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Österreichs Wirtschaft abgebremst

14.08.2012 | 10:32 |   (DiePresse.com)

Das österreichische Wirtschaftswachstum schrumpft im Zweiten Quartal von 0,5 auf 0,2 Prozent. Wifo: Angesichts der Euro-Krise ist diese Entwicklung als "relativ gut" zu bewerten.

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Die Wirtschaft in Österreich wächst weiter, allerdings langsamer als bisher. Der reale BIP-Anstieg bremste sich gegenüber dem Vorquartal von 0,5 auf 0,2 Prozent ab. Diese erste Schätzung gab das Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag ab. Trotz der relativ deutlichen Konjunkturabkühlung könne die Entwicklung in Österreich angesichts der Rezession im Euro-Raum aber als relativ gut bezeichnet werden, betonen die Wifo-Experten.

Die mäßige Konjunkturdynamik hat sich im Frühjahr laut Wifo in nahezu allen Bereichen  gezeigt. Sowohl der gesamtwirtschaftliche Export als auch der Import wachsen gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr zwar stärker als im Ersten Quartal, da aber beide Komponenten gleichmäßig zunehmen, "liefert der Außenbeitrag nahezu keinen Wachstumsimpuls für die heimische Wirtschaft", heißt es.

Während die Investitionen in Ausrüstungsgegenstände abermals zunehmen, stagniert die Nachfrage nach Bauinvestitionen und die Nachfrage der privaten Haushalte. Der öffentliche Konsum steigt etwas schwächer an als in der Periode davor.

Scheiblecker: "EZB soll eingreifen"

Wifo-Konjunkturexperte Marcus Scheiblecker geht davon aus, dass - wie vermutlich die deutsche - auch die österreichische Wirtschaft im dritten Quartal schrumpfen wird. Danach könnte es noch ein weiteres Mal ein kleines Minus oder ein Nullwachstum geben. Das wäre dann "durchaus eine rezessive Phase", so Scheiblecker. Im Jahresverlauf 2012 habe man eine Rezession nie ausgeschlossen, mit dem dritten Quartal komme das Minus ohnedies "überraschend spät". Damit das prognostizierte Wachstum von 0,6 und 1,3 Prozent in den Gesamtjahren 2012 und 2013 halte, müsse es aber gelingen, die Eurokrise in den Griff zu bekommen.

"Wir haben uns eine Lösung der Euro-Schuldenkrise eigentlich etwas schneller vorgestellt", schließlich schlage sich dieses Problem in Europa in den realwirtschaftlichen Investitionen nieder "und belastet mehr und mehr auch Österreich", so Scheiblecker. Die EZB "dürfe" zwar von ihrem Auftrag her keine Staatsfinanzierungen vornehmen, doch sei sie "das einzige Institut, das hier überzeugend agieren könnte": "Wenn sie jegliche Schulden übernimmt und eingreift, könnte das wirken", ist der Experte überzeugt und fügt hinzu: "Viele sagen, das ist notwendig. Eine Inflationsgefahr seh' ich da noch keine."

Zurückliegende Quartale müssen revidiert werden

Aufgrund neuer Daten ergaben sich auch starke Revisionen der zurückliegenden Quartale. So etwa gab es doch kein Minus-Quartal zu Ende des Vorjahres und das heimische BIP wuchs zum Jahresauftakt 2012 stärker als bisher angenommen.

(APA)

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12 Kommentare
Gast: ASVG-Sklave
15.08.2012 11:04
2 0

Es ist klar, dass Sparen zu Drosseln von Konsum führt

Es ist klar, dass Sparen zu Drosseln von Konsum & Investition führt. So gesehen ist eine Rezession eine logische Folgerung. Es muss ein gesundes Mix zwischen Sparen und zukunftsorientierte Ausgabenerhöhung z.B. in Bildung, Forschung und Infrastruktur geben. Alle zurückschrauben ohne Differenzierung und einfach sagen Schulden los, so wird uns die Schulden entweder noch lange nicht los, oder wir stecken fest in der Stagnation und Depression. Naja, Merkel ist eine Physikerin und hat sehr wenig Ahnung von Wirtschaftswissenschaften. Aber immerhin noch besser als unser Faymann, der hat überhaupt nicht studiert, oder die Schotti Mizzi, die hat "plus oder minus" nicht unterscheiden können, hauptsächlich Geld für Athen ist für uns ein Geschäft:-))

Gast: 1313 k
15.08.2012 09:15
3 0

Erst der Anfang

Liebe Leute, das ist erst der Anfang. Die nächsten 2 Quartale werden merklich im Minus sein und die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen, Wirtschaftsprognostiker mit geschönten Prognosen hin oder her.
Substanz zeigt sich immer erst in der Krise!

Rezession

0,2%....
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: 0,2%
Nur nicht das kapitalistische Unwort "Rezession" verwenden.
Somit sind wir natürlich "relativ" gut.

6 0

Re: Rezession


Rezession ist, wenn zwei Quartale hintereinander ein negatives Wachstum war.

Die österreichische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,2% gewachsen (gegenüber dem ersten Quartal).

Insgesamt hatte Österreich im ersten Halbjahr ein Wirtschaftswachstum von 0,7% (100*1,005*1,002 = 100,701% - 100%).

Sollte die österreichische Wirtschaft die restlichen zwei Quartale um 0,2% wachsen, käme Ö 2012 auf 1,104%-iges Wirtschaftswachstum (100*1,005*1,002*1,002*1,002 = 101,104% - 100%).

Wahrscheinlich müssen wir froh sein, wenn per Endes 2012 0,7% Wachstum übrig bleiben (in Q3 und Q4 Null-Wachstum).

Re: Rezession

das ist wie die jährliche Jubelmeldung, dass heuer weniger Katholiken aus der kirche ausgetreten sind als das jahr davor. damit ist alles in Butter ;-)

Rezession

0,2%.....
Man muss sich dies mal auf der Zunge zergehen lassen: 0,2%
Man tut alles um ja nicht das kapitalistische Unwort "Rezession" auszusprechen - das ginge ja gar nicht.
Aber es ist ja noch "relativ" gut.

Noch schnell einen Urlaub

Mein Tip: Thermenurlaub in Österreich http://www.thermen.travel bevor es den Bach runtergeht - und idealerweise als Dienstreise mit Sekretärin ;-)) verbuchen!

ein ö-klassiker!

die wirtschaft schrumpft aber eigentlich ist das super und hilfe soll bitte von, das muss man sich im europa des jahres 2012 schon auf der zunge zergehen lassen - von der ezb kommen. hammer.

Gast: Baur4
14.08.2012 14:02
8 3

War das nicht zu erwarten?

Früher wurden die Mrd. im eigenen Land investiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen.

Heute schicken wir sie nach Griechenland & Co erhöhen die Beiträge nach Brüssel, - SPÖ+ÖVP freuen sich auch noch darüber.

Gast: Karst
14.08.2012 13:32
5 1

Wie passend

wie passend,
zum Auftakt der Metallerrunde ;)

Gast: ehschowurscht
14.08.2012 12:10
2 2

"relativ gut"

Diese Theorie dürfte sich an der Allgemeinen Relativitätstheorie anlehnen - da krümmt sich sogar der Raum in dem dieses gesagt wird und die damit "Beglückten" vor Lachen - obwohl es ja relativ zum Weinen ist!

5 2

Das R- Wort werden wir wohl bald wieder öfters lesen


Hobbyökonom