Nach heftiger Kritik an Nahrungsmittel-Spekulationen hat die teilstaatliche österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) alle Fonds- und Veranlagungsprodukte vom Markt genommen, die auf Agrarrohstoffen basieren. Der Bankvorstand versicherte in einer Mitteilung ferner, bei der Produktgestaltung künftig sensibler vorzugehen. Am Montag hat die ÖVAG ein neues Veranlagungsprodukt der Volksbank Investments ("Agrar Rohstoff Garant 2") beworben. Das Werbeversprechen: "Neues Zertifikat lässt Anleger zu 120 Prozent (ohne Cap) am Aufschwung der weltweit wichtigsten Agrarrohstoffe partizipieren", namentlich von Mais, Zucker, Sojabohnen und Weizen.
"Staatsbank zockt mit Lebensmitteln" titelte daraufhin am Dienstag die "Tiroler Tageszeitung". Kritisch hob das Blatt hervor, dass im Werbefolder auch mit der schlimmen Dürre argumentiert wird."Die ... schlimmste Dürre in den USA seit mehr als 50 Jahren und Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern wie Russland, der Ukraine und Kasachstan führen zu einem erheblichen Anstieg der Preise für Mais, Weizen und Soja".
"Wollen Produktangebot sensilber gestalten"
ÖVAG-Vorstand Martin Fuchsbauer erklärte in einer Aussage, der Handel mit jeglichen Produkten sei notwendig, um den Markt und somit die Wirtschaft stabil zu halten bzw. anzukurbeln. "Wir verstehen allerdings auch die Argumente der Kritiker und werden daher unser Produktangebot in Zukunft weitaus sensibler gestalten."
Auch bei anderen österreichische Banken verfolgt man die emotional geführte Debatte. Die Raiffeisen Centrobank (RCB) "hat die Diskussion schon seit längerer Zeit berücksichtigt" und lässt alte Agrar-Spekulationsprodukte auslaufen. Neue werden "seit geraumer Zeit" nicht mehr begeben. Bank Austria, Erste und Bawag haben hingegen laut Eigenangaben keine derartigen Produkte im Portfolio.
(APA)





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