Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Georg Kapsch hat sich im Gespräch mit dem "WirtschaftsBlatt" für eine Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters in Österreich ausgesprochen. Grundsätzlich könne aber auch jeder in Pension gehen, wann er wolle. Zudem würde er eine Abschaffung der staatlichen Industrieholding ÖIAG "für tödlich halten", sagte Kapsch.
Der Pensionsantritt müsse "nicht nur im ASVG-Bereich, sondern auch im öffentlich-rechtlichen Bereich" steigen. Gleichzeitig stellte Kapsch die "Grundsatzfrage, wozu brauche ich überhaupt ein Pensionsantrittsalter?". Jeder Mensch solle in Pension gehen, wann er wolle - "und dementsprechend mehr oder weniger bekommen".
"Arbeit ist etwas Gutes"
Die Menschen seien motivierbar, Arbeit bringe nicht nur Geld sondern auch sozialen Kontakt. Arbeit sei grundsätzlich etwas Gutes, was als Meinung in den vergangenen Jahrzehnten aber abhandengekommen sei, so der IV-Präsident zum Blatt.
Über die Zukunft der ÖIAG meinte Kapsch, es müsse jetzt überlegt werden, wie man diese weiterentwickeln soll. Das Belassen des Status quo sei genauso vorstellbar wie eine Erweiterung. "Abschaffen würde ich für tödlich halten, weil dort börsenotierte Unternehmen sind und diese dürften nicht unmittelbar an der Politik hängen".
"Grundversorgung nicht privatisieren"
"Privatisieren kann die ÖIAG mit Sicherheit besser als ein Ministerium", sagte Kapsch zur Zeitung. Er empfahl, "dort, wo der Staat aktive Wirtschaftspolitik betreiben kann, sollte er erhalten bleiben". "Und dort, wo es um die Grundversorgung geht, sollte man nicht privatisieren." Er sei beispielsweise kein Befürworter einer Privatisierung der Wasserversorgung.
(APA)
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