Jede fünfte von Arbeitnehmern geleistete Überstunde wurde im Vorjahr von den Arbeitgebern nicht entlohnt. Für 22 Prozent der geleisteten Mehrarbeit habe die Arbeitnehmer also weder einen Geldzuschlag noch einen Zeitausgleich erhalten. In Summe wurden von den Arbeitgebern im Vorjahr 66,9 Millionen Mehr- beziehungsweise Überstunden nicht abgegolten. Wie viel Geld dadurch den Arbeitnehmern vorenthalten wurde, konnte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des SPÖ-Abgeordneten Walter Schopf nicht angeben. Diese Daten werden von der Statistik Austria nicht erhoben.
Der Anteil der nichtbezahlten Stunden ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Während bei Männern 2011 nur rund 20 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurde, waren es bei Frauen 28 Prozent. Die gute Nachricht: Der Anteil ist seit 2004 deutlich gesunken - bei Männern lag der Prozentsatz vor sieben Jahren noch bei 34 Prozent, bei Frauen sogar bei 47 Prozent. Das liegt aber wohl vor allem daran, dass Mehrarbeit von Teilzeitkräften bis 2007 nicht automatisch zuschlagspflichtig gewesen sei. Erst im Jahr 2008 wurde ein gesetzlicher Zuschlag von 25 Prozent eingeführt.
Die Zahl der geleisteten Mehr- und Überstunden ist im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 4,1 Prozent gesunken, betrug aber immer noch 303 Millionen. Mit 217,8 Millionen wurde der größte Teil der Mehrarbeit von Männern geleistet, auf Frauen entfielen 85,3 Millionen.
(APA)
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