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Biosprit: Termin für E10-Einführung wackelt

20.08.2012 | 18:47 |   (DiePresse.com)

Der umstrittene Treibstoff wird laut einem Medienbericht nicht wie geplant am 1. Oktober eingeführt. In den letzten Wochen gab es massive Kritik an E10.

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Die technische Umrüstung der Tankstellen bis 1. Oktober auf den Biosprit E10 ist nicht möglich, berichtet der "Standard". Daher werde vom Einführungstermin des neuen Treibstoffgemisches mit zehn Prozent Agrarethanol, genannt E10, offiziell Abschied genommen. Der Sprecher von Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) stellt das in dieser Form jedoch in Abrede: Das Ziel sei technisch sehr ambitioniert, man versuche aber den Termin einzuhalten, sagte Wolfgang Wisek am Montagabend zur APA. Im Gespräch mit dem "Standard" meinte der Sprecher allerdings, er könne noch nicht sagen, wann der neue Sprit eingeführt wird.

Ausgehend von der Dürre in den USA und den erwarteten Minderernten war in den letzten Wochen und Monaten massiv kritisiert worden, dass durch E10 immer mehr Getreide und Mais in den Tank wandert. Die von der SPÖ geführten Ministerien Gesundheit und Verkehr zierten sich bei der Unterschrift zu der Verordnung, mit der die Tankstellenumrüstung hin zu E10 geregelt wird, erinnert der "Standard". Auch der Berlakovich-Sprecher verweist auf die noch mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie von Doris Bures (SPÖ) laufenden Verhandlungen.

Auch Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) sei säumig geworden, so der "Standard". Beim derzeitigen E5 sei der fünfprozentige Agrarethanol von der Mineralölsteuer befreit. Für eine ähnliche steuerschonende Regelung beim E10 habe sich Fekter jedoch bis dato nicht durchringen können, würden Beobachter erläutern.

Im Verband der Mineralölindustrie der Wirtschaftskammer hofft man nun, dass es gleich zu einer ordentlichen Verschiebung um ein Jahr, also bis zum 1. Oktober 2013, kommt, so der Bericht. Die Tankstellenpächter benötigten Zeit für den Umbau der Tankstellen. Außerdem drohe ohne breite Informationskampagnen rund um den E10 ein ähnliches Einführungsdesaster wie in Deutschland vor einem Jahr. Bis heute wird der E10 in Deutschland nicht ordentlich angenommen, so Fachverbandsgeschäftsführer Christoph Capek.

(APA)

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63 Kommentare
 
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Gast: modulo
21.08.2012 16:55
1 0

Der nächste im Sumpf

Fassen wir mal zusammen:
- ÖAMTC/ARBÖ dagegen
- Alle anderen Parteien: dagegen
- Umweltschutzorganisationen: dagegen
- Deutschland rudert gerade zurück
- Lebensmittelkrise zeigt neue Faktenlage auf
- Die halbe ÖVP schweigt dazu

Aber Berlakovic will es unbedingt. Der wird ja wohl nicht persönlich davon profitieren, indem er der Raiffeisenbank und der Agrana unter die Arme greift. So offensichtlich hats noch nie gestunken...

Antworten Gast: Gastastast
22.08.2012 08:24
0 0

Re: Der nächste im Sumpf

So offensichtlich stinkts ständig! Aber wenn bei einer ursprünglich Lass-uns-den-Planeten-retten-auf-Volkskosten® Sache sogar die Umweltschutzorganisationen abspringen weiß man, dass mans verkackt hat.

Das möchte ich sehen

Wenn Biospirt, dann ohne Importe. Es kann nicht sein, dass in Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika deswegen noch die letzen Regenwaldbestände umgenietet werden. Ha, da bin ich schon gespannt, ob die Ackerflächen in A (wenn man da an 62% Alpenanteil denkt, sind wird eh schon übervölkert bei 100 Einwohnern/qkm2) da reichen werden.

leider gibt es keine Alternativen

E10 ist sicher keine tolle Erfindung - wurde meines Wissens auch nie behauptet. Aber gibt es günstiges Erdöl in unbeschränkten Mengen? Gibt es Nature und Umwelt in unbeschränkten Mengen? Ist ein schlechter Anfang nicht besser als gar keiner? Vergessen wir langfristige nachhaltige Überlegungen und spielen wir der Erdöllobby in die Hände und verzichten wir auf E10

Antworten Gast: modulo
21.08.2012 16:45
1 0

Re: leider gibt es keine Alternativen

Es gibt sehr wohl Alternativen. Sie sind nur allesamt teurer!

Aber in Krisenzeiten Lebensmittel zu verbrennen, deren Preis auch noch täglich steigt, ist in jeglicher Form wahnsinnig dumm

Klimaabkommen kündigen und die 600 Millionen in Photovoltaikförderung stecken.

Das hat einen Sinn!
Nicht der OMV eine Pipeline sponsern die uns noch abhängiger vom Gas macht!

Agrarsprit

Leider entpuppte sich die vorerst sehr positive Umweltidee des Agrarsprits weltweit zu einer reinen Förderung von Grossagrariern, bzw. Investoren. Noch dazu ist von Klima/Umweltschutz keine Rede, es wird gespritzt, gedüngt, Natur-vernichtet wie nie zuvor. Auch hier bei uns, man beobachte nur die Mais-Invasion - eine reine Chemie- und Totschlag"landwirtschaft".
Aber, was soll's, die ÖVP (oft leider auch die SPÖ) sind zu amtlichen Lobbyisten für's Grosskapital (und Jagdfreunderln) geworden. Dem Bürger wird halt erzählt, alles für die Umwelt, für "uns Österreicher", usw.

Die Poster haben mit Verlaub wenig Ahnung.

E10 ist nunja ambivalent zu betrachten. Der Kraftstoffverbrauch steigt, weil der Energiegehalt niedriger ist, das ist richtig, und kann man nicht wegreden.

die Biotechnologie forscht aber, das man wegkommt von der Umwandlung Zuckers zu Alkohol sondern auf Cellulose zurückgreifen kann, wissen sie wieviel Abfall davon anfällt, der nicht Lebensmittelrelevant ist ? wollt ich nur mal zum Bedenken in den Raum stellen, der Beigeschmack von Lebensmittel zu Treibstoff hat in den nächsten 2-5Jahren keine Bedeutung mehr


Gast: pravda
21.08.2012 09:09
0 3

Die österreichische Nahrungsmittelversorgung befindet sich in einer gefährlichen Abhängigkeit vom Erdöl.

Ohne Erdöl gibt es keinen Kunstdünger und ohne diesen gibt es keine hohen Erträge.

Ohne Erdöl gibt es auch keine Nahrungsmittelimporte.

Und ohne Erdöl gibt es auch keine Traktoren und Mähdrescher für's Pflügen, Säen und Ernten.

Es ist daher strategisch notwendig eine Mindestversorgung mit Biosprit, beruhend auf Energiepflanzen auf Brachflächen, einsatzbereit zu halten.

Diese Biospritversorgung steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung in Normalzeiten, wird aber die Basis unserer Nahrungsmittelversorgung in Notzeiten sein. E10 soll den notwendigen Mindestabsatz für Biodiesel sicherstellen damit die notwendigen Anlagen gebaut und in Betrieb gehalten werden können

Übrigens: Deutschland hat große zentrale Lebensmittelnotvorräte für die gesamte Bevölkerung für ca. 3 Monate. Österreich hat so etwas nicht. Wenn Syrien bzw. der Iran angegriffen werden, dann wird es bezüglich Nahrungsmittelversorgung kritisch. Der kluge Mann baut vor.

Gast: Benzina
21.08.2012 09:02
1 0

E 10 ist einfach Beschiss!

Statt, wie versprochen, rund 4,2% "Weniger-Ertrag" an Kilometerleistung durch das E 10 sind es in Wahrheit rund 25%! OK, ich hab´die Kiste in Piefgonien auch auf 2 Kilo beschleunigt, aber das müsste ja auch von den Versprechungen gedeckt sein, oder? Außerdem hab´ich´s eilig gehabt, ich hab´ eine Fähre kriegen müssen. Fazit: Haut´s dem deppaten Berlako das E 10 um die Ohren, dass es nur so staubt, das Ganze ist nur eine weitere Masche, die Autofahrer abzuzocken, da müssen wir uns wehren !!!!!

Man braucht kein "linkslinker" Fundamentalist zu sein . . .

um den Zynismus, Lebensmittel als Treibstoff zu verbrauchen, während täglich 30.000 Kinder an Unterernährung sterben, nicht gut zu finden.

5 0

EIN MUSS

Herr Minister Berlakovich ist doch der Raiffeisen/Agrana-Gruppe verpflichtet. Was zählen da Bedenken verschiedener Art.

14 0

E10 ist doch Mist

Also ich habe auf einer Motorradtour in Deutschland diesen E10-Mist ausprobiert und würde das zeugs in mein Motorrad nie wieder tanken geschweige denn in ein Auto.
Honda gibt zwar das Modell für E10 frei, schreibt aber schon in der Betriebsanleitung das man sich auf niedrigere Motorleistung und unruhigen Motorleerlauf einstellen soll.
Tja und genau so kam es auch, Leerlauf wie ein Traktor, beim Gaswegnehmen verpfuffungen in den Auspuff mit entsprechender Lärmbelästung, deutlich merkbarer Leistungsverlust und bei meinem Motorrad 10% höherer Verbrauch.

So was nutzt mir weniger Co2-Ausstoß wenn ich dafür aber mehr verbrauche und so ziehmlich wieder gleiche Co2 ausstosse wie ohne E10. ???? Und weniger Öl wird dann auch nicht verbraucht weil man unterm Strich einen Mehrverbrauch hat.

Ausserdem wenn schon Bio-Kraftstoff, dann nicht aus Feldfrüchten sondern AUSSCHLIEßLICH AUS ABFALLSTOFFEN, ansonsten treten Tank und Teller in direkte Konkurrenz.

Bio Sprit

Verursacht Hunger in der dritten Welt !
Agrarflächen werden statt Getreide anzubauen,unnötig Missbraucht.
Elektro-Räder und (Autos)sind da sicherlich zu bevorzugen.

BEI UNS geht gar nichts

In Brasilien fahren sie schon seit. 1965 mit Biosprit !
Außerdem kann dieser Sprit mit der 2.Generation. auch aus verschiedenen STOFFEN gewonnen werden !
und es gibt auch gute Autos.

Re: BEI UNS geht gar nichts

Es kann ja wohl nicht sein, dass man dann Biosprit von weither importieren muss, weil die eigenen Anbauflächen für den Bedarf nicht ausreichen.
Ich will gar nicht wissen, weiviel Regenwald für Biosprit-Anbauflächen in Südamerika geopfert wurden...

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Re: Re: BEI UNS geht gar nichts

naja, dann IS wohl Fußmarsch angesagt.

Re: Re: Re: BEI UNS geht gar nichts

Aber Eure grüne Eva

tourt mit Atomstrom-Autos durch Österreich.

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Re: BEI UNS geht gar nichts

richtig.

4 8

seltsam

übers E10 regen sich die leute auf, wenn die "echten" lebensmittel weggeschmissen werden juckts keinen.
aber hauptsache man kann politik machen und um wählerstimmen keilen.

Ja, und?

Ja, wenn Lebensmittel verdorben sind, werfe ich sie weg - das passiert hin und wieder wenn Hunger, Appetit und Zeit sich doch etwas anders verhalten als zuvor geplant.

Allerdings kaufe ich keine Lebensmittel, nur um sie wegzuwerfen - deswegen würde stellt dies auch keine Konkurrenz zu anderen Abnehmern dar, sondern schlicht eine gewisse Ineffizienz, die jeder Planung innewohnt.

"Bio"sprit jedoch ist keine ungewollte Ineffizienz sondern eine gewollte, konkurrierende Nutzung, noch dazu ist die Alternative (Mineralöl) künstlich verteuert, was die "Rentabilität" zusätzlich erhöht und somit schwächere Abnehmer aus dem Markt drängt.

Re: seltsam

Und Ihr Grünen keilt Wählerstimmen mit Volksverblödung,

vom Klima-Wahn

über grausliche Öko-Windfloder

bis zur Anti-Gentechnik-Hysterie in der Landwirtschaft!

Aber glücklicherweise habt Ihr die grüne Eva,die viele Wähler vertreibt!

Re: seltsam

Und warum wird es oft weggeschmissen? - Weil das MHD abgelaufen ist. Dabei sind sehr viele Lebensmittel auch weit darüber hinaus verzehrbar.
Der Verbraucher muss besser aufgeklärt werden. Leider liegt das nicht im Interesse der Lebensmittelindustrie, die - meiner Ansicht nach - immer mehr zu Giftmischern verkommen.

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Re: Re: seltsam

nein, viel wird weggeschmissen, weil schon beim einkaufen nicht nachgedacht wird. oder im restaurant bestellt wird, ....

aber auch bei ihnen sind immer die anderen schuld.

Re: Re: Re: seltsam

Und bei dir ist man immer selber schuld?

Btw. was soll diese Verallgemeinerung?

 
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Hobbyökonom