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Investitionen: Windkraft für die Lebensversicherung

13.08.2012 | 17:35 |  Von Alexander Weber (Die Presse)

Die Anlagenot der Versicherer ist groß. Weil es am Kapitalmarkt keine Zinsen mehr gibt, ist man auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und investiert jetzt immer mehr in Windparks, Solaranlagen – und Parkuhren.

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Wien. Wenn man denkt, als Privatanleger habe man es schwer, sollte man sich einmal diese Situation vorstellen: Jeden Tag erhalten Sie Unmengen von Prämien, die irgendwo veranlagt werden müssen. Gleichzeitig müssen Sie Ihren Kunden laufende Erträge auszahlen, bei denen die Renditen garantiert sind. Und das zu Werten, die heute ohne Risiko nicht mehr zu erzielen sind.

Genau so geht es den großen Versicherungskonzernen. Weil sie sich nicht einfach mal ein schlechtes Jahr mit Anlageverlusten erlauben können, müssen sie ihr Geld hauptsächlich in Anleihen investieren. Dort gibt es aber kaum noch etwas zu holen: Deutsche Bundesanleihen rentieren mit knapp über einem Prozent. Bis zum Jahr 2000 lag der Garantiezins in der Lebensversicherung sowohl in Österreich als auch in Deutschland aber bei vier Prozent. Wer seinen Vertrag bis dahin abgeschlossen hat, bekommt so viel ausgeschüttet.

Daher sind die Assekuranzen fieberhaft auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten. In den Fokus rücken dabei immer mehr die erneuerbaren Energien. Die Münchener Rückversicherung gab am Montag etwa bekannt, drei britische Windparks für eine „niedrige dreistellige Millionensumme“ gekauft zu haben. Der DAX-Konzern hat sich für sein Investitionsprogramm sogar einen eigenen Namen ausgedacht: „Rent“ (Renewable Energies and New Technologies).

„Durch Rent diversifizieren wir unser Portfolio weiter um nachhaltige Investments mit überschaubarem Risiko und attraktiven Erträgen“, sagt Holger Kerzel, Chef der Anlagetochter der Münchener Rück. Mittelfristig sollen 2,5 Mrd. Euro in derartige Projekte fließen. 600 Mio. Euro habe man bereits europaweit investiert.

„Eine interessante Assetklasse“

Das „Handelsblatt“ berichtete ebenfalls am Montag, der Konzern hege Interesse an dem deutschen Stromnetzbetreiber Tennet. Das wollte man in München aber nicht bestätigen. Auch der Allianz, Deutschlands größtem Versicherer, war diesbezüglich kein Kommentar zu entlocken, obwohl das Blatt auch ihnen Interesse zugeschrieben hatte.

Doch auch die Allianz schaut sich immer mehr nach alternativen Anlagemöglichkeiten um. Über eine Milliarde Euro sind bereits in erneuerbare Energien geflossen, etwa drei Dutzend Windparks und Solarkraftwerke in Deutschland, Frankreich und Italien gehören zum Besitz. Angesichts eines Gesamtportfolios von 480 Mrd. Euro ist das zwar noch ein kleiner Betrag. „Wir haben aber immer gesagt, dass die Assetklasse interessant ist und das wird sie mittelfristig auch bleiben“, heißt es im Konzern.

Die Versicherungen reizen vor allem zwei Dinge: die hohe Rendite und die gute Planbarkeit der Erträge. Die Allianz hat für neue Investitionen in erneuerbare Energien eine Zielrendite von sieben bis acht Prozent ausgegeben. So viel zahlt Spanien nur in ganz besonders schlimmen Zeiten.

Erträge schwanken kaum

Auf der anderen Seite brauchen die Versicherungen Erträge, die nicht jedes Jahr stark schwanken. Schließlich müssen sie ihren Kunden regelmäßig die Lebensversicherung auszahlen. Dazu passen Stromkraftwerke gut: „Die Rendite ist ansehnlich und der Cashflow ist sehr gut vorhersehbar“, sagt Carsten Zielke, Versicherungsexperte bei der Société Générale. „An dem Strombedarf eines Landes ändert sich ja nicht so viel.“

Auch die Förderungen spielen eine Rolle. Denn die deutsche Bundesregierung garantiert die Förderungen ab dem Zeitpunkt, zu dem ein Kraftwerk ans Netz geht. Kürzungen bei der Ökostromförderung gelten nur für neu gebaute Kraftwerke. „Das war bestimmt auch ein Argument“, so Zielke. „Im Vordergrund steht aber sicher die Planbarkeit der Erträge.“

Aus diesem Grund hat es die Allianz auch in die US-Metropole Chicago verschlagen. Sie besitzt dort eine Gesellschaft, die Parkuhren betreibt. Die Einnahmen hat sich die Versicherung für die nächsten 75 Jahre gesichert. „Ein ideales Investment“, schwärmte Allianz-Chef Michael Diekmann nach dem Kauf. Die Verzinsung liege zwischen sieben und zehn Prozent.

Überhaupt seien alle Sachwerte interessant. So wird auch in Immobilien verstärkt investiert. Hier besitzt die Allianz bereits ein Portfolio von 20 Mrd. Euro. Mittelfristig sollen es 30 Mrd. Euro werden.

Auf einen Blick
Die Versicherungen müssen bei der Geldanlage immer kreativer werden, denn Anleihen werfen kaum noch Zinsen ab. Sie investieren daher immer mehr in Infrastruktur und erneuerbare Energien. Der Vorteil: Die Erträge sind hier besonders gut planbar. Außerdem ist die Rendite mit bis zu acht Prozent recht ansehnlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)

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21 Kommentare
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ein JEder sollte sich bewusst sein, dass wie bereits erwiesen

das angeblich 3te Standben nichts anderes als ein morscher Holzfuss ist, da alle, ausser den Einzahlern daran gut verdienen !


Am Strombedarf eines Landes ändert sich nicht viel?

Das möchte ich so nicht stehen lassen: siehe http://www.neovoltaic.com/de/produkte (Eigenwerbung: wirtschaftlich ohne Förderung!)

oder: http://www.okofen-e.com/de/okofen-e.html

Da tut sich so einiges auf dem bisher durch Leitungsbahnen mit einem natürlichen Monopol ausgestatteten Elektrizitätsmarkt.

Antworten Gast: Markus M.
14.08.2012 22:45
0 0

Re: Am Strombedarf eines Landes ändert sich nicht viel?

Photovoltaik rentabel zu machen, ist endlich ein konstruktiver Ansatz.
Wird die Speicherlösung in Österreich gefertigt?

Klingt richtiggehend sinnvoll:
http://www.neovoltaic.com/de/produkte/neostore#features

10 Jahre Garantie, Nachrüstbar, LiIon - kennt das Produkt jemand genauer?

Antworten Antworten Gast: biersauer
15.08.2012 06:28
1 0

Re: Re: Am Strombedarf eines Landes ändert sich nicht viel?

Lithiumzellen werden in Europa nicht produziert und es muss alles aus Fernost teuer und kompliziert importiert werden -
unsere Politik hat das bisher verabsäumt,
daher ist eine Energiewende derzeit auch nicht möglich, weil nur das Netz den Strom aufnehmen kann und das ist bei solch atypischer Stromerzeugung nur bedingt möglich.

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus M.
15.08.2012 17:21
0 0

Re: Re: Re: Am Strombedarf eines Landes ändert sich nicht viel?

Es bräuchte mehr solcher Lösungen, dann müßten die Politik und auch die Neztbetreiber nachziehen.
Nur so können wir uns von der Abhängigkeit von Fossiblen Brennstoffen und Atomenergie schnell genug lösen.

Sonst bleibt die Energiewende ein leeres versprechen...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: otto f.krammer
21.08.2012 18:32
0 0

Re: Re: Re: Re: Am Strombedarf eines Landes ändert sich nicht viel?

Keiner der Fossil-Fetischisten bedenkt, dass die im Edöl gespeicherte Sonnenergie nur zu 0,1% auf die Strasse zur Fortbewegung gelangt.
Bei PV wird der Strom aus den Solarzellen in Lithiumeinsenphosphat- Batterien gespeichert und gelang über einen PM-Motor mit etwa 10% auf die Strasse. Diese Batterien sind auch in den neuen Inselanlagen als Speicher, da sie keine Selbstentladung haben und die Energiedichte bei über 100Wh/kg liegt.
Gestern habe ich eine solche neue Batterie aus China importiert und werde sie in meinem neuen Roller verwenden, mit Ladung aus 2 Solarmodulen, welche derzeit eine Bleibatterie mit 48V/75oAh laden.

Aus eigener Erfahrung: Finger weg von den Lebensversicherungen!

Außer Spesen und gigantischen Provisionen (geschickt getarnt), n i c h t s gewesen.
Dazu kommen m. E. die Bankster, die aus Gier die Kunden verraten und im Regen stehen lassen.

Gast: gast1984
14.08.2012 10:47
4 0

Auch eine Möglichkeit Geld zu verbrennen!


6 0

"Zielrendite von sieben bis acht Prozent"

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Und das von den Ökozuschlägen, die über die Stromrechnung von unseren Millionen kleinen Haushalten zwangseingehoben werden.
Weil sich diese idiotischen und hochsubventionierten Windräder niemals lohnen hat das verlogene Milchbubi von Wischaftsminister erst kürzlich die Subventionen wieder dramatisch erhöht.
Nach der nächsten Wahl ist Gottseidank Schluß damit. Dann hat sich dies korrupte Partei selbst ins Aus manövriert.

6 0

die idee ist ja nicht schlecht

aber schlecht kan einem werden -
da finanzieren die kleinen steuerzahler windräder, damit die versicherungen genug erträge erwirtschaften....


200.000 Fledermäuse und tausende Vögel

werden jährlich von diesen grauslichen Windflodern getötet!

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Re: 200.000 Fledermäuse und tausende Vögel

Diese Flodern sind aus diesem Grund auch problematisch.

Aber was opfert man nicht alles für die Dummheit?

Bei einam Gaskarftwerk fliegt auch vielleicht hin und wieder eine Taube über den Kamin und wird ein wenig aufgewärmt, aber das wars.

Antworten Gast: flyer
14.08.2012 08:15
0 1

Re: 200.000 Fledermäuse und tausende Vögel

>> der arme Batman.

Antworten Gast: antitroll
14.08.2012 08:11
0 1

Re: 200.000 Fledermäuse und tausende Vögel

..Fischflodern wären viel wichtiger, dass man nicht an den vielen Gräten ersticken muss!

Re: Re: 200.000 Fledermäuse und tausende Vögel

Trollflodern gegen grüne Trolle würde ich vorschlagen!

Gast: UKW
13.08.2012 22:45
3 0

Ja klar, die Parkuhren in Chicago haben schon auf die Allianz gewartet

Komisch warum es in Amerika niemand gibt, der die sichere Rendite von 8-10 Prozent der Parkuhren einstreifen will? Die Amerikaner haben einfach keinen Sinn für Rendite ...

Ich kann es nur immer wieder wiederholen: Finger weg von allen Formen von Lebensversicherungen. Außerdem bezieht sich der garantierte Zins bei Lebensversicherung niemals auf die eingezahlte Prämie, sondern nur auf einen Teil davon. Finger weg von diesem Verlustgeschäft.

Antworten Gast: Matador
14.08.2012 09:36
0 0

Re: Ja klar, die Parkuhren in Chicago haben schon auf die Allianz gewartet

Die Allianzgruppe ist über amerikanische Versicherungen längst in den USA tätig.

Antworten Antworten Gast: UKW
14.08.2012 21:10
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Re: Re: Ja klar, die Parkuhren in Chicago haben schon auf die Allianz gewartet

Na und, habe ich etwa Gegenteiliges behauptet?

Investitionen

Vorschlag:
wohnbaudarlehen mit 3% verzinst, steuerfrei und OHNE BANKEN!
Mit diesen Hunderten Millionen könnten leistbare Wohnungen gebaut werden, die Wirtschaftsleistung erhöht und der innere Wohlstand gefördert werden!
Und vor allem: die Anleger hätten eine sichere Rendite und die blutsaugenden Banken, die ihre wirtschaftliche Aufgabe schon lange nicht mehr erfüllen, hätten weniger Fremdgeld zum Verzocken!
Die Abwicklung könnten die Bausparkassen übernehmen, jedoch ohne Geld für dubiose Werbeausgaben (Fußballklubs, Sponsoring für Salzburger Festspiele etc)

....man wird ja noch träumen dürfen....

Re: Investitionen

Gott sei dank sind Bausparkassen keine banken, gerade diese zocken unverschämt und brutal ab. zuerst muß man Geld vernichten und einen bausparer abschließen (kostet nur und bringt nichts). dann hat man 18 Monate einen günstigen Kredit und dann steigen die Zinsen und die kosten sodaß man ca 30 Jahre drinnen hängt und viel teurer dran ist als bei Miete. aber der saudumme Österreicher liebt sein Haus im grünen, und pfuscht am Wochnede und geht am Montag Krankenstand

3 0

Haha,

da subventionieren sie auf der einen Seite mit gigantischen Summen diese Windparks um dann auf der anderen Seite einen Gewinn abzuschöpfen.

Die haben wohl das Finanz- Perpetuum Mobile neu erfunden?

Hobbyökonom