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Weinjahrgang 2012: Weniger Billigwein aus Österreich

27.08.2012 | 17:15 |   (Die Presse)

Die Weinernte fällt wegen Frost, Hagel und Trockenheit in diesem Jahr unterdurchschnittlich aus. Österreich verabschiedet sich weiter aus dem Billigsegment. Das wird durch die geringe Menge noch befeuert.

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Wien/hie. Frost, Hagel, und extreme Trockenheit haben die österreichischen Landwirte heuer in Angst und Schrecken versetzt. Auch die Weinbauern blieben nicht verschont: Die diesjährige Weinernte dürfte „unterdurchschnittlich“ ausfallen, sagte Josef Pleil, Präsident des österreichischen Weinbauverbands, am gestrigen Montag. Er rechnet für heuer mit zwei bis 2,2 Millionen Hektolitern, davon entfallen 0,6 Millionen auf Rotwein. Die Schäden durch die Witterung dürften sich auf rund 22 Mio. Euro belaufen.

„Es gibt sicherlich keine Engpässe bei der Versorgung. Aber es gibt Betriebe, die null Ernte einbringen können“, so Pleil. Besonders hat es das Pulkautal im Weinviertel getroffen, aber auch die übrigen Teile Niederösterreichs und Teile des Burgenlands wurden geschädigt. Der Weinbauverband schätzt, dass in Summe mehr als 6000 Hektar „extrem“ beschädigt wurden, wovon etwa 2000 Hektar „völlig ertragslos“ bleiben würden. Die betroffenen Betriebe müssten nun Trauben zukaufen, um ihre Kunden beliefern zu können. Die gute Nachricht: Die Qualität der Ernte werde „außergewöhnlich“ sein. „Was geblieben ist, hat sich sehr gut entwickelt“, so Pleil. Die Anbaufläche beläuft sich in Österreich auf etwa 46.000 Hektar.

Durchschnittspreis je Liter steigt

Neben der guten Qualität freuen sich die heimischen Winzer über eine zweite Entwicklung: Der österreichische Wein verabschiedet sich zunehmend aus dem Billigsegment. Das wird durch die geringe Menge noch befeuert. „Das Billigsdorfer-Segment sinkt“, sagt Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing. Im Jahr 2011 war die Ernte zwar besser als jene, die heuer erwartet wird. Das Jahr davor jedoch deutlich schlechter. „Bis zum Jahr 2009 kosteten 40 Prozent der österreichischen Weine im Supermarkt weniger als zwei Euro. Heuer sind es nur mehr 15 Prozent.“ Die Kunden seien bereit, für einen guten Wein mehr auszugeben. „Das muss kein teurer Luxus sein, aber ein bis zwei Euro mehr sind drin. Das ist die große Chance, die es zu nützen gilt“, so Klinger.

Auch im Ausland zahlen die Kunden immer mehr für Wein aus Österreich. Im Vorjahr wurden knapp 47 Millionen Liter österreichischer Wein exportiert, die 126 Mio. Euro einbrachten. Im Jahr 2003 lag der Exporterlös noch bei 67 Mio. Euro – allerdings für 83 Millionen Liter. Der größte Exportmarkt ist Deutschland: Dort bringt ein Liter durchschnittlich 2,18 Euro ein. Anders in der Schweiz und in den USA, wo der Durchschnittspreis je Liter mehr als vier Euro einbringe: „Dort verkaufen wir aber auch nicht im Supermarkt“, so Klinger. Er warnt angesichts der knappen Ernte vor übertriebenen Preiserhöhungen. Sonst würden dramatisch viele Marktanteile verloren gehen. „Zwischen drei und zehn Euro ist das Segment der Zukunft“, so Klinger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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7 Kommentare

Nom nom nom

... Temento, Loimer, Knoll und Co...

ich freue mich auf ein weiteres schönes Jahr mit euch :-)

Preise nicht auf die Spitze treiben

ich genieße seit Jahren guten Zweigelt aus Österreich,vorwiegend Kamptal muss aber nun feststellen dass sich die Preise in den vergangenen Jahren ständig nach oben bewegt hatten, ungeachtet schlechter und guter Ernte. Nun fange ich aber auch zum ausprobieren guter ausländischer Produkte an und siehe da, nicht schlecht und wesentlich günstiger. Fazit sollten die Preise weiter noch so steigen dann Austrian Wine ade. Beim Weißwein tun sich die ausländischen Anbieter schwerer, da zählen wir noch immer zur einsamen Spitze.

Antworten Gast: 2Dionysos2
28.08.2012 10:53
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Re: Preise nicht auf die Spitze treiben

betreffend guter Weißweine nur aus Österreich: Das dachte ich bisher auch - bis ich vor kurzem durch meine Belieferung aus dem Ausland auf herrlich spritzige Frizzante aufmerksam wurde. Mit feinen Perlen und ohne die brutale Kohlensäure die gleich in die Nase geht. (Sowohl italienische als auch spanische). Ein Traum, gerade im Sommer. Mein absoluter Spitzenweißwein - den ich jedoch nie wieder fand, war vor 30 Jahren ein Frankenwein. Egal wieviel ich dafür ausgebe, den gibt es kein zweites Mal. Leider.

Das Leben ist zu kurz

um schlechten Wein zu trinken!

Gast: 2Dionysos2
27.08.2012 21:25
1 8

genug geprellt

Ich lasse mir seit ein paar Monaten meine Weine aus dem Ausland anliefern. Somelier-geprüft. Auf die schönen bunten Etiketten österreichischer Weinproduzenten falle ich nicht mehr rein. Die € 6,90 Lieferspesen für 12 Flaschen sind es mir wert zum guten Mittagessen keine Enttäuschung mehr hinnehmen zu müssen. Sorry österreichische Winzer, auf Eure Schmähs falle ich nicht mehr herein.

Antworten Gast: uibel
28.08.2012 11:02
0 0

Re: genug geprellt

"Somelier-geprüft"

Alles klar.

Ihnen empfehle ich Ansatzkorn.

Re: genug geprellt

Du bist eben ahnungslos, was österr. Wein betrifft.

Importiere halt weiter, mach dich glücklich.

Hobbyökonom