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Hypo: Der Streit um die Milliarde

13.08.2012 | 18:00 |  Von Christian Höller (Die Presse)

Im ersten Halbjahr 2012 verbuchte die Kärntner Hypo Alpe Adria einen kleinen Verlust von 9,9 Millionen Euro. Nun wird darüber gestritten, wie viel Kapital der Staat dem Institut noch zuschießen muss.

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Wien. Das erste Halbjahr 2012 hat die Hypo Alpe Adria gut überstanden: Nach den am Montag veröffentlichten Zahlen gab es nur einen Verlust von 9,9 Mio. Euro. Im Jahr zuvor hatte das Institut durch Sondereffekte wie der Abwertung von Verbindlichkeiten sogar einen Gewinn erwirtschaftet. Das jetzige „Zwischenergebnis ist kein Grund zum Jubeln, aber ein klarer Auftrag zur Fortsetzung des eingeschlagenen Weges“, sagte Hypo-Chef Gottwald Kranebitter. Das Geschäftsvolumen konnte um 1,4 Mrd. Euro auf 33,7 Mrd. Euro zurückgefahren werden.

Ein Problem sind weiterhin die faulen Kredite, die mit 9,9 Mrd. Euro nahezu konstant geblieben sind. Die Finanzmarktaufsicht und die Nationalbank sind gerade dabei, die Geschäfte der Hypo unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis der Prüfung soll im September vorliegen. Fest steht aber bereits, dass die Bank wieder auf Staatshilfe angewiesen ist. Bislang war von 1,5 Mrd. Euro die Rede.

Doch zuletzt verschlimmerte sich die Wirtschaftslage in vielen Ländern wie in Slowenien und in Italien, wo das Institut tätig ist.

Daher dürften die 1,5 Mrd. Euro nicht ausreichen. Ex-Finanzminister Hannes Androsch vermutet, dass die Hypo noch mindestens zwei Mrd. Euro braucht. Androsch sitzt im Aufsichtsrat der ÖIAG-Tochter Fimbag, die für die Verwaltung der Staatsgelder bei den Banken zuständig ist.

Poker mit der Aufsicht

Auch wenn die Aufsicht im September ihren Bescheid veröffentlichen wird, gibt es noch Spielraum für Interpretationen. Denn es ist Verhandlungssache, ob der Bund das Geld direkt zuschießen muss oder ob eine Staatsgarantie ausreicht. Hypo-Aufsichtsratspräsident Johannes Ditz hofft, dass sich die Aufsicht mit einer Garantie zufrieden gibt. Dies würde vorerst das Staatsbudget entlasten. Die FMA wollte sich dazu am Montag nicht äußern. Bislang hat der Bund 1,5 Mrd. Euro in die Rettung der Bank investiert. Darin sind Garantien für Kredite in der Höhe von 200 Mio. Euro enthalten.

Experten wie Bernhard Felderer, Präsident des Staatsschuldenausschusses, gehen davon aus, dass die staatlichen Zuschüsse für die Problembanken verloren sind. Trotzdem bleibt Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) nichts anders übrig, als noch einmal tief in die Tasche zu greifen. Denn eine Schließung und Abwicklung der Hypo würde zum jetzigen Zeitpunkt zwischen fünf und sechs Mrd. Euro kosten.

Die Aufsicht hat in der Vergangenheit bei der Hypo versagt. So erhielt das Klagenfurter Institut Ende 2008 Staatshilfe auf Grundlage einer fragwürdigen Überprüfung durch die Nationalbank. Diese bescheinigte der Hypo damals ein „weitgehend bereinigtes Kreditportfolio“ und sagte für 2009 sogar Gewinne voraus. Tatsächlich schlitterte die Bank 2009 an den Rand der Pleite. Vom Gesetz her sind Nationalbank und Finanzmarktaufsicht unabhängig. Doch deren Vorstände werden von der Regierung nominiert.

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Im nächsten Jahr laufen in der Nationalbank und in der Finanzmarktaufsicht die Verträge von zahlreichen Führungskräften aus. In beiden Institutionen haben ÖVP und SPÖ die wichtigsten Posten nach dem politischen Proporz vergeben. In Regierungskreisen wird bestritten, dass es einen Zusammenhang zwischen einer wohlwollenden Hypo-Prüfung und einer allfälligen Vertragsverlängerung gibt. Gerüchten zufolge soll es zwischen der FMA und Finanzministerin Fekter zuletzt Spannungen gegeben haben. Doch ein Sprecher von Fekter bestreitet das.

Kroatische Alu-Tochter verkauft

Indes ist es der Hypo nach langen Verhandlungen gelungen, einen Käufer für die kroatische Alu-Gruppe TLM zu finden. Dabei handelt es sich um eine der größten Industriebeteiligungen der Bank. Käufer ist die in Wien ansässige Aluhandelsfirma Euris. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die TLM machte jahrelang Verluste und kommt derzeit mit 530 Mitarbeiter auf einen Umsatz von 140 Mio. Euro.

Auf einen Blick
Die Kärntner Hypo Alpe Adria machte im ersten Halbjahr 2012 einen kleinen Verlust. Die Bank sitzt aber noch immer auf faulen Krediten in der Höhe von 9,9 Mrd. Euro. Daher ist das Institut wieder auf staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe angewiesen. Noch offen ist, ob der Bund das Geld direkt zuschießen muss oder ob eine Garantie ausreicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)

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26 Kommentare
 
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Gast: Hans im Glück
14.08.2012 16:44
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Warum ist die Hypo nicht sofort in die ÖIAG eingegliedert worden???


Gast: G 2025
14.08.2012 14:32
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Diese bescheinigte der Hypo damals ein „weitgehend bereinigtes Kreditportfolio“ und sagte für 2009 sogar Gewinne voraus.

"Die Aufsicht hat in der Vergangenheit bei der Hypo versagt. So erhielt das Klagenfurter Institut Ende 2008 Staatshilfe auf Grundlage einer fragwürdigen Überprüfung durch die Nationalbank. Diese bescheinigte der Hypo damals ein „weitgehend bereinigtes Kreditportfolio“ und sagte für 2009 sogar Gewinne voraus. Tatsächlich schlitterte die Bank 2009 an den Rand der Pleite"
Da finde ich es ja richtig toll wenn die Finanzmarktaufsicht und die Nationalbank gerade dabei sind, die Geschäfte der Hypo unter die Lupe zu nehmen.Da kann man sich ja vorstellen welches Ergebnis dabei herauskommt.
Bitte wer ist denn verantwortlich für dieses Kreditfiasko von 9,9 Mia. "faulen" Krediten. Wer war denn da "faul"?Die Kreditnehmer oder die Kreditentscheider oder beide gemeinsam? Es gilt natürlich die Kredit(nehmer/entscheider)unschuldsvermutung!

Gast: Ich kann nur mehr den Kopf schütteln!
13.08.2012 23:51
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Nun wird darüber gestritten, wie viel Kapital der Staat dem Institut noch zuschießen muss???

....der Staat dem Institut noch zuschießen muss???
Das ist wie in den Mafiafilmen, WENN MAN EINMAL BEZAHLT HAT, wird man sie NIE MEHR los......es gehören ALLE vor Gericht die da mitgespielt haben! Is ja nur Steuergeld???, ich hätte es NIE für möglich gehalten dass Politiker derart sorglos mit Steuergeldern umgehen können, OHNE DASS DIE STAATSANWALTSCHAFT VON SICH SELBER AUS TÄTIG Wird........das was jetzt in Österreich abläuft, das müssen unserere Nachfahren Step by Step aufarbeiten und ausbügeln!

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Bilanz

Schaut nach frisierter Bilanz aus, den wegen 9.9mios Verlust braucht man kein neues Kapital.

Schliessung würde 6mrd dem BMF Kosten?
Das schaut nach massiver Bilanzfälschung aus.

Gast: b754
13.08.2012 20:01
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den zuschuß soll der pröll zahlen


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Re: den zuschuß soll der pröll zahlen

... oder die kärntner.

Antworten Antworten Gast: b754
13.08.2012 21:24
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Re: Re: den zuschuß soll der pröll zahlen

gleich mal die agrarförderung der scheuchs pfänden

Gast: gast543
13.08.2012 17:29
1 2

ist das ein witz

9,9 millionen euro verlust

bitte was sind bei einer bank heutzutage schon 9,9 millionen € verlust

wir reden in dem bereich immer von hunderten milliarden wenn nicht sogar billionen, um den bankensektor in europa zu stabilisieren - also was sind da schon 9,9 millionen €??

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Re: ist das ein witz

Verlust betrifft laufende Geschäfte, die HAA sitzt auf Milliarden faulster Kredite!
Bitte erst mal den Artikel lesen, dann verstehen und erst dann posten!

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Re: Re: ist das ein witz

Ein verlust reduziert das Eigenkapital, hier 9.9mios. Das kann kein Problem sein , und wenn, braucht man eben nur 10mio frisches Geld zuschiessen und es passt.

Faule Kredite, wenn sie das sind, gehören abgeschrieben, und erhöhen den Verlust.
Weiß man, dass diese uneinbringlich sind, und man schreibt sie wider besseren Wissens nicht ab (auch teilweise), dann ist das Bilanzfälschung!

Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
13.08.2012 22:51
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Re: Re: Re: ist das ein witz

... bilanzieren müssen sie erst im dezember .. bis dahin kann man ja noch das gesetz den bilanzen anpassen .. das hat man ja schon einmal gemacht ..

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Re: Re: Re: Re: ist das ein witz

Sind halt ein schlaues Volk, die Österreicher. ;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
14.08.2012 15:43
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: ist das ein witz

sie sind nur kurzfristig schlau :-)
langfristig gilt immer noch der grundsatz .. ohne geld ka musi :-)

Aufklärungsunterricht

Crash-Gefahr? Wiener Finanzaufsicht will Insolvenzrecht für Banken!

Plötzlich hat es die Finanzaufsicht ganz eilig: Möglichst schon zum 1. Januar 2013 soll das neue österreichische Insolvenzrecht für Banken eingeführt werden. Befürchten die Aufseher nach dem Fall Hypo Alpe Adria und der Schieflage der Volksbanken weitere Crashs? Aufgrund ihres starken Engagements in Mittel- und Osteuropa sind die Geldinstitute der Alpenrepublik jedenfalls besonders verwundbar.

Die Volksbanken der Alpenrepublik fuhren im Geschäftsjahr 2011 einen Verlust von mehr als 1,3 Milliarden Euro ein. Das Geschäft litt vor allem an den Verlusten der Töchter in Rumänien und Ungarn sowie an Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen. Sogar der Verkauf der Volksbank International an die russische Sberbank brachte weniger ein als zunächst erhofft. Um die Gruppe zu retten, erwarb die Republik Österreich einen Anteil von 43,3 Prozent an den Volksbanken.



Auch die Bank Austria musste sich jüngst von der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) einen »negativen Ausblick« bescheinigen lassen. Zwar wurde die Bonität langfristig mit »A« bewertet, was eine noch einigermaßen gute Note darstellt. Doch die Zukunft beurteilt S&P skeptisch. Grund hierfür sind die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Österreichs auf »AA+« (zuvor »AAA«) und die Risiken des italienischen Mutterkonzerns Unicredit. Möglicherweise werde der Konzern von seinen Töchtern höhere Dividenden anfordern, fürchten die Analysten.


Der ASVG-SKLAVE

brennt wie ein Luster...................

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WETTEN DASS

die FPÖ mit ihrem ansonsten leicht in Zorn geratendem Parteichef Strache zu diesem Skandal entweder auf Tauchstation gehen, oder Kindesweglegung betreiben wird? Gegen diese Summen, ist das FPÖ-Aufregerthema "österreichische Zahlungen an die EU (Nettozahler)" ein Klax.

Re: WETTEN DASS

Richtig-nur leider ist das mit der Raika und der Volksbank das selbe..........................nur das unsere "Qualitätsmedien" darüber nichts berichten.

Und Erste.............

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Re: Re: WETTEN DASS

Klar, da das aber ÖVP-Skandale sind und Schüssel nicht wie bei dem Bawagskandal feixend, in diesen Banken ein Sparbuch eröffnen wird, werden Zeitungen mit konservativer Blattlinie diese "Umstände" nach Möglichkeit übergehen.

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Re: Re: Re: WETTEN DASS

Daß die Banken im Ostgeschäft schön langsam einfahren stimmt leider! Allerdings da so zu tun als ob das quasi die "bösen Kapitalisten" waren und die SPÖ da fein heraußen ist, können Sie so nicht stehen lassen. Das fängt schon bei der Kommunalkredit an und hört bei der Bank Austria auf. Der Verkauf der Bank Austria ans Ausland hat uns Milliarden gekostet und das hat ein gewisser Randa eingefädelt. Sie erinnern sich vielleicht, daß dies ein "guter" Genosse war! Und eine ehemalige Vorstandsdirektorin der Kommunalkredit ist jetzt Unterrichtsminister. Raten Sie einmal welcher Couleur die angehört!

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Re: Re: Re: Re: WETTEN DASS

Es liegt mir fern, Fehler der Roten zu beschönigen. Aber die BA oder die Komunalkredit mit dem Desaster der Alpe Adria oder den Volksbanken zu vergleichen ist schon weit hergeholt.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
14.08.2012 16:07
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Re: Re: Re: Re: Re: WETTEN DASS

die sozialisten sind schlimmer ...und stehen im gegensatz zur Hypo nur noch nicht vor gericht
... der schaden ist bei der BA halt über jahre verteilt angefallen ... .. und bei der kommunalkredit werden die wirklich dicken brocken nach dem austritt griechenlands schlagend werden ...
schon zum lachen, schimpfen auf die spekulanten, aber gleichzeitig ist die kommunalkredit der mit abstand grösste spekulant in griechenland-anleihen gewesen ...

Gast: b754
13.08.2012 12:26
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wann wird endlich gegen pröll ermittelt?


Gast: wütender Kärntner
13.08.2012 12:04
6 4

Das Erbe der korrupten FPK/FPÖ-Politik zahlen jetzt alle


Und da verweigern die blauen Verbrecher noch eine Neuwahl.

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Re: Das Erbe der korrupten FPK/FPÖ-Politik zahlen jetzt alle

Sie haben in punkto Neuwahlen falsche Erwartungen!
Glauben Sie wirklich, daß dann die Verluste der Bank geringer sind, oder gar ein Gewinn eingefahren wird, wenn in Klagenfurt eine andere Regierung sitzt?

Re: Re: Das Erbe der korrupten FPK/FPÖ-Politik zahlen jetzt alle

Da haben Sie sicher Recht. Ich glaube aber, dass Verantwortliche, die nicht beim Herunterwirtschaften involviert waren, anders agieren würden, weil sie nicht ständig mit dem Rechtfertigen beschäftigt wären !

50 Mille

bis Jahresende - oder mehr, dann gibts wieder was vom Steuertopf

 
12

Hobbyökonom