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Textilindustrie: Lenzing bricht Gewinn weg

22.08.2012 | 18:36 |   (Die Presse)

Der Faserhersteller verliert durch gesunkene Preise viel Geld. Die Prognosen für 2012 wurden nach unten revidiert. Das Jahresergebnis soll statt 285 bis 365 Millionen Euro nur 240 bis 290 Millionen Euro ausmachen.

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Wien/Jps. „Lenzing erlebt einen schönen Sommer, aber keinen Hochsommer“, sagt Vorstandschef Peter Untersperger. Er präsentierte am Mittwoch die Halbjahreszahlen des Weltmarktführers bei Zellulosefasern. Und die zeigen klar: An die Ergebnisse von 2011 wird Lenzing heuer nicht herankommen. Im ersten Halbjahr 2012 brach der Gewinn um 31,1 Prozent auf 100,1 Mio. Euro ein. Grund sind die gesunkenen Produktpreise. Die Gewinnwarnung war die logische Folge: Das Jahresergebnis soll statt 285 bis 365 Mio. Euro nur 240 bis 290 Mio. Euro ausmachen.

Untersperger nimmt das locker. Er wäre froh, wenn die Quartalsergebnisse auch in Zukunft so ausfielen wie 2012. Immerhin, so erinnerte er, habe Lenzing 2011 das beste Ergebnis seiner Geschichte abgeliefert. Davor sei das Ergebnis des Jahres 2010 der Rekord gewesen – und die aktuellen Halbjahresergebnisse des Textilkonzerns liegen deutlich über jenen von 2010.

 

Expansion wird weitergeführt

Ungeachtet des Ergebnisrückgangs hält der oberösterreichische Konzern an seiner Expansionsstrategie konsequent fest. Sie umfasst Investitionen im Volumen von 1,6 Mrd. Euro bis 2015. Im Heimatort Lenzing wird ein Werk errichtet, das ab 2014 60.000 Tonnen der Zellulose-Spezialfaser Tencel herstellen soll. In dieses Werk steckt das Unternehmen 130 Mio. Euro – ohne Infrastrukturkosten. Baubeginn war im heurigen Juni. Dadurch werden 110 neue Jobs geschaffen.

Das Viskosewerk South Pacific in Indonesien wird ausgebaut. Die derzeitige Kapazität von 240.000 Tonnen jährlich wird im Jahresverlauf noch auf 320.000 Tonnen steigen, ab 2013 sollen es 325.000 Tonnen werden. Das Tencel-Werk Mobile in den USA lieferte 2011 40.000 Tonnen, heuer 50.000 und ab 2015 sollen es 110.000 Tonnen sein.

Mit dem Ausbauprogramm gibt man sich allerdings nicht zufrieden. Lenzing will auch durch Akquisitionen wachsen. So sei man im Dollarraum auf der Suche nach passenden Fabriken. Dass es noch heuer zu einem Zukauf kommt, glaubt Untersperger aber nicht. Ein Werk in Kanada, das man am Radar hatte, kauft man nicht – das Preis-Leistungs-Verhältnis hat nicht gestimmt. Den Euroraum schließt Untersperger nicht aus: „Da gibt es vielleicht die eine oder andere interessante Fabrik.“

Dazu zählt auch der deutsche Viskosehersteller Kelheim Hygiene Fibres, den Lenzing kaufen will. Das deutsche Bundeskartellamt hat ein Prüfungsverfahren eingeleitet, da eine zu starke Marktdominanz befürchtet wird: Die Unternehmen sollen gemeinsam über 90 Prozent Marktanteil halten.

 

Umsatz und Marge gesunken

Der Konzernumsatz fiel im ersten Halbjahr um 1,3 Prozent auf 1,061 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) brach auf 193,6 Mio. Euro ein. Das ist ein Minus von 21,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die Ebitda-Marge sank von 23,0 Prozent auf 18,2 Prozent. Die Eigenkapitalquote stieg von 44,8 auf 46,7 Prozent.

An der Börse wurden die Zahlen nicht gut aufgenommen. Die Lenzing-Aktie, die nach einem Höhenflug bis März deutlich an Wert einbüßte, brach um 5,76 Prozent auf 72,19 Euro ein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)

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2 Kommentare
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Nichts wächst in den Himmel

Bei 60 eur, könnte man die Aktie wieder spekulativ kaufen.

Gast: Das ist das Schöne an der Börse: Ein Spekulant kann tausend Prozent Gewinn machen, aber nie mehr als hundert Prozent verlieren!
23.08.2012 00:11
0 0

Textilindustrie: Lenzing bricht Gewinn weg???....

...Naja, da wird er halt morsch gewesen sein, aber wo etwas wegbricht, dort wächst auch wieder was nach;-)

Hobbyökonom