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Skylink: Terminal ist nicht behindertengerecht

22.08.2012 | 18:36 |   (Die Presse)

Erst im Juni wurde er eröffnet. Nun muss der "Check-In-3" bereits wieder umgebaut werden. Die Liste der von Behindertenverbänden und Passagieren kritisierten Mängel ist lang.

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Wien/Eid. Der neue Terminal „Check-In-3“ (der ehemalige Skylink) bleibt eine Großbaustelle. Denn die seit einem Jahr amtierenden Flughafen-Chefs Julian Jäger und Günther Ofner müssen den von ihren Vorgängern initiierten Terminal, der sich zu einem Finanzdebakel entwickelte, nun reparieren. Die Kosten: knapp zehn Mio. Euro.

Zu lange Wege, zu enge Rolltreppen, zu wenige Lifte, mangelhafte Orientierungssysteme, vor allem aber keine behindertengerechte Infrastruktur: Die Liste der von Behindertenverbänden und Passagieren kritisierten Mängel ist lang. „Wir nehmen das alles sehr ernst und versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagte das Vorstandsduo am Mittwoch bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses. Seit Anfang August sei dafür eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet worden.

Die gute Nachricht: Die „Reparaturkosten“ erhöhen die bisher bekannten Gesamtkosten des Skylink nicht. Diese liegen jetzt bei 760 Mio. Euro, was deutlich weniger als die zuletzt veranschlagten 840 Mio. Euro ist. Allerdings müssen dazu noch rund 100 Mio. Euro für sogenannte Schnittstellenprojekte (wie die Gepäcksortierung) dazugerechnet werden. Die Preissenkung resultiert unter anderem aus Schadenersatzansprüchen, die der Flughafen gegenüber beim Skylink tätigen Firmen geltend macht. 21,7 Mio. Euro habe man sich laut Ofner schon zurückgeholt, bei noch anhängigen Verfahren könnten weitere knapp 40 Mio. Euro fließen.

Die schlechte Nachricht: Nicht alle Mängel können behoben werden. Man werde zwar zusätzliche Lifte einbauen (um das Gebäude barrierefrei zu machen) und das Leitsystem sowie die Beschilderung verbessern, sagte Ofner. Aber die Rolltreppen könne man nicht verbreitern – „da müssten wir tragende Wände einreißen“.

 

„Heute vieles anders machen“

Dass der Skylink nach jahrelanger Verzögerung im Juni unter chaotischen Bedingungen eröffnet worden sei, um den lange geplanten Termin einzuhalten, stellte Jäger jedoch in Abrede. Der Betrieb mit rund 40.000 Passagieren pro Tag funktioniere weitgehend reibungslos. Aber: „Würden wir heute bauen, würden wir vieles anders machen – vor allem würden wir Behindertenverbände schon in die Planung einbeziehen.“

Rasch mit neuen Mietern besetzt werden sollen auch die Geschäfte, die nach der Pleite des Shopbetreibers Rakesh Sardana leer stehen. Die Ansprüche gegen ihn in Höhe von 3,4 Mio. Euro wurden wertberichtigt.

Die nächste Baustelle ist jedenfalls schon eröffnet: Der Terminal1 wird adaptiert und steht ab 2013 Air Berlin und Niki zur Verfügung. Die Entscheidung, was mit dem ältesten Terminal (Check-In-2) passiert – abreißen oder total umbauen –, soll im ersten Quartal 2013 fallen. Erst 2014/15 wird es bei der übernächsten Baustelle, der dritten Piste, ernst. Noch bis Freitag läuft die Einspruchsfrist gegen den positiven UVP-Bescheid. Neun Einsprüche gibt es bis jetzt. Den Bescheid zweiter Instanz erwartet Ofner 2014.

Kostensenkungen, die unter anderem aus dem Abbau von 200 Stellen resultieren, sowie ein im europäischen Vergleich überdurchschnittliches Passagierplus von 7,9Prozent haben dem Flughafen Wien im ersten Halbjahr ein gutes Ergebnis gebracht. Bei einem Umsatzplus von 4,7Prozent auf 293,6 Mio. Euro stieg das Betriebsergebnis um vier Prozent auf 68,7 Mio. Euro. Der Nettogewinn legte um 13,3Prozent auf 49,1 Mio. Euro zu. Die Abschreibungen, Zinskosten und Betriebskosten für den Skylink werden sich jedoch erst im zweiten Halbjahr in der Flughafen-Bilanz niederschlagen. Trotzdem erhöht der Flughafen die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2012 von 55 auf 60 Mio. Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)

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56 Kommentare
 
12

nicht nur nicht behindertengerecht...

auch für familien eine katastrophe! mit kind und kinderwagen und gepäck alleine...wenn sie glück haben, hilft ein passagier. sonst steht man ziemlich planlos vor einem versperrten lift...

egal

der Flughafen Wien schwechat . ist dermaßen veraltet jedes mal wen ich dort bin kommt bei mir Ostblock -Romantik auf , das gehört sich nicht für eine Weltstadt wie Wien . hauptsache für alles und jedes ist geld da !!!

Gast: phj
23.08.2012 18:52
2 0

Skylink

ist ein Spiegelbild österreichischer politischer Planung.

Gast: Geiger HR
23.08.2012 16:30
2 0

Wieso heißt ein Terminal "Check-In 3"

wenn man dort nicht nur wegfliegt sondern auch ankommt? Dummheit oder Unwissenheit?

Fragen über Fragen

per Gesetz müssen alle öffentlichen Bauten behindertengerecht errichtet werden. Das gilt natürlich erst recht für den Betrieb von Bahnhöfen und Flughäfen. Wer hat in diesem Fall die Betriebsgenehmigung erteilt ? Die Anlage ist NICHT behindertengerecht. Was sollen Behinderte tun ? Den Spiessrutenlauf in Kauf nehmen oder nach Bratislava ausweichen ? Als österreichische Steuerzahler ?

Politiker, Funktionäre und Betriebe haben sich in diesem gigantischen Korruptionssumpf die Taschen gefüllt. Für die ist alles gut. Aber, was tun behinderte Menschen ? Menschen, die im Rohlstuhl sitzen.

Wo war die Bauaufsicht, die die behindertengerechte Bauausführung überprüfen musste und dafür Honorare verrechnet hat ? Kontrollbehörden etc.

Gast: michel m.
23.08.2012 14:16
5 0

Der Skylink ist ein einziges Debakel.

Als ich vor etlichen Wochen diesen neuen Terminal zum ersten Mal benützte dachte ich, ich muss mich in einem schlechten Traum befinden.
So etwas von absurd unfunktionell, benutzerfeindlich und trostlos, man hält es einfach nicht für möglich.

Aber wie das in Österreich ist: Sämtliche Verantwortlichen streichen ihre fetten Gagen ein, zur Verantwortung gezogen wird aber niemand, nicht einer von ihnen.
Tu felix Austria.

Antworten Gast: P. Zauner
23.08.2012 15:42
1 0

Re: Der Skylink ist ein einziges Debakel.

Es ist, wie Sie sagen:
Nicht einer wird für dieses unbegreifliche Desaster zur Verantwortung gezogen, keiner, nicht ein einziger. Keine Bonuszahlung und kein Honorar wird zurückgefordert, keine Schadenersatzforderung erhoben, nix.
Es wird a bissl gemotzt, dann geht man zum nächsten Skandal über, und das war's.
Und der Steuerzahler brennt.

Antworten Gast: Vielflieger
23.08.2012 15:11
3 0

Re: Der Skylink ist ein einziges Debakel.

kann mich nur Ihrer Meinung anschliessen. Dieses neue Terminal ist deprimierend. Dunkel, eng, alles in schwarzer Farbe. Man geht durch enge Gaenge, selbst am Klo ist es so eng, dass 2 Leute kaum aneinander vorbei gehen koennen. Die dunkle Farbe steigert das beklemmende Gefuehl.

Antworten Gast: Gast: Leser
23.08.2012 15:06
3 0

Re: Der Skylink ist ein einziges Debakel.

Völlig richntig, dazu kommt, dass es keinerlei Planung bzw. Trennung der Passagierströme gibt. Wenn gleichzeitig mehrere Flüge ankommen und abfliegen, gibt es ein Gedränge und Geschiebe in den zu engen Durchgängen, dass einem angst und bange wird, das noch dadurch verschärft wird, dass die Hinweisschilder schlecht platziert, oft schlecht les- und deutbar und vor allem in ungenügender Zahl vorhanden sind.

Gast: Wos sogst do?
23.08.2012 13:45
3 0

.

und wie Solls besser Werden, nachdem in Österreich die einzige Qualifikation für einen Managementposten ein rotes (die Blauen hoffen hier ja bald ein blaues) oder schwarzes (die Grünzen hoffen hier ja bald ein grünes) Parteibuch ist, und nicht Fähigkeit? Alles, von der Schülervertretung bis zu den Banken wird abwechselnd nach den jeweiligen Koalitionspartnern besetzt, ohne Rücksicht auf die Eignung der Parasiten.

Wie schauts eigentlich bei er Bawag aus, Herr Ofner?

Flughafen

abgesehen von den unwissenden Architekten (nach 42Jahren im Baugeschäft weiß ich, wovon ich spreche!):

was haben die Behörden eigentlich bewilligt?
Wieso gibt's jetzt keine behindertengerechte Ausführung?
Würstchen allesamt, Hauptsache Schmiergeld stimmt, gell!

Re: Flughafen

ganz einfach, wenn sie die richtigen connections haben, kriegen sie alles.

da sind dann all die hürden für einfache häuselbauer nur mehr vietel so hoch.

Gast: Die Wahrheit macht frei
23.08.2012 12:22
2 0

Gott sei Dank haben wir ja die Alt-Häuptlinge des Flughafens als Konsulenten.....

Da kann ja gar nichts mehr passieren, die kennen sich aus, die können was. Die zeigen den Neuen wie es geht......

Gast: wer's wissen will
23.08.2012 11:52
1 0

Na vielen Dank auch !

Die Entscheidung fiel für das Leitprojekt „Skylink“ und die Architektengemeinschaft Itten-Brechbühl/Baumschlager-Eberle erhielt im November 2000 die Beauftragung zur ersten Stufe der Planung. Nach Abschluss der Einreichplanung und erfolgter Erteilung der Errichtungsbewilligungen im November 2003 wurde die weiterführende Projektplanung an die ARGE P.ARC Moser-Neumann vergeben.

Gast: wer's wissen will
23.08.2012 11:28
0 0

And the Winner is:

"Entscheidung fiel für das Leitprojekt „Skylink“ und die Architektengemeinschaft Itten-Brechbühl/Baumschlager-Eberle erhielt im November 2000 die Beauftragung zur ersten Stufe der Planung. Nach Abschluss der Einreichplanung und erfolgter Erteilung der Errichtungsbewilligungen im November 2003 wurde die weiterführende Projektplanung an die ARGE P.ARC Moser-Neumann vergeben."

4 0

War mit zwei älteren Menschen beim Abholen ihrer Gäste ...


Außer in den Cafes KEINE SITZMÖGLICHKEITEN.

Da brennt der Steuerzahler erst einmal für den missverwirtschafteten Bau und dann wird er auch noch zur Konsumation gezwungen.

Nicht falsch verstehen: das ist keine Frage des "Sich leisten Könnens" sondern des Prinzips.

Ist "„Wir nehmen das alles sehr ernst und versuchen, das Beste daraus zu machen“

Eine Drohung?

das Gebührenplus Flughafen Wien

das Gewinnplus des Flughafen Wien ist auch nur den aberwitzig hohen Flughafengebühren zu verdanken. Dazu kenne ich ein konkretes Beispiel Flughafengebühren von ca. 70 Euro pro Fluggast im Flughafen Wien-Schwechat und dazu vergleichbar auf einem spanischen Flughafen 6 € pro Fluggast. Ich denke die tüchtigen Manager haben sich entsprechende Boni verdient ...

http://derstandard.at/1345164784248/Flughafen-Wien-holt-Gewinnplus-vom-Himmel

Gast: Valery
23.08.2012 10:08
3 0

Abreissen und neu bauen!

Es gibt so viele Mängel und Dummheiten, die man kaum beseitigen wird können.
Jene Bereiche, die jeder benützen muss, also Check-In und Ankunfsthalle sind viel zu eng! Das kann man nicht verbessern.
Der alte AUA Terminal und die alte Ankunftshalle waren hell, groß und freundlich, nun ist alles dunkel, winkelig und unübersichtlich. Wer hat dies geplant? Welcher Architekt war so untalentiert????

hier waren die Kosten per Ende 2010 noch knapp unter der Milliarde - 1,5 Jahre vor der Eröffnung

http://derstandard.at/1295571262615/Skylink-Kosten-eine-Milliarde

Ich kam letzte Woche erstmals in den Genuss dieser Konstruktion.

Ankunft aus HAM am Gate C38 um 20:20, ohne Gepäck unterwegs.

Beim Ausgang war ich dann um 20:45. Wo ich also früher 10-15 Minuten gebraucht habe, brauche ich jetzt 25 und ich habe einen guten Schritt.

Wirklich sehr gelungen das Ganze.

Und was sich mir auch nicht ganz erschließt, warum heißt diese Baustelle eigentlich Check-In 3 ? Darf ich dort jetzt nicht mehr auschecken, oder wie ?

Man sieht, wieder einmal war und ist in Wien geballte linke Intelligenz am Werk...

Antworten Gast: Ein trauriger Österreicher
23.08.2012 10:51
3 0

Re: Ich kam letzte Woche erstmals in den Genuss dieser Konstruktion.

. . Geballte linke Intelligenz!. . . Diese ist nicht auf "links" beschränkt", sondern es handelt sich selbstverständlich um "großkoalitionäre" Intelligenz aus Wien und Niederösterreich!

Re: Re: Ich kam letzte Woche erstmals in den Genuss dieser Konstruktion.

Ok, das gebe ich zu. Wo Sie recht haben, haben Sie recht.

das ist Geschichtsfälschung

es ist schon erstaunlich, wie die bereits zugegebenen Gesamtkosten für Skylink von ca. 1,1 Mrd. Euro nun in diversen Medienberichten (Kurier, Presse) plötzlich wieder auf 760 Millionen Euro gedrückt werden konnten. Es gab nur ein kurzes Zeitfenster vor der Eröffnung von Skylink, in dem man Genaueres über die wirklichen Kosten in einigen Medien lesen konnte. Noch erstaunlicher ist es, dass die komplexen Reparaturkosten die Gesamtkosten nicht erhöhen werden. Wer das liest, weiß, dass hier Märchenerzähler am Werk sind ...

Was für eine Qual

mußte gestern dort durch.
- Toiletten nur über steile Treppe erreichbar, hinter einer schweren Brandschutztür

Auf jedem zivilisierten Flughafen sind die WC türfrei erreichbar und auf der selben Ebene. Ja, mit einem U im Zugangsweg, aber keiner Tür.

- Als erstes nach dem Eingang kommt man durch ein Shoppingcenter, was sonst;-)

- der schwarze Plastikboden kann nicht ernstgemeint sein, schaut aus als ob die Schutzfolie des Granits noch nicht entfernt wurde.
Wissen die wie grindig das in 3 Jahren ausschaut.
Stein ist das einzige was die Belastung jahrelang aushält.

- Eng ist, wahnsinnig eng. Wer Dubai kennt, oder MUC bekommt in VIE Platzangst.

- Durchgänge unter den Schrägen von Rolltreppen und Stiegen. Im Gewerbebau geht sowas normal keinesfalls.
Jetzt haben die dort schwarz-gelbe Klebestreifen aufgepickt, wahscheinlich haben sich viele schon die Birne angehaut.

gegen die C gates von früher ein übler Rückschritt
Eine Schande für Wien

Antworten Gast: Dacebook
23.08.2012 10:46
3 0

Re: Was für eine Qual

Die Vorständen würden sagen: "Wen interessiert's. Hauptsache mein Kontostand stimmt."

 
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Hobbyökonom