[Wien] Er liebt Extreme, um nicht zu sagen die Eskalation und scheut auch vor härtesten Auseinandersetzungen nicht zurück. Jetzt hat Wolfgang Hable wieder eine Gelegenheit - möglicherweise seine letzte. Denn die AUA will den im Management und in der Belegschaft gleichermaßen umstrittenen Gewerkschafter und Betriebsrat kündigen. Was der Jurist und Airbus-Pilot sicherlich so nicht auf sich sitzen lassen wird (Hable war für die „Presse" nicht erreichbar).
„Wir haben den Bordbetriebsrat der Tyrolean von der beabsichtigten Kündigung Hables informiert", bestätigt AUA-Sprecherin Patricia Strampfer. Diese soll Ende 2012 erfolgen, aus Gründen, die in der Person des Arbeitnehmers liegen, wie es in dem Schreiben heißt.
AUA-Boss Jaan Albrecht, der Hables Verhandlungstaktik gleich bei der ersten Gesprächsrunde über den neuen Kollektivvertrag im Februar kennengelernt hat, als Hable nach nur elf Minuten das Treffen abbrach, nützt die neue Situation der Fluglinie. Nach dem per 1. Juli erfolgten Übergang des Flugbetriebs der AUA auf die Regionaltochter Tyrolean erkennt der Vorstand nur den Tyrolean-Bordbetriebsrat als Arbeitnehmervertretung an. Damit haben die AUA-Bordbetriebsräte, zu denen Hable zählt, ihren Status und den Kündigungsschutz verloren.
Die Trennung von Hable bildet das Ende einer äußerst schwierigen Beziehung. Der streitbare Pilot ließ als langjähriger Bordbetriebsratschef keine Gelegenheit aus, sich mit der AUA-Spitze anzulegen. Ein Höhepunkt der Zwistigkeiten: Hable organisierte 2005 die Streikserie, als der damalige AUA-Boss Vagn Sørensen den neuen Kollektivvertrag für Piloten von AUA und Lauda Air durchdrücken wollte.
Ab 2007 war Hable nur „einfacher" Betriebsrat. Als Gewerkschafter genoss er jedoch das Privileg der Dienstfreistellung. Ex-AUA-Vorstand Peter Malanik erkannte ihm dieses ab - prompt klagte ihn Hable. Kurz darauf meldete sich Hable im Juni 2011 krank. Das blieb er bis 11. Dezember. Wäre er länger krank gewesen, hätte eine Gehaltskürzung gedroht. Ab 28. Jänner 2012 war er wieder krank - um am 14. Februar als Gewerkschafter zur KV-Verhandlung zu erscheinen. Sehr kurz, wie gesagt.
Sein Upgrading vom Kopiloten zum Kapitän ist im letzten Moment ebenfalls gescheitert. Grund dafür soll ein geharnischter Brief Hables an Flugbetriebschef Gaudenz Ambühl gewesen sein.
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