Wien/Höll. Die Vorerhebungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen Raiffeisen-Bank-International-Chef Herbert Stepic dürften noch länger dauern. Wie „Die Presse“ aus Raiffeisenkreisen erfuhr, hat Stepic inzwischen der Aufsicht eine Erklärung über ein Privatgeschäft in Serbien, bei dem auch die angeschlagene Hypo Alpe Adria involviert gewesen sein soll, abgegeben. Doch die Aufsicht soll sich damit nicht zufriedengeben. Denn die Darstellung von Stepic soll teilweise im Widerspruch zu den Angaben der Hypo Alpe Adria stehen, heißt es. Daher will sich die Aufsicht nun genau ansehen, was in Serbien abgelaufen ist.
Die FMA äußert sich zu den Vorerhebungen nicht. Auch Stepic schweigt hartnäckig, was die Spekulationen zusätzlich anheizt.
Am Freitag verschickte Walter Rothensteiner, Aufsichtsratspräsident der Raiffeisen Bank International, eine Klarstellung, wonach Gerüchte, dass Stepic abgelöst werde, „jeglicher Grundlage“ entbehren. Zuvor hatte die vom Staat herausgegebene „Wiener Zeitung“ berichtet, dass ihr aus dem Umfeld der RBI zugetragen worden sei, dass angeblich Karl Stoss von den Casinos Austria bald weggehe und Nachfolger von Stepic werde.
Außer dem Dementi lässt sich auch Rothensteiner nicht mehr entlocken. Der RBI-Aufsichtsratspräsident will nicht sagen, was es mit dem Serbien-Geschäft von Stepic auf sich hat. Dem Vernehmen nach soll die staatliche Hypo Alpe Adria in Serbien auf einem notleidenden Immobilienkredit sitzen. Laut einem „Credit Report“ der Hypo Alpe Adria vom Vorjahr soll Stepic über eine liechtensteinische Stiftung involviert gewesen sein.
Dem Vernehmen nach soll Stepic gegenüber der Aufsicht angegeben haben, dass er nicht über eine Stiftung, sondern über einen Treuhänder mit einem Viertel an der Immobiliengesellschaft beteiligt gewesen sein soll. Die Hypo-Finanzierung soll schon vor dem Einstieg fixiert gewesen sein. Und inzwischen soll er sich von der Beteiligung getrennt haben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)
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