Wien/Apa/Red. Im Großen Schwurgerichtssal geht der Bawag-Strafprozesses ohne Helmut Elsner in die nächste Runde. Elsner wird heute wieder nicht zum Prozess kommen. Wie Elsners Anwalt Jürgen Stephan Mertens Montagfrüh gegenüber der APA sagte, sei Elsner aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht in der Lage. Der herzkranke 77-Jährige habe gestern Nacht einen Angina-Pectoris-Notfall gehabt und habe außerdem wieder Wasser in der Lunge, sagte Mertens.
In der Frage der Vollzugsunfähigkeit gebe es derzeit laut Anwalt nichts Neues. Elsner sei noch vollzugsuntauglich, ein neues Gutachten sei noch nicht erstellt worden. Ob Elsner überhaupt je zum zweiten Bawag-Prozess kommt, bleibt also damit offen. Elsner ist schon im ersten Prozess wegen Untreue zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden, wovon er viereinhalb Jahre abgesessen hat, bis er aus gesundheitlichen Gründen entlassen wurde. Im zweiten Bawag-Strafprozess ist Elsner nur wegen einer Subsidiaranklage der Bawag mitangeklagt – die Staatsanwaltschaft hat auf eine neuerliche Anklage verzichtet. Die Bank will auf Elsners Pensionsabfindung zugreifen und erhofft sich durch die Klage bessere Chancen im Zivilverfahren.
Zu krank laut Privatgutachten
Anfang August war ein Ladungsversuch des Gerichts für Elsner erfolglos geblieben. Ebenso der Vorführungsversuch des Gerichts am 7.August in Elsners Wiener Wohnung, da Elsner dort nicht angetroffen wurde. Während der Gerichtsgutachter Elsner für verhandlungsfähig erklärt hatte, verwies seine Verteidigung auf drei Privatgutachter, wonach Elsner zu krank für die Prozessteilnahme sei.
(APA)
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