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Gemüse wird vernichtet, weil es nicht gefällt

30.08.2012 | 13:12 |   (DiePresse.com)

Kunden wollen keine Karotten, die zu grün oder zu spitz sind und zu viele Rillen haben, sagt ein Bauer. Die Folge: Gemüse wird tonnenweise vernichtet.

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Täglich wird tonnenweise Gemüse vernichtet, nur weil es kleine Fehler in Form oder Farben aufweist, berichtet "orf.at". Ein Tiroler Landwirt berichtet davon, dass sich in seinem Lagerraum "Container mit Kartoffeln und Karotten, die auf Grund ihres Äußeren keinen Abnehmer finden" stapeln. Der Landwirt will anonym bleiben, weil er ökonomische Konsequenzen fürchtet.

Beim Gemüseverkauf gibt es unterschiedliche Qualitätsklassen. Gemüse der Klasse II - das kleine Fehler aufweist - wird Bauern immer seltener abgenommen, beklagt der Landwirt. Der Obmann des Tiroler Lebensmittelhandels hat seine Angaben übrigens bestätigt. Der Kunde verlange Topqualität und der Handel müsse sie liefern, sagt er laut ORF-Bericht.

Nicht einmal geschenkt...

Der Bauer schildert die Problematik am Beispiel von Karotten. Diese dürfen oben nicht zu grün und unten nicht zu spitz sein. Weist die Oberfläche zu viele Rillen auf, kommt sie seinen Angaben zufolge auch nicht in den Handel. Die Folge: Wöchentlich werden zwischen 15 und 25 Tonnen Karotten und Kartoffeln vernichtet.

Der Bauer hat sogar in einer Zeitung inseriert, um Kartoffeln und Karotten mit kleinen optischen Fehlern zu verschenken. Fazit: Nur ein einziger Abnehmer habe ein paar Karotten für seine zwei Pferde geholt.

 

(Red.)

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49 Kommentare
 
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Gast: Zenzine
31.08.2012 17:58
0 0

Ich nehm sie sofort!

Ich wusste das ja nicht, dass das Gemüse dann vernichtet wird.

Wo kann ich das Gemüse holen? Bitte um Angebote.

her damit

beim Billa oder Spar mussich eh nur die nehmen welche im Regal liegen. Es ist haarsträubend wie derzeit mit den Lebensmittel umgegangen wird. Es werden auch wieder andere Zeiten auf uns zukommen.

Gast: werbistdu
31.08.2012 08:19
1 0

Es wird wieder

mal eine Zeit kommen, wo wir uns um zu dünn geratene Karotten streiten werden, da bin ich mir sicher.

google hilft

einfach "ab Hof"

die ersten 2 Treffer gutesvombauernhof und erntebauern bringen einem zum nächsten Bauern und was der verkauft.

Bitte, bitte!

Nur ein Jahr unter nordkoreanisch-kommunistischer Regierung, und die Leute besinnen sich wieder auf das was wichtig ist, statt hochglanz-Konsum.

Gast: hähnchen
30.08.2012 19:33
3 0

Markt will Profit

und denn kann er für schöne Ware verlangen, gäbe es auch weniger schöne billiger, würden mehr Leute diese kaufen und der Supermarkt bliebe auf den teuren sitzen - deshalb !

Ich kaufe meine Erdäpfel beim Bauer, auch die Eier und eas sonst noch geht. Ist ein bisi mühsamer aber möglich. Auch wenn nicht alles BIO ist, so ist es doch aus der Umgebung.

Der alte Film von Luis de Funes "Brust oder Keule" hat einen wahren, prophetischen Kern !!

Also

mir kann ers schicken. Vor allem die Kartoffeln und am besten ungewaschen bitte.

Krank und wohlstandsverwahrlost sind heute viele Menschen.

Alles nur mehr auf Optik getrimmt, der (nicht vorhandene) Geschmack ist wurscht, es gibt ja x Fertigmischungen zum Würzen.

Und dann groß erstaunt sein, wenn unsere Kinder (u.A. wegen der ach so tollen Hygiene) mehr und mehr Allergien kriegen. Von den chemischen Keulen in all diesen Kunstprodukten will ich gar nicht erst anfangen.

Es wird Zeit für einen riesigen Schepperer, damit die Menschen wieder den Wert von Nahrung zu schätzen lernen. Traurig, aber offenbar ist das notwendig in unserer heutigen ach so coolen Spaßgesellschaft.

Das neueste Handy ist wichtiger als gute Nahrung am Teller.

Zum eh scho wissen...

Re: Krank und wohlstandsverwahrlost sind heute viele Menschen.

meine Freundin ist so Bio wie möglich aufgewachsen, Rosinen statt naschen, selbstgemachtes müsli, Kartoffel ausm Garten...

von den 4 Kindern hat eins Asthma, eins hat Allergien und Hauptprobleme und 2 haben nix.

Re: Krank und wohlstandsverwahrlost sind heute viele Menschen.

Volle Zustimmung. Falsche Priorisierung der Werte heutzutage.

Gast: phj
30.08.2012 18:03
4 0

Wöchentlich werden zwischen 15 und 25 Tonnen Karotten und Kartoffeln vernichtet.

Ich glaube die Einkäufer der großen Konzerne bestimmen, was Konsumenten wollen oder nicht.
Ich habe noch nirgends 2 zeitgleiche Anbote
( Klasse 1 und Klasse 3 ) für Karotten gesehen.

Auf der anderen Seite:
Wenn soviel angebaut wird, um später tonnenweise wieder zu vernichten, hat man doch diesen "Schwund" bereits beim Anbau eingeplant.

Eigentlich ein Anreiz mehr für die Bauern auf Bioanbau umzustellen.

Bei den Kartoffeln kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. In der Nahrungsindustrie werden Kartoffel geschält, "zerpulvert" und dann wieder geformt.


Schön muss es aussehen, wie es schmeckt

ist egal.

Gast: Hausschwein
30.08.2012 17:42
2 0

Her damit!

Ich nehm das Zeug (nein, nicht alles), verbilligt oder gratis, mir egal, echt muss es sein.

5 0

Ich sag's ja

die Menschen werden immer Depperter!!

Was bitte ist z.b. an leicht angeschlagenen Äpfeln nicht gut das man sie nicht kaufen könnte?

Es gibt Sorten die sehen zwar nicht wie Hochglanz aus haben aber einen echten wunderbaren Apfelgeschmack!!

Antworten Gast: mürzi
30.08.2012 17:45
2 0

Re: Ich sag's ja

und sind soooo saftig =)

Der Landwirt kann nicht selber bestimmen.

ich bin selbst Landwirt und pflanze Kartoffel, ich kenn deshalb dieses Problem.

Das Problem ist für uns Landwirte dass die Händler über uns bestimmern können. Man hat keine Wahl, es gibt Rewe und Spar im Segment der Speisekartoffel und die bestimmen.

Ist der Preis niedrig und es gibt genug, wird maßenweise aussortiert, ist die Ware knapp, wird das Spielchen umgedreht.

Der Landwirt kann sich da schwer anpassen da er bei der Planung im Winter noch nicht weiß wieviel Ertrag er im kommenden Herbst ernten wird. Durch diverse Umstände schwanken die Erträge um 100%.

Damit der Verbraucher einen konstant niedrigen Preis hat gibt es die Förderungen. Gäbe es die nicht, wäre wieder alles zu teuer und der Landwirt wäre wieder schuld, weil er ja ein Trottel ist.


1 0

Ich stelle mir das jetzt vermutlich ein bißchen einfach vor,

aber könnt ihr die Ware nicht selber verkaufen? Zwischen dem was der Bauer bekommt und was die Waren im Supermarkt kostet liegen doch vermutlich Welten oder?

Es bräuchte sowas wie eine große Markthalle (Säulen mit Dach drauf reicht) und mehrere Bauern damit alles mögliche zu einem sehr günstigen Preis angeboten werden kann. Das ganze halt nur am Samstag. Als Hersteller müßte man den Preis der Supermärkte doch um Längen schlagen können. Und dann würden auch bestimmt genug Leute kommen.

Oder ist das zu einfach gedacht? Oder preislich/zeitlich nicht machbar?

Re: Ich stelle mir das jetzt vermutlich ein bißchen einfach vor,

googelns mal das Wort "bauernmarkt"...

gibt in Graz seit Jahrzehnten...

Re: Der Landwirt kann nicht selber bestimmen.

Fein, dass sich hier ein Fachmann zu Wort meldet.

Vielleicht geht's ohne die Zwischenhaendler? Ich hoere oft, dass sich die Leute gerne einen 10 Kilo-Sack Kartoffeln oder Karotten billig vom Bauern holen wuerden - aber nicht wissen, wo einer ist. Oder nicht wissen, was der gerade am Hof hat.

Ein einfaches Internet-Portal mit den Adressen, Telefonnummer und dem aktuellen Direktangebot vieler Bauern (Regional sortiert, Postleitzahl) waere da doch interessant. Technisch ist das keine grosse Sache. So etwas 'www.direktvomhof.at' oder 'www.frischvomland.at' waere doch fein ...

Re: Re: Der Landwirt kann nicht selber bestimmen.

erntebauern.at
gutesvombauernhof.at

einfach "ab Hof Bezirk" eingeben.


den schweinen..

wirds wuarscht sein ob die kartoffel "schönheitsfehler" hat..

wo gibt es..

die den zu kaufen? Hätte Interesse an großen Mengen Kartoffeln.

Antworten Gast: gast gast
30.08.2012 16:42
0 0

Re: wo gibt es..

Eventuell bei Herrn Berlakovich nachfragen.
Vielleicht ist er ja willens eine HP alla Spritpreissuche zu launchen.

Gast: Rote Karrotte
30.08.2012 15:50
5 0

Karrotten

Hallo,

Wo gibt es diese Klasse 2 Karotten zu kaufen, hätte Interesse daran, auch großen Volumen.

Rote Karotte

Gast: gast 367
30.08.2012 15:43
1 0

Pseudoqualität

Daß das absurde Auswüchse sind, ist wohl unbestritten. Aber wer entscheidet denn nun, ob der Kunde das abnimmt. Einkäufer von Billa (der Hausverstand...), Merkur (es ist verdammt hart..) und ähnliche Typen, die nur glauben zu wissen was der Kosument will; sogar andersrum dies als die Qualitätskriterien in Werbung etc zu propagieren. Mich hat noch keiner gefragt, worauf ich bei einer Karotte achte. Dem Konsumenten einzureden, das wäre Frische, Qualität etc ist offensichtlich viel leichter, indem man optische Pseudokriterien erfindet. Ist der Markt so unflexibel? Oder vielleicht auch die Bauern, über ihre Abnehmer auch mitzubestimmen? Ich glaube eher, dass zB die Produzenten von Tiefkühlkarottenwürfel oder Karottensaft, - suppe, Kinderbrei schon vor dem Anbau feststehen, nicht wenn es daran geht die Qualität bzw ihre Verwertbarkeit einer Ernte dann festzustellen, wenn sie da ist. Die haben alle ihre eigenen Produzenten, alles andere wäre zu mühsam.

Gast: gast 367
30.08.2012 15:42
0 0

Pseudoqualität

Daß das absurde Auswüchse sind, ist wohl unbestritten. Aber wer entscheidet denn nun, ob der Kunde das abnimmt. Einkäufer von Billa (der Hausverstand...), Merkur (es ist verdammt hart..) und ähnliche Typen, die nur glauben zu wissen was der Kosument will; sogar andersrum dies als die Qualitätskriterien in Werbung etc zu propagieren. Mich hat noch keiner gefragt, worauf ich bei einer Karotte achte. Dem Konsumenten einzureden, das wäre Frische, Qualität etc ist offensichtlich viel leichter, indem man optische Pseudokriterien erfindet. Ist der Markt so unflexibel? Oder vielleicht auch die Bauern, über ihre Abnehmer auch mitzubestimmen? Ich glaube eher, dass zB die Produzenten von Tiefkühlkarottenwürfel oder Karottensaft, - suppe, Kinderbrei schon vor dem Anbau feststehen, nicht wenn es daran geht die Qualität bzw ihre Verwertbarkeit einer Ernte dann festzustellen, wenn sie da ist. Die haben alle ihre eigenen Produzenten, alles andere wäre zu mühsam.

 
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Hobbyökonom