19.06.2013 14:07 Merkliste 0

Linzer Franken-Affäre: Bawag zu Mediation bereit

28.08.2012 | 15:13 |   (DiePresse.com)

Bawag-Chef Haynes ist "frustriert" über die Länge des Rechtsstreits. Hinter den Kulissen werde aber schon über Vergleichsverhandlungen gesprochen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Generaldirektor der Bawag P.S.K., Byron Haynes, hat bei der Halbjahrespressekonferenz seines Instituts in Wien seine Bereitschaft für eine Mediation im Streit mit der Stadt Linz über einen Franken-Swap bekräftigt. "Unsere rechtliche Position bleibt eine Position der Stärke", sagte er, trotzdem sei man zu einer Mediation bereit. Darüber werde derzeit verhandelt, erfuhr die APA vom Rechtsberater der Stadt Linz, Universitätsprofessor Meinhard Lukas.

Dass bei der im Jahr 2011 begonnenen rechtlichen Auseinandersetzung mit der Stadt Linz bisher viel Zeit verstrichen sei, ist für den Bankchef nicht angenehm: "Ich bin frustriert." Das juristische Verfahren dauere bereits viel länger als er gedacht habe. Sollte die Mediation scheitern, sei die Bawag bereit, den Fall vor Gericht auszujudizieren. Vertreter der Bank wie der Stadt Linz verhandeln derzeit über den Entwurf einer Mediationsvereinbarung. Eine solche müsse vom Gemeinderat beschlossen werden, so Lukas. Das könne frühestens in der Sitzung Mitte September der Fall sein.

Klage bei Handelsgericht Wien anhängig

Die Stadt Linz hat - nach ihrer Darstellung durch ihren damaligen Finanzdirektor - zur Absicherung einer auslaufenden Kreditlinie über 195 Millionen Schweizer Franken (damaliger Kurs: 152 Millionen Euro) 2007 mit der Bank eine Art Kurs-Zins-Wette abgeschlossen. Durch den Kursanstieg des Franken ist der Wert des Swap inzwischen auf mehrere hundert Millionen Euro gewachsen, die zusätzlich zur Kreditschuld zu zahlen wären. Die Stadt hat beschlossen, nicht mehr zu zahlen und eine Klage über 30,64 Millionen Schweizer Franken (24,8 Millionen Euro) eingereicht. Die Bawag hat kurz nach der Zahlungsverweigerung den Vertrag gekündigt und ihrerseits auf 417,74 Millionen Euro geklagt. Das Handelsgericht Wien hat den Kontrahenten die Aufnahme von Vergleichsverhandlungen nahegelegt.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

2 Kommentare

auch ein Vergleich

wird den Steuerzahlern hunderte Millionen kosten.

Dafür steigen die verantwortlichen SPÖ-Politiker straffrei aus...

Das muss es uns doch wert sein.

Antworten Gast: gast45
28.08.2012 17:30
1 0

Re: auch ein Vergleich

wichtig ist dass die vergleichssumme öffentlich ist ... weil danach wird man ja den so entstandenen schaden bei den verantwortlichen einklagen
.. es kann ja nicht sein, das hunderte millionen mehr zu zahlen sind, bei einem angeblichen sicherungsgeschäft, und die verantwortlichen, die durch kopf in den sand stecken den schaden noch weiter vergrössert haben, kommen ohne schadenersatz zu leisten davon.

also selbstverständlich keine stillschweigevereinbarung ... es heist ja auch res publika .. die öffentliche sache ...

JobNavi3 Jobs auf

» Jetzt unter mehr als 6.000 Jobs
die perfekte Stelle finden.

Hobbyökonom