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"Diese Preise kann kein Bauer mehr bezahlen"

18.08.2012 | 17:58 |  von Gerhard hofer (Die Presse)

Dass Spekulanten Ackerland aufkaufen, diese Entwicklung tritt nicht nur in Afrika und Osteuropa unter dem Begriff Land Grabbing auf. Investoren machen auch vor Österreich nicht halt und treiben die Preise in die Höhe.

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Die Stimmung unter den Waldviertler Bauern war schon besser. Die Getreideernte war heuer so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Frost, Dürre, Hagel – dieses Jahr bekamen sie alles ab, was die Natur an Unbill im Repertoire hat. Doch damit nicht genug: Obwohl die Erträge am Boden sind, steigen die Ackerpreise ins Unermessliche. „Bei uns werden für den Hektar bis zu 50.000 Euro bezahlt“, erzählt ein Bauer aus dem Bezirk Horn. Doch es sind keine Bauern, die mehr als das Doppelte des üblichen Preises auf den Tisch legen. Die Preistreiberei geht von Investoren aus, die aus Angst vor Hyperinflation Zuflucht in sicherem Land suchen. Im Bezirk Horn ist es unter anderem ein regionaler Unternehmer, der mittlerweile Dutzende Hektar Ackerland aufgekauft hat. Sehr zum Missfallen der niederösterreichischen Bauernvertreter.

Auch im Bezirk Hollabrunn berichtet Bauernkammer-Obmann Richard Hogl von Investoren, die ihr Auge auf Ackerland geworfen hatten. „Bisher ist es uns immer gelungen, diese Käufe zu unterbinden“, erzählt er der „Presse am Sonntag“. „Unser Interesse ist es, dass Agrarland auch weiterhin im Besitz der Bauern bleibt“, betont er. Und damit dem so ist, gibt es das Grundverkehrsgesetz. Dieses regelt den Erwerb von Agrarflächen. Will ein Investor Land kaufen, muss das Geschäft bei der Grundverkehrsbehörde in der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft gemeldet werden. Bietet ein Bauer denselben Preis, so erhält er den Zuschlag – der Investor geht leer aus. Auch Käufe zu überhöhten Preisen können vor der Grundverkehrsbehörde beeinsprucht werden. Trotz dieser Regelung ist der bäuerliche Widerstand gegen Spekulanten nicht überall so erfolgreich wie im nördlichen Weinviertel.

Entlang der Brünner Straße nördlich von Wien sieht die Sache bereits ganz anders aus. „Hier gibt es Gemeinden, in denen 80 Prozent der Agrarfläche in Händen von Nicht-Bauern sind“, erzählt Alois Leidwein. Der Landwirt aus Dürnkrut bewirtschaftet knapp 45 Hektar Ackerland und Weingärten. Doch Leidwein ist nicht nur Bauer, der zweifache Doktor ist darüber hinaus auch gerichtlich beeideter Sachverständiger für landwirtschaftliche Immobilien. In seiner Gemeinde im Bezirk Gänserndorf besitzen die Bauern noch die Hälfte des Agrarlandes. Österreichweit dürfte im Schnitt ein Drittel der Agrarflächen nicht mehr in Bauernhand sein. Leidwein führt akribisch Aufzeichnung über die Entwicklungen. Und es sind Entwicklungen, die ihm Sorgen bereiten. „Diese Preise kann kein Bauer mehr bezahlen“, sagt er.


Alternative zu Aktien. Es gibt andere, die zahlen können, weiß Christoph Kraus. Er ist Vorstandschef der Kathrein Privatbank. Das Institut in der Wiener City zählt vor allem Stiftungen und Superreiche zu seinem Klientel. „Ackerland ist für Investoren eine interessante Alternative etwa zu Anleihen und Aktien geworden“, bestätigt Kraus auf Anfrage der „Presse am Sonntag“. In Zeiten, in denen Vermögende um den Bestand des Euro fürchten, Bankprodukten gegenüber immer skeptischer werden und statt der Vermehrung des Vermögens in erster Linie der Erhalt des Vermögens gefragt ist, besinnt man sich wieder alter Werte.

„Möglicherweise ist Ackerland eines jener Dinge, die Bestand haben“, sagt Kraus. Erst vor Kurzem habe er den deutschen Großgrundbesitzer Michael Prinz zu Salm-Salm bei einer Veranstaltung getroffen, erzählt der Chef der Kathrein Privatbank. Das Adelshaus aus Rheinland-Pfalz habe über 32 Generationen das Vermögen erhalten, weil es Forstwirtschaft, Acker- und Weinbau betreibe. Seit die Börsen nach dem Zusammenbruch des Investmenthauses Lehman verrückt spielen, flüchtet sich auch der Geldadel in feudale Gefilde.

Einer der spektakulärsten Deals ging Anfang 2010 in der Obersteiermark über die Bühne. Damals verkaufte die Bank Austria-nahe B&C Industrieholding das Forstgut Alwa an die Familie von Baumbach, in deren Besitz sich der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim befindet. Von Baumbachs zählen zu den reichsten Familien Deutschlands. Ein Teil des Vermögens ist nun in 23.500 Hektar Agrarland angelegt. Das riesige Forstgut hält auch Besitztümer in Niederösterreich und Ungarn und verfügt über die größte zusammenhängende Jagd in Mitteleuropa. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Spekuliert wurde über einen Preis um die 120 Millionen Euro.

Derartige Megadeals sind hierzulande die absolute Ausnahme. Wer sein Vermögen wirklich großflächig in Ackerland investieren wolle, der schaue sich in Osteuropa um, berichtet Privatbankier Christoph Kraus. Kunden der Raiffeisen-Tochter Kathrein Privatbank würden bei ihrer Suche nach Landgütern vor allem in Rumänien oder in der Ukraine fündig.

Wer sind also die Investoren, die den Bauern im Bezirk Gänserndorf Grund und Boden streitig machen? „Es sind in erster Linie Leute aus der Gegend, die ihr Erspartes in Sicherheit bringen wollen“, sagt Alois Leidwein.

„Auch in Sicherheit vor den Banken und Vermögensberatern“, betont einer jener sogenannten Ackerland-Spekulanten. Er will anonym bleiben. Er kenne Freiberufler wie er einer sei, die in der Vergangenheit viel Geld an der Börse verloren haben. Mitunter auch mit Investments, die von Bankberatern als absolut risikolos bescheinigt wurden. Ackerland habe den Vorteil, dass es „nicht umfallen kann“, sagt er.

Alois Leidwein warnt hingegen vor einer drohenden „Immobilienblase“. Etwa wenn Vermögensteuer und Erbrecht geändert werden. Dann könnten sich die erdigen Geschäfte schnell als ziemlich bodenlos entpuppen.


Gesetz schützt Bauern. Mittlerweile bedarf es keines Bauernaufstands mehr, um gegen böse Investoren anzukämpfen. „Wir haben in Österreich bei weitem nicht die Situation wie in Osteuropa“, beschwichtigt Anton Reinl, Vize-Generalsekretär der Landwirtschaftskammer Österreich, und verweist auf das strenge landwirtschaftliche Grundverkehrsgesetz, das Schutz vor dem Ausverkauf des Bauernstands bietet. Nur ein Gesetz scheint in der Landwirtschaft wieder einmal außer Kraft zu treten: jenes von Angebot und Nachfrage. Denn die Spekulanten können nur dort auf den Plan treten, wo es Bauern gibt, die an sie verkaufen.

„Es verkauft kein Landwirt, der seinen Betrieb weiterführen will“, erzählt Leidwein und verteidigt das Grundverkehrsgesetz. „Auch beim Arbeitszeitgesetz, beim Kollektivvertrag oder der Pflichtversicherung wird der Markt reguliert.“ Es gebe in einer Gesellschaft Werte, die über dem Gesetz von Angebot und Nachfrage stehen.

Kirche als Feudalherr? Bisher machten sich die Bauern die Strukturbereinigung unter sich aus. Viele kleine Betriebe sperrten zu, das Ackerland ging zu halbwegs moderaten Preisen an große Bauern. „Wer von den Hektarerträgen leben muss, kann keine Utopiepreise bezahlen“, sagt Leidwein. Das können eben nur Investoren, die von der Landwirtschaft nicht leben müssen.

Einer der größten Investoren in Ackerland im Bezirk Gänserndorf ist die Erzdiözese Wien. Seit zwei Jahren bemüht sie sich um den Kauf von 17 Hektar Agrarland. Das Geschäft wurde beeinsprucht – vom Bauern Alois Leidwein. „Die Erzdiözese zahlte 30.000 Euro für den Hektar, obwohl der ortsübliche Preis bei 17.500 Euro liegt“, sagt Leidwein und kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. Während die Caritas Land Grabbing (Landraub) in Afrika geißele, begehe die Erzdiözese im Weinviertel Preistreiberei. Ein Vorwurf, der von der Erzdiözese zurückgewiesen wird. Der Preis entspreche jenen, die bei ähnlichen Transaktionen in der Region erzielt worden seien, heißt es.

Mittlerweile liegt der Fall bei der Landesgrundverkehrsbehörde in St. Pölten. Seit knapp eineinhalb Jahren wälzen die Experten dort den pikanten Akt hin und her. „Das Interesse, einen bäuerlichen Betrieb zu stärken, muss schwerer wiegen, als postfeudalem Großgrundbesitz einen Flächenzuwachs aus Spekulationsinteresse zu ermöglichen“, formulierte Leidwein seinen Einspruch.

1,36 Mio. Hektar

16,2 Prozent der österreichischen Staatsfläche sind laut Statistik Austria Ackerland. Das sind 1,36 Millionen Hektar. Rund 60 Prozent des Ackerlandes werden für den Getreideanbau verwendet.

Etwa zwei Drittel der heimischen Agrarflächen sind in Besitz von Landwirten. In manchen Gemeinden im niederösterreichischen Weinviertel sind bereits 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Händen von Investoren. Vielerorts bezahlen Investoren für Ackerland das Doppelte des ortsüblichen Preises. Bauernfunktionäre schlagen Alarm.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.08.2012)

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71 Kommentare
 
12
Gast: Karl der Kleine
27.08.2012 16:45
2 0

EU Flächenstillegungsprämien

wie passt das alles zusammen?

Gast: SchauGenau
20.08.2012 14:11
0 2

Sicher?

Alle Investoren in Grund und Boden sollten sich bewußt sein, das das ach so sichere Investment letzten Endes ebenfalls nur eine Bitstruktur auf einer amtlichen Festplatte ist

Freie Marktwirtschaft?

Nicht bei uns - mia san mia stoark wia de Kieh!

Gast: Antisozialist
20.08.2012 09:52
1 0

Wenn es schon so weit ist,

dann wird sich der fürsorgliche Staat sicher was einfallen lassen. Aufgrund der seit einiger Zeit schwelenden Neiddebatte wird es wohl auf eine Vermögenssteuer auf Agraland in den Händen von Spekulanten und Finanzsystemflüchtlingen rauslaufen.

Blöd gelaufen, die bessere wahl wäre Gold. Das steht nicht im Grundbuch.

Re: Wenn es schon so weit ist,

Privater Goldbesitz kann ebenfalls verboten werden. ist schon mal passiert, in den USA

Antworten Antworten Gast: Antisozialist
20.08.2012 13:32
3 0

Re: Re: Wenn es schon so weit ist,

Und? Sollte der Staat sich am Privatvermögen vergreifen, dann gibts sofort einen Schwarzmarkt, der die wahren Preise abbildet.

Vor einem Goldverbot braucht sich kein Goldbesitzer fürchten, einfach nicht daran halten.

unfassbar

Bauern bekommen UNSUMMEN an Subventionen (vor nicht allzulanger Zeit machten die Agrarsubventionen 70% der EU-Ausgaben aus...). Dann finden sich Leute, die bereit sind, auch mal etwas Geld in dieses unsägliche System hineinzuschießen.

Und das wird natürlich mit Händen und Füßen blockiert.

Wenn das Bauer-Sein so ur-schwer, traurig und wenig ertragreich ist, warum FREUEN sich die Bauern nicht, wenn Investoren kommen und ihnen ihr Land zu völlig überhöhten Preisen abnehmen?

Und wehe jetzt kommt mir jemand mit der sentimentalen Schiene - der Bauernbund hat unfassbare politische Macht, insbesondere gemessen daran, dass Landwirtschaft bei uns knapp 2% zum BIP beiträgt...

Antworten Gast: werbistdu
20.08.2012 16:18
1 4

Re: unfassbar

Es gibt Leute, die kapieren nichts, da gehörst du dazu

Gast: Die Geschichte lehrt:
20.08.2012 07:33
2 2

Es wird solange spekuliert, bis eine Revolution kommt!

Es war immer schon so, dass die Oberschicht (heute: eine Handvoll Banken/ Einzelpersonen) die Lebensgrundlagen der Bevölkerung mit verschiedenen Tricks verteuert hat.

Irgendwann hat sich die Masse erhoben, es hat Mord und Totschlag samt Enteignung gegeben.

Die Großkopferten sollten sich fragen, wann Schluß ist. Ansonsten macht jemand Schluß mit IHNEN!!!

keine sorge - wenn die irren weiter den euro abwerten (ist ja die propagierte loesung der interventionisten & keynesianer)

werden viele weitere laender eine einkaufstour in europa machen

aber nicht wegen den autos oder der mode, sondern wegen den agrarflaechen und des trinkwassers

es ist nur eine frage der zeit, bis das kristallklare alpenwasser nur mehr exportiert wird

ausverkauf des volksvermoegens

Gast: ROTFRONT
20.08.2012 00:29
3 2

Die armen Bauern tun mir ja sehr leid. Müssen ihren Grund sauteuer verkaufen!

Bekommen das Doppelte vom Wert und sind dann noch sauer.
Klar, für jeden anderen Scha... bekommens ja zigfach und das jedes Jahr!

Gast: alternativlos
19.08.2012 23:27
2 0

Viktor Orban zeigt uns gerade wie das geht

Österreichische Bauern im Grenzgebiet, die ungarische Felder gekauft haben, sollen an den ung. Staat zurückverkaufen, oder enteignet werden.
Gekauft mit Euro, Retourgeld in Forint, so hoch wie der Staat belieben.
Als Nachdruck für diese Forderung will der Staat Traktore mit österr. Kennzeichen beschlagnahmen.

Wenn eine Investition von Politikern abhängt, sollte man die Finger davon lassen. Man kann vieles abschätzen, aber nicht wie die Politik reagiert.

Gast: jiri
19.08.2012 15:49
2 2

Bodenanalyse und -sanierung, dann erst Verkauf

Die Boeden die bisher 'Agrarflaechen' waren, sollen nur nach erfolgter Sanierung verkauft werden duerfen. Schadstoffe aus gebeiztem Saatgut, Pestizid-, Insektizid- Herbizidrueckstaende, muessen saniert werden und eine offiziell beglaubigte Bodenanalyse soll bestaetigen, dass der Boden gesund ist, nur dann gibt es einen Verkauf!

Eine Biene fliegt auf meiner Terrasse 10x dieselbe kleine Sonnenblume an, kehrt nach 2m wieder um, wieder zu der selben Bluete, in der Hoffnujng, dass schon wieder ein bisschen Nektar da ist.

Ich als einfacher Buerger habe von dem Bauernsaustall genug, rotten alles aus, nichts ist ihnen heilig. Die Viecher lassen sie zu hunderten in Megastaellen dahinvegetieren. Den Mist den sie uns auf unseren Tellern kredenzen ist nicht nur hochsubventioniert, sondern gesundheitsschaedlich.
Das vernuenftigste ist, selbst Acker/Bodenflaechen zu kaufen (nur mit 'Reinheits'-Zertifikat) und zum Selbstversorger zu werden.

Antworten Gast: der kleine Maxi
19.08.2012 21:04
0 0

Re: Bodenanalyse und -sanierung, dann erst Verkauf

Wer hält Sie davon ab einen Acker zu kaufen und dann Selbstversorger zu werden? Übgrigens, was wollen Sie uns mit der Bienenstorie sagen?

Gast: Halbwissen
19.08.2012 14:31
0 0

Also von wer sind die Verkäufer ?

Wenn es kleine Bauern sind die ihren Betrieb auflösen ( müssen ), dann sollte man es ihnen doch vergönnen.

Wenn es der Staat ist, ja der braucht Geld.

Also wo ist das Problem ?

Als Großbauer würde ich mich natürlich auch Ärgern wenn auf einmal unerwünschte Konkurrenz auftaucht.

Antworten Gast: Halbwissen
19.08.2012 16:00
0 0

Re: Also von wer sind die Verkäufer ?

Also wer sind die Verkäufer ?

Gast: RA
19.08.2012 13:22
4 1

Die großen Bauern

halten sich für besonders tüchtig, wenn sie
die Agrarförderungen großteils einsacken, die sie gar nicht brauchen und dafür keine E-Steuer zahlen und Kleinbetriebe mit Almosen abspeisen,

für Pachtflächen fast nichts zahlen,

und Ackerflächen zum Spottpreis kaufen wollen.

Und am Sonntag rennen Sie in die Kirche und meinen, sie wären dann gute Menschen.

Micht kotzt diese Bagage samt ihren Politfunktionären und Kämmerern echt an. Das sind die modernen "Verbrecher".


Antworten Gast: werbistdu
19.08.2012 22:46
1 4

Re: Die großen Bauern

Null Ahnung dieser Pfosten....

2 3

Zurück in den Feudalismus?

...auch wenn's ideologisch vielen wehtut - diese globale Wirtschaft bräuchte dringend Korrektive und Beschränkungen.

Gast: Heixlbaumer
19.08.2012 12:29
3 0

Auch Eine Folge der AUfrechterhaltung von schwachen rückständigen Produktionsstrukturen durch Subventionen

Tja, so manche Schmiede-Hammerherren des 19. Jh. (die sich als "schwarze Grafen" verstanden und in ihrem Dorf als Kaiser auftraten), endeten dann als Hilfsschmied beim Stahlindustriellen;
der zuvor ihre rückständige schwarze Hammer-bude aufkaufte, weil er aufgrund modernerer, grösserer Produktionsmethoden mehr Kapital akkumulieren konnte...

So können Subventionen auch ins Gegenteil umschlagen, wenn nämlich wirtschaftlich rückständige Produktionsstrukturen aufgrund Förderungen künstlich aufrechterhalten werden, aber die umliegende Welt mitsamt ihren Fortschritten ferngehalten wird.

Irgendwann brechen dann von aussen die überlegenen Industriekonzerne ein, und erledigen die Museums-ökonomie...

Das wäre schade weil gerade Bauern den ländlichen Raum noch aufrechterhalten und neben ihrer Lebensmittelproduktion auch kulturelle Bedeutung haben.

Wäre doch schade wenn sie einmal als Agrar-hilfsarbeiter bei einem Multi-konzern enden würden...
Ist das Szenario - die Aufrechterhaltung der ZU kleinstrukturierten Landwirtschaft durch hohe Subventionen - das wert?

Deshalb sollte man sich beizeiten was überlegen (die EU bestimmt hier auch immer mehr mit, und ausländische wie niederländische oder deutsche Konzerne könn(t)en massiv in Österreich hier mitmischen, was in anderen souveränen Staaten ja nicht so einfach möglich ist - Beispiel Russland das nur Minderheitseigentümer aus dem Ausland zulässt (!)),
um den ländlichen Raum hier zu retten, und nicht in einer Agrarwüstse ende zu lassen!

wir müssen die reichen schützen, denn alles was sie haben, verdanken sie nur ihrer leistung!

egal ob sie zuerst die ökonomie im großen ruinieren, indem sie ihre fantastilliarden im großen spekulationskarussel kreisen lassen.
egal ob sie als nächstes bäuerliche existenzen und damit als folge die bevölkerung ganzer landstriche ruinieren, indem sie mondpreise zahlen...

alles egal. das sind ja die tollen leistungsträger. sie müssen wir anbeten und hofieren, vielleicht fallen ein paar krümel ab für die ruinierten!

bitte, bitte, bitte, ....

Gast: Saiffenstayn
19.08.2012 12:00
5 4

(Zit.) " ...Bietet ein Bauer denselben Preis, so erhält er den Zuschlag – der Investor geht leer aus. ...."(ende)

Stimmt nur nach dem Rechtsverständnis von Bauernbundbundbonzen, Kammersekretären und "naiven Leuten" !!!

Vor dem "europäischen Gerichtshof hält das nicht, weil es das Recht den Eigentümers stark einschränkt.
Ich muß nicht an den Huberbauer verkaufen nur weil er das Gelcihe zu zahlen bereit ist; ich kann bestimmen wer von mir kauft. Auch das gehört zu den Eigentümerrechten des rechtmäßigen Besitzers. diese Planwirtschaftsideen von "Reichsnährstands-bewirtschaftern und Ständestaatlern" ist nicht durchzuhalten

Antworten Gast: werbistdu
19.08.2012 12:53
1 1

Re: (Zit.) " ...Bietet ein Bauer denselben Preis, so erhält er den Zuschlag – der Investor geht leer aus. ...."(ende)

Ja, wohl, dann barauchen wir uns nicht wundern, wenn die Russen alles zusammenkaufen, wie in Tirol.
Dann haben wir halt in der nächsten, übernächsten Generation einige Putins mit österr. Staatsbürgerschaft mehr

0 1

Re: (Zit.) " ...Bietet ein Bauer denselben Preis, so erhält er den Zuschlag – der Investor geht leer aus. ...."(ende)

Dann dürfte grundsätzlich keine Bauordnung etc vor dem EUGH Bestand haben...

Pro Hektar bis zu 50.000 Euro

und dann, nach der Umwidmung, kriegt der arme Bauer die 50.000 schon für 500 m².

Gast: Waldviertlerin
19.08.2012 10:40
1 0

So geht's

Wenn ich im großen Stil landwirtschaftliche Flächen aufkaufen will, gründe ich eine Agrar-GmbH und setze einen LLA (= Landwirtschaftliche Landeslehranstalt) Absolventen auf dem Papier pro forma als Geschäftsführer ein.

Dann kann ich mir die Grundverkehrskommission keine Grundstückskäufe vermasseln.

 
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Hobbyökonom