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Biosprit: "Brauchen Blick übers nächste Maisfeld hinaus"

17.08.2012 | 14:40 |   (DiePresse.com)

Die Einführung von E10 komme zu früh, sagt Wifo-Experte Schleicher. Biogene Treibstoffe sieht er in Zukunft nicht im Personenverkehr.

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Die gestiegenen Nahrungsmittelpreise heizen die Debatte um Biosprit erneut an. Auch in Österreich wird die Kritik am Agrobenzin E10 laut, das Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) bereits diesen Oktober einführen will. Derzeit gebe es "zweifellos" eine Konkurrenz zwischen Teller und Tank, sagt auch Wifo-Experte Stefan Schleicher. "Es lässt sich nicht leugnen, dass der Mais, der in Nordamerika zu Biosprit verarbeitet wurde, dazu geführt hat, dass sich der Preis für das Grundnahrungsmittel Mais in Mexiko innerhalb von kurzer Zeit mehr als verdoppelt hat."

In Österreich hält Schleicher dies für ein "geringes Problem". Ob der E10-Bedarf vollständig aus österreichischen Ressourcen zu decken wäre, ist allerdings unklar. Die E10-Einführung im Herbst komme jedenfalls zu früh. "Wir sollen uns noch etwas mehr Zeit nehmen", sagte Schleicher. Er kann sich "durchaus vorstellen, dass es zu einem Moratorium kommt".

Außerdem fordert der Experte mehr Weitblick. Derzeit sei "den Diskutanten immer nur eine relativ enge Perspektive bewusst", kritisiert Schleicher. "Wir brauchen einen Blick über das nächste Mais- und Rapsfeld hinaus". Es gehe darum, das „extrem pkw-lastige" Verkehrssystem in Österreich zu verändern. Den Menschen solle es erleichtert werden, auf Öffis umzusteigen. Städte sollten fußgängerfreundlich gestaltet werden und die Rolle des Radverkehrs gehöre diskutiert, meint der Klima- und Energieexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts.

"Trend geht Richtung Elektromobilität"

Die Technologie im Kfz-Bereich sei die zweite Frage. "Der Verbrennungsmotor stößt an seine Grenzen, was seine energetische Effizienz betrifft." Mittelfristig gehe der Trend in Richtung Elektromobilität. E-Antriebe seien rund viermal energieeffizienter als Verbrennungsmotoren. Die Verbrennungstechnologie "können wir uns langfristig nicht leisten - egal, welchen Energieträger wir verwenden", sagte Schleicher.

Biogene Treibstoffe sieht der Universitätsprofessor daher in Zukunft nicht im Personenverkehr, sondern in Spezialbereichen wie dem Schwerverkehr oder bei Flugzeugen. Hier sollte es sich aber um "Abfallstoffe, die wir sonst nicht nutzen können" handeln. Puncto Biospirt sieht Schleicher noch eine andere Konkurrenz. Es könnte sich nämlich in Zukunft als sinnvoller erweisen, aus pflanzlichen Rohstoffen neue Wertstoffe herzustellen, zum Beispiel Kunststoffe.

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(APA)

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135 Kommentare
 
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Das Problem ist nicht der hohe Mais-Preis in Mexiko

Gibt es ein Problem damit, dass mexikanische Bauern auf einmal das Geld bekommen, dass sie eh schon längst verdient hätten? Nein!
Gibt es ein Problem damit, dass eine Ausweichstrategie unsere NICHT Nachhaltige Wirtschaft zu erhalten, nicht funktioniert hat? Nein! Wir zahlen einfach für sinnloses Herumkutschieren einfach mehr Geld. Und?

Das Problem ist, dass wir am anderen Ende der Welt Menschen vom Maispreis abhängig gemacht haben, indem wir ihre Wirtschaft zerstört haben, obwohl sie sich selbst versorgen hätten können.
Das Problem ist, dass bei Biosprit pro forma über Ernährung gesprochen wird, aber es sehr schnell und dann ausführlich über "Ich brauch doch meinen SUV im 1. Wiener Gemeindebezirk" geht.

So gesehen ist die Einstellung von Hrn. Schleicher eher "neu": Zuerst Sparen und dann auf die Effizienz schauen.

Und ihm ist auch aufgefallen, dass die derzeitige Mobilität sehr sehr teuer ist, und man schon jetzt einiges an Geld sparen könnte, wenn man wollte.

zu früh, sagt Wifo-Experte ...

Um seine Prognose noch heute Abend zu korrigieren!

Berlakovich ist ein Totalversager

Ist der in seiner Amtszeit eigentlich schon durch was anderes als durch seinen peinlichen Tobsuchtsanfall am Flughafen aufgefallen? Nein?
Ach, ich vergaß, ein schwarzer Landwirtschaftsminister hat ja lediglich die Aufgabe, die Pfründe seiner Klientel zu verteidigen bzw. auszubauen. Aber das ist jetzt an Dämlichkeit wirklich nicht mehr zu überbieten...

Gast: werbistdu
17.08.2012 13:09
5 2

Statt diesen hausgemachten Schwachsinn

namens E10 würde ich Autos mit überhöten Spritverbrauch besteuern, daß die Balken krachen.
Dann würde ich mir ansehen, ob E10 noch notwendig ist.
Welcher Idiot macht sich Gedanken über Biosprit, wenn im privaten Bereich Autos mit 200 PS und mehr herumkutschieren.

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LOBBY

Was kümmern ÖVP und Berlakovich steigende Getreidepreise, höhere Brotpreise, steigende Futterkosten höhere Treibstoffpreise sowie Warnungen vor Motorschäden. Diese Umstände treffen doch nur die Bevölkerung. Das durch das Beizen der Maisfelder hervorgerufene massenhafte Bienensterben, trifft vorerst auch nur die Imker. Was ist das gegen ein gutes Verhältnis mit Raiffeisen/Agrana.

Re: LOBBY

Und glauben Sie, wenn sie Ihr Geld der OMV geben, ist es besser?

Re: Re: LOBBY

Warum sollen wir permanent die Bauern mit VIEL Geld füttern?

Re: Re: Re: LOBBY

Weil die (natürlcich nicht zur Gänze) Wertschöpfung in Österreich und Europa passiert. Weil vor- und nachgelagerte Gewerbe profitieren. Weil Landwirtschaft sich dann wieder lohnt, vielleicht auch ohne Ausgleichszahlungen der EU?

Gast: black magic
17.08.2012 10:53
3 0

Brenna tuats guat

Waun ma so weidahoazn brennt da Huat.

http://www.youtube.com/watch?v=rCE-4sCVpgg

Gast: Leute, Ihr seht das falsch!
17.08.2012 09:47
5 3

Mit dem Biosprit macht man 3 Geschäfte gleichzeitig:

- Den Rohstoff Getreide teuere
- Subventionen für Landwirtschaft
- Den Sprit teurer

IMMER gewinnt der Konzern mit dem Giebelkreuz und die Finanzministerin auch!

Die Wahrheit kann oft einfach sein...

es sowieso pervers, wenn man

... lebensmittel verbrennt etc wenn andere nichts zu fressen haben ...

die ganze Welt ist krank wenns um sprudel geht

Re: es sowieso pervers, wenn man

es ist pervers, wenn man sich den Magen vollschlägt wenn andere nicht zum essen haben.

es ist pervers, wenn man Lebensmittel wegwirft, wenn andere nicht zum essen haben.

Wie wärs, wenn wir mal hier beginnen?

Aber nein, da muss ich mich ja ändern.

Antworten Antworten Gast: globetrotterneu
17.08.2012 11:27
0 0

Re: Re: es sowieso pervers, wenn man

und mister neunmalklug wie willst du deine vorschläge in die realität umsetzen.

Gast: Halbwissen
17.08.2012 09:10
1 0

Mein Range Rover braucht halt 20 Liter !

Die müssen ja irgendwo herkommen.

Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 09:36
0 0

Re: Mein Range Rover braucht halt 20 Liter !

Solange sie es auch bezahlen können/wollen.....

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
17.08.2012 10:55
3 0

Re: Re: Mein Range Rover braucht halt 20 Liter !

Beamtengehälter sind zum Glück Inflationsangepasst !

Steigt der Spritpreis, so steigt auch mein Lohn und später die Pension um diesen Betrag.

Also werde ich es mir immer leisten können !

3 0

Re: Re: Re: Mein Range Rover braucht halt 20 Liter !

Da wär ich mir nicht so sicher!

Beamte sind nur solange "unkündbar", solange es dem Staat noch gelingt neue Schulden zu machen.

Sobald die dämlichen Käufer von Staatsanleihen sich von diesem Wahnsinn zurückziehen, gibts einen Crash und für dich kein Beamtengehalt mehr.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
17.08.2012 15:10
0 0

Re: Re: Re: Re: Mein Range Rover braucht halt 20 Liter !

Wieso sollte sich der Staat ( Notenbank ) vom Kauf der Staatsanleihen zurückziehen ?

Auf Deutsch:
Wir drucken unser Geld schon lange selber !

Bäääääää !!!!!


0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Mein Range Rover braucht halt 20 Liter !

das geht nicht auf dauer gut.
irgendwann ist der ofen aus.
vermutlich bald.

und alle, die sich dann auf den Staat verlassen werden ganz fürchterlich auf die Nase fallen.

Bäääähhhh!!!

2011 wurden drei Prozent der Weltackerfläche für Biokraftstoffe genutzt

2011 wurden drei Prozent der Weltackerfläche für Biokraftstoffe genutzt!

http://wochenblatt.agrarheute.com/biokraftstoffe-469548

Re: 2011 wurden drei Prozent der Weltackerfläche für Biokraftstoffe genutzt

Und in Indonesien werden täglich

hunderte Quadrat-Kilometer Urwald für die Palmöl-Produktion gerodet,

auch mit Unterstützung des WWF.

Re: Re: 2011 wurden drei Prozent der Weltackerfläche für Biokraftstoffe genutzt

Das ist schlimm, aber was hat das damit zu tun?

Re: 2011 wurden drei Prozent der Weltackerfläche für Biokraftstoffe genutzt

Diese Zahl beruht auf Schätzungen des bayrischen Bauernverbandes....

Das glaubt nicht einmal mein Schwein.

Gast: otto f.krammer
17.08.2012 08:20
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Die Unfähigkeit unserer Politiker zeigt sich,..

dass diese nicht fähig sind den Elektroverkehr mit allem Nachdruck zu implementieren.
Windkraftwerke sind deswegen unrentabel, weil sie mangels an Speicherbatterien zu etwa 50% leer laufen müssen, ebenso geschieht das den pv-Anlagen und da wird herumgeleiert, dass der Biosprit zur Hungersnot gereicht, nur weil diese Hochbezahlten und Wichtigtuer unfähig sind, die nötigen Beschlüsse zu fassen. China als Entwicklungsland ist uns in diesem Bereich bereits um 10 Jahre voraus und dort
wird bereits der milliardste Elektromotor für ein Elektrofahrzeug erzeugt und verkauft, wobei angemerkt sei, dass dieser vielpolige Permanent-Elektromotor eine österreichische Erfindung ist, aber von der Politik und Wirtschaft hier missachtet, so nach China gekommen ist.
Die Unfähigkeit der hochbezahlten und großmäuligen Nadelstreifträger ist es, welche unseren Niedergang verursachen!

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Re: Die Unfähigkeit unserer Politiker zeigt sich,..

Die Elektromobilität ist (außer bei Rollern und Microcars im Kurzstreckenbereich) unsinnig!

Nur weil der Schadstoffausstoss vom Auto weg zum Kraftwerk übertragen wird, ist das noch lange nicht umweltfreundlich!
Dann kommen noch enorme Verluste zwischen Generator im Kraftwerk und Elektromotor im Auto dazu.

Die giftigen Akkus (Abbau der Schwermetalle, Transport, Verarbeitung, Transport, Entsorgung, ...) sind da noch gar nicht berücksichtigt.

Antworten Gast: Kibietz
17.08.2012 08:46
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Re: Die Unfähigkeit unserer Politiker zeigt sich,..

Die grössten Nachteile des Elektromobils sind die geringe Reichweite, der Mangel an Auflademöglichkeiten, die Bedenkliche Herstellung und Entsorgung der Akks für die Umwelt sowie eine erhöhte Sicherheits- und Umweltgefahr bei Unfällen für Rettungskräfte und Verunfallter (Stromschlag)

 
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