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Der steinige Weg ins Supermarktregal

29.08.2012 | 18:50 |   (Die Presse)

Handel. Der Supermarkt-Diskonter Zielpunkt will innovativen Produkten den Weg ins Regal ebnen. Was sich in sechs Wochen bei den Kunden bewährt, darf bleiben.

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[Wien/ES] Die Idee ist simpel: Ein Supermarkt bietet Produzenten einen Testlauf für neue, innovative Produkte an. Diese werden ganz regulär verkauft, noch bevor sie offiziell in das Warensortiment aufgenommen werden. Sechs Wochen lang bekommen die Produkte die Chance, sich bei den Kunden zu bewähren. Den Preis darf zunächst der Hersteller bestimmen. Wenn die Konsumenten darauf ansprechen, wird das Produkt in das reguläre Sortiment des Supermarktes aufgenommen. Wenn nicht, fliegt es wieder raus.

Für dieses Projekt, das sich „Am Startpunkt“ nennt, hat der Diskonter Zielpunkt österreichweit 35 Filialen entsprechend adaptiert. Entweder die Produkte – pro Testlauf sollen es 60 bis 70 sein – bekommen in Kassa-Nähe eine eigene Regalfläche oder sie werden entsprechend gekennzeichnet. Für Zielpunkt-Eigentümer Jan Satek profitieren von diesem Experiment alle: Produzenten, Konsumenten und natürlich Zielpunkt selbst. Mit dieser Strategie bekämen „kleinere Produzenten eine Chance, die normalerweise gegen die Wucht des großen Marktes nicht ankommen“.

Der Weg vom Hersteller ins Supermarktregal ist nämlich steinig. Normalerweise gibt es im Vorfeld Verhandlungen, „Listungsgespräche“, zwischen dem Produzenten und dem Supermarkt. Dabei wird unter anderem der Preis ausgehandelt. Teil des Pakets, das der Hersteller üblicherweise anbietet, ist auch die Werbung für das Produkt. Dazu kommt dann noch die Listungsgebühr. Dieses Prozedere müssen die Hersteller für ein Produkt „Am Startpunkt“ nicht durchlaufen.

Innovative Knödel und Zahnpasta

„Wir glauben, dass wir damit vor allem mittelständischen Unternehmen eine einmalige Plattform bieten“, sagt Satek. Er ist überzeugt, dass die Initiative bei den Kunden ankommt. „Man ist doch immer neugierig auf neue Produkte.“ Bahnbrechende Innovationen darf man sich „Am Startpunkt“ aber wohl nicht erwarten. Es handelt sich eher um Variationen zu einem bekannten Thema. Unter den Waren der ersten Serie, die Anfang September in die Regale kommt, fände sich alles Mögliche „von Knödeln über Getränke, Zahnpasta, Kaffee, Sugo und Handcreme“. Natürlich kommen die Produzenten, sollten ihre Waren bei Zielpunkt dann langfristig ins Sortiment kommen, nicht um die Listungsgebühr und Preisverhandlungen herum. Sie sollten also eingermaßen gut aufgestellt sein. „Wer daheim einen Aufstrich selber anrührt, der ist für uns nicht geeignet“, sagt Satek. Schließlich sollte das Unternehmen in Masse produzieren können.

Zielpunkt will mit der Initiative bei den Kunden ein klareres Profil gewinnen. Außerdem will Satek, dass Zielpunkt – die Kette schreibt seit Jahren Verluste – dieses Jahr „auf Ebitda-Basis (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen; Anm.) wieder profitabel wird“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30. August 2012)

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