Die Preise für Immobilien in Österreich sind im ersten Halbjahr 2012 stark gestiegen, teilweise um zweistellige Prozentwerte. Besonders Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in den Ballungszentren und in deren "Speckgürteln" sind deutlich teurer geworden, wie aus dem aktuellen Immobilienindex der Internet-Plattform Immobilien.net hervorgeht. Den Grund für den spürbaren Preisanstieg sehen die Studienautoren in der anhaltenden Schulden- und Finanzkrise und der daraus resultierenden Kapitalflucht in Immobilien.
"Die Angst vor dem Geldwertverlust durch Inflation und das Misstrauen in die Finanzmärkte bringt die Österreicher dazu, auf dem Immobilienmarkt ihr Glück und damit Sicherheit zu suchen", erklärte Immobilienexperte Alexander Ertler am Dienstag in einer Aussendung.
Teureres Eigentum in Wiener Neustadt
Einige der deutlichsten Preisanstiege gab es im ersten Halbjahr bei Wohnungen in Wien und Umgebung. In Wien 6., Mariahilf, etwa zahlt man für eine Wohnung typischerweise (Medianwert) über 4100 Euro pro Quadratmeter, das sind um 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Eigentumswohnungen im Wiener Speckgürtel kosteten im Vergleich zu 2011 um 10 bis 30 Prozent mehr. Hier sticht insbesondere Wiener Neustadt mit einem Anstieg um 25 Prozent auf über 1500 Euro pro Quadratmeter hervor.
In Oberösterreich sind die Immobilienpreise bei Eigentumswohnungen am stärksten in Linz Stadt und Linz Land gestiegen. In der Landeshauptstadt zahlt man im Durchschnitt 3500 Euro für den Quadratmeter in einer neuwertigen Eigentumswohnung. In Kärnten sind die Bezirke Klagenfurt Land und Spittal an der Drau die Spitzenreiter bei den Preisanstiegen mit Werten zwischen 20 und 30 Prozent. In Tirol stellt Kitzbühel den Spitzenreiter bei neuwertigen Eigentumswohnungen. Im alpinen Nobelort zahlt man mittlerweile mehr als 5000 Euro für den Quadratmeter.
Moderate Mieterhöhungen
Auch wer ein Haus in der Steiermark kaufen möchte, muss derzeit tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Im gesamten Bundesland sind die Preise um knapp zehn Prozent gestiegen. Neben Graz und Umgebung gehört Liezen zu den teuersten Pflastern mit einem Anstieg von 16 Prozent auf über 2000 Euro pro Quadratmeter. Im Burgenland ist Oberpullendorf an der Spitze der Wertsteigerung mit einer prozentuellen Veränderung von plus 25 Prozent. In Niederösterreich sind die Bezirke Korneuburg und Krems Land die Spitzenreiter mit 17 bzw. 19 Prozent Preisanstieg. Die höchsten Preise muss man weiterhin in Wien bezahlen. In der Bundeshauptstadt kosten Einfamilienhäuser im Durchschnitt zwischen 2700 und 8300 Euro pro Quadratmeter. Die stärksten Preisanstiege gab es im 1. Halbjahr in Wien 14., Penzing, mit über 35 Prozent.
Bei den Mietwohnungen auf dem freien Immobilienmarkt fielen die Preissteigerungen im 1. Halbjahr relativ moderat aus. Österreichweit ergibt sich eine durchschnittliche Verteuerung von lediglich 1,6 Prozent. Die Preisveränderungen hängen dabei stark von der Lage ab. Während in Klagenfurt Stadt die Preise für Mietwohnungen um acht Prozent zurückgingen, verzeichnet Korneuburg einen satten Preisanstieg von 15 Prozent. In Wien bewegen sich die Veränderungen zwischen minus acht Prozent für neuwertige Mietwohnungen in Alsergrund bis plus 25 Prozent in der Brigittenau.
(APA)
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