse von unten nach oben gefördert werden und nicht umgekehrt.

Kritik an Steuerprivilegien

Subventions- und Steuerprivilegien in der Landwirtschaft sorgen seit geraumer Zeit für geballte Kritik. Wie „Die Presse am Sonntag“ exklusiv berichtet hat, droht den Bauern auch von anderer Seite Ungemach. Der Wiener Steuerberater Gottfried Schellmann wandte sich an den Verfassungsgerichtshof, weil die Bemessung der Einkommensteuer in der Landwirtschaft seiner Meinung nach gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt.
Die meisten Bauernhöfe zahlen dank Pauschalierung kaum Steuern. Dem Fiskus entgehen laut einer Berechnung der Arbeiterkammer deshalb jährlich 300 bis 400 Mio. Euro.

Berlakovich verteidigt Förderung

ÖVP-Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich wies die Vorwürfe Schieders am Sonntag zurück. Er unterstrich die Bedeutung einer neuen gemeinsamen Agrarpolitik, die „über Parteigrenzen hinweg“ erfolgen müsse. „Wir brauchen ein ordentliches EU-Budget und müssen alle an einem Strang ziehen“, erklärte der Minister in einer Aussendung.

Die vom Rechnungshof kritisierten Förderungen verteidigte er: „Nationale Mittel“ würden jährlich vom Parlament beziehungsweise von den Landtagen festgelegt und seien „rechtlich eindeutig legitimiert“. Wenn man Leistungen wolle, müsse man sie auch bezahlen, betonte Berlakovich.
Bauernbunddirektor Johannes Abentung zieht in seiner Argumentation eine altbewährte Trumpfkarte aus dem Ärmel: Er warnt vor dem Bauernsterben. „Wenn Schieder das System der Agrarförderungen infrage stellt, stellt er die Zukunft unserer klein strukturierten Landwirtschaft infrage“, sagte Abentung. Das Fördersystem habe sich in der Vergangenheit gut bewährt, meint der Agrarfunktionär.

Auch Schieder bekam in dem sich anbahnenden Koalitionsstreit Schützenhilfe, in Person von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter. Er fordert vom Landwirtschaftsminister eine „detaillierte Aufklärung über das Agrarfüllhorn“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)

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157 Kommentare
 
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Gast: Franz der Grosse
17.08.2012 00:17
0 0

Mir tut leider kein Bauer leid !!

Bin auch Unternehmer mit 9 Mitarbeitern und verstehe absolut nicht warum Sie solche Steuervorteile genissen. Dies gehört sofort abgeschafft Denn ich kenne viele Bauern in Salzburg die Skihütten in Toplage besitzen und 2-3 Traktoren für ca 400 000 € im Hof stehen haben bei ca 20 Ha Landwirtschaft ???? das muss wirklich nicht sein. Die sollen auch Steuern bezahlen.

Gast: Needs2BSaid
15.08.2012 16:55
0 1

Die armen ...

Die armen Bauern.
Wohl ist ihnen bewusst, dass sie - ab ca. 40 ha - Millionenvermögen besitzen. Mit lächerlicher Steuerbelastung und hoch subventioniert. Spätestens bei der nächsten Traktorausfahrt zeigen sie uns ihr Vermögen - um gleichzeitig die vorgeschobene Mittellosigkeit zu bemühen.
Jeder Unternehmer - und die Bauern sehen sich gerne als solche - sieht sich mit dem Markt konfrontiert. Der ist nur bedingt nachhaltig und nur bedingt gerecht.
Die Bauern sollen Grundsteuer bezahlen und Einkommensteuer - wie alle anderen Unternehmer auch. Wer sich den Beruf nicht leisten kann, soll zusperren, wie jeder andere Unternehmer auch. Pflege der Kulturlandschaft (Bergbauern) sowie gezielte Produktionsförderung ist OK - aber keine Gießkanne für Massenware.


Gast: pächter der wahrheit
15.08.2012 09:33
1 0

Ist schon richtig Herr Fischler

Nur die großen Agrarunternehmen (von Bauern kann man wohl nicht mehr sprechen) und Argrarprodukte verarbeitenden Unternehmen haben in der Politik das sagen, entweder im Bauernbund oder im Wirtschaftsbund.

Den "normalen" Bauern bis 30 ha wird halt eingeredet dass das so gehört. Obrigkeitshörig und devot wie wir nunmal sind werden die Argumente geschluckt.

Der Konsument zahlt im Ende vierfach:
1. Den Preis für die Lebensmittel.
2. Die nationalen Fördermittel für die Landwirtschaft.
3. Die EU Fördermittel für die Landwirtschaft.
4. Die Exportförderung der EU damit die afrikanischen Hungerländer von uns abhängig gemacht werden.

Sicher alles im Sinne der Mehrheit der WählerInnen.

Weg mit der Förderung von Großbetrieben, Weg mit der Exportförderung der EU.

Dafür realistische Preise für die Lebensmittel.

Fischer will aus einer Diskussion über die Finanzierung öffentlicher Güter eine Umverteilungs-Diskussion machen

Wahr ist, dass es hier gar um nicht eine Umverteilung aus sozialen Gründen geht, weil man den Bauern das Leben leichter mache will - wenn das das Ziel wäre, wäre der Zweck bei der stetigen schrumpfenden Anzahl an Betrieben verfehlt; die Landwirtschaft stellt demgegenüber aber unverzichtbare öffentliche Güter zur Verfügung, die aus dem am Markt erzielbaren Einkommen nicht bedeckbar sind, und die nicht weniger wertvoll sind, nur weil sie von einem Großbetrieb erbracht werden - der ganze arabische Frühling geht auf eine verzweifelte Bevölkerung zurück, die sich mit zigfach steigenden Brotpreisen konfrontiert sah; in Österreich ist Gott sei dank noch ein hoher Selbst-versorgungsgrad vorhanden; warum die SPÖ durch eine Schwächung der Landwirtschaft die Steuerung unseres Landes aus dem Ausland vorantreiben will, weiß wohl nur die SPÖ selbst.

Gast: pült
14.08.2012 14:41
4 1

Keine Steuern, aber viel Staatssubventionen, wer möchte das nicht....

Gleiches Recht für alle, sollte man zumindest in einer Demokratie annehmen und nicht mit so dämlichen Argumenten wie Berlakovich (und sonstige aus der VP) kommen, weil man dann mit gleichen Argumenten allen Aufwand zur Ermittlung von Steuer einstellen kann. Jeder kleine Gewerbetreibende muss zumindest eine Einnahmen/Ausgabenrechnung haben und keiner fragt, ob der Aufwand gerechtfertigt.

Gast: garaus
14.08.2012 14:20
2 0

Einerseits gibt es noch zuviele Kleinstbetriebe, die keiner fördern muss; dann Kleinbetriebe, die im Nebenerwerb, wo Förderung auch zweifelhaft

denn diese Bauern beziehen ohnehin ein Volleinkommen aus ihrem Hauptberuf und es ist nicht Aufgabe des Staates diese auch noch zu fördern und alles, was sie für die Umwelt leisten, das sollten auch die Nutznießer in den Gemeinden bezahlen.

Dann jene mittleren Betriebe, die von einem Landwirt im Hauptberuf geführt werden und hier effiziente Förderung im Sinne von Lenkung erfolgen kann (aber auch differenziert nach Arbeitsanfall, ob Grünlandwirtschaft mit hohem Arbeitsanfall oder Ackerbau); schließlich jene Großbetriebe, die viel zu viel Förderung beziehen.

Wenn z.B bis 100 ha Betriebe im Marchfeld mit Zuckerrüben und Durum bei einem Arbeitsstundenanfall von ca. 1000 pro Jahr, was etwa der Hälfte der Volljahresarbeitszeit entspricht, auskommen und dafür volle Förderung erhalten und für die Produkte beste Preise erzielen und dann vielleicht mancher auch noch einen Vollarbeitszeitberuf außerhalb der Landwirtschaft, ev. auch noch als Beamter, nachgehen kann, dann braucht man nicht mehr fragen, was in diesem System alles schief läuft.


Gast: Karl-Otto Bauer
14.08.2012 12:35
1 0

Der "Quadratschädel"

wie Fischler liebevoll genant wird, hat ja dieses System der Bevorzugung von großen Betrieben eingeführt und die Abfertigung von kleinen mit Almosen. Seine Nachfolger haben dieses Unrechtssystem nur mehr ausgebaut.

Fischler macht sich mit seinen verbalen Ergüssen völlig unglaubwürdig.

Gleiches Recht für alle Steuerzahler

Jeder kleine Friseurladen muss über jeden Cent Einkommen Buch führen und versteuern - dass muss auch für Bauern zumutbar sein - wird doch gerade hier vermutlich sehr viel Umsatz an der Finanz vorbeigeschwindelt.

na sowas

Förderwesen falsch, Besteuerung falsch ? Da hätte eventuell schon länger was gemacht werden müssen, Hunderte EU Fördermilliarden zu spät, Herr Fischler. Ich rechne Ihnen aber hoch an, dass wenigstens einer der von der Materie was versteht, dies auch so sagt.

Die Rechnung ist ja ganz einfach:

je mehr den Bauern im Säckel bleibt, desto mehr fällt für den Raiffeisen-Sektor ab. Die tragen die Kohle doch gleich wieder ins Lagerhaus und sonstige RWA-Läden.

Ergo wird es hier keine nennenswerten Einschnitte geben, solange die ÖVP in der Regierung sitzt.

Fischler soll sich schleichen,

und zwar flott (alter Polit-Schrott)

Antworten Gast: Fettwanst
14.08.2012 15:47
0 1

Re: Fischler soll sich schleichen,

Genau, der soll sich schleichen, und zwar dalli und nicht überall seinen Senf dazugeben ! Das interessiert niemanden mehr ! Ausserdem wird es ihn ohnehin bald zerreissen, so fett wie der geworden ist.

Antworten Gast: Steuerzahler2000
14.08.2012 09:41
1 2

Die Subvenbtionsabkassierer sollen sich schleichen

und zwar flott (alter Schrott).

keine foerderungen fuer niemanden!

foerderungen sind nur marktverzerrungen die oft das gegenteil erreichen bezueglich dessen, wofuer sie urspruenglich gedacht waren

Antworten Gast: phj
14.08.2012 18:11
0 0

Re: keine foerderungen fuer niemanden!

Na bravo, also Förderung für alle ?

2 0

Re: keine foerderungen fuer niemanden!

leider ist "der markt" und die strukturen wie wir sie kennen nicht stabil, erzeugt eine krise nach der anderen...
Aber, ohne Förderungen würde es keine Agrarwirtschaft mehr geben oder das brot und die Lebensmittel wären so teuer, dass es sich keiner mehr Leisten kann. Ich wär dafür, dass der einheitswert mal angepasst wird. Das war das letzte mal glaub cih 1979

Re: Re: keine foerderungen fuer niemanden!

das einzige was nicht stabil sind, sind staatliche interventionen, die a) preisblasen verursachen und b) monopole verursachen

das im detail zu erklaeren wie dies technisch funktioniert, wuerde die zeichenbeschraenkung sprengen, ich verweise an dieser stelle auf mises, menger, hayek und konsorten

ohne foerderungen wuerde es genauso agrarwirtschaft geben wie die letzten paar tausend jahre (ohne foerderungen) und lebensmittel waeren sogar billiger, weil in einem freien markt automatisch deflatorische tendenzen aufweist aufgrund des konkurrenzdrucks

Re: Re: keine foerderungen fuer niemanden!

Also teurer als der jetzige Preis plus den jetzigen Förderungen können die Lebensmittel aber auch nicht werden, oder?

Und das können wir uns ja jetzt schon leisten. Was soll das also für ein Argument sein?

Antworten Antworten Gast: kneide
14.08.2012 08:01
0 0

das ist falsch.

In Neuseeland wurden 1990 alle Agrarsubventionen abgeschafft und die dortige Landwirtschaft erzeugt heute mehr denn je.

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Re: das ist falsch.

Wie funtkioniert dort das Steuersystem, werden Bauern anders besteuert wie Bürger?
Leider habe ich dazu zu wenig Einblick. wie gesagt ich würde bei uns beim Einheitswert ansetzen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Pramkar
14.08.2012 09:44
0 0

Ich kann

mir nicht vorstellen, dass die neuseeländischen Bauern mehr Steuervorteile als die österreichischen Bauern geniessen. Unsere zahlen pro Betrieb 260,00 EUR pro Jahr. Also nichts.

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Re: Ich kann

die steuern werden ja nach einheitswert berechnet, darum meinte ich, dass man diesen anheben soll.

Antworten Antworten Antworten Gast: matschy11
14.08.2012 09:05
2 0

Re: das ist falsch.

die Frage ist dann nur, wie in Neuseelan derzeugt wird. Österreich lebt von der Kleinbäuerlichen Struktur. Würde man radikla alle Subventionen streichen, gingen die Kleinen vor die Hunde und verkämen zu reinen Landschaftsplfegern. Überig bleibt extreme Massentierhaltung und fragwürdiger Pflanzenbau. Worauf sind die Österreicher so stolz??? Schöne gepflegte Lanschaft und gesundes lecker Essen. Die Landwirte sollten serhr wohl zur Wirtschaftlichkeit angehalten werden und dies eine Voraussetzung für Subventionen sein. Aber die totale Streichung wäre sicher nicht angebracht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Falm
14.08.2012 14:24
0 0

es gibt noch eine Menge an Kleinstbetrieben und selbst bei Kleinbetrieben ist die Frage, ob sinnvoll

das hat noch alles lange nicht mit Landwirtschaften zu tun, wo es ganztags eines einzelnen Landwirts bedarf, sondern diese alle nur im Nebenerwerb geführt werden. Für gepflegte Landschaften sind zur Bezahlung nicht die Lebensmittelkonsumenten heranzuziehen, sondern jene, die davon Nutzen ziehen, also vor allem der Tourismus.

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Man sollte Fischler über gute Langusten-Restaurants in Brüssel befragen


aber nicht über Bauernfragen, dazu ist er schon zu lange von der Scholle weg.
Er ist einer von denen, die im Lift der Partei nach ganz oben gefahren sind und dort plötzlich den Philosophenhorizont entdeckt haben.
Wie Busek und Klestil auch

Re: ... und Klestil auch?

Sie bringen da den Klestil als "den" Schwarzen und ganz nach oben fuhr der Lift dieses Politikers nicht, Philosoph war er auch keiner und wenn seine verstoßene Frau "Präsident" sagte, steckte sie Geld hiefür ein!

 
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Hobbyökonom