25.05.2013 06:56 Merkliste 0

Telekom Austria: Investor Pecik rührt kräftig um

30.08.2012 | 16:18 |  Von Hanna Kordik (DiePresse.com)

Der Großaktionär kündigt „Veränderungen an allen Ecken und Enden“ an. Dazu will er noch ein Aufsichtsratsmandat – und ein eigenes Büro, um den Managern auf die Finger schauen zu können.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Dienstagabend in Alpbach. Hannes Ametsreiter, Chef der Telekom Austria, ist ganz in seinem Element: In einer Pressekonferenz legt er die Zukunft des Unternehmens dar. Er redet über Synergiepotenziale in diversen Telekom-Sparten, er philosophiert über interessante Investitionsmöglichkeiten in Europa.

Das Naheliegende findet bei der Pressekonferenz allerdings nicht statt: Über allfällige Aufräumarbeiten im skandalgebeutelten Konzern verliert Ametsreiter kein Wort.

Das holt nun in gewisser Weise Noch-Großaktionär Ronny Pecik nach. „Die Situation im Unternehmen ist sehr schwierig", sagte er gestern im Gespräch mit der „Presse". Und: „Man kann davon ausgehen, dass es an allen Ecken und Enden zu Veränderungen kommen wird."

"Aktiver Investor"

Das klingt zunächst reichlich kryptisch - in Wahrheit löst Ronny Pecik aber das ein, was er schon bei seinem Einstieg in die Telekom Austria angekündigt hat: Er wolle ein „aktiver Investor" sein, sagte er damals.

Mittlerweile hat Pecik sein Aktienpaket an den reichsten Mann der Welt verkauft, den Mexikaner Carlos Slim: 6,75 Prozent sind bereits an dessen America Movil gegangen, der Rest auf knapp 22 Prozent ist noch nicht abgewickelt.

Seis drum: Pecik hat bereits Sitz und Stimme im Telekom-Aufsichtsrat, er hat die Funktion des Vizepräsidenten übernommen. Dort wird er in Hinkunft die Interessen des mexikanischen Großaktionärs vertreten.

Allerdings wird er das nicht allein machen. Wie „Die Presse" in Erfahrung bringen konnte, wird es in der zweiten Oktoberwoche zu einer außerordentlichen Hauptversammlung der Telekom Austria kommen. Die ist deswegen notwendig, weil der dann ernannte neue ÖIAG-Chef (der den scheidenden Markus Beyrer beerbt) zum Telekom-Aufsichtsratspräsidenten gekürt werden muss. Dabei soll dann auch gleich ein weiterer, zweiter Vertreter von Carlos Slim in den Aufsichtsrat gewählt werden - Oskar Von Hauske Solis, der bei America Movil für internationale Aktivitäten zuständig ist.

Mehr noch: Pecik und Aufsichtsrat Numero zwei wollen ihre kontrollierende Rolle auch durchaus gewissenhaft anlegen: Sie haben bereits um ein gemeinsames Büro in den Telekom-Räumlichkeiten ersucht. Offenbar, um mitten im Geschehen zu sein und ein wachsames Auge auf notwendige „Veränderungen" werfen zu können.

Technik-Vorstand muss gehen

Auf personeller Seite haben diese auch schon begonnen: Vor wenigen Tagen wurde der Abgang von Technik-Vorstand Walter Goldenits besiegelt. Die Trennung erfolgt im „beiderseitigen Einvernehmen", wie es so schön heißt. Goldenits hatte seine Funktion vor vier Jahren übernommen.


Man darf davon ausgehen, dass dies nicht die letzte Verabschiedung im Telekom-Management war. Am 24. September findet eine Strategieklausur statt, an der Vorstand und Aufsichtsrat teilnehmen werden. Dem Vernehmen nach werden dort weitere „personelle Maßnahmen" im Management beschlossen.

 

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

40 Kommentare
 
12
Gast: gute hoffnung
31.08.2012 16:59
2 0

aus Betroffenheit

Diese Firma mit ihrem ganz miesen Kundendienst wird vielleicht wieder etwas für ihre Geschäftspartner zu tun gedenken. Manche Firmen sind ja noch lernfähig.

Antworten Gast: Gast LUPO
01.09.2012 10:14
0 0

Re: aus Betroffenheit

Warum wechseln sie dann nicht zu einem anderen Netzbetreiber (wobei deren Kundendienst aber auch nicht das gelbe vom Ei ist).

Endlich klare Worte

statt leerer Worthülsen!

Soweit ich mich erinnern kann war es auch ausgerechnet Ronny Pecik, der "Finanzhai", der erklärt hat, dass den Mitarbeitern ihre Würde zurückgegeben werden muss.

Schon von irgendeinem Vorstand je solche Worte gehört?

Gast: Schotterbaronin
31.08.2012 12:15
1 0

Ich bin froh das Hr. Pecik dem raunzenden Österreicher aufzeigt

das auch ein kroatisches Gastarbeiterkind seinen Weg in unserem Land finden kann.

Re: Ich bin froh das Hr. Pecik dem raunzenden Österreicher aufzeigt

Na ja, der Herr Nemcik, zu Zeiten seiner Macht in der TA Liebling bestimmter Journalistinnen, war doch auch kein "echter Österreicher" ;-)

Er wolle ein „aktiver Investor" sein, sagte er damals.

No na net

Re: Er wolle ein „aktiver Investor" sein, sagte er damals.

das hat damit begonnen, dass er den Hauptanteil bereits an den reichsten Mann der Welt verkauft hat. Warum braucht eigentlich die Telekom wieder solche Zwischenhändler? Ist das in guter alter Tradition von Schlaff &Taus, wo der Telekom eine ordentliche Rechnung präsentiert wurde?

2 0

Re: Re: Er wolle ein „aktiver Investor" sein, sagte er damals.

Ich glaub den Zwischenhändler braucht eher der Carlos Slim. Der enttarnt sich natürlich erst wenn alles unter Dach und Fach ist. Reiche Menschen sind selten so reich geworden indem sie Dinge dem Zufall überlassen.

Technik-Vorstand muss gehen

Hoffentlich werden jetzt die Internetverbindungen, besser Internetunterbrechungen auch der Vergangenheit angehören!

Antworten Gast: ssfgfrt
31.08.2012 11:48
0 0

Re: Technik-Vorstand muss gehen

glaub ich nicht, eher kurzfristig schlechter. so ein "umbau" lähmt eine organisation wie die A1TA schon eine weile.

0 0

darf er das überhaupt?


0 0

Re: darf er das überhaupt?

vermutlich nicht wirklich, aber gut dass er es macht - in anbetracht der causa A1 ;)

p-tschick, der donald trump oesterreichs

frage an den tschick: ich hatte auch mal ein paar hundert telekom aktien - qualifiziert mich das zumindest fuer einen bumper-sticker oder einen bleistift?

hab aber schon verkauft und in bier umgetauscht - war besser

Gast: Schüler Gerber
31.08.2012 00:52
6 0

Wieso

haben eine Reihe von Personalvertretern in der A1 Telekom Austria kürzlich nagelneue Dienstfahrzeuge bekommen, die sie auch emsig privat nutzen dürfen?

Gast: Schüler Gerber
31.08.2012 00:33
2 0

Wieso

haben eine ganze Reihe von Personalvertretern in der A1 Telekom Austria erst kürzlich nagelneue Dienstfahrzeuge bekommen, die sie auch privat emsig nutzen dürfen?

schiess diese miesen parteibuchbesitzer endlich raus!

weiter so!!

Antworten Gast: würfel
31.08.2012 10:34
0 2

Re: schiess diese miesen parteibuchbesitzer endlich raus!

Das sind ÖVP Parteibücher!!!!

Antworten Gast: vxc.25
31.08.2012 09:12
1 0

Re: schiess diese miesen parteibuchbesitzer endlich raus!

Kupfer, du Sauuuu ...

Gast: b745
30.08.2012 20:02
2 5

wiso wird gegen pecik nicht ermittelt?


Antworten Gast: 547b
30.08.2012 21:15
9 0

Re: wiso wird gegen pecik nicht ermittelt?

Wieso sollte?

Gast: 3OO
30.08.2012 19:13
9 4

na servas, das muss ein schock ...

sein für die vielen austrian- telekomer die noch nie ein privatwirtschaftliches unternehmen von innen gesehen haben !! weiter so,weg mit den unterkommer u. ausnutzer- klitschen in österreich,privatisieren was das zeug hält, haben uns nettozahler eh genug gekostet in den letzten jahrzehnten diese ...?... !!

Re: na servas, das muss ein schock ...

Sie haben keine Ahnung von den "Austrian Telekomern". Für die meisten ist das kein Schock sondern ein positives Zeichen. Die TA leidet wie viele Grossunternehmen an inkompetentem neolibaralen Quasimanagern und es wird Zeit diese Typen aus den Führungsebenen zu entfernen.

Leider wird nichts besseres nachfolgen. Der Herr P. denkt auch nicht an das Unternehmen TA. Der will nur seine Prämie kassieren, auf Kosten der Mitarbeiter und des Steuerzahlers.

Re: Re: na servas, das muss ein schock ...

@herbman. Na ja, diese "Neoliberalen" haben es wenigstens zustande gebracht, dass der Normalbürger heute blitzscvhnell zu einem Festnetzanschluss ebenso kommt wie zu einem Handy. Und ganz ohne Bakschich an die "hoch motivierten Kollegen vom Telegrafenbauamt"...

Gell, Genosse Kollege, die Wut der "alten" Staatsmonopolpostler , die für jeden Vierteltelefonanschluss "unter der Hand" 2000 guter Schilling abnahmen damit der Apparat in einem halb Jahr installiertt wurde - sonst dauerte es ein ganzes und mehr - das waren noch die tollen Zeiten der "hoch motiovierten Postbediensteten"...

Zumindest damit haben die bösen "Neoliberalen" aufgeräumt. Leider haben sie durch die Hochegger-Deals mit den Blauen bei den neuen Gesetzen noch viel weiter gehende Liberalisierungen "verhindert". Vergassen, GenosseKollege"?

Gast: MEN IN BLACK
30.08.2012 18:22
7 0

Investor Pecik rührt kräftig um

Der U-Ausschuss ist vorbei. Einige aus der Managementeben haben geglaubt, sie kleben an ihren Sessel.

Sorry, das Leben ist hart. Nun trifft es Euch, vorher habt ihr Mitarbeiter massenhaft abgebaut und Kopfprämien kasiert, und nun gibt es fast nix mehr im unteren Segement abzubauen - JETZT SEID IHR AN DER REIHE.......

Aus ist das süsse Leben, das Abcashen, die Freunderwirtschaft und und und......

Der Kampf um den eigenen Sessel wird beinhart. Jetzt werde ihr Freunde suchen, doch ihr findet nur noch Fe........

Die Mühlen der Gerechtigkeit mahlen langsam, aber sie mahlen - Heftet dies an Eure Fahnen.

Na

Na hoffentlich hilfts dem Aktienkurs :)

Re: Na

@stipi123. Also zu allererst sollte es wohl dem Unternehmen, und damit verbunden, den Kunden helfen, finden Sie nicht auch?

 
12

Hobbyökonom